Apotheken-Verlegung mit Folgen


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Sana28.03.2017
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Apotheken-Verlegung mit Folgen

Dieses an die Niederösterreichischen 

Nachrichten gerichtete Schreiben geht in 

Kopie an den Bürgermeister und an den 

Kassenarzt von Asparn an der Zaya, auch 

der Hausapothekenreferent und die Pres-

seabteilung der NÖ Ärztekammer werden 

mit gleichem Text informiert.

Sehr geehrter Herr Redakteur Pfabi-

gan! Sehr geehrter Herr Chefredakteur 

Gebhart!

Frau Mag. pharm. Irmgard Dundalek 

hat den Antrag gestellt, die Mistelbacher 

„St. Martin-Apotheke“ von ihrem jetzi-

gen Standort nach Hüttendorf Nummer 

189 verlegen zu können. Besser bekannt 

ist diese Adresse unter der Bezeichnung 

„Intersparmarkt“. Für Außenstehende 

darf erklärt werden, dass die Familie 

Dundalek alleine in Mistelbach drei Apo-

theken betreibt. Hinter dem scheinbar 

harmlosen Vorhaben eine dieser drei 

Standorte zu verändern, droht der land-

ärztlichen Versorgung von Asparn an der 

Zaya zukünftig ein Ungemach.

Wie sich die Bilder gleichen

Dabei werden die Erinnerungen an die 

Neuerrichtung der dritten Mistelbacher 

Apotheke im Einkaufszentrum M-City 

wach. Mit dieser sogenannten Weinvier-

tel Apotheke war die Auslöschung des 

Hausapothekenstandortes in Wilfersdorf 

verbunden. Der Ort geriet plötzlich in 

die Sperrzone der neuen Apotheke. So 

musste mein Nachfolger, Dr. Robert Hraj-

nek, mit Eröffnung seiner Kassenpraxis 

nach Bullendorf „wegrücken“, um dort 

im aufwendig sanierten Pfarrhaus den 

nötigen Abstand (deutlich über 6.000 

Meter) zur Apotheke in der M-City zu 

erreichen. Durch das aktuelle Dundalek-

Vorhaben gerät jetzt, Jahre danach, eine 

westlich von Mistelbach gelegene Ein-

Arzt-Gemeinde ins Visier der Apothe-

ker. Es ist dies Asparn an der Zaya. Die 

ärztliche Apotheke des derzeit dort täti-

gen Kassenarztes, Dr. Mahmoud Khaliel, 

ist nicht in akuter Gefahr. Der notwen-

dige Abstand zur geplanten Apotheke 

im Interspar-Hypermarkt ist groß genug 

damit der Kassen-Allgemeinmediziner 

nach derzeitiger Gesetzeslage bis zu sei-

nem Ruhestand Medikamente direkt 

an die Patienten abgeben darf. Der Zeit-

punkt der Pensionierung von Dr. Khaliel 

steht noch nicht fest.

Neubesetzung wird zum Problem

Erst bei Neubesetzung dieser Kassenplan-

stelle werden die Probleme, welche die 

jetzt beantragte Betriebsstättenverlegung 

mit sich bringt, beginnen. Für den Kha-

liel-Nachfolger ist ein Abstand zur „Inter-

spar-Apotheke“ von über 6.000 Metern 

notwendig, um so wie sein Vorgänger eine 

Hausapothekenkonzession zu erlangen. 

Da bleiben im Ort nur mehr kleine Berei-

che der möglichen Niederlassung. Der 

aktuelle Praxisstandort fällt knapp ins 

Sperrgebiet. Schon die Schaffung eines 

Hinterausganges im zukünftig erweiter-

ten Interspar Hypermarkt genügt um den 

notwendigen 6-Kilometer-Abstand zu ver-

fehlen. Unter diesen Umständen wird die 

Kassenplanstelle Asparn an der Zaya für 

potentielle Nachfolger äußerst unattrak-

tiv. Die Gemeinde wird, nach der Khaliel-

Pensionierung, tief in die Tasche greifen 

müssen, um neue Praxisräumlichkeiten 

außerhalb der Sperrzone zur Verfügung 

zu stellen.

Von Panikmache keine Spur

Die von mir, anlässlich der Eröffnung der 

„M-City-Apotheke“, geäußerten Voraus-

sagen in Sachen Vernichtung des Praxis-

standortes Wilfersdorf haben sich leider 

als richtig erwiesen. In Wilfersdorf, wo 

in Nachkriegszeiten sogar zwei Landärzte 

mit je einer Hausapotheke tätig waren, 

wird nie wieder ein Hausarzt mit Kassen 

tätig sein. Von den Apotheken-Errichtern 

wurde diese Prophezeiung bei Eröffnung 

der „M-City-Apotheke“ in Abrede gestellt. 

Auch bei der jetzt geplanten Apotheke-

neröffnung im Einkaufszentrum Inter-

spar Hypermarkt werden aus der Apothe-

kerfamilie Dundalek beruhigende Worte 

kommen. Wie in ähnlichen Fällen wird 

aber uns Ärzten Panikmache unterstellt.

Blick über den Tellerrand

Ein Wegfall der Hausapotheke bringt 

Asparn an der Zaya in Gefahr, ein ähn-

liches Schicksal wie viele andere Gemein-

den zu erleiden: Hausapotheke weg 

– Arzt weg! Als trauriges Paradebespiel 

Niederösterreichs gilt Ruprechtshofen 

im Bezirk Melk. Aus Salzburg ist in dieser 

Angelegenheit Großarl über die Grenzen 

hinweg bekannt. Die Tiroler Gemeinde 

Wildschönau muss als Extrembeispiel 

herhalten. Ein Ort mit bisher zwei Kas-

sen-Allgemeinmedizinern steht nach der 

Etablierung einer öffentlichen Apotheke 

ohne Vertragsarzt da. Es kam zur Vertrei-

bung von gleich zwei Hausärzten. 



DR. WOLFGANG GEPPERT

ehemals hausapothekenführender Arzt 

in Wilfersdorf

Sprecher des Österreichischen 

Hausärzteverbandes

E-Mail: geppert@aon.at 



LESER-

BRIEFE

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CONSILIUM 10/15



Leserbriefe

Das Consilium als Medium der standespolitischen Diskussion hat sich gut entwickelt. Das zeigt sich auch in der Anzahl 

der Leserbriefedie uns erreichen. Wir sind bemühtdiese Lesermeinungen nach Maßgabe des vorhandenen Platzes zu 

veröffentlichen. Allerdings bitten wir um Verständnisdass wir nur eine beschränkte Auswahl der eingehenden Leserpost 

auch abdrucken können. Wir stehen also vor der Notwendigkeit eine Auswahl treffen zu müssen. Wobei grundsätzlich 

alle Beiträgedie keinen strafrechtlichen Tatbestand (etwa der üblen Nachrededer Verleumdungder Beleidigungder 

Kreditschädigung etc.) enthaltenzur Veröffentlichung freigegeben werden. Bei der in der täglichen Arbeit notwendigen 

Auswahl bemühen wir uns darum  die verschiedenen Meinungen so ausgewogen wie möglich,  aber auch nach dem  

Verhältnis der eingegangenen Reaktionenwiederzugeben.

Ende von XP

Es muss einmal gesagt werden- und ich 

glaube, dass viele Kolleginnen und Kolle-

gen gleicher Meinung sind:

XP war ein wirklich sehr gutes Programm, 

mit dem man sich auskannte, das leicht 

bedienbar war und für viele völlig aus-

reichte.


Jetzt hat man uns Win 7 auf die Nase 

geknallt, das sehr gewöhnungsbedürftig 

war. Win 8 war noch schlechter und nun 

ist auch schon Win 10 auf dem Markt.

Wir Ärzte haben ja schon gerade genug 

und Wichtigeres zu tun, als uns mit 

neuen –angeblich besseren – Program-

men herumzuspielen. Warum halst man 

uns immer neue Versionen auf? Es ist 

fast so, als würde man einen Landarzt, 

der auch im Winter Visiten fahren muss, 

zwingen, sich einen Formel 1-Ferrari zu 

beschaffen, dessen Reifen maximal 200 

km Fahrstrecke aushalten, bevor sie 

einem um die Ohren fliegen!

MR DR. KONRAD HEXEL

LESER-

BRIEFE

Stichtag 

1. September 2016! 

Verpflichtender 

Fortbildungsnachweis 

- am besten mit dem 

DFP-Diplom

CONSILIUM 10/15



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