Ignaz Zibermayr


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Oberösterreichisches Landesarchiv 
Ignaz Zibermayr 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Stiftsarchiv Mondsee 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Linz 1928 
 
 
 

 2 
Vorwort 
 
Sieht man von den Archiven der Landeshauptmannschaft und des Vizedomamtes ab, welche 
fast zur Gänze verschwunden sind (sie wurden wahrscheinlich um 1790 "skartiert")
1
, so 
haben die Archive der aufgehobenen Klöster die schwersten Verluste erlitten. Von den 
meisten Archiven dieser Klöster haben sich nur mehr Bruchstücke erhalten. Ein etwas 
günstigeres Schicksal hatten die Stiftsarchive von Spital a. P., Garsten, Gleink und Mondsee. 
Blieb bei Spital und Mondsee hauptsächlich der umfangreiche Aktenbestand erhalten, so sind 
bei Garsten und Gleink die noch erhaltenen Urkunden das Wertvollste, während die Akten bei 
diesen zum größten Teil nur Gerichtsangelegenheiten betreffen. 
 
Ein eigenartiges Schicksal hatte das Stiftsarchiv Mondsee. Von 1784 an wurde das Kloster 
administriert und erst unter Leopold, 1791, aufgehoben und dem Bischof zu Linz als 
Dotationsgut zugewiesen. Das Archiv war durch die Aufhebungskommission in Mondsee 
versiegelt worden. Nach Übernahme des Stiftes durch den Bischof stellte derselbe am 
26. Jänner 1792 an die o.ö. Landesregierung das Ersuchen, ihm die zur Verwaltung der Herr-
schaft notwendigen Akten aus dem Archive zu übergeben. Auf dieses Gesuch hin entsendete 
die Landesregierung zwei Beamte nach Mondsee mit dem Auftrage, über das gesamte Archiv 
ein Verzeichnis anzulegen und beauftragte den Kammerprokurator Franz Kollonitsch, die für 
die Verwaltung der Herrschaft notwendigen Akten auszuscheiden, die übrigen aber an die 
Registratur der Landesregierung abzuführen. Die Landesregierung hatte da vor allem die 
Prozessakten des Stiftes mit dem Erzbistum Salzburg über die Landesgrenzen im Auge, 
welche für das Land Oberösterreich von großem Werte waren. Die beiden Registraturs-
beamten verfassten das noch heute erhaltene Archivverzeichnis auf Grund der Faszikel 
Aufschriften (von Abt Bernhard Lidl herrührend). Bei jedem Faszikel ist angegeben, ob 
derselbe in Mondsee verblieb oder nach Linz abgeführt wurde. Am Schlusse des 
Verzeichnisses bestätigte der damalige Hofrichter Josef Wagner am 3. Juni 1792 die 
Übernahme der in Mondsee verbliebenen Archivalien.
2
 Die für die Landesregierung 
bestimmten Akten wurden gleichzeitig mit der Bibliothek in 35 Kisten und 22 Fässern 
verpackt und in drei Lieferunger nach Linz überführt. Der Transport war am 17. Juli 1792 
beendet und kostete 475 fl. Bei der Landesregierung wurde über die eingelangten Archivalien 
ein eigenes Verzeichnis ("Mondseeische Akten Beschreibung") angelegt, ebenso auch ein 
Katalog über die Bücher und Manuskripte.
3
 Von den letzteren wurden drei vom obenge-
nannten Kammerprokurator ausgewählt und bei den Archivalien in der Landesregierungs-
registratur hinterlegt. Bücher und Manuskripte wurden der neu errichteten Studienbibliothek 
in Linz übergeben.
4
 
 
In der erwähnten "Mondseeischen Akten Beschreibung", welche übrigens nicht vollständig 
ist, wie aus einem Vergleiche mit dem Archivverzeichnisse hervorgeht, finden sich einige 
Bemerkungen, dass gewisse Akten zur Skartierung geeignet seien. Interessant ist der 
Schlusssatz auf dem Verzeichnis der Bauernkriegsakten: ... "Zu Errichtung des Galgens und 
der Bühne, worauf die Köpfe abgeschlagen worden, wurden 61 Zimmerleute verwendet und 
so endigte sich das heillose Geschäft im Jahre 1663, worüber der ganze Akt in Stampf 
geeignet seyn dürfte. Et hoc in perpetuam rei memoriam". Es ist daher sehr wahrscheinlich, 
dass bald nach Übernahme der Akten durch die Regierung, ein Teil derselben der Ver-
nichtung zugeführt wurde. 
                                                 
1
 Landesregierungsarchiv, Publ. pol. 1842-66/10 
2
 Stiftsarchiv Mondsee, Akten Bd. 480a, Nr. 1 
3
 Regierungsarchiv, Eccl. 1792-17/1 u. Stiftsarchiv Mondsee, Akten Band 480a Nr. 2 
4
 Regierungsarchiv, Eccl. 1793-27/4 

 3 
Bis zum Jahre 1843 stoßt man in den Amtsakten der Landesregierung auf keine Nachrichten 
über Mondseer Archivalien. In diesem Jahre erhielt die o.ö. Landesregierung von der Wiener 
Hofkanzlei den Auftrag, ein Verzeichnis von wichtigen Aktenstücken aus früheren 
Jahrhunderten, die in das Haus-, Hof- und Staatsarchiv gehören, einzusenden.
5
 Der damalige 
Registraturs-Adjunkt Macher fand u. a. einen Faszikel mit Pergament Urkunden, die für ihn 
unleserlich waren. Er begab sich mit diesem am 2. November in das Museum Francisco 
Carolinum, wo der gerade zufällig anwesende Geschichtsschreiber Jodok Stülz sofort Urkun-
den aus dem ehem. Kloster Mondsee erkannte. Auf diesem Vorfall hin stellte das Verordne-
ten-Kollegium (über Veranlassung des Museums) an die Landesregierung das Ersuchen, die 
Durchforschung der Regierungs-Registratur durch zwei, mit der Entzifferung alter Schriften 
vertrauten Beamten zu gestatten. Die Regierung bewilligte dies und so erhielt der ständ. 
Registrant Georg Weishäupl und der Buchhaltungsakzessist Ferdinand Wirmsberger den 
Auftrag, Verzeichnisse über die in der Registratur vorgefundenen Urkunden und Archivalien 
anzulegen. Die beiden Beamten erledigten sich in kurzer Zeit ihrer Aufgabe und am 22. Juni 
1844 legte das ständ. Verordneten-Kollegium vier Verzeichnisse über die vorgefundenen 
Archivalien vor und bat, die bezeichneten Original Urkunden sowie den wertvollen Mondseer 
Traditions Kodex, welcher bei dieser Durchforschung der Registratur zum Vorschein 
gekommen war, dem Museum zur Abschriftnahme für das eben zur Herausgabe gelangende 
Urkundenbuch des Landes ob der Enns zu entlehnen. In diesem Berichte hoben die 
Verordneten besonders den Wert des Traditionsbuches hervor und baten, diese wichtige 
Geschichtsquelle dem Lande zu erhalten und nicht nach Wien abzugeben. Die Entlehnung der 
Urkunden und des Kodex wurde bewilligt und am 17. April 1845 stellte Jodok Stülz den 
letzteren nach vollzogener Abschriftnahme zurück.
6
 Noch vor Durchforschung der 
Registratur durch die Beauftragten des Museums hatte die Registratursleitung am 10. 
Dezember 1843 drei Verzeichnisse von Archivalien, worunter 13 Mondseer Urkunden waren
zur Auswahl für die Hofkanzlei vorgelegt. Diese wählte einige Archivstücke aus, darunter die 
13 Mondseer Urkunden, deren Abgabe an das Haus-, Hof- und Staatsarchiv verlangt wurde. 
Diese Stücke wurden auch, nachdem sie vorher noch für das Urkundenbuch von Stülz kopiert 
wurden, am 17. März 1844 an das Staatsarchiv abgegeben.
7
 
 
Aus den von Weishäupl und Wirmsberger angelegten Verzeichnissen geht hervor, dass an 
Mondseer Archivalien (Pergament-Urkunden und Akten waren vermengt) nur circa acht 
Faszikel vorhanden waren. Die Vernichtung der Mondseer Akten musste daher schon früher 
erfolgt sein. Auch J. Stülz schreibt am 26. Mai 1844 an das Verordneten-Kollegium, dass "das 
Resultat der Untersuchung unter der Erwartung geblieben ist und eigentlich nur bis zur 
traurigen Gewissheit geführt hat, dass der grösste Teil der Mondseer Urkunden unwider-
bringlich verloren sey". Im Weiteren hebt Stülz in diesem Briefe noch den großen Wert der 
Auffindung des Traditionsbuches hervor. Die beiden obengenannten Beamten erhielten für 
ihre Mühewaltung eine Remuneration von je 40 fl. seitens der Landesregierung.
8
 
 
In den folgenden Jahren scheint es in der Registratur der Landesregierung resp. der Statthalte-
rei an der nötigen Aufsicht gefehlt zu haben. Es ist nur einem glücklichen Zufalle zuzu-
schreiben, dass das wertvollste Stück des ehem. Klosterarchives, der Traditions Kodex, nicht 
endgültig verloren ging. Am 2. Februar 1853 teilte in einem Briefe der k.k. Archivar Dr. 
Andreas von Meiller der Direktion des Haus-, Hof- und Staatsarchives in Wien mit, dass 
wenige Wochen vor den letzten Tagen des Septembers 1952 "der uralte Codex traditionum 
des aufgehobenen ob der ennsischen Klosters Mondsee aus der Registratur der o.ö. 
                                                 
5
 Regierungsarchiv, Präs. 1844-23/7b und Publ. pol. 1844-66/25 
6
 Ständisches Archiv, Neue Registratur M I 12/7 
7
 Regierungsarchiv, Präs. 1844-23/7b und Publ. pol. 1844-66/25 
8
 Ständisches Archiv, Neue Registratur M I 12/7 

 4 
Statthalterei durch einen Diurnisten entwendet und nebst anderen Urkunden um den Werth 
des Pergamentes an einen Goldschläger zu Linz verkauft worden sei. Der Registrator, 
welchem diese Archivalien bei einer zufälligen Nachsuchung als abgängig auffielen, habe 
sich unverweilt an die Polizei gewandt, und durch deren erfolgreiche Bemühung dieses in 
historischer Beziehung in höchstem Grade merkwürdige Manuscript wieder zurück erlangt". 
Auf diesem Vorfalle hin wurden 72 Stück Mondseer Urkunden und das Traditionsbuch dem 
Haus-, Hof- und Staatsarchiv in Wien abgegeben, wo sich diese Stücke noch heute befinden.
9
 
 
Einige Jahre vorher, 1846, ersuchte die Herrschaftsverwaltung in Mondsee um Rückstellung 
verschiedener Akten des ehem. Klosters. Der diese Eingabe behandelnde Beamte konnte auf 
kurzem Wege von der Registratur über diese Akten keine Auskunft erhalten. Er erteilte daher 
der Registratursdirektion den schriftlichen Auftrag, binnen 6 Wochen die gewünschten Akten 
vorzulegen. Gleichzeitig stellte er an den Bischof in Linz und an das Hausruckkreisamt in 
Wels die Anfrage, ob bei ihnen Akten aus dem ehem. Stifte vorhanden seien. Der Bischof 
legte ein Verzeichnis einiger belangloser Aktenstücke über Mondsee vor, vom Hausruck-
kreisamt langte das Archiv-Verzeichnis vom 2. Juni 1792 samt Abschriften von Aktenstücken 
über den seinerzeitigen Transport des Archives von Mondsee nach Linz ein, welche Stücke es 
von der Herrschaftsverwaltung Mondsee erhalten hatte. Dieses Verzeichnis wurde der Regi-
stratur zur leichteren Auffindung der Mondseer Archivalien übergeben. Diese entsprach je-
doch nicht dem erhaltenen Auftrage, welcher in Vergessenheit geriet. Als 1862 der 
Registratursdirektor Moezl starb, fand man unter seinen hinterlassenen Schriften den erwähn-
ten Auftrag von 1846, das Archivverzeichnis von 1792 und einen Faszikel mit der Aufschrift 
"Mondseeische Akten-Beschreibung" (nicht datiert) vor. Diese letztere Aktenbeschreibung ist 
jene, welche 1792 nach Einlangen der Archivalien bei der Landesregierung in Linz angelegt 
wurde. Die Statthalterei frug nun beim Bezirksamte in Mondsee an, ob dasselbe noch auf die 
Rückstellung der 1846 verlangten Akten beharre und als dieses darauf verzichtete, wurde die 
ganze Angelegenheit ad acta gelegt.
10
 
 
Im Jahre 1869 richtete das Ministerium des Innern in Wien an alle Landesregierungen Anfra-
gen über die staatlichen Archivbestände. Die o.ö. Statthalterei berichtete, dass u. a. 9 Faszikel 
Akten und 6 Handsehriftenbände aus dem ehem. Kloster Mondsee im Statthaltereiarchive 
vorhanden seien.
11
 
 
Dieser Rest der Mondseer Archivalien wurde 1901 mit einem Teil der übrigen älteren Archi-
valien der Statthalterei dem Landesarchive übergeben. Durch Übernahme des Musealarchives 
kamen 135 Stück Urkunden und einige Schuberbände Akten, von denen jene über den 
Bauernkrieg 1596 und das Professbuch (Handschrift Bd. 2) hervorzuheben wären, in das 
Landesarchiv. Diese Urkunden und Akten stammen aus der Regierungsregistratur. Einige we-
nige Stücke hatte das Museum 1898 durch Kauf erworben. Auch die Gemeinde Mondsee 
verwahrte einige Faszikel Akten, welche aus dem ehem. Stifte herrührten. Diese wurden 1901 
dem Landesarchive übergeben. Der in Mondsee verbliebene Teil des Stiftsarchives, welcher 
aber auch vor Verlusten nicht verschont blieb, wurde von Fürstin Ignatia von Wrede im Jahre 
1905 dem Landesarchiv zur Verwahrung überlassen. Der Transport kostete 153 K 83 h. 
Weiters wurden vom Bezirksgerichte Bad Ischl 1925 die Briefprotokolle des Amtes St. Wolf-
gang, 15 Bände (1520-1779), übergeben und endlich wurden im Jahre 1926 im Tauschwege 
vom Landesregierungsarchive in Salzburg 21 Stück Pergament Urkunden erworben. Die Stu-
dienbibliothek spendete 1928 eine Urkunde und zwei Äbtesiegel. Es sind nunmehr alle 
erreichbaren Teile des ehem. Klosterarchives an einer Stelle vereinigt. Angegliedert wurden 
                                                 
9
 Amtsakten Zl. 90/1921, 120, 178/1923 
10
 Regierungsarchiv, Eccl. 1846 2/13 
11
 Statthalterei-Registratur 1869 15/1 

 5 
auch die 1920 vom Pfarramte Mondsee übergebenen Pfarrakten. In dem im Landesarchive 
verwahrten Archive des Landesgerichtes Linz befinden sich 164 Bände Briefprotokolle des 
ehem. Klosters (1560-1840). 
 
Das Stiftsarchiv bestand ursprünglich aus zwei Teilen, dem Stiftsarchive und dem Archive der 
ehem. kaiserlichen Herrschaft Wildenegg. Bei Antritt der Pachtung dieser Herrschaft im Jahre 
1632 durch das Kloster, welcher 1678 auch die käufliche Übernahme folgte, wurde das 
Herrschaftsarchiv in Gegenwart des Vizedoms von Oberösterreich durch den damaligen Abt 
Maurus übernommen. In den damals aufgenommenen Inventar sind die Akten jedoch nur 
summarische verzeichnet.
12
 Von 1678 an verschmolzen beide, bisher getrennt geführte Ver-
waltungen. 
 
Archivverzeichnisse oder Register aus der Zeit vor der Aufhebung haben sich keine erhalten. 
Die Akten über die Pfarreien wurden im Auftrage des Abtes Gerard von "P. Honorio a 
Khobalt, Professor ibid. und der zeit Canzley-Patre und Archiv-Inspectore" im Jahre 1724 
geordnet und kleine Register hierüber angelegt. Ein solches hat sich aber nur von der Pfarre 
Zell am Moos erhalten.
13
 Dass aber auch die übrigen Pfarrakten auf diese Weise verzeichnet 
waren, ersieht man aus den auf den Akten selbst von der Hand Khobalts angebrachten Signa-
turen. 
 
Zur Tausendjahrfeier im Jahre 1748 verfasst der damalige Abt Bernhard Lidl (1729-1773) das 
"Chronicon Lunaelacense". Diese Arbeit konnte er nur mit Hilfe eines geordneten Archives 
bewerkstelligen. Abt Bernhard führte die Ordnung auch durch. Leider ist der von ihm 
angelegte Archiv Katalog nicht mehr erhalten. Ein Ersatz ist das 1792 auf Grund der von der 
Hand Bernhards herrührenden Faszikel-Aufschriften hergestellte Archiv-Verzeichnis.
14
 Lidl 
teilte das ganze Archiv in 22 Abteilungen, die mit Buchstaben A-Z bezeichnet sind. Diese 
Abteilungen sind wiederum in Unterabteilungen mit römischen Ziffern und weiter in 
Faszikeln (mit arabischen Ziffern) geteilt. Die Original Urkunden waren von dem übrigen 
Materiale getrennt in zwei "Original-Kästen" verwahrt, aber ebenfalls nach den 22 
Abteilungen A-Z geordnet. Handsehriften und Akten waren vermengt. Ein Teil der 
Archivalien, welche nicht in den 22 Abteilungen eingereiht waren, lagen in Faszikeln 
geordnet in 2 Truhen (meist Untertanssachen) und außerdem waren die Abhandlungs-
protokolle und Waisenrechnungen in einem "Kasten III" aufbewahrt. Ebenfalls nicht aufge-
nommen in das Archivverzeichnis waren die Kriminalakten. Über diese liegt ein eigenes 
Repertorium vor, welches 445 Akten aus den Jahren 1561-1702 enthält.
15
 Leider sind im 
Archivverzeichnisse bei den Urkunden überhaupt keine Jahre, bei den Akten nur teilweise 
angegeben. Bei Aufnahme des Verzeichnisses im Jahre 1792 fehlten bereits die Akten der 
Abteilungen E I (Weingärten-Leibgedinge), H I-IX (Akten über die Pfarre Straßwalchen) und 
H VII Nr. 10 (Pfarrakten von Oberwang). Diese Fehlvermerke im Verzeichnisse sind auf 
Grund des "überkommenen Registerbuches", es ist wohl das Archiv-Repertorium von Abt 
Bernhard, konstatiert. Die Urkunden, Akten und Handschriften selbst tragen nur selten eine 
Signatur. Abt Bernhard hat im allgemeinen nur die Faszikeln mit Aufschriften versehen. 
 
Auf Grund des Archiv-Verzeichnisses von 1792 und der im gleichen oder nächstfolgenden 
Jahre in Linz angelegten "Mondseeischen Akten Beschreibung" über die bei der Regierungs-
Registratur hinterlegten Akten, lassen sich mit ziemlicher Genauigkeit die Verluste des Archi-
ves feststellen. Nach Lidl waren in den "Original-Kästen" 2379 Stück (Urkunden) vorhanden, 
                                                 
12
 Stiftsarchiv Mondsee, Akten Bd. 3 Nr. 17 
13
 Stiftsarchiv Mondsee, Akten Bd. 101 Nr. 4 
14
 Stiftsarchiv Mondsee, Akten Bd. 480a Nr. 1 
15
 Stiftsarchiv Mondsee, Akten Bd. 3 Nr. 20 

 6 
497 kamen nach Linz, die übrigen 1882 blieben in Mondsee zurück. Heute sind im 
Landesarchiv an Urkunden nur mehr 187 Stück erhalten. Mit dem von der Herrschaft 
Mondsee übernommenen Teil des Stiftsarchives kamen 30 Stück Urkunden, 21 stammen aus 
dem Regierungsarchive in Salzburg, 135 aus dem Musealarchive zu Linz und eine Urkunde 
von der Studienbibliothek Salzburg. Außerdem befinden sich, wie bereits oben erwähnt, im 
Haus-, Hof- und Staatsarchiv in Wien 85 Urkunden und der Traditions-Kodex. Auch im 
Reichsarchiv München befinden sich 59 Urkunden aus den Jahren 1278-1799. Der Verlust an 
Urkunden allein beträgt daher zirka 2000 Stück. An Akten Faszikel (worunter auch die 
Handschriften waren), zählt man nach dem Archivverzeichnis zirka 590. Davon kamen 97 
nach Linz u. zw. A II Privilegien, E II Weingärten, L III Landtage, T I, II Reformation, 
Bauernkrieg, dann Teile von Wahl- und Personalakten, Ständeangelegenheiten, Prälaten-
standsakten, Grenzprozesse mit Salzburg u. v.a. Im Jahre 1844 waren bei der Regierungsregi-
stratur nur mehr zirka 8 Faszikel vorhanden. Man kann daher ruhig sagen, dass zirka 80 
Faszikel bei der Landesregierung in Linz verloren gegangen sind. Dieser Verlust ist umso 
schmerzlicher, als gerade die für Landesgeschichte wertvollen Reformations- und Bauern-
kriegsakten verschwunden sind. Nur ein kleiner Teil davon hat sich im Musealarchive 
vorgefunden. Die Grenzprozessakten, die Akten über die Universität Salzburg, geistliche 
Stiftsbriefe, Ständesachen und sonstige lose Stücke haben sich erhalten. Aber auch der in 
Mondsee zurückgebliebene Teil des Archives blieb vor Verlusten nicht verschont. In diesem 
sind wie schon erwähnt alle Urkunden (bis auf 30) verschwunden. Im Aktenmaterial lassen 
sich die Abgänge nicht mehr genau feststellen, doch sind sie nicht sehr erheblich. Von den 
445 Kriminalakten, welche sämtlich in Mondsee zurückgeblieben waren, haben sich nur 55 
erhalten. 
 
Heute befinden sich noch bei der Herrschaftsverwaltung in Mondsee das älteste Urbar des 
Klosters vom Jahre 1416, ein Urbar der Herrschaft Wildenegg von 1435 und eine Fischerei-
ordnung von 1544.
16
 
 
Bei Übernahme des Archives durch das Landesarchiv waren nur ganz wenige Faszikel mit 
den Aufschriften von Lidl versehen. Der größte Teil lag kunterbunt durcheinander. Da die 
Akten selbst nur selten eine Signatur trugen und auch das Repertorium von Lidl fehlt, war 
eine Wiederherstellung der früheren Ordnung ausgeschlossen. Es musste daher das ganze 
Archiv neu geordnet werden. Diese Neuordnung wurde bereits vor dem Krieg begonnen, erlitt 
jedoch durch diesen eine Unterbrechung und wurde erst 1924 wieder aufgenommen. Im Laufe 
des Jahres 1926 waren die Ordnungsarbeiten selbst beendet. Es folgte die Nummerierung der 
Akten und Handschriften, Einschuberung, Reinschrift des Repertoriums und Verfassung des 
alphabetischen Nachschlageregisters. Die Regesten der Urkunden verfasste Landesarchivar 
Dr. Trinks, die Ordnungsarbeiten der Akten und Handschriften, Herstellung des Registers etc. 
wurden vom Sekretär J. Weber durchgeführt. 
 
Das Archiv umfasst 187 Urkunden (1306-1770), 485 Schuberbände Akten, 281 Bände Hand-
schriften und 9 Stück Pläne. Die Akten und Handschriften reichen von der 2. Hälfte des 15. 
bis zum Beginne des 19. Jahrhunderts. 
 
Linz, am 7. Mai 1928 
Ignaz Zibermayr 
                                                 
16
 Zibermayr, Die Archivalien des Stiftes Mondsee im o.ö. Landesarchive in Linz. Mitteilungen der dritten 
(Archiv-)Sektion der Zentralkommission VI. Bd. 1907 

 7 
 
 
Übersichtliches Verzeichnis der in den Schuberbänden enthaltenen Akten 
 Inhaltsübersicht 
 
 
 
I. 
Innere Verwaltung 
Bd. 1-30 
 
 
Freiheiten und Rechte 
Bd.1 Nr. 1-22 
  
Grenzen, 
Statistik 
Bd. 
1 Nr. 23 bis Bd. 2 Nr. 22 
 
 
Inventare 
Bd. 3 Nr. 1-16 
 
 
Archiv 
Bd. 3 Nr. 17-27 
 
 
Bibliothek 
Bd. 3 Nr. 28-32 
  
Personalien 
der 
Konventualen 
Bd. 4 Nr. 1 bis Bd. 26 Nr. 1 
 
 
Weltliches Personal 
Bd. 26 Nr. 2 bis Bd. 29 Nr. 20 
 
 
Landtage 
Bd. 30 Nr. 1-5 
 
 
Prälatenstand 
Bd. 30 Nr. 6-10 
 
 II. Kirchliche 
Angelegenheiten 
Bd. 
31-42 
 
 
Reformation und Gegenreformation, 
 
 
Bauernaufstände 
Bd. 31 Nr. 1 bis Bd. 33 Nr. 18 
 
 
Gottesdienst und Seelsorge 
Bd. 33 Nr. 19 bis Bd. 42 Nr. 20 
 
 
Stiftungen 
Bd. 42 Nr. 21-23 
 
 
III. 
Besitz des Klosters 
Bd. 43-62 
 
 
Lehenangelegenheiten 
Bd. 43 Nr. 1-13 
 
 
Herrschaft Wildenegg 
Bd. 44 Nr. 1 bis Bd. 51 Nr. 2 
 
 
Güter im Traungau 
Bd. 52 Nr. 1 bis Bd. 53 Nr. 1 
 
 
Güter in Niederösterreich 
Bd. 53 Nr. 2 bis Bd. 55 Nr. 1 
 
 
Güter in Bayern 
Bd. 55 Nr. 2 bis Bd. 59 Nr. 4 
 
 
Untertanentausch mit Salzburg 
Bd. 59 Nr. 5 bis Bd. 61 Nr. 2 
 
 
Schweighof zu Rabenschwand 
Bd. 61 Nr. 3 
 
 
Mühle und Hof im Moos 
Bd. 61 Nr. 4-16 
  
Weingärten 
in 
Niederösterreich 
Bd. 62 Nr. 1-4 
 
 
Häuser in Linz 
Bd. 61 Nr. 17-27 
 

 8 
 
 
Übersichtliches Verzeichnis der in den Schuberbänden enthaltenen Akten 
 Inhaltsübersicht 
 
 
 
IV. 
Pfarreien, Bruderschaften, Schulen 


Do'stlaringiz bilan baham:
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