A. Die Entstehung monastischer Bildung


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Sana03.09.2018
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a. Die Entstehung monastischer Bildung

  • a. Die Entstehung monastischer Bildung

  • Die monastische Bildung und Frömmigkeit geht in ihrem Kern auf Benedikt zurück, näherhin auf seine im 6. Jh. entstandene Regel und die „Vita Benedicti“ Gregors d. Großen

  • Kloster als „Schule für den Dienst des Herrn“ (RB, Prolog 45)

  • Lectio divina: Lesung und Meditation (legere = audire)

  • Apprendre par coeur = auswendig lernen (auch heute noch für das persönliche Gebet der Psalmen eine wichtige Form)

  • In den benediktinischen Klöstern wurden sowohl das Studium als auch das Gebet gepflegt

  • Liebe zu Gott als Hauptinhalt (solus amor als Prinzip monastischen Lebens)

  • Gregor gilt neben Benedikt als zweiter großer Lehrer der monastischen Bildung (schlägt die Brücke vom patristischen Zeitalter zur monastischen Kultur des Mittelalters)

  • Die Suche nach Gott und die Vereinigung mit Gott sind die großen Themen vom Gregors Mystik und werden auch die großen Themen des Mittelalters sein



b. Die Quellen monastischer Bildung

  • b. Die Quellen monastischer Bildung

  • Die wichtigsten literarischen Quellen sind die Heilige Schrift, das Studium der Väter, und die Beschäftigung mit der klassischen Kultur

  • Jean Leclercq: „Verlangen nach dem Himmel“

  • Im Kloster verstand man sich als Gemeinschaft, deren Ziel das himmlische Jerusalem ist (Kloster als vorweggenommenes Jerusalem)

  • „Engelgleiches Leben“ (Vita angelica)

  • Sehnsuchtsspiritualität – Gabe der Tränen

  • „Epektase“ (Gregor von Nyssa, Petrus Damiani): „Immer verlangend und immer gesättigt“

  • Erste Quelle ist die Hl. Schrift: Es ging den Mönchen darum, den gelesenen Text aus der Bibel durch lautes Lesen und Hören gleichsam auszukosten und wiederkäuend zu meditieren (Lectio, meditatio und ruminatio bilden also eine Einheit)

  • Geschmack des Textes auskosten, Methode des „Wiederkäuens“



b. Die Quellen monastischer Bildung

  • b. Die Quellen monastischer Bildung

  • Einbildungskraft des mittelalterlichen Autors: Die Bilder der Heiligen Schrift (Braut, Lamm, Quelle, Weg, etc.) erzeugen in ihm neue Bilder und lassen ihn so immer tiefer mit allen Sinnen in das Geheimnis Gottes eindringen

  • Eigentümlichkeit der monastischen Exegese besteht darin, dass der Wortsinn und der sogenannte „mystische Sinn“ nie auseinander gerissen werden (interessant ist dabei auch, dass das AT dabei fast noch eine größere Rolle spielt als das NT)

  • Das AT wird instrumentalisiert und meist direkt auf das NT, die Erfüllung der Sehnsucht in Jesus Christus, bezogen (inzwischen gibt es in der heutigen Exegese auch wieder Stimmen, die fordern, dass man das AT nicht auf Kosten des NT lesen darf)

  • Die wichtigsten alttestamentlichen Texte für die monastische Theologie waren die Psalmen, das Buch Ijob und v. a. das Hohelied, in dem das Grundprogramm des monastischen Lebens, die leidenschaftliche Suche nach Gott („quaerere Deum“) am vollendetsten zum Ausdruck kam



b. Die Quellen monastischer Bildung

  • b. Die Quellen monastischer Bildung

  • Neben die Heilige Schrift tritt als zweite große Quelle der monastischen Spiritualität die Religiosität der Väter

  • Spiritualität des Ostens: Apophthegmata patrum

  • Origenes als eine Art unsichtbarer Kirchenvater für die monastische Theologie, weil man in seinen Bibelkommentaren das gleiche Verlangen nach Innerlichkeit spürte wie man selbst es empfand

  • Dritte Quelle der monastischen Religiosität ist die klassische Kultur (Horaz, Ovid, Vergil)

  • Vor allem Vergil galt im Mittelalter (noch bei Dante) wegen der Formvollendetheit seiner Verse und der Ankündigung der Geburt eines Knaben als „nicht weit von der Wahrheit entfernt“ (Laktanz), also als quasi-christlich

  • „Man darf den Einfluss der klassischen Überlieferung auf die monastische Bildung des Mittelalters weder verkleinern noch übertreiben“ (Leclercq)

  • „monastischer Humanismus“, der sich aber weniger auf die Inhalte als auf die Form bezieht



c. Die Früchte monastischer Bildung

  • c. Die Früchte monastischer Bildung

  • Zu den Früchten monastischer Bildung gehören zunächst die schriftlichen Werke, welche die Mönche hinterließen. Diese waren weniger theoretischer als praktisch-pastoraler Natur: große Geschichtswerke, Predigten, Reden, Briefe und Sammlungen verschiedener Autoren

  • Innerhalb der Geschichtsschreibung spielte die Hagiographie eine besondere Rolle (wichtig ist v.a. der Nutzen für die geistliche Lebensführung, nicht die Wahrheit oder Authentizität der Erzählungen)

  • Hoher Stellenwert der Predigt (bewusst einfach gehalten), Ausdruck der Gottesfreundschaft

  • Briefe: Trostbriefe, Freundschaftsbriefe (Sinn der Mönche für Humor, Gedanken über die geistliche Freundschaft bei Aelred v. Rielvaux)

  • Literaturform des Florilegiums: „Ein Büchlein, zusammengestellt aus Worten der Heiligen Schrift und Väterworten, geschrieben besonders für alle, die das kontemplative Leben lieben“ (Johannes v. Fécamp († 1078))



d. Fazit

  • d. Fazit

  • Statt reiner Wissenschaft (oder besser: über die Wissenschaft hinaus) setzt die monastische Theologie – allen voran Bernhard – die Heiligkeit: „Nicht das Disputieren begreift, sondern die Heiligkeit.“



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