Bächingen a d. Brenz Kommandant Michael Moosdiele


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 Freiwillige 

Feuerwehr 

  

Bächingen a.d. Brenz 



 

Kommandant Michael Moosdiele 

1/3 

Stv. Kommandant Stefan Buntz 



Medlinger Str. 5 

Wintereinsatz_Erfahrungen.doc

 

Sontheimer Str. 5 



89431 Bächingen 

www.ffw-baechingen.de

 89431 

Bächingen



 

Feuerwehr im Wintereinsatz 

Erfahrungen beim Großbrand bei –17 °C 

 

Die beim nächtlichen Großbrand landwirtschaftlicher Gebäude am 23.01.2017 in Bächin-



gen eingesetzten Feuerwehren machten über die Einsatzdauer von 20 Stunden Erfahrun-

gen mit Winterwetter, wie sie wohl bisher nur wenige Feuerwehren sammeln konnten. 

Zur Zeit des Einsatzes hatte es die zweite Woche in Folge zweistellige Minustemperaturen 

mit negativem Spitzenwert von -17 °C vor Sonnenaufgang. Tagsüber kam die Sonne her-

aus, so daß man sich bei -6 °C etwas erholen konnte. Der einzige Vorteil dieser Kälteperi-

ode war der betonhart gefrorene Boden rund um die Einsatzstelle, so daß auch Äcker und 

Wiesen mit schweren Fahrzeugen befahren werden konnten. Es soll hier eine Zusammen-

fassung der Erkenntnisse dieses Einsatzes im Hinblick auf die Beschwernisse des Winter-

wetters gegeben werden. 

•  Die übliche Feuerwehrschutzausrüstung ist für diese Temperaturen ungenügend. 

Das ist bekannt. Die Feuerwehrleute werden jedes Jahr im Herbst darauf hingewie-

sen, einige alte, warme Kleidungsstücke in den Spind zu legen, die bei einem Win-

tereinsatz unterhalb der Schutzausrüstung getragen werden können. 

•  Atemschutzüberjacken und –hosen eignen sich auch für den Windschutz bei kaltem 

Wetter. Es wurden bei diesem Einsatz alle verfügbaren Jacken ausgegeben. 

•  Die Flammschutzhauben eignen sich auch gut gegen Kälte. Es wird überlegt, diese 

nicht nur für die Atemschützer, sondern für alle Feuerwehrleute anzuschaffen. 

•  Nasse Kleidung friert sofort zusammen. Bei der Wasserabgabe sollten nur Hand-

schuhe mit Membrane eingesetzt werden. Einfache Handschuhe, wie sie außerhalb 

des Atemschutzdienstes gang und gäbe sind, frieren bei Durchnässung sofort durch. 

Eine Behelfsmembrane in Form von untergezogenen Infektionsschutzhandschuhen 

kam hier teilweise zum Einsatz. 

•  Außenposten im Gelände, wie Wasserentnahmestellen und Verstärkerpumpen, soll-

ten regelmäßig von einem Versorgerfahrzeug angefahren werden, das geeignete Be-

triebsstoffe für Mann und Maschine mitbringt.  

•  Die einsame Saugstelle des Bächinger TSF wurde über die Einsatzdauer stetig aus-

gebaut und verfügte schließlich über ein Faltpavillon gegen den Wind, Stromerzeu-

ger, Licht, Gasheizung und einen Heizkessel für die Zubereitung von Punsch. 

•  Die Gruppenführer müssen darauf achten, daß ihre Leute sich rollierend aufwärmen 

und verpflegen können. 

•  Die Einsatzleitung muß sich bei absehbar längerer Einsatzdauer um rechtzeitige Ab-

lösung der eingesetzten Einheiten kümmern. 

•  Als Aufwärmmöglichkeit hat sich in hervorragender Weise ein Linienbus mit Stand-

heizung bewährt, der von einem Busunternehmer zur Verfügung gestellt wurde. 

•  Batterie- und akkugetriebene Geräte mit höherem Strombedarf wie z.B. Hand- und 

Helmlampen oder Fotoapparate verloren enorm an Leistung. 

 


 

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•  Ist der Deckel eines Schachthydranten zugefroren, hat es sich bewährt, etwas Otto-

kraftstoff über seinen Umfang zu verteilen und anzuzünden. Nach spätestens einer 

Minute kann der Deckel abgehoben werden. Diese Methode ist bei uns seit Jahren 

allgemein bekannt und erprobt. 

•  Schlauchüberfahrten mit Schlauchbrücken waren abseits der Straße praktisch nicht 

einsetzbar. Auf dem festgefahrenen Schnee rutschten sie bevorzugt dann weg, wenn 

eine nicht angetriebene Achse darüberrollen sollte. Defekte Schläuche gab es nicht 

durch Frost, sondern durch Überfahren. 

•  Von einem Netzmitteleinsatz mit Schaummittel über eine im Fahrzeug eingebaute 

Zumischpumpe riet ein bei einem namhaften Feuerwehrgerätehersteller arbeitender 

Feuerwehrmann ab. Die Gefahr des Einfrierens schätzte er als zu hoch ein. 

•  Ein Netzmitteleinsatz mit Schaummittel über Z-Zumischer wurde morgens versucht 

und gleich wieder abgebrochen. Das mit Schaummittel versetzte Wasser gefror so-

fort an den Strahlrohren. Es war zu kalt für das Mehrbereichsschaummittel F -15. 

•  Als Netzmittelzumischung funktioniert haben die Seifenkartuschen, die in die 

Schlauchleitung eingebaut oder in die Kupplung des Strahlrohrs eingesetzt werden 

können. Dort wird unabhängig von der Kälte nur vom durchfließenden Wasser 

Netzmittel abgewaschen. Die damit arbeitenden Trupps berichteten von einer sicht-

baren Verbesserung bei ihrem Löschangriff. 

•  Die Maschinisten pumpten nach Gehör, weil ihre Manometer eingefroren waren. Au-

tomatische Druckregelungen an Pumpen arbeiteten aus dem gleichen Grund nicht; 

ihre Sensorik war eingefroren. 

•  Tankablässe an Löschfahrzeugen und Ablaßhähne an Pumpen froren ein und muß-

ten mit Hilfe von Halogenstrahlern, Abgasschläuchen und Gasheizern aufgetaut 

werden, um Schäden zu verhindern. Am Löschwassertank eines LF 16/12 fror un-

bemerkt das Überdruckventil zu, was auch die ständige Umwälzung des Wassers 

nicht verhindern konnte. Beim Befüllen des Tanks öffnete das Ventil nicht, der Tank 

riß unter dem sich aufbauenden Druck auf. 

o  Die Rolläden der Fahrzeuge sollten nach der Geräteentnahme immer wieder 

geschlossen werden, damit der kalte Wind nicht direkt an den wasserführen-

den Teilen wirken kann. 

o  Halogenstrahler sollten nicht vollständig durch LED-Strahler ersetzt, bzw. we-

nigstens noch vorrätig gehalten werden. Sie machen nämlich nicht nur Licht, 

sondern auch warm. Viele Maschinisten legten einen oder gar mehrere 

1000 W-Strahler ins Fahrzeug an ihre Pumpe zum Heizen. 

o  Bei absehbar längerer Einsatzdauer in der Kälte sollten die Löschwasser-

tanks der Fahrzeuge wenn möglich ständig umgewälzt werden. Wenn das 

nicht möglich ist, sollte man sie zumindest zum Teil ablassen, um Tankschä-

den durch Einfrieren zu vermeiden.  

o  Besondere Vorsicht ist beim Befüllen walten zu lassen, der Überlauf könnte 

zugefroren sein. Lieber nicht das gesamte Tankvolumen nutzen. 

•  Es ergab sich insgesamt ein hoher Wasserverbrauch, da die Wasserförderung wegen 

der Gefahr des Einfrierens niemals länger als ein paar Minuten unterbrochen wer-

den durfte. Ständig mußte Wasser in Bewegung bleiben, und das bedeutete Was-

serabgabe und somit auch eine Vergrößerung der sowieso schon vorhandenen un-

freiwilligen Eisbahn an der Einsatzstelle. 


 

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•  Folge des hohen Wasserverbrauchs war ein hoher Kraftstoffverbrauch der in den 

Leitungen eingebundenen Pumpen, die ja durchgehend in Betrieb bleiben mußten. 

Die Tragkraftspritze des Bächinger TSF leistete beispielsweise während dieses Ein-

satzes 16,5 Betriebsstunden. 

•  Die ausreichende Bevorratung von Kraftstoffen ist jeder Feuerwehr dringend zu 

empfehlen, auch und gerade im Winter. Bei kleineren Feuerwehren sollte wenigstens 

die gesamte Füllmenge der auf den Fahrzeugen stehenden Kanister zusätzlich in 

Reserve gehalten werden. 

o  Kraftstoffe sollten in gut handhabbaren Stahlblechkanistern eingelagert wer-

den. Die Größen von 10 und 20 Liter bieten sich an. Der Inhalt der Kanister 

ist so zu beschriften, daß die Beschriftung auch bei schlechtem Licht noch zu 

erkennen ist. 

o  Werden außer Kraftstoff auch noch Zweitaktöl o.ä. Verbrauchsstoffe benötigt, 

sind diese ebenfalls in ausreichender Menge einzulagern. 

o  Dieselkraftstoff für die Einlagerung und auch in Fahrzeugtanks ist bereits En-

de Herbst mit Winterzusatz für die größtmögliche Kälte tauglich zu machen. 

Zu dieser Zeit gibt es an den Zapfsäulen der Tankstellen oft nur Diesel, der 

bis -6 °C geeignet ist. Erst bei absehbar kalten Temperaturen mischen die 

Raffinerien mehr Zusatz bei. Für den Normalnutzer reicht das meist aus, weil 

er seinen Tankinhalt in absehbarer Zeit verbrauchen wird. In der Bevorratung 

und bei im Winter wenig genutzten Fahrzeugen ist das anders. Wird ungenü-

gend wintertauglicher Kraftstoff bei zu tiefen Temperaturen verwendet, fallen 

einsatzwichtige Fahrzeuge und Maschinen mitten im Betrieb aus. 

o  Die bevorrateten Kraftstoffe sollten übers Jahr verbraucht und durch neue er-

setzt werden.  

•  Hau-Ruck-Methode zum Abbau von Schlauchleitungen mit genügend Personal: 

o  Vorbereitend: Streufahrzeug bereitstellen, sofern notwendig. 

o  Abschnittsweise und von der Abgabestelle her vorgehen. 

o  Das Wasser wird weiter laufen gelassen. 

o  Ein Mann an jede Kupplung. Auf Kommando 

 

an vorgeordneter Pumpe Gas wegnehmen



 

alle Kupplungen öffnen, 

 

Schläuche sofort ausleeren und rollen. 



•  Abbau von Schlauchleitungen mit wenig Personal: 

o  Vorbereitend: Streufahrzeug bereitstellen, sofern notwendig. 

o  Abschnittsweise und von der Abgabestelle her vorgehen. 

o  Das Wasser wird weiter laufen gelassen. 

o  Die vorgeordnete Pumpe reduziert den Druck. 

o  Schläuche werden nacheinander abgekuppelt, sofort ausgeleert und gerollt. 



 


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