Skr ipt zur Kr ist


Optisch einachsige Minerale


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Optisch einachsige Minerale
34
mung unter hohen Belastungsdrücken der tieferen Erdkruste (insbesondere in Granuliten) entstehen
 
die ausgelängten Scheiben- und Diskenquarze (siehe Abbildung);
Myrmekit  ist eine Verwachsung von schnurförmigen
 
Quarzen mit einem albitreichen Plagioklaseinkristall,
 
meist an der Grenze zu Kalifeldspäten, wobei benach-
barte Schnüre von Quarz dieselbe Gitterorientierung
 
aufweisen; dabei scheint es sich um eine Verdrän-
gungsreaktion des Kalifeldspats zu handeln; Myrme-
kitbildung ist häufig in (deformierten) Graniten und
 
in Gneisen zu beobachten;
schriftgranitische oder granophyrische  Gefüge werden
 
durch orientierte (Schriftgranit) bzw. unregelmäßige
 
(Granophyr) Verwachsungen von Quarz und Feldspä-
ten nahe dem ternären Temperaturminimum im
 
System Qtz – Kfs – Pl erzeugt;
Trübungen von Quarz werden durch Ansammlungen
 
von Fluideinschlüssen hervorgerufen (z.B. im Milch-
quarz);
Vorkommen: 
außerordentlich häufiges Mineral in Gesteinen der
 
kontinentalen Erdkruste: detritische Sedimente und
 
sich daraus ableitende Metamorphite; in allen SiO
2
-
übersättigten Magmatiten; Chalcedon ist typische
 
Kluft- und Hohlraumfüllung;
Paragenese:
nie zusammen mit Foiden; 
Tridymit
Brechungsindex: 
n
α
 1.469 – 1.479, n
β
 1.470
 – 1.479, n
γ
 1.473 – 1.483
⇒ zweiachsig  mit Δ = 0.004
Hauptzone:
(–)
Achsenwinkel:
2V
γ
 = 40 – 90°
Farbe: 
farblos
Spaltbarkeit: 
schlechte prismatische Spaltbarkeit
straff eingeregelte Dis-
kenquarze in einem
 
G r a n u l i t   a u s   d e m
 
Sächsischen Granulit-
gebirge; gekreuzte Po-
larisatoren; Bildaus-
schnitt ca. 1.5 mm
 
quer.
Myrmekit (Zentrum) am Rand eines Alka-
lifeldspats in einem Zweiglimmergranit;
Bildausschnitt ca. 1.75 mm quer
Z c
001
100
Morphologie von
Hochtridymit

SiO2-Minerale
35
Verzwillingung:
häufig nach {110}
Ausbildung: 
dünntafelig bis blättrig; in Hohlräumen meist als Aggregate sechsseitiger Blättchen; auch
 
xenomorph;
Unterscheidung: 
sehr niedriges (negatives) Relief; Analcim und Leucit haben meist anomale Felderteilung; Sodalith ist
 
isotrop; Zeolithe sind höher licht- und doppelbrechend; Nephelin ist höher lichtbrechend und ist
 
einachsig 
; Cristobalit ist ebenfalls einachsig ; Fluorit zeigt gute Spaltbarkeit
Vorkommen: 
selten und leicht übersehbar; fast ausschließlich auf Klüften und in Poren saurer bis intermediärer
 
Vulkanite
Paragenese:
Glas, Cristobalit
Cristobalit
Brechungsindex: 
n
e
 1.484, n
o
 1.487
 ⇒ einachsig  mit Δ = 0.003
Farbe: 
farblos
Spaltbarkeit: 
keine
Verzwillingung:
nach {111}
Ausbildung: 
tafelig bis würfelig; in Hohlräumen von Vulkaniten häufig in rundlichen Aggregaten; faserig oder
 
nadelig als Bestandteil von Entglasungssphärolithen
Unterscheidung: 
Tridymit ist zweiachsig 
; Chalcedon hat höhere Lichtbrechung, Quarz ist einachsig  und höher
 
lichtbrechend
Vorkommen:
selten, fast ausschließlich auf Klüften und in Poren von sauren bis intermediären Vulkaniten sowie
 
als Entglasungsprodukt; kontaktmetamorph in der Sanidinitfazies;
Paragenese:
Glas, Tridymit, Alkalifeldspäte
Coesit
Brechungsindex:
n
α
 1.590 – 1.594, n
γ
 1.597 – 1.604 
⇒ zweiachsig  mit Δ = 0.009
Farbe:
farblos
Unterscheidung:
hohes Relief bei niedriger Doppelbrechung; als Einschlüsse in Granat, Omphacit oder Zirkon meist
 
nur reliktisch vorhanden und großenteils in Quarz umgewandelt, der in den Granaten Sprengrisse
 
erzeugt hat (Dichte von Coesit ist 2.92 gegenüber 2.65 von Quarz!)
Von Sprengrissen um-
gebener Einschluß in
 
Pyrop. Der Einschluß
 
besteht aus Quarz mit
 
Resten von Coesit. Py-
r o p q u a r z i t   a u s   d e r
 
Dora Maira nahe Marti-
niana Po (italienische
 
Alpen); Querschnitt
 
des Einschlusses ca. 0.4
 
m m   i n   d e r   g r ö ß t e n
 
Ausdehnung.
Grt
Qtz
Coe

Optisch einachsige Minerale
36
Vorkommen:
sehr selten; als winzige Körner in SiO
2
-übersättigten Gesteinen, die Schockmetamorphose erlitten
 
haben (nur röntgenographisch identifizierbar); als Einschlüsse in Granaten, in Omphacit und in
 
Sanidin in Xenolithen aus Kimberliten und in einigen anderen Ultrahochdruckgesteinen (Eklogit,
 
metasedimentäre Blauschiefer, „Weißschiefer“, z.B. in des Westalpen, in Norwegen, in Kasachstan,
 
in China)
Einschluß von Coesit in Pyrop aus einem Pyropquarzit der Dora Maira nahe Martiniana Po (italienische Alpen), links
im Hellfeld, rechts unter gekreuzten Polarisatoren. Der Coesit ist von Quarz umgeben („Palisadenquarz“), der ein
deutlich niedrigeres Relief hat. Durch die teilweise Umwandlung von Coesit in Quarz infolge Druckentlastung sind
wohl die zahlreichen Risse im Granat entstanden (vergleiche auch mit der vorigen Abbildung); Größe des Coesits
ca. 0.8 mm in der größten Erstreckung.
Grt
Qtz
Coe

Skapolith (Na,Ca,K)4[Al3(Al,Si)3Si6O24](Cl,CO3,SO4)
37
Skapolith (Na,Ca,K)
4
[Al
3
(Al,Si)
3
Si
6
O
24
](Cl,CO
3
,SO
4
)
Endglieder:
Marialith Na
4
(Al
3
Si
9
O
24
)Cl, Mejonit Ca
4
(Al
6
Si
6
O
24
)CO
3
Zusammensetzung:  man kann sich die Skapolithe zusammengesetzt denken aus 3 Formeleinheiten Feldspat und 1 For-
meleinheit Chlorid, Sulfat, Karbonat oder Hydroxid von Na, Ca, K
Kristallsystem: 
tetragonal, Kristallklasse 4/m
Brechungsindex: 
Marialith n
e
 1.531 – 1.541, n
o
 1.539 – 1.550; Mejonit n
e
 1.556 – 1.564,
 
n
o
 1.590 – 1.600
 ⇒ einachsig  mit Δ = 0.004 – 0.005 [Marialith] bzw.
 
0.034 – 0.038 [Mejonit]
Hauptzone:
(–)
Farbe: 
farblos, häufig durch Einschlüsse getrübt: weiß, blaugrau
Spaltbarkeit: 
gut nach {100}, deutlich nach {110}
Verzwillingung:
keine
Ausbildung: 
körnig, säulig bis stengelig
Unterscheidung: 
Quarz ist optisch 
; meist höhere Doppelbrechung als Quarz oder
 
Feldspat, denen die Skapolithe unter nicht gekreuzten Polarisatoren ähneln;
 
Feldspäte sind meist verzwillingt und löschen schief aus; Cordierit, Andalu-
sit und Wollastonit sind optisch zweiachsig;
Besonderheiten:
gelegentlich reich an Einschlüssen von Quarz,  Calcit, Feldspat (poikilo-
blastischer Skapolith)
111
100
110
X c
Skapolith
links: Skapolith (farblose rundliche Körner) neben Diopsid (rundliche Körner, hohes Relief, grünlich) und
Calcit (große beige Körner mit typischer Spaltbarkeit) in einem Marmor aus Österreich; Hellfeld; Bildaus-
schnitt ca. 2.5 mm hoch;
rechts: Skapolith (praktisch der gesamte Schliff) aus einem Skapolithfels unter gekreuzten Polarisatoren; die
etwas unregelmäßige Farbverteilung ist recht typisch; Bildausschnitt ca. 3.3 mm hoch

Optisch einachsige Minerale
38
Vorkommen: 
wird durch Umwandlung von Feldspäten (oder anstatt von Feldspäten) durch fluide Phasen in Meta-
morphiten gebildet; kommt in Marmoren und Amphiboliten sowie Granuliten vor und besonders
 
häufig in Skarnen; bekannt aus kontaktmetamorphen Auswürflingen des Laacher See-Gebietes; sel-
ten in Graniten und Nephelinsyeniten;
Paragenese:
Vesuvian, Diopsid, Granat, Calcit, Wollastonit; neben Pyroxenen, Amphibolen, Phlogopit; in den
 
Laacher See-Auswürflingen neben Anorthit, Nephelin, Wollastonit
Turmalin (Na,Ca)(Mg,Fe,Mn,Li,Al)
3
(Al,Mg,Fe
III
)

(Si
6
O
18
)(BO
3
)
3
 
(O,OH)
3
(OH,F)
Zusammensetzung:  Mischkristallreihe mit den wichtigsten Gliedern
Dravit NaMg
3
Al
6
(Si
6
O
18
)(BO
3
)
3
(OH,F)
4
Schörl Na(Fe,Mn)
3
Al
6
(Si
6
O
18
)(BO
3
)
3
(OH,F)
4
Elbait Na(Li,Al)
3
Al
6
(Si
6
O
18
)(BO
3
)
3
(OH,F)
4
Kristallsystem: 
trigonal, Kristallklasse 3m
Brechungsindex: 
Dravit: n
e
 1.612 – 1.632, n
o
 1.634 – 1.661 
⇒ einachsig  mit Δ = 0.021 – 0.029;
Schörl: n
e
 1.635 – 1.650, n
o
 1.660 – 1.671 
⇒ einachsig  mit Δ = 0.025 – 0.035;
Elbait: n
e
 1.615 – 1.630, n
o
 1.633 – 1.611 
⇒ einachsig  mit Δ = 0.017 – 0.021
Hauptzone:
(–)
Achsenwinkel:
als Folge von Streßbeanspruchung gelegentlich anomal zweiachsig mit 2V
α
 
≈ 5°
Farbe: 
olivgrün (Schörl), blau (Schörl, Dravit), gelb (Dravit), fast farblos (Elbait);
Turmaline zeigen ausgeprägten Pleochroismus, wobei die Absorption für den ordentlichen Strahl
 
stets stärker ist als für den außerordentlichen, d.h. kräftige Farben 
Ќ c und schwache Farben ʈ c;
101
100
021
110
001
021
201

221

101
001
011

111

X c
Turmalin
zwei große Kristalle
 
von gelblichem Dra-
vit, an die randlich
 
blaugrüner Schörl
 
anwächst;  Granit
 
aus England; Breite
 
des Bildes ca. 3.3
 
mm

Vesuvian [Idokras] Ca10(Mg,Fe)2(Al,Fe)4(SiO4)5(Si2O7)2(O,OH,F)4
39
Spaltbarkeit: 
keine
Verzwillingung:
selten nach {101}
Ausbildung: 
prismatische Kristalle (kurzsäulig, stengelig, nadelig) mit dreieckigem Querschnitt und oft geboge-
nen Oberflächen; meist idiomorph; oft zoniert (besonders gut im Querschnitt zu erkennen); auch in
 
büschelförmigen radialstrahligen Aggregaten („Turmalinsonnen“)
Unterscheidung: 
starker Pleochroismus, der im Gegensatz zu dem anderer gesteinsbildender pleochroitischer Mine-
rale (Biotit, Hornblende) sein Absorptionsmaximum 
Ќ zur Längserstreckung des Kristalls zeigt;
 
keine Spaltbarkeit; Korund ist höher lichtbrechend; Andalusit und Staurolith sind optisch zweiach-
sig und haben geringere Doppelbrechung; Alkalihornblenden und Epidot löschen schief aus;
Besonderheiten:
Basisschnitte zeigen keinen Pleochroismus; Zirkoneinschlüsse weisen Höfe mit starkem Pleochrois-
mus auf;
Vorkommen: 
häufigstes B-haltiges Mineral; oft akzessorisch in Graniten und Metasedimenten; detritisch in Sedi-
menten (verwitterungsresistent); besonders häufig in Pegmatiten;
Paragenese:
Topas, Beryll, Lepidolith, Zinnstein, Spodumen, Fluorit, Apatit
Vesuvian [Idokras] Ca
10
(Mg,Fe)
2
(Al,Fe)
4
(SiO
4
)
5
(Si
2
O
7
)
2
(O,OH,F)
4
 
Zusammensetzung:  beträchtliche Variationen: Na, K, Mn können Ca und Al substituieren; Ti, Zn, Mn ersetzen Mg und
 
Fe;
Kristallsystem: 
tetragonal, Kristallklasse 4/mmm
Brechungsindex: 
n
e
 1.700 – 1.746, n
o
 1.703 – 1.752 
⇒ einachsig  
mit 
Δ = 0.001 – 0.009
Hauptzone:
meist (–)
Achsenwinkel:
anomal zweiachsig 
 mit 2V
α
 = 17 – 33°
Auslöschung:
meist gerade
Farbe: 
farblos bis blaßgelb; oft zonare oder fleckige Farbverteilung
Spaltbarkeit: 
schlecht nach {110}
Verzwillingung:
keine
Ausbildung: 
säulige Aggregate und xenomorphe Körner
Unterscheidung: 
Vesuvian zeigt häufig anomale Interferenzfarben (blau, lederbraun, grau-
grün, purpur); Zoisit und Klinozoisit sind zweiachsig 
; verwechselbar mit
 
anomal zweiachsigem Grossular;
Besonderheiten:
eine seltene Varietät (Wiluit) ist optisch 
 und anomal zweiachsig;
Umwandlungen:
selten (z.B. in Prehnit)
Vorkommen: 
in  kontaktmetamorphen Kalken und Skarnen; auch in regionalmetamor-
phen Kalken und Serpentiniten
Paragenese:
Fassait, Grossular, Wollastonit, Calcit, Epidot, Titanit 
001
111
100
110
X c
Vesuvian

Optisch einachsige Minerale
40
Zinnstein [Cassiterit] SnO
2
 
Zusammensetzung:  Zinnstein enthält oft nennenswerte Mengen an Nb, Ta und vor allem
 
Fe;
Kristallsystem: 
tetragonal, Kristallklasse 4/mmm (isotyp mit Rutil)
Brechungsindex: 
n
e
 2.093 – 2.100, n
o
 1.990 – 2.010 
⇒ einachsig  mit Δ = 0.096 –
 
0.098
Hauptzone:
(+)
Auslöschung:
meist gerade
Farbe: 
viele Schattierungen von braun, gelb, rot; gelegentlich auch grün oder
 
fast farblos; des öfteren fleckige, zonare oder streifige Farbverteilung;
 
Pleochroismus schwach bis stark;
Spaltbarkeit: 
schlecht
Verzwillingung:
öfters einfache Zwillinge auf {101}, seltener polysynthetische Zwil-
linge;
Ausbildung: 
meist in Form von kurzen dipyramidalen Prismen, auch nadelig;
große poikiloblastische Vesuviankristalle in einem kontaktmetamorphen Gestein des Somma-Vulkans bei Neapel,
links im Hellfeld und rechts unter gekreuzten Polarisatoren; Bildausschnitt ca. 2.5 mm hoch; die im Hellfeld fast farb-
losen Vesuviane zeigen unter gekreuzten Polarisatoren unternormale braungrüne Interferenzfarben. Neben Vesuvian
kommen zahlreiche Glimmer im Gestein vor.
111
110
100
Z c

Zirkon Zr(SiO4)
41
Unterscheidung: 
ähnlich Rutil, der jedoch noch erheblich höhere Licht- und Doppelbrechung aufweist und außer-
dem meist dunkler gefärbt ist; Anatas ist einachsig 
 und hat negative Hauptzone;
Besonderheiten:
fleckige Farbverteilung
Umwandlungen:
keine; sehr widerstandsfähig gegenüber Verwitterung;
Vorkommen: 
akzessorisch in granitischen Plutoniten und hochhydrothermalen Bildungen zusammen mit W- und
 
Mo-Mineralen; in Granitpegmatiten; in der Schwermineralfraktion einiger klastischer Sedimente;
Paragenese:
 Kalifeldspat, Lithiumglimmer, Quarz, Turmalin, Topas, Fluorit    
Zirkon Zr(SiO
4
)
Zusammensetzung:  fast alle Zirkone enthalten Hf (typischerweise 0.5 – 1%)
Kristallsystem: 
ditetragonal, Kristallklasse 4/mmm
Brechungsindex: 
n
e
 1.961 – 2.015, n
o
 1.922 – 1.960 
⇒ einachsig  
mit 
Δ = 0.042 – 0.065
Hauptzone:
(+)
Farbe: 
farblos, leicht braun
Spaltbarkeit: 
keine (undeutlich nach {110})
Verzwillingung:
selten nach {110}
Ausbildung: 
kurz- bis langsäulig nach {110} oder {100} mit quadrati-
schen Querschnitten; auch gerundet bis körnig (v.a. in
 
Metamorphiten)
Zinnstein (dunkel, hohes Relief)
 
neben Calcit (z.T. mit Rhombo-
ederspaltbarkeit) und Quarz
 
(farblos) in Granitpegmatit; Bild-
ausschnitt ca. 2.4 mm quer)
111
100
110
11
1
321
110
Z c
Z c

Optisch einachsige Minerale
42
Unterscheidung: 
von Titanit durch die lebhaften und leuchtenden Interferenzfarben zu unterscheiden, von Rutil und
 
Zinnstein durch die Farblosigkeit; Monazit zeigt gute Spaltbarkeit und ist optisch zweiachsig und
 
niedriger lichtbrechend; Orthit (= Allanit) hat niedrigere Licht- und Doppelbrechung;
Besonderheiten:
oft mit deutlich sichtbarem Zonarbau; das fast immer vorhandene U (bis einige 1000 ppm) und Th
 
erzeugt beim Zerfall Gitterstörungen, die den Zirkon trüben und im Extremfall amorph machen
 
(metamikte Zirkone); wenn U,Th-reiche Zirkone als Einschlüsse in Glimmern, Amphibolen oder
 
Turmalin vorkommen, können in diesen Mineralen im Laufe geologischer Zeiten pleochroitische
 
Höfe erzeugt werden;
Vorkommen: 
akzessorisch in Granitoiden und sauren bis intermediären  Vulkaniten, in Nephelinsyeniten bis
 
Monzosyeniten; auf Grund seiner Unzerstörbarkeit bei der Verwitterung detritisch in klastischen
 
Sedimenten (v.a. Sandsteinen); bleibt auch bei der Metamorphose in der Regel erhalten (rundliche
 
Körner sind dann oft ererbt);
Paragenese:
Quarz, Feldspäte, Biotit, Hornblenden
mehrere große Zirkone (bunte Interfe-
renzfarben) in einem Gneis aus Sri Lanka;
 
gekreuzte Polarisatoren; Bildausschnitt
 
1.05 mm quer
Biotit aus Granit mit Einschlüssen von Zir-
kon und Apatit; Strahlungshöfe sind gut
erkennbar; Hellfeldaufnahme; Bildaus-
schnitt ca. 0.65 mm quer

Al
2
SiO
5
-Gruppe
43
Optisch zweiachsige Minerale
Al
2
SiO
5
-Gruppe
Allgemeines: 
Die Minerale der Al
2
SiO
5
-Gruppe Andalusit, Disthen und Sillimanit sind wichtig für die Abschät-
zung der Bildungsbedingungen von metamorphen Gesteinen bezüglich Druck und Temperatur
 
(siehe Abbildung 14); einschränkend ist zu sagen, daß die genaue Lage des Tripelpunktes in diesem
 
System, an dem alle drei Polymorphe nebeneinander stabil existieren können, nicht bekannt ist; das
 
liegt vor allen Dingen daran, daß die Phasentransformation Sillimanit ? Andalusit davon abhängt,
 
ob Sillimanit in einer faserigen Varietät (Fibrolith) oder in grobkörniger Ausbildung vorliegt;
ABBILDUNG  14
Univariante Reaktionskurven und Lage des Tripelpunkts im Al
2
SiO
5
-System nach ver-
schiedenen Experimentatoren (H = Holdaway, 1971 und RGB = Richardson, Gilbert
 
& Bell, 1969). In den Experimenten von RGB wurde fibrolithischer Sillimanit einge-
setzt, im H-Experiment prismatischer Sillimanit. Drei weitere Kurven stehen für ther-
modynamisch berechnete Lagen der univarianten Reaktionskurve Andalusit 
?
 
Sillimanit, bei denen Daten entweder für fibrolithischen Sillimanit oder für verschie-
dene prismatische Sillimanite benutzt wurden. Diese berechneten Kurven wurden
 
durch den 0 kbar-Punkt von Holdaway gezwungen.
Andalusit Al
[6]
Al
[5]
O{SiO
4
)
Zusammensetzung: meist nur wenig Abweichung von der Formel; einige Varietäten können jedoch beträchtliche Men-
gen an Fe
3+
 bzw. Mn
3+
 einbauen; solche Andalusite werden mit dem Namen Viridin bezeichnet; 
500
600
700
800
Temperatur [°C]
0
1
2
3
4
5
6
7
8
9
Druck [k
bar]
Disthen
Sillimanit
Andalusit
H
RGB
pris
mat
ischer Silli
mani
t 2
prism
atischer Silli
mani
t 1
Fi
br
olith

Optisch zweiachsige Minerale
44
Kristallsystem: 
orthorhombisch, Kristallklasse mmm; 1 Al fünffach durch O koordiniert, das andere sechsfach;
Brechungsindex: 
n
α
 1.633 – 1.642, n
β
 1.639
 – 1.644, n
γ
 1.644 – 1.650 (Viridin hat höhere Werte);
zweiachsig 
 mit Δ = 0.009 – 0.012 
Hauptzone:
(–) [in Längsschnitten]
Achsenwinkel:
2V
α
 = 73 – 86° 
Auslöschung:
gerade 
ʈ der Prismenkanten und ʈ der {110} Spaltbarkeit; Basisschnitte haben symmetrische Aus-
löschung;
Farbe: 
meist farblos; aber auch fleckig mit rosafarbener (Fe) bzw. grünlicher (Mn) Farbverteilung – dann
 
auch schwach pleochroitisch;
Spaltbarkeit: 
gut nach {110}
Verzwillingung:
selten nach {101}
Ausbildung: 
meist gestreckte Prismen 
ʈ c mit fast quadratischen Querschnitten; stengelig, büschelig, parallel-
faserig; auch xenomorphe Körner oder ungeregelte Massen; oft porphyroblastisch mit Einschlüssen
 
von Quarz oder opaken Mineralen (Siebstruktur);
Unterscheidung: 
mäßig hohes Relief, geringe Doppelbrechung und großer Achsenwinkel unterscheiden Andalusit
 
von Sillimanit; Disthen hat schiefe Auslöschung und höheres Relief; Staurolith hat meist honiggelbe
 
Eigenfarbe und höhere Lichtbrechung; pleochroitische Andalusite ähneln Orthopyroxenen, die
 
jedoch positive Hauptzone haben; unter gekreuzten Polarisatoren ähnelt einschlußreicher porphyro-
farblos
rosa
blaßgrünlich
Sillimanit
001
011
010
001
A.-E.

30°
Z  a
X
a
Z  c
Disthen
Andalusit
Y
b
110
X  c
Y
b
b
Z'
Z'
2° X'
blaß-
grünlich
110
100
A.-E.
A.-E.
Y
c
Z
X≈ a
≈30°
≈30°
blaß
kobaltblau
blaß-
violettblau
001
01
0
110
Chiastolith aus einem An-
dalusitglimmerschiefer
 
aus Kreta unter gekreuz-
ten Polarisatoren; die
 
dunklen Zonen kreuzen
 
sich im Zentrum des Kri-
stalls. Verantwortlich für
 
die Färbung sind kohlige
 
Substanzen, insbesondere
 
Graphit; Bildausschnitt ca.
 
2.5 mm in der Längsrich-
tung.
1   2   3   4   5   6   7   8   9   ...   20


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