Also, wenn ich nun zurückblicke auf mein Jahr in „la Compostelana, in Santiago de Compostela, dann


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Sana03.09.2018
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Also, wenn ich nun zurückblicke auf mein Jahr in „la Compostelana“, in Santiago de Compostela, dann 



erscheint es mir zunächst unglaublich, wie schnell das Jahr vergangen ist. Noch genau erinnere ich mich an 

meine Anreise am 07. September. Ich flog nach O Porto in Portugal, von da aus dann ging es mit dem Bus 

weiter nach Vigo, was bereits in Galizien liegt. Von dort aus holte mich die Mutter eines Freundes einer 

Freundin von mir ab. Ich hatte Glück, denn ich konnte die Anfangszeit bei diesem sehr netten und 

hilfsbereiten Galizier wohnen ohne den Stress zu haben, so schnell wie möglich eine Wohnung finden zu 

müssen. Am ersten Abend noch führte er mich durch die wunderschöne Altstadt Santiagos und ich kam aus 

dem Staunen nicht mehr heraus. Ein wunderschönes Städtchen mit vielen verwinkelten Gässchen und 

traumhaften Plätzen die einem das Gefühl vermitteln, man würde sich in einem Märchen befinden!!! Die 

Anfangszeit war nun also davon geprägt, alles anzuschauen, kennen zu lernen, sich in den verwinkelten 

Gassen zu verlaufen und zu stauen, dass man immer wieder bekannte Gesichter sieht, die einem doch noch 

so fremd erscheinen. Teilweise fühlte ich mich etwas einsam, da ich noch keinen außer Pablo kannte und 

mir nicht so recht vorstellen konnte, was mich nun eigentlich in diesem Jahr erwartete.  

Schließlich fand ich aber eine 2er WG, vielleicht noch kurz zur Wohnungssuche : Am besten ist es 

entweder auf der Homepage der Uni zu suchen ( Xornada, Taboleiro) oder einfach durch die Stadt 

schlendern und an Regenrinnen, Laternenpfählen oder Läden zu gucken, die meisten Anzeigen werden dort 

aufgehängt. Worauf man dabei wirklich achten sollte, ist , eine WG oder Wohnung zu finden, die eine 

Heizung besitzt, denn die meisten, vor allem in der traumhaften Altstadt haben keine und im Winter wird es 

sehr, sehr kalt. Galizien und vor allem Santiago hat ein sehr  feuchtes Klima und obwohl ich mit 

Wärmeflasche und Schlafsack ausgerüstet war, habe ich dauernd gefroren. Die Kälte kriecht einem unter die 

Decke…. Oftmals regnet es ununterbrochen und die Wäsche wird nicht trocken, der Anspruch muss dann 

von Trocken auf klamm heruntergeschraubt werden. Ich würde JEDEM empfehlen, Schlafsack und 

Wärmflasche mitzunehmen, ihr werdet euch oft genug darüber freuen…. 

  Nichtsdestotrotz ist auch im 



Winter vieles los, was man sich anschauen kann. Theater, Kino, Ausstellung, alles zu studentenfreundlichen 

Preisen durchaus erschwinglich und lohnenswert.  

Zur Sprache: Wer nach Santiago geht sollte sich darüber im Klaren sein, dass wir uns in Galizien befinden 

und das „Nationalbewusstsein“ in Richtung Unabhängigkeitstatus von Spanien geht. Demzufolge sind 

jegliche Kulturprogramme, Filmbeschreibungen, Straßenschilder und oft auch Speisekarten auf Galizisch. 

An der Uni habe ich gemischte Erfahrungen gemacht, in der Regel nehmen die Professoren durchaus 

Rücksicht auf die ausländischen Studenten, wenn diese Verständnisprobleme haben. Oft wird abgestimmt, 

ob die Vorlesung auf galizisch oder spanisch gegeben werden soll. 

Ich kann aber jedem nur raten, sich im galizischem zu versuchen, denn es handelt sich um eine 

wunderschöne Sprache die dem portugiesischem sehr ähnlich ist. Es gibt auch an der Uni Sprachkurse für 

ausländische Studenten. Leider habe ich es nicht geschafft, einen solchen zu besuchen, aber dadurch dass 

ich mit zwei Galiziern zusammengewohnt habe, bin ich, zumindest auf dem Verständnisniveau, doch weit 

gekommen. 

Allgemein zu der Erasmusbewegung kann ich sagen, dass ich von Anfang an versucht habe, zwei Wege 

einzuschlagen, zum einen wollte ich mich von der Erasmuswelt etwas fern halten um auch Einheimische 

kennen zu lernen, doch zum anderen ist es auch eine tolle Sache, da man Menschen aus aller Welt kennen 

lernt. Wenn man dann gemeinsamen Treffen mal etwas anders gestalten kann, als nur wegzugehen

sozusagen eine persönlichere Ebene findet, dann wird es umso schöner.  



Ich habe in diesem Jahr so viele nette neue Leute kennen gelernt und bin froh, dass ich diese zwei Wege 

eingeschlagen habe, die sich letztendlich doch ein wenig vermischten. 

Zur Uni: Es ist für uns deutsche Studenten wohl etwas gewöhnungsbedürftig, dass so ziemlich alle 

Vorlesung aus Frontalunterricht bestehen, sprich: Der oder die Professor/in steht vorne und diktiert und alle 

schreiben fleißig mit. Dann wird alles auswendig gelernt und ab in die Prüfung. Das  fand ich schon etwas 

frustrierend weil man es ja durchaus gewöhnt ist, sich selbst zu integrieren und seine eigene Meinung 

mitteilen möchte. Aber es gab auch Kurse, in denen von der Frontal-Taktik Abstand genommen wurde und 

auch Seminare stattfanden die der „deutschen“ Art ähnelten. Wie auch immer es bei euch sein wird, 

konstruktive Kritik wird durchaus gern gesehen…., also warum nicht mal darauf hinweisen, wenn ihr das 

Bedürfnis danach habt. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass Professoren durchaus darauf eingehen und 

sich freuen auch mal zu erfahren, wie das an deutschen Unis so abläuft. Allgemein lässt sich noch sagen, 

dass das Verhältnis zwischen Professor und Student durchaus ein persönliches sein kann, zumindest duzt 

man im Allgemeinen die Professoren und redet auch mal ein wenig über anderes, vor allem mit dem 

jeweiligem Koordinator. Für alle die aus Bremen kommen, Viktor Millet ist wirklich ein sehr netter Professor, 

den man auch wegen anderen Dingen, Fragen oder Problemen zu rate ziehen kann. 

 

Tja, was könnte noch von Interesse sein? 



Zur Stadt: es gibt einen wundervollen, sehr traditionellen und für uns aus dem kommerziellen Deutschland 

stammenden, sehr interessanten und besonderen Markt: Mercado de Abastos. Dort gibt es alles: von Fisch 

und Meeresfrüchten, Fleisch und Aufschnitt, Käse und Brot, Gemüse und tolles Obst über Blumen und 

Saisongemüse, Honig und selbst gemachtem Wein bis hin zu einem gemütlichem Cafe, wo man sich das 

Markttreiben in Ruhe, vor allem im Sommer, anschauen kann. Ihr solltet auf jedem Fall dorthin gehen, es ist 

ein tolles Erlebnis und die Preise und die Qualität ist super!!!!! 

Ein super schönes Café welches ich spontan „Urlaub“ getauft habe ist das Hotel Costa Vella, ein Hotel mit 

Café und zwar in dem wunderschönstem Garten Santiagos: Zitronenbäume, Springbrunnen, Rotkelchen, 

leckeren Milchcafé und frischen Orangensaft und dazu einfach nur die Atmosphäre auf sich wirken lassen…. 

Wenn man abends noch was kaufen will und alles schon zu hat: In der Agalia de arriba gibt es einen 24hs 

Kiosk mit sehr nettem Besitzer: Carlos. Jeder der Lust hat: einen schönen Gruß von anna, la alemana…. 

Es lohnt sich, wenn man durch Santiago spaziert die Augen offen zu halten, denn ich habe selten so viele 

kleine Lädchen gesehen, die ich mir nur noch im Märchen hätte vorstellen können: alte Frauen um die 

achtzig die einen Nähladen betreiben und zum Knöpfe aussuchen Filzbücher gebastelt haben die man sich 

dann anguckt und dann wird der passende Knopf aus der Kiste ganz hinten im Regal herausgekramt , oder 

das beste Nussbrot in einem kleinen Laden nähe Plaza de Cervantes oder aber der spektakuläre 

Schuhladen in der Nähe vom Markt der nun wirklich den Anschein erweckt, es handele sich hierbei um eine 

Zeitfreie Zone: Halt, Stopp, die Zeit steht still……. 

 

 

Wo geht man abends hin?  



Also, die Nacht beginnt mit Tapas essen, von einer Bar zur nächsten( die besten und meisten gibt’s meiner 

Meinung nach im Cavallo Blanco  (Cavalo Branco) ab acht. Casa Pepe ist auch nicht schlecht, ansonsten 

das San Clemente, aber so schön ist es da nicht, aber lecker. Da die Weinpreise und ansonsten auch im 

allgemeinen die Preise wirklich günstig sind, kann man schon mal ein Gläschen mehr trinken, womit wir auch 

gleich schon zu einer möglichen „Gefahr“ kommen: es ist oft schwer in Santiago ein Ende zu finden, 


besonders im Sommer!!!!! Die Nächte auf der „Plaza de la Quintana“, einem wunderschönem alten Platz mit 

langen Treppen und Blick auf die Seitenseite der Kathedrale, die nachts angeschienen wird und über deren 

Dächer die Möven fliegen, diese Nächte sind die schönsten aber auch die längsten…..- wir sind oft ins 

Avante tanzen gegangen oder ins Ambigu, wenn dann alles allmählich ( so gegen halb fünf) zumachte ging 

man dann weiter und endete oft wohl oder übel im Maycar, in der Neustadt. Weggehen beginnt in Santiago 

gegen eins und hoert auf wann immer man will, aber oft wird es das Morgengrauen überdauern…… 

 

Mittwochabend: Ganz klar: Casa das Crexas….., eine sehr besondere Kellerbar, in welcher ab 23:30 eine 



wild zusammen gewürfelte Band mit bärtigen, dicken Männern die Menschen verzaubert und sie auf eine 

Reise durchs grüne Galizien schickt: Dudelsack, Geige, Flöten, Bandarettas etc ertönen in wildem 

Miteinander und lassen diese Bar um einiges an Temperatur und Temperament gewinnen….. 

 

 



So, nun noch etwas zu Galizien als solches: Es handelt sich um einen wunderschönen Teil Spaniens der 

aber absolut anders ist als zum Beispiel Barcelona, Valencia, Toledo oder etwa Andalusien…..- vom 

Charakter her würde ich es etwas mit Irland vergleichen, oft wird gesagt, Galizien sei auch der Bretagne 

sehr ähnlich. Historisch gesehen gelten die Kelten als Brückenbauendes Völkchen, die sowohl in Irland, als 

auch in der Bretagne und in Galizien ansässig waren. Sie brachten die Dudelsäcke mit sich und damit die 

mythischen und mystischen Melodien die so gut zu nebeligen grünen Berglandschaften passen….. 

Auf jeden Fall sollte jede Gelegenheit genutzt werden, um zu reisen und Galizien in aller  Fülle und Breite 

kennen zu lernen. Wenn ihr Lust auf nähere Infos habt von wegen wo es schön ist und wo man auf jeden 

Fall immer hin sollte, meldet euch einfach per Mail bei mir, ich helfe euch gerne weiter, wenn ich’s kann… 

Auf jeden Fall zum Meer, ob an die Costa da Morte (Camelle, Camarinhas, Muxía) oder Richtung Muros und 

Carnotta, Fisterra , oder aber Richtung Noia, Porto Son, Castro de Barronha, alles alles ist toll und 

sehenswert. Castro heißt allgemein, dass es sich um ein altes keltisches Dorf handelt von welchem noch die 

ursprünglichen „Grundrisse“ erhalten geblieben sind. Der Castro de Barronha ist wirklich schön und eignet 

sich auch gut zum Campen!!!!! Aber: generell: VORSICHT BEIM BADEN!!!!!!!!!!!!!!!!! Gefährliche Strömungen 

und hohe Wellen, die zwar von außen toll aussehen aber von innen absolute Angst bedeuten, wenn sie 

einen mitreißen und durch die Gegend wirbeln!!! Also, einfach die Einheimische fragen, an welcher Stelle 

man am besten reingeht und gegebenenfalls auf Ebbe warten. 

 

So, ich glaub das langt fürs erste. Ich wünsche euch auf jeden Fall ein tolles Semester oder noch besser ein 



tolles Jahr, macht die Augen auf und geht auf die Menschen zu (sie sind ein besonders Völkchen, immer 

zum Weiterhelfen bereit) , sorgt für gute Laune auch bei Dauerregen und freut euch einfach auf eine ganz 

besondere Erfahrung- ich will das Jahr auf gar keinen Fall missen!!!! 

Für weitere Fragen bin ich gern zu haben, 



Liebe Grüße…., Anna Herding 


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