Nde Juni im Bergsteiger dorf Steinbach am Attersee


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nde Juni im Bergsteiger-

dorf Steinbach am Attersee: 

Mahlers 3. Symphonie legt sich 

über die frisch gemähte Wiese. 

Die Musik ertönt aus dem offe-

nen Führerhaus eines Traktors, 

was bei einem vorbeispazie-

renden Ehepaar augenschein-

lich Verwunderung auslöst. 

Dabei sind es wahrlich Stein-

bacher Klänge: Gustav Mahler 

verbrachte drei Jahre lang sei-

ne Sommerfrische in Steinbach 

und verarbeitete die Atmosphä-

re dieser Landschaft in seiner 

weltberühmten Symphonie. 

Seinem Freund Bruno Walter 

soll Mahler bei einem Spazier-

gang am Fuße des Höllengebir-

ges erklärt haben: „Sie brauchen 

gar nicht mehr hinzusehen, das 

habe ich alles schon weg kom-

poniert.“ Der Traktor des Hasel-

bauern wendet und tuckert über 

einen Feldweg davon.

Im Rhythmus meiner Schrit-

te klingt die Musik in mir nach. 

Das frühsommerliche Schön-

wetter treibt mich auf den Berg 

und ich habe beschlossen, über 

den Brennerriesensteig auf das 

Höllengebirge zu wandern, 

um der Brennerin (1.602 m) 

einen Besuch abzustatten. Der 

Weg führt von der ehemaligen 

Schiffsanlegestelle im Ortsteil 

Forstamt bald in den angenehm 

kühlen Wald. Tonnenschwere 

Kalkblöcke liegen moosbe-

wachsen zwischen den Bäu-

men. In meiner Kindheit war 

dies der „Zwergerlwald“, das 

Reich der Zwerge und Feen, die 

sich in den vielen Felsklüften 

und Baumwurzeln versteckten. 

Gebietskundigen Lesern wird 

dieses Gebiet jedoch eher un-

ter dem Namen „Bouldergebiet 

Attersee“ bekannt sein. Tat-

sächlich: Unter einem überhän-

genden Block sitzt eine Grup-

pe junger Kletterer, die gera-

de ihren Kameraden anfeuern:  

„Ziiieeehhh!“ Fast spielerisch 

erwischt er den letzten Griff 

und bekommt dafür anerken-

nende Zurufe. Sonnenstrahlen 

spielen im Buchenlaub und der 

weiche Waldboden lädt ein, 

sich niederzulassen. Im Hin-

tergrund funkelt der See. Es ist 

schon verständlich, dass sich 

dieses Bouldergebiet wachsen-

der Beliebtheit erfreut.

Meisterhaft angelegt: 

der Brennerriesensteig

Mein Ziel liegt heute al-

lerdings höher oben und ei-

ne Viertelstunde später habe 

ich die Felswand erreicht. Die 

100


 |

BERG

AUF


 

02-2012


Steinbach am Attersee  

Wo dem Gebirge ein See zu Füßen liegt

Steinbach am Attersee ist ein Ort der Inspiration. Die schroffen Felswände des Höllengebirges kon-

trastieren mit dem Smaragdgrün des Sees. An den sanften Westhängen zwischen See und Berg 

liegt Steinbach, ein Ort, der mit großen Namen der österreichischen Kulturszene eng verbunden 

ist: Gustav Klimt, Friedrich Gulda, Gustav Mahler und Heimito von Doderer verarbeiteten Eindrücke 

dieser Landschaft in ihren Werken.  

Dr. Gudrun Wallentin, Salzburg

Touren | 

Oberösterreich


erste Steilstufe ist Respekt ein-

flößend, kann aber mit Hilfe 

einer Eisenleiter ohne Schwie-

rigkeiten überwunden wer-

den. Nun zieht der Weg elegant 

durch die Felswand nach oben. 

Was von unten schier unmög-

lich erscheint, stellt sich bei 

näherer Betrachtung als völlig 

problemlos heraus: Vor etwa 

hundert Jahren wurde dieser 

Weg durch die „Brennerriese“ 

meisterhaft angelegt. Der gut 

gewartete Weg führt in vielen 

Serpentinen und stetiger Stei-

gung hinauf. Über einige aus-

gesetztere Stellen helfen Draht-

seilversicherungen. Die Aus-

blicke sind einzigartig und mit 

jedem Höhenmeter weitet sich 

der Horizont. Nun ist auch der 

Mondsee schon zu sehen. Nach 

insgesamt etwa drei Stunden 

stehe ich auf der kargen Alm-

wiese der aufgelassenen Bren-

nerinalm und wenige Minuten 

später beim Gipfelkreuz der 

Brennerin.



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Das  Bergsteigerdorf  Steinbach  am  Attersee  liegt  eingebettet  zwischen  dem  Attersee  und  dem  Höllengebirge.                 

Fotos: J. Resch

Oberösterreich

 | Touren


Über das  

„echte Bergsteigen“

Die Gipfelrast nutze ich, um 

den Blick und die Gedanken 

schweifen zu lassen: Ich sehe 

die weite Ebene des Alpenvor-

landes und den recht abrupten 

Beginn der Nördlichen Kalkal-

pen: Drachenwand, Schafberg 

bis hin zum Salzburger Unters-

berg. Dazwischen eingebettet 

sind die Salzkammergutseen, 

Überreste mächtiger eiszeit-

licher Gletscherzungen. Eine 

Frage beschäftigt mich: „Wa-

rum ist Steinbach am Attersee 

ein Bergsteigerdorf, hier kann 

man doch gar nicht richtig Berg-

steigen?“ Mehr als einmal wur-

de mir diese Frage gestellt, und 

ich bin immer wieder erstaunt, 

wie wenig das Höllengebirge 

unter Bergsteigern bekannt ist. 

Wer es genau wissen will, dem 

seien die klassischen Routen im 

V. Schwierigkeitsgrad empfoh-

len, die ohne Bohrhaken durch 

oft brüchiges Gestein führen. 

Das waren wohl unbestritten 

„richtige Bergsteiger“, die bei-

spielsweise die Route durch 

die Eiblgupf-Nordostwand 

mit schweren Bergschuhen 

(„G’nagelten“) und Hanfseil 

eröffnet haben. Nun gut, diese 

alpinen Klassiker entsprechen 

nicht mehr dem Sicherheitsden-

ken, das heute glücklicherweise 

auch im Bergsport Eingang ge-

funden hat. Umso beliebter ist 

der Klettergarten „Adlerspit-

ze“, der eine Vielzahl an gut sa-

nierten Kletterrouten in allen 

Schwierigkeitsgraden bietet und 

in der einschlägigen Führerlite-

Touren | Oberösterreich



BERG

AUF


 

04-2011


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102


Österreichs Wanderdörfer

Die Wahl zum schönsten gütesiegelzertifizierten Wanderweg 2012

„DIE MAGIE DES GEHENS“ SPÜREN.

Dieses Versprechen geben Österreichs Wanderdörfer als Urlaubsspezialist der Österreich Werbung. 40 ausgewählte österreichische Wanderregionen haben es sich 

zum Ziel gesetzt, Wandererlebnisse in der Alpenrepublik komfortabel aufzubereiten um damit ein ungestörtes und magisches Naturerleben zu ermöglichen.

Dazu braucht es Kompetenz in allen wanderrelevanten Bereichen, insbesondere den Wegen. Wandertouren, die sich durch eine besonders hohe Qualität auszeichnen, 

tragen das Zertifikat des Österreichischen Wandergütesiegels.

Drei dieser prämierten Wanderrouten sind für den schönsten gütesiegelzertifizierten Wanderweg in Österreichs Wanderdörfer 2012 nominiert. Gemeinsam mit  

Kornland, der Österreich Werbung und dem Oesterreichischen Alpenverein werden die Wege begangen und der schönste gekürt. Das Ergebnis stellen wir Ihnen im 

September im Bergauf vor!

DIE NOMINIERUNGEN: 

KÖNIGSETAPPE (RAMSAU AM DACHSTEIN, STEIERMARK)

Prachtvolle Berge, wildes Wasser, 14,2 km Länge, 1470 Höhenmeter, 25.000

Schritte, 4 Juwele! Die Königsetappe von Ramsau am Dachstein entführt in die

wildromantische Landschaft „Am Stein“ und zu wilden Wassern.

WILDE WASSER (SCHLADMING-ROHRMOOS, STEIERMARK)

Von Schladming bis nach Rohrmoos zieht sich einer der abenteuerlichsten

Wanderwege der Welt – Wasser – von ruhig glitzernd kristallklar bis tosend

schäumend in freiem Fall – und man ist mittendrin!

KÖNIGSWEG (HÖCHKÖNIG, SALZBURG)

Von Maria Alm, über idyllische Almen und Berghütten mit regionalen Köstlich-

keiten durch das sagenhaftes Wandergebiet – nach Dienten und Mühlbach und 

nach insgesamt 5 Gipfelüberschreitungen wieder retour nach Maria Alm.

www.wanderdoerfer.at

links:


Sonnenuntergang von der Bren-

nerin aus gesehen. 

rechts:

Griesalm.



Foto: P. Wallentin

Bergfrühling in Ramsau am Dachstein.

Foto: TVB Ramsau am Dachstein



ratur zu Recht mit der Beschrei-

bung „landschaftlich reizvoll“ 

versehen ist. 

… und echte Wander-

freuden

Neben diesen doch eher ex-



tremen Touren lädt das weit 

verzweigte Wegenetz im Höl-

lengebirge zu ausgiebigen Berg-

wanderungen vom Attersee bis 

hinüber zum Traunsee ein. Mit 

einem Feldstecher könnte ich 

von meinem Aussichtsplatz den 

vermutlich regen Betrieb auf der 

Terrasse des Hochleckenhauses 

beobachten. Wie gut nach dem 

schweißtreibenden Aufstieg 

das wohlverdiente Bier auf der 

Sonnenbank schmeckt, ist un-

schwer auszumalen. Immer 

wieder finden sich unter den 

Hüttengäs ten auch kleine Nach-

wuchsalpinisten, die sich mit or-

dentlichem Hunger über ihren 

Kaiserschmarren hermachen. 

Ein konditionell weit weniger 

anspruchsvoller Familienausflug 

führt zum Nixenfall. Der Weg zu 

diesem sehenswerten Wasserfall 

ist anfänglich entlang des Wei-

ßenbachs angelegt, der mit sei-

nen Schotterbänken wunderbare 

Spielmöglichkeiten bietet: eine 

jener Wanderungen, bei denen 

die Eltern nicht ständig mit der 

Frage „Wie weit ist es denn noch 

– sind wir bald da?“ gequält wer-

den. Das Bergsteigerdorf Stein-

bach ist eben in erster Linie auch 

ein Wanderparadies.  

Ein Geheimtipp

Mehr als tausend Höhenmeter 

unter mir kreuzen Segelboote 

über den See. Die Vorstellung, 

in das erfrischend kühle Nass zu 

springen, ist so verführerisch, 

dass ich meine Gedanken un-

terbreche und meinen Rucksack 

packe, um mich auf den Rück-

weg zu machen. Als ich dann 

unten angekommen endlich 

das verschwitzte Berggewand 

gegen den Badeanzug tausche, 

steht die Sonne schon flach 

über dem Wasser. Das Abend-

rot taucht das Gebirge in ein 

sattes, dunkles Orange. Dieses 

unglaubliche Farbenspiel dauert 

nur wenige Minuten und ist der 

krönende Abschluss eines aus-

gefüllten Bergtages. 

Mein Fazit: Steinbach am At-

tersee ist ein wahrlich inspirie-

render Ort mit dem ganz gewis-

sen „Etwas“. Als Badeort be-

kannt und als Bergsteigerdorf 

wohl ganz oben auf der Liste der 

Geheimtipps einzureihen.        

n

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