Jubiläumsausgabe


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Mittwoch, den 7. November 2012



Jubiläumsausgabe

Bade- und Kurgäste früher oft Monate in einem 

Kurort zubrachten, waren nun Aufenthalte von 

drei bis fünf Wochen die Regel. 

Das Kurbad Preblau im oberen Lavanttal

Von der neuen Lust auf „Sommerfrische“ profi-

tierte auch Preblau im oberen Lavanttal, wo man 

ein seit dem Mittelalter bekanntes heilkräftiges 

Wasser nutzte und in den letzten Jahrzehnten 

des 19. Jahrhunderts ein modernes und durch-

Als an der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert 

das Eisenbahnzeitalter das Lavanttal erreichte 

und nach der Strecke Unterdrauburg-Wolfsberg 

am 10. Jänner 1900 auch der Streckenabschnitt 

Wolfsberg-Zeltweg in Betrieb ging, nahm neben 

dem Güterverkehr auf den Schienen auch der 

Personenverkehr ständig zu. Weil es für erho-

lungsuchende Städter, vor allem jene aus Wien, 

nun die recht bequeme und auch kostengünstige 

Möglichkeit gab, das Lavanttal auf dem Schie-

nenweg zu besuchen, schlug damals die Ge-

burtsstunde des heimischen Fremdenverkehrs. 

Während der Fremdenverkehr früher nur auf 

einen kleinen Kreis begüterter Personen be-

schränkt war, die für ihre Bildungsreisen, Kava-

lierstouren, Wallfahrten und Kur- und Badeauf-

enthalte erhebliche Mühen und Kosten auf sich 

nahmen, erlebte der Tourismus nun vor allem in 

Form der „Sommerfrische“ einen zuvor noch un-

geahnten Aufschwung.

Der Kur- und Bädertourismus boomt

Durch den Ausbau des Eisenbahnnetzes der 

österreichisch-ungarischen Monarchie boomte 

vor allem der Kur- und Bädertourismus. In der 

Steiermark und – diesem Beispiel hoffnungsvoll 

folgend – auch in Kärnten hatte man schon vor 

Jahrzehnten begonnen, die vorhandenen natür-

lichen Heilwasservorkommen zu Badeanstalten 

und Kurbädern auszubauen. Während vielen 

dieser frühen Versuche zunächst kein durch-

schlagender Erfolg beschieden war, änderte sich 

das mit dem Einzug des Eisenbahnzeitalters er-

heblich.

Wer etwas auf sich hielt und es sich leisten 

konnte, der zog sich – vor allem im Sommer – in 

ein Kurbad zurück, um dort etwas für seine Ge-

sundheit zu tun und gesellschaftliche Kontakte 

zu knüpfen und zu pflegen. Erholungsuchende 

Adelige, höhere Beamte und Geschäftsleute ent-

deckten nun auch die eher verborgenen Kurorte 

und Heilbäder Kärntens und reisten mit der Fa-

milie und einem oder zwei Dienstmädchen an.  

Die verhältnismäßig günstigen Reisekosten und 

die raschen Anfahrtszeiten bewirkten freilich 

auch eine Verkürzung der Aufenthalte. Während 

Die Lust auf „Sommerfrische“

entdeckt das Lavanttal

Die vielfältigen Bemühungen, die heute im Bezirk Wolfsberg zur Stärkung des Gesundheitstourismus unternommen 

werden, haben ihre Vorläufer in der Vergangenheit. Am Anfang des Lavanttaler Fremdenverkehrsgeschehens stand 

das Kurbad Preblau im oberen Lavanttal, dem bald Kurbäder in Bad St. Leonhard und Bad Weissenbach folgten. 

Heute sind moderne Kur- und Gesundheitszentren wichtige Wirtschaftsfaktoren der Region.

Von Werner M. Thelian

Als das obere Lavanttal 

ab 1900 per Eisenbahn 

erreichbar war, entstan-

den im Kurort Preblau 

neben der eigentlichen 

Kuranstalt auch Häuser 

mit Unterkünften und 

Gemeinschaftsräumen 

für die Gäste.

Oben: Das sogenann-

te „Schweizerhaus“ 

(1908).

Links: Die Kurgäste 



nutzten auch die aus-

gedehnten Parkanlagen 

für erholsame Spazier-

gänge (um 1912).

aus nobel zu nennendes Kurzentrum gebaut 

hatte.


Der „Preblauer Sauerbrunn“ war schon im 

Mittelalter bekannt und geschätzt. Das heilkräf-

tige „saure Wasser“, das über einen natürlichen 

Gehalt an Kohlensäure verfügt, wurde bereits 

im 13. Jahrhundert in tönernen Krügen bis nach 

Bamberg verschickt. An der bischöflichen Tafel 

war der „Preblauer“ bald sehr beliebt. Weil die 

Gäste des Bischofs bemerkten, dass der Preb-

lauer-Genuss günstige Auswirkungen auf den 

Verlauf bestimmter Krankheiten hatte, erlebte 

das Preblauer Wasser rasch einen ungeheuren 

Aufschwung und wurde auch in die großen deut-

schen Handelsstädte Augsburg und Würzburg 

verschickt.

Zwischen 1538 und 1540 soll der berühmte 

Arzt und Naturforscher Paracelsus den Säuerling 

einer genaueren Untersuchung unterzogen ha-

ben und empfahl ihn in seinen Kärntner Schrif-

ten als „mit trefflichen arzneiischen Kräften 

begabet“. Um die Mitte des 17. Jahrhunderts ver-

schrieb der Klagenfurter Stadtmedikus Dr. Frei-

singer-Mistuzzi seinen Patienten „Curen in Ver-

bindung mit dem Preblauer Wasser“ und erzielte 

damit beträchtliche Erfolge. Durch das Wirken 

des angesehenen Arztes angeregt, erwarben 

die Kärntner Landstände den Preblauer „Sauer-

brunn“ und errichteten ein erstes Badehaus für 

adelige Gäste, das 1674 als „Sauerbrunnschloss“ 

eröffnet wurde. 

Die erste auf naturwissenschaftlichen Grund-

lagen beruhende Analyse des Preblauer Wassers 

nahm der Wiener Arzt und Botaniker Dr. Hein-

rich Johann von Crantz vor. Durch seine Exper-

tise beflügelt, fand der Preblauer fortan auch 

am Kaiserhof in Wien begeisterte Abnehmer. 

Jahrzehnte später forderte Kaiser Franz I. die 

Kärntner Landstände ausdrücklich dazu auf, den 

Kurbetrieb in Preblau zu forcieren. 1813 begann 

man mit der Errichtung einer Kuranstalt, die sich 

jedoch nicht erwartungsgemäß entwickelte, so 

Die „Brunnenversendung“ in Preblau anno dazumal. Von hier aus wurden schon 1871 über 100.000 Flaschen Preblauer in alle Teile der Monar-

chie verschickt. Heute ist der kleine Ort in 828 m Seehöhe Firmensitz und Produktionsstätte der Preblauer Heil- und Mineralwasser GmbH. 

Im frühen 20. Jahrhundert, als diese Aufnahme vor einem Gästehaus entstand, entwickelte 

sich die Kuranstalt Preblau zum beliebten Urlaubsort der „besseren Gesellschaft“.





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