An der Deutschen Weinstraße Von Nord nach Süd zieht sich die Deutsche Weinstraße durch das zweit- größte Weinanbaugebiet Deutschlands


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An der Deutschen Weinstraße 



An der Deutschen Weinstraße 

Von Nord nach Süd zieht sich die Deutsche Weinstraße durch das zweit-

größte Weinanbaugebiet Deutschlands. Ihrer Bekanntheit ist es zu verdan-

ken, dass der Name stellvertretend für die ganze, rund 10 km breite Ur-

laubsregion zwischen Pfälzerwald und Vorderpfalz steht. 

Die Mitte der 1930er-Jahre zur Förderung des Weinkonsums eröffnete Straße win-

det sich mehr als 85 km durch malerische Winzerorte und ausgedehnte Weinberge. 

Auf ihrer Route hält sie sich größtenteils dicht am Rand des Pfälzerwalds. Auf den 

sanften Hängen seiner Haardt genannten Vorhügelzone wächst ein Großteil der 

Pfälzer Reben. 1800 Sonnenstunden im Jahr und ein besonders mildes Klima lassen 

jedoch nicht nur gute Weine gedeihen. Auch Mandeln, Pfirsiche, Zitrusfrüchte oder 

Feigen gehören zu den wärmeliebenden Pflanzen, die sich hier wohlfühlen. Wenn 

die Mandelbäume im Frühjahr zu blühen beginnen, erlebt die Deutsche Weinstraße 

ihren ersten Höhepunkt. Die üppigen Blüten lassen die Straßen und Wege entlang 

der Haardt in einladendem Rosa und Weiß leuchten. Nur im Herbst erstrahlt das 

Laub der Reben in noch schöneren Farben. Dann verwandeln die unzähligen Gelb- 

und Rotschattierungen die Weinberge in ein stimmungsvolles Farbenmosaik. Zusam-

men mit frisch gekeltertem Neuem Wein und herzhaftem Zwiebelkuchen entsteht 

so eine Traumkombination, die viele Besucher an die Weinstraße lockt. 

Der nördliche Abschnitt grenzt an das größte deutsche Weinbaugebiet Rheinhes-

sen und erstreckt sich bis zur Kreisstadt Bad Dürkheim. Die einstigen Herren der 

Burgen Neu- und Altleiningen verliehen dieser Region ihren Namen: Leininger-



land. Südlich der kleinen Stadt Grünstadt erheben sich einige der engen Weindörfer 

hoch über die Rheinebene. An klaren Abenden, wenn man die Lichter weit sehen 

kann, wirken sie aus der Ferne bisweilen wie abgeschiedene Bergdörfer. Von Bad 

Dürkheim bis in die verkehrsreiche Stadt Neustadt, in der alljährlich im Oktober 

Das Grün der Weinberge an der südlichen Weinstraße  

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die Pfälzische Weinkönigin gekürt wird, verläuft die Weinstraße nahe dem Aufstieg 

zum Pfälzerwald. Auf dem Weg durch diese als Mittelhaardt bezeichnete Region 

passiert die Straße viele bekannte Weinlagen mit Namen wie Eselshaut oder Meer-

spinne. Südlich von Neustadt wird die Landschaft abwechslungsreicher und hügeli-

ger. Reben wechseln sich mit kleineren Baumgruppen und verträumten Winzer-

dörfern ab. Das Zentrum der Südlichen Weinstraße ist die Stadt Landau, die größ-

te Weinbaugemeinde Deutschlands. 



 

Erlebnistag Deutsche Weinstraße 

Am  letzten  Wochenende  im  August  wird  die  Weinstraße  jedes  Jahr  zur 

sportlich-fröhlichen Feiermeile. Statt Autos und Motorräder schieben sich 

dann Hunderttausende von Radfahrern, Inlineskatern und Fußgängern durch 

die engen Orte. Musik, Spiel, Speis und Trank füllen die Höfe der Weingüter. 

Eröffnet wird das seit etwa 30 Jahren begangene Spektakel in Anwesenheit 

der Weinkönigin und der Ministerpräsidentin um 10 Uhr in Bockenheim, ab 

18 Uhr darf auch der motorisierte Verkehr wieder auf die Strecke. 



Leiningerland 

An der Grenze zwischen Rheinhessen und der Pfalz beginnt die Weinstraße 

mit einem etwas verloren wirkenden Torgebäude in Bockenheim. Die Land-

schaft ist weit und offen, der Übergang von der Ebene zu den Bergen längst 

nicht so markant wie weiter südlich. 

Oft lassen die Orte allerdings etwas von dem urigen und einladenden Charakter ver-

missen, der die Gemeinden weiter südlich prägt. Der sanfte Wechsel von Weinbergen 

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Maikammer

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Zeiskam


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Ramberg


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bergerhof

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St. Martin

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Hainfeld


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Böchingen

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Nußdorf


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Frankweiler

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Burrweiler

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Siebeldingen

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Edenkoben

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Heddesheim

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Asselheim

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Sausenheim

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Dreisen

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Battenberg

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Leistadt

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Dackenheim

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Großkarlbach

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Dirmstein

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Laumersheim

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Weisenheim

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am Berg

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Kallstadt

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Gönnheim


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Mecken-

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Königsbach

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Gimmeldingen

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Erpolzheim

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Biedesheim

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Marnheim

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Rüssingen

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Ungstein

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Niederkirchen

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Rödersheim-Gronau

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Deidesheim

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Bockenheim

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Zellertal

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Eisenberg

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Wachenheim

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Lambrecht

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Neustadt

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Carlsberg

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Frankeneck

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Koblenz, Mainz

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Obrigheim

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und Mischwald, geschichtsträchtige Dörfer und der Qualitätssprung der Leininger 

Weine – die Region hat ihre eigenen Stärken. Neuleiningen, das sich unterhalb der 

gleichnamigen Burg über die Rheinebene erhebt und mit seinen engen und steilen 

Gassen eine herrliche Kulisse für die gut besuchten Feste und den einmaligen 

Weihnachtsmarkt bietet, betört die Besucher durch seinen historischen Charme. 

Das „adelige“ Dirmstein, in dem noch heute zahlreiche Höfe und Schlösser von der 

einstigen Beliebtheit als Wohnort lokaler Adelsfamilien zeugen, steht stellvertre-

tend für die lange, wechselvolle Geschichte der Region. 

Informationen zur Region unter www.leiningerland.com. 



Bockenheim 

Seit 1995 Jahren markiert das Haus der Deutschen Weinstraße deren nörd-

lichen Endpunkt in der Weinbaugemeinde Bockenheim. In dem auffälligen 

Gebäude, das ein römisches Kastell nachbilden soll und unter dem die 

Weinstraße hindurchführt, können sich verliebte Paare das standesamtliche 

Jawort geben. 

Bevor das Haus der Deutschen Weinstraße als Pendant zum Weintor in Schweigen 

am südlichen Ende der Straße gebaut wurde, beherrschte der weiße, burgähnliche 

Turm der Kleinbockenheimer Martinskirche das Ortsbild der aus zwei Ortsteilen 

bestehenden Gemeinde. Das südlichere Großbockenheim erstreckt sich mit seinen 

vielen kleinen Winzerhöfen in einer Mulde der dem Donnersberg vorgelagerten 

Kalkhügellandschaft. Dicht beieinander stehende Häuser mit großen Höfen und ei-

ne für heutige Ansprüche zu enge Dorfstraße kennzeichnen die Gemeinde. Die im 

11. Jh. entstandene Lambertskirche wurde wie viele Kirchen in der Pfalz zwischen 

1700 und 1921 als Simultankirche von katholischen und protestantischen Gläubi-

gen genutzt, heute ist sie die evangelische Pfarrkirche. In der 1936 oberhalb davon 

gebauten katholischen Kirche St. Lambert lohnt ein Besuch v. a. wegen der im 

15. Jh. entstandenen Weinrebenmadonna aus Lindenholz. 

Bedeutung erfährt Bockenheim alljährlich im Oktober, wenn während des Pfälzi-



schen Mundartdichterwettstreits vorwiegend regionale Autoren um die Gunst der 

Jury und des Publikums werben. Und während im Herbst alle nicht Pfälzisch spre-

chenden Dichter von vornherein ausgeschlossen sind, haben bei den Bockenhei-

mer Mundarttagen im Mai auch Poeten, die in einer anderen Mundart dichten, eine 

Chance. Die Organisatoren der seit 1977 stattf indenden Veranstaltung verweisen 

stolz darauf, dass inzwischen fast alle deutschsprachigen Dialekte in Bockenheim 

präsentiert wurden. 



Information

    Touristinformation der Ver-



bandsgemeinde Grünstadt-Land, Haus der 

Deutschen Weinstraße, Weinstr. 91b, 67278 

Bockenheim, ¢ 06359/8001820, www.leinin-

gerland.com. Mo–Fr 8.30–12 Uhr, Mo–Mi auch 

13.30–16 Uhr, Do bis 18 Uhr, Mai bis Okt. zu-

sätzlich Fr bis 16 Uhr und Sa 10–16 Uhr. Weite-

re Informationen unter www.bockenheim.de. 

Veranstaltungen

  Weinfest und Mundart-



dichterwettstreit. Alljährlich am dritten Wo-

chenende im Okt. stattfindender Wettstreit 

pfälzischer Mundartdichter. 

Bockenheimer Mundarttage. Im Mai, mit 

Lesungen, Theater und Musikveranstaltun-

gen in verschiedenen Dialekten. Infos bei der 

Gemeindeverwaltung Bockenheim, ¢ 06359/

946410, www.bockenheim.de. 

Übernachten/Essen

    Weingut Jürgen 



Brand. Am südlichen Ortsausgang gelegenes 

Gästehaus, in dem Tradition und Moderne 

im mediterranen Stil miteinander verbunden 

werden. DZ ab 75 €. Weinstr. 7, ¢ 06359/4944, 

§ 40014, www.wein-gaestehaus-brand.de. 

Bock


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An der Deutschen Weinstraße 



Gästehaus Brehm. Kleines Gästehaus am 

südlichen Ortsende mit einfachen, aber ge-

schmackvoll mit viel Holz ausgestatteten 

Zimmern. Straußwirtschaft Juni bis Sept. 

geöffnet (Sa ab 18 Uhr, So ab 17 Uhr). DZ ab 

54 €, auch eine Ferienwohnung für 50 €. 

Ballheimer Weg 3, ¢ 06359/4566, § 949846, 

www.weinbau-brehm.de. 



Landgasthaus Neuhäusel. Gepflegter, uri-

ger Gasthof mit kreativer Regionalküche. 

Mo, Do, Fr 11.30–14 Uhr und ab 17 Uhr, Sa/

So ab 11.30 Uhr. Weinstr. 93, ¢ 06359/4217. 



Wohnmobilstellplätze (ohne Versorgungs-

station) stehen auf dem Festplatz von Nov. 

bis Sept. kostenfrei zur Verfügung. 

 

In der Umgebung 

Das nördlich von Bockenheim gelegene Zellertal  gehört halb zu Pfalz, halb nach 

Rheinhessen. Die Landschaft ist offen, stellenweise reizvoll, teilweise auch schon 

monoton. Die weiten Aussichten, engagierte Gastgeber und einige starke Weingü-

ter machen das Tal zwischen Weinstraße und Donnersberg für Genießer interes-

sant. Aufgrund der Muschelkalkböden, der in der Pfalz seltenen Südexposition und 

des relativ frischen Klimas hat sich bei den Weinen in den letzten Jahren hier be-

sonders viel getan. Viele Weingüter und Restaurants sind dem ökologischen Land-

bau bzw. der Slow-Food-Idee verbunden. Das Wahrzeichen des Tales ist das (mitt-

lerweile erneuerte) Kruzif ix zum Schwarzen Herrgott, dem zu Ehren ein markantes 

Ehrenmal erbaut wurde. 

Weingut Wick. Im „Eichelmann“ wer-

den die Weine seit Jahren gelobt, auch die 

bereits seit 1986 bestehende Mitgliedschaft 

bei Ecovin spricht für konstante Qualität. 

Zell, Zeller Hauptstr. 2, ¢ 06355/2201, www.

weingut-wick.com. 

 

 

 

Weingut Bremer. Drei Schwestern holten 

sich einen erfahrenen Weinmacher aufs Gut 

und legten so einen gelungenen Neustart 

hin. Aus Toplagen des Tals bringen sie an-

spruchsvolle Weine hervor. Schicke Wein-

bar, Do–Fr ab 17 Uhr. Zellertal, Brückenstr. 

2, ¢ 06355/8639166, www.weingutbremer.de.  

 

Das Haus der Deutschen Weinstraße in Bockenheim 

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Weingut Janson Bernhard. Das seit 

2007 biodynamisch arbeitende Weingut, 

bringt qualitativ hochwertige Weine hervor. 

Auch als Location für Feste ist das Gut 

aufgrund der wunderschönen Hofanlage 

sehr beliebt. Harxheim, Hauptstr. 5, 

¢ 06355/1781, www.jansonbernhard.de.  

 

Hotel Kollektur. In warmen Farben und mit 

viel Liebe gestaltetes Hotel im Zentrum von 

Zell. Aus vielen Zimmern bietet sich ein 

schöner Blick über das Tal. Sehr sauber und 

freundlich. Hauptgerichte 9–18 €, DZ 95 €. 

Zell, Zeller Hauptstr. 19, ¢ 

06355/954545, 

www.hotel-kollektur.de.  



Weinstube Zum Schwarzen Herrgott. Die 

leckere, solide Landküche gibt es in der 

Weinstube oder im herrlichen Biergarten. 

Auch einige Zimmer im dazugehörigen Gäs-

tehaus „Villa Golsen“. Hauptgerichte 7–19 €, 

DZ ab 80 €. Zell, Zeller Hauptstr. 4, ¢ 06355/

9550920, www.schwarzer-herrgott.com.  

Grünstadt 

Es sind die günstige Lage im Zentrum des Leiningerlands und die direkte 

Anbindung an die Autobahn, die Grünstadt zum zentralen Einkaufsort der 

Umgebung machen. Schon im Mittelalter florierte hier am Kreuzungspunkt 

alter Römerstraßen der Handel. In den letzten Jahren konnte die Stadt ihren 

Ruf als kommerzielles Zentrum durch die Ansiedlung von großflächigem 

Einzelhandel noch einmal ausbauen.  

Nicht eben städtisch wirken die Randbereiche der Innenstadt, beinahe schon dörf-

lich die ein wenig tristen Straßen. Und so kommt man ins Staunen, wenn man die 

schmale Fußgängerzone betritt, die sich mit ihren unerwartet großen und vielseiti-

gen Geschäften einen halben Kilometer lang durch die Stadt zieht. Am südlichen 

Rand der Innenstadt konzentrieren sich 

die Bauten der Leininger Grafen, die der 

Stadt ihr Gesicht geben. Nach der Zer-

störung ihrer Stammburgen im Pfälzi-

schen Erbfolgekrieg errichteten die bei-

den Brüder Christoph Christian und 

Georg II. hier ihre Schlösser Leininger 

Unterhof und Oberhof, in denen sie und 

ihre Nachfahren ab 1705 bzw. 1716 bis 

zum Ende ihrer Herrschaft 1801 residierten. 

Heimeliger als Grünstadt selbst wirken 

die Stadtteile Sausenheim und Asse-

heim. Die beiden Weinbauorte sind mit-

telalterliche Gründungen mit engen

verwinkelten Ortskernen. Zumindest 

für das Gebiet des von Fachwerkhäu-

sern geprägten Asselheim lassen sich 

auf die Mittelsteinzeit zurückgehende 

Siedlungsspuren feststellen, zur Zeit der 

römischen Expansion prof itierte der 

Ort von seiner Lage an römischen Han-

delsstraßen. Der runde Wehrturm der seit 1560 protestantischen Kirche St. Elisa-

beth und der noch gut erhaltene Rote Turm am Ortsausgang in Richtung Mertes-

heim zeugen von der vermutlich im 14. oder 15. Jh. entstandenen Befestigung. 

Der Turm der Martinskirche



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An der Deutschen Weinstraße 

Südlich des Grünstadter Zentrums liegt, bereits jenseits der Autobahn, Sausen-

heim am Fuße der Burg Neuleiningen. Ausgedehnte Neubaugebiete unterstreichen 

die Bedeutung als Wohnstandort. Wer den Weg in das versteckte Zentrum des tra-

ditionsreichen Weinbauorts f indet, wird mit rebenüberspannten Straßen und ge-

mütlichen Ecken belohnt. Für das im Vergleich zu Asselheim vielleicht etwas weni-

ger charmante Ortsbild entschädigen die Sausenheimer Winzer mit ihren auf Mu-

schelkalk gereiften, zum Teil hervorragenden Weinen. 



 

Service/Einkaufen 



Information

    Tourist-Information  Grün-



stadt, Altes Rathaus, Hauptstr. 84, ¢ 06359/

9297234, § 9297227, www.gruenstadt.de. Di–

Fr 10–16 Uhr, Mai bis Mitte Okt. auch Sa 10–

13 Uhr. 


Einkaufen

  Zait. Seit über zehn Jahren im-

portiert das Unternehmen hochwertige Oli-

venöle direkt von den Erzeugern. Nicht bil-

lig, aber seinen Preis wert. Mi/Fr 15–18 Uhr, 

Sa 10–13 Uhr. Bleichgraben 7, ¢ 06359/924670, 

www.zait.de. 

Weingut Schenk-Siebert. Der freundliche 

Familienbetrieb erzeugt sehr gute minerali-

sche Rieslinge und Rotweine aus dem 

Holzfass. Für die Weinprobe zu Hause ver-

kauft der mehrfach ausgezeichnete Betrieb 

auch Kartons mit bis zu zwölf verschiede-

nen Weinen. Mo–Fr 10–12 und 14–18 Uhr, 

Sa bis 16 Uhr. Sausenheim, Leininger 

Str. 16,  ¢ 06359/2159,  www.weingut-schenk-

siebert.de. 



Möbelhaus Huthmacher. Seit über 90 Jah-

ren beweist Huthmacher, dass man mit De-

signermöbeln auch in einer Kleinstadt Er-

folg haben kann. Die gestalterische Vielfalt 

wird auf 2000 m

2

 direkt in der Fußgängerzo-



ne präsentiert. Mo–Fr 9.30–19 Uhr, Sa bis 16 

Uhr. Hauptstr. 41–43, ¢ 06359/93740, www.

moebel-huthmacher.de. 

Buchhandlung Frank.  Breites, interessan-

tes Sortiment, auch viele Regionalia. Mo–Fr 

9–19 Uhr, Sa 9–16 Uhr. Bahnhofstr. 3, 

¢ 06359/807971, buecher-frank.shop-asp.de. 



Drahtesel – Der Radladen. Gut sortierter 

Fahrradladen mit Werkstatt, auch Verleih. 

Mo/Di/Do/Fr 9.30 18.30 Uhr, Mi/Sa bis 14 

Uhr. Kirchheimer Str. 50, ¢ 6359/81250, www.

drahtesel.com. 

 

Sport 


Tennis

  Park-Tennisclub Grünstadt. Zehn 

Sandplätze am Rande des nordwestlich der 

Innenstadt gelegenen Stadtparks. Stadt-

park 3, ¢ 06359/3559, www.ptcgruenstadt.de 

Wandern

  Vor allem der Stadtteil Assel-

heim bietet sich als Ausgangsort für Wan-

dertouren an. Beliebtes Ziel ist die Wein-



wanderhütte auf dem Goldberg (April bis 

Anfang Okt. Sa ab 14 Uhr, So ab 10 Uhr), die 

vom Parkplatz am Sportplatz in rund 15 

Gehminuten zu erreichen ist. Südlich von 

Grünstadt verläuft entlang des Eckbachs 

der  Mühlenwanderweg, auf dessen Route 

man rund 35 einstige Mühlen passiert. 

 

Übernachten/Essen und Trinken 



Übernachten

/

Essen & Trinken

  Das 

Übernachtungsangebot im Zentrum von 



Grünstadt beschränkt sich auf wenige Häu-

ser. In den Stadtteilen Asselheim und Sau-

senheim vermieten viele Winzer Zimmer 

und Wohnungen. 



**** Pfalzhotel. Das große Hotel mit 

Schwimmbad und Sauna bietet 125 Betten 

in neuen, stilistisch unterschiedlichen Zim-

mern. Außerhalb Asselheims betreibt der 

Hotelbesitzer eine Weinbergschnecken-

zucht. DZ ab 120 €. Asselheim, Holzweg 6–

8, ¢ 06359/80030, § 800399, www.pfalzhotel.de. 

Weingut Karlheinz Gaul. Hier haben die 

beiden Töchter die Regie übernommen, die 

moderne Optik ist so gelungen wie die 

prämierten Weine. Zwei Ferienwohnungen 

ab 46 €. Mo–Fr 8–12 und 13–18 Uhr, Sa 9–16 

Uhr. Sausenheim, Bärenbrunnenstr. 

15, 

¢ 06359/84569, § 87498, www.weingut-gaul.de. 



Grü

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Parkschenke. Einfache, preiswerte Gerich-

te. Bei schönem Wetter gemütlicher Bier-

garten direkt im Stadtpark. Tägl. ab 11 Uhr. 

Stadtpark 6, ¢ 06359/960303. 



Weinstube Metzger. Im Winter empfiehlt 

sich die gemütliche Stube, im Sommer und 

Herbst lockt der von vielen Topfpflanzen 

eingerahmte Innenhof. Gutbürgerliche, 

preiswerte Küche mit Pfälzer Einschlag. 

Auch rustikale Zimmer, DZ ab 78 €. Mi–Sa 

ab  17  Uhr,  So  11–14  Uhr.  Asselheim,  Lang-

gasse 34, ¢ 

06359/5335, www.weingut-

metzger.de. 



Jacko’s Cafe. Beliebter Treffpunkt für Alt 

und Jung zu allen Tageszeiten. Sehr zu em-

pfehlen sind der preiswerte Mittagstisch 

und die tolle Kuchenauswahl. Mo–Fr 9–20 

Uhr, Sa bis 18 Uhr. ¢ 06359/8726310, www.

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Sehenswertes 

Martinskirche und Dekanatsmuseum: Am südlichen Ende der Fußgängerzone be-

herrscht der Turm der in ihrer heutigen Form im frühen 18. Jh. entstandenen Mar-

tinskirche das Stadtbild. An gleicher Stelle wurde bereits 1121 eine Kirche errichtet. 

Teile des heutigen Gotteshauses lassen sich auf das frühe 16. Jh. zurückdatieren, 

eine Inschrift an der Ostwand gibt Hinweise auf eine in dieser Zeit entstandene 

gotische Kirche. Der untere Teil des Turms mit seiner weithin sichtbaren roten Uhr 

stammt aus dem Jahr 1736. So wirkt das Gotteshaus insgesamt ein wenig zusam-

mengewürfelt und will nicht so recht in eine ehemalige Residenzstadt passen, 

wenngleich sich in ihm die Grablege der Leininger Grafen bef indet. In der südli-

chen der beiden Grüfte, in der die Angehörigen der Altleininger Linie unterge-

bracht sind, steht auch der Sarg des Leininger Grafen Georg Hermann, der nach 

der Beschädigung der Martinskirche im Pfälzischen Erbfolgekrieg am 1. April 1727 

den Grundstein für ihren Wiederaufbau legte. 

In dem der Kirche angegliederten Dekanatsmuseum wurden Schätze und Erinne-

rungen aus der Kirchengeschichte der Leininger Grafschaft zusammengetragen. 

 

Gut sortiert: die Fußgängerzone von Grünstadt



116 

An der Deutschen Weinstraße 

Gut gesichert in einem Tresor lagert u. a. die älteste volle und ungeöffnete Weinfla-

sche der Pfalz, sie wurde 1760 abgefüllt und bei Renovierungsarbeiten der Kirche 

im nahe gelegenen Tiefenthal gefunden. Aus der Martinskirche selbst stammt eine 

in ihrer Art in der Region einzigartige Sanduhr aus dem Jahr 1730: Nach der Refor-

mation rückten die Predigten in den Mittelpunkt der Gottesdienste, weshalb sich 

die protestantischen Pfarrer scheinbar zunehmend Zeit ließen, um die Lehre Lu-

thers ausschweifend darzustellen, bis es diesem schließlich selbst zu viel wurde. 

„Lange predigen ist kein kunst, aber recht und wol predigen, lehren, hoc opus, hic 

labor est“, verkündete er 1530 in seiner Predigt zum dritten Adventssonntag in 

Wittenberg. Fortan wurden in immer mehr Kirchenordnungen Angaben über die 

maximale Länge der sonntäglichen Predigt gemacht und zu deren Überprüfung 

Sanduhren an den Kanzeln angebracht. 

Die Kirche ist im Sommer auch außerhalb der Gottesdienste zu folgenden Zeiten geöffnet: 

Do/Fr 14–17 Uhr, Sa 10–13 Uhr. Dekanatsmuseum nach Vereinbarung geöffnet, Eintritt frei. 

Kirchheimer Str. 2, ¢ 06359/2201. 

Die Leininger Burgendörfer 

Bevor sich die Leininger Grafen Grünstadt als Sitz ihrer herrschaftlichen 

Schlösser auserkoren, hatten sie von den oberhalb der Ebene weithin sicht-

baren Burgen Neu- und Altleiningen sowie Battenberg geherrscht. Um alle 

drei Burgen entstanden kleine Dörfer, in denen einst das Gesinde, höfische 

Beamte und Handwerker wohnten, die für das Leben auf den Burgen unent-

behrlich waren. 

Auf einem Vorberg des Pfälzerwalds liegt abseits des Durchgangsverkehrs das ver-

schlafene Battenberg. Im Mittelalter entstanden hier und auf der gegenüberliegen-

den Talseite die Burgen der Leininger Grafen. Die Battenberger Burg erlebte ihre 

Blütezeit wohl während des 14. Jh., schon im 16. Jh. wurde sie aber als „Alte Burg“ 

bezeichnet und im Pfälzischen Erbfolgekrieg schließlich zerstört. Kurz zuvor, am 

22. Mai 1693, soll Graf Friedrich Emich von Leiningen von hier aus den Brand des 

Das Burgdorf Neuleiningen  



 Die 

Leininger 

Burgendörfer 

117 


An der 

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uts

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en Weinstraße 



 

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S. 177 



 

Heidelberger Schlosses beobachtet haben, das in gut 50 km Entfernung auf der an-

deren Seite der Rheinebene von den Truppen des Sonnenkönigs in Brand gesetzt 

worden war. Der herrliche Blick über die Rheinebene und die schöne Burgschänke 

machen auch heute noch einen Besuch der nur teilweise zugänglichen Burgruine 

lohnenswert. 

In  Neuleiningen, das unterhalb der gleichnamigen Burg auf der nördlichen Seite 

des Eckbachtals gedrungen an den Hängen kauert, fühlt man sich wahrlich ins Mit-

telalter zurückversetzt. Enge Gassen und steile Treppenwege, Fachwerkfassaden 

und heimelige Erker prägen das Bild. Und über allem thront die mittelalterliche 

Burg mit der Pfarrkirche St. Nikolaus. Nach dem Bau der kastellartigen Wehranlage 

im 14. Jh. sicherte diese das Reich gen Norden. Im Gegensatz zu den meisten ande-

ren Leininger Burgen blieb Neuleiningen im Bauernkrieg von 1525 unversehrt. Der 

Sage nach versuchte die clevere Burggräf in Eva gar nicht erst, sich den aufständi-

schen Bauern zu widersetzen. Statt ihre Burg mit Waffengewalt zu verteidigen, öff-

nete sie großzügig die Tore und lud die Angreifer zu Speis und Trank. Nach vielen 

Schoppen Wein und mit gefüllten Bäuchen kehrten diese anschließend hochzufrie-

den in ihre Dörfer zurück. In den oberen Stockwerken des Südwestturms der Burg 

informiert heute ein kleines Heimatmuseum über die Leininger (zweiter und 

vierter So im Monat sowie feiertags 13–17 Uhr, weitere Öffnungstage unter www.

neuleiningen.de oder ¢ 06359/8001820, Eintritt frei). Ein paar Kilometer weiter 

westlich erhebt sich die stattliche Burg Altleiningen über dem steilen Eckbachtal. 

Der dazugehörige Ort liegt eng am nördlichen Hang des Tals. Verlassene und ver-

wahrlost  wirkende  Gebäude  zeugen  davon,  dass  das  Eckbachtal  an  dieser  Stelle 

schon bessere Zeiten gesehen hat. Vermutlich entstand die auf einem felsigen Aus-

läufer des Tauberbergs gelegene Stammburg der Leininger Anfang des 12. Jh. durch 

die Grafen Emich I. und Emich II. Nach der Zerstörung der Burg während des Bau-

ernkrieges erfolgte der Wiederaufbau als Renaissanceschloss, das jedoch nie fertig-

gestellt wurde. In den 1960er-Jahren wurde die teilweise als Steinbruch genutzte 

Anlage wiederbelebt. Was den Denkmalschützern ein Dorn im Auge ist, erfreut die 

Besucher der Burg: In den nüchtern errichteten Wohnflügeln ist eine der schönsten 

Jugendherbergen der Pfalz untergebracht, und der ursprünglich zur Befestigung der 

Anlage nach Westen hin errichtete Halsgraben beheimatet das Altleininger Freibad. 

Rund 2 km südlich der Burg Altleiningen liegt auf einer idyllischen Lichtung inmit-

ten von weitläuf igen Wäldern der kleine Weiler Höningen. Hier ließ Graf Emich II. 

um 1120 ein Kloster in Form eines Augustiner-Chorherrenstifts errichten. In den 

folgenden Jahrzehnten galt Höningen als religiöses und kulturelles Zentrum der 

Grafschaft; in der romanischen Abteikirche St. Jacob wurden lange Zeit die Gebeine 

der Grafen beigesetzt. Heute sind von der einstigen Klosteranlage und einer 1573 

an der gleichen Stelle errichteten Lateinschule nur noch wenige Reste erhalten. 



 

Service 


Die kleinen Gemeinden verfügen über kei-

ne eigenen Touristinformationen. Batten-

berg und Neuleiningen gehören zur Ver-

bandsgemeinde Grünstadt-Land (Tourist-

information im Haus der Deutschen Wein-

straße, Weinstr. 91b, 67278 Bockenheim, 

¢ 06359/8001820,  www.gruenstadt-land.de; 

Mo–Fr 8.30–12 Uhr, Mo–Mi auch 13.30–16 

Uhr, Do bis 18 Uhr, Mai bis Okt. zusätzlich 

Fr bis 15 Uhr und Sa 10–15 Uhr). Infos über 

Altleiningen und Höningen erteilt die Ver-



bandsgemeinde Hettenleidelheim (Haupt-

str. 


45, 67310 Hettenleidelheim, ¢ 

06351/


4050, www.vg-h.de; Mo–Fr 8.30–12 Uhr, Do 

auch 14–18 Uhr). 



Lein

Burge


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