Begleitende geowissenschaftliche Dokumentation und Probenahme an burgenländischen Bauvorhaben mit Schwerpunkt auf rohstoffwissenschaftliche, umweltrelevante und grundlagenorientierte Auswertungen


Download 183.78 Kb.
Pdf ko'rish
bet6/7
Sana14.08.2018
Hajmi183.78 Kb.
1   2   3   4   5   6   7

Probe
Statistische Parameter 
Sortierung
Momentverfahren
Folk, R.L. & Ward, W. (1957)
U
k-Werte (m/s)
Arithmet.
26,08
6,63
3,32
0,45
6,43
3,22
0,06
Wohnhausanlage in Neufeld an der Leitha (ÖK 77)
Schiefe
Arithmet.
Standard-
Schiefe
Mittelwert Abweichung
Mittelwert
Abweichung
Standard-
0%
10%
20%
30%
40%
50%
60%
70%
80%
90%
100%
Neufeld/Leitha
Fkies
Gsand
Msand
Fsand
Gsilt
Msilt
Fsilt
Ton
Neufeld_KG_alles.xls
Abb. 2.4.12.
Projekt B-C-27/2013-2014

BC-27/2011-13: Neue Bauaufschlüsse - Neues Geowissen: Burgenland, Jahresendbericht 2013, Sept. 2014
 
 
97 
 
2.5. Aufschlüsse am Westrand des Pannonischen Beckens 
 
2.5.1. Aufnahme einer Aufschlusswand im Weinmuseum Moschendorf 
(ÖK 168) 
 
Am 19. November 2013 wurde eine 40 m lange und 10 m hohe Aufschlusswand im Weinmu‐
seum Moschendorf (Abb. 2.5.1., 2.5.2.) aufgenommen und beprobt. Die Wand wurde im Som‐
mer 2013 abgegraben, da der Hang hinter den 2001 erbauten „Kellern“ durch seine langsame 
Bewegung zur freien Fläche hin bereits die Weinkeller gefährdete. Die unmittelbare Gefähr‐
dung der Keller ging von den Bäumen aus, die auf dem Abhang standen und zu kippen drohten 
(freundliche telefonische Auskunft Bürgermeister Peter Schlaffer, Obmann des Kulturvereins 
Moschendorf). 
 
 
Abb. 2.5.1.: Lage des Weinbaumuseums Moschendorf im Burgenland, Karte: d‐maps.com (http://d‐
maps.com/carte.php?num_car=33630&lang=de). 
 
 

BC-27/2011-13: Neue Bauaufschlüsse - Neues Geowissen: Burgenland, Jahresendbericht 2013, Sept. 2014
 
 
98 
 
Tab. 2.5.1.: Koordinaten der Aufschlusswand in Moschendorf. 
GPS_Punkte 
RW_M34 
HW_M34 
759552,842067799 212804,58359622
 
Zur Aufbewahrung von Wein wurden im Südburgenland Häuser errichtet, die, obwohl sie nicht 
in den Boden eingetieft sind, als Keller bezeichnet werden. Die für die Lagerung des Weines 
notwendige niedrige Temperatur wurde durch die Bauweise und die Baumaterialien (massives 
Blockholz mit Aussenputz) erreicht (http://www.weinbaumuseum.at). 
 
 
Abb. 2.5.2.: Lage der Aufschlusswand im Museumsdorf in Moschendorf. Das Orthophoto 
(GoogleMaps) stammt aus der Zeit vor dem Abgraben des Hanges, deutlich sieht man die Bäume 
direkt hinter den „Kellern“. 
 
 

BC-27/2011-13: Neue Bauaufschlüsse - Neues Geowissen: Burgenland, Jahresendbericht 2013, Sept. 2014
 
 
99 
 
Geologie 
Das  Museum  Moschendorf  liegt  im  Bereich  des  Westrandes  des  Pannonischen  Beckens  im 
Nahbereich zur Südburgenländischen Schwelle. 
Die  Südburgenländische  Schwelle  trennt  im  Untergrund  das  Steirische  Becken  vom  West‐
pannonischen Becken. Sie verläuft in NE‐SW bzw. NNE‐SSW‐Richtung zwischen Rechnitz im 
Norden und Mureck im Süden. Unterbrochen wird sie lediglich durch eine NW‐SE verlaufende 
Querstörung im Bereich des Lafnitz‐ und Raabtales. Aufgebaut wird die Südburgenländische 
Schwelle im Norden bis zur Senke von Weichselbaum durch faziell mit dem Grazer Paläozoi‐
kum verbundenes oberostalpines Paläozoikum, welches die Penninischen Einheiten überla‐
gert, die südlich des Eisenberges nach Süden bis Güssing ziehen. Der südliche Teil der Südbur‐
genländischen Schwelle besteht aus oberostalpinem Paläozoikum, ähnlich dem von Remsch‐
nigg und Sausal (BELOCKY et al. in: SCHÖNLAUB [Hrsg.], 2000). 
Die Füllung des Pannonischen Beckens besteht aus Sedimenten des Neogens, wobei am West‐
rand des Beckens vorwiegend Sedimente des Oberpannonium (vormals Pontium) abgelagert 
wurden (Abb. 2.5.3.). Diese gliedert NEBERT (1979) nach JASKÓ (1975) vom Liegenden zu Han‐
genden in die 
‐  Ton‐Sand Folge (Zone F; Congeria neumayri), ca. 200 m mächtig, 
‐  Lignit‐Folge (Zone F‐G; Prosodacna vutskitsi, Congeria balatonica), 150 m mächtige 
Wechsellagerung von Sanden, sandigen Tonen und Tonen, Kohleschichten; beißt süd‐
lich Eisenberg aus, 
‐  Sand‐Folge (Zone G‐H; Unio wetzleri, Viviparus; Lignitlagen), ca. 200 m mächtig, be‐
steht überwiegend aus Sanden und sandigen Tonen, mit 1‐2 Lignitlagen, beißt im Be‐
reich von Ober‐ und Unterbildein in Form blaugrauer, teilweise kreuzgeschichteter 
Sande aus. 
 
Bezüglich des Unter‐ und Mittelpannoniums (vormals Pannonium) nimmt NEBERT an, dass es 
hier fehlt. Die Südburgenländische Schwelle war während des Großteils des Neogens Trocken‐
land, erst die Sand‐Folge (Zone G‐H) wurde durch die Überflutung durch Süßwasser abgela‐
gert. 
 

BC-27/2011-13: Neue Bauaufschlüsse - Neues Geowissen: Burgenland, Jahresendbericht 2013, Sept. 2014
 
 
100 
 
 
Abb. 2.5.3.: Untergliederung des Pannoniums aus Nebert (1979). 
 
Die Sand‐Folge nach NEBERT (1979) und JASKÓ (1975), Abb. 2.5.3. 
An der Basis der Sand‐Folge findet sich zunächst ein Basalschotter, der dem Taborer Schotter 
entspricht. Darüber folgt eine bis 200 m mächtige Sedimentfolge, die vor allem aus Sand be‐
steht, in ihrem obersten Abschnitt tritt ein Feinschotterzug auf (?Silberberg‐Schotter) 
NEBERT  (1979)  beschreibt  das  Auftreten  von  Schotterzügen  in  verschiedenen  stratigraphi‐
schen Niveaus der Sand‐Folge, besonders typisch sei das Auftreten von Feinschotterlagen im 
obersten Abschnitt derselben. Dabei handelt es sich um mäßig gerundete Quarzkomponen‐
ten, die Korngrößen von „erbsen‐ bis nussgroß“ erreichen und in meist rostbraun angewitter‐
ten Sanden eingebettet sind. Ihre Mächtigkeit liegt meist unter 1 m. 
Quartär 
Das Neogen wird von Quartären Sedimenten überlagert. Diese bestehen aus pleistozänen Kie‐
sen und Sanden mit Lehmüberdeckung, sowie jungen Flussablagerungen. 
Die pleistozänen Sedimente erreichen eine Mächtigkeit von meist unter 10 m, lediglich östlich 
der Pinka können sie 15 m überschreiten (NEBERT, 1979). Östlich von Moschendorf beschreibt 
NEBERT die Sedimente zweier Sandgruben als „locker gepackte, gut gerundete Quarzgerölle 
der Größe eines Hühnereis in einer tonig‐sandigen Matrix“, östlich von Oberbildein, Unter‐

BC-27/2011-13: Neue Bauaufschlüsse - Neues Geowissen: Burgenland, Jahresendbericht 2013, Sept. 2014
 
 
101 
 
bildein und Eberau liegen die pleistozänen Schotter, Sande und Lehme direkt über den blau‐
grauen Sanden der Sand‐Folge (Pont/ Oberpannonium). Sie sind hier ebenfalls locker gepackt 
und enthalten gut gerundete, bis hühnereigroße Quarzgerölle in einer Matrix aus Sand, auch 
schwarze,  wahrscheinlich  manganreiche  Lagen  sind  stellenweise  zu  sehen  (NEBERT,  1979). 
Diese von NEBERT als pleistozäne Ablagerungen kartierten Bereiche (Abb. 2.5.6.) sind in der 
geologischen Karte des Burgenlandes (PASCHER et al., 1999, Abb. 2.5.4.) als „Talfüllung (älte‐
rer Talboden)“ eingetragen. 
Im Bereich der Südburgenländischen Schwelle sind die pleistozänen Ablagerungen auf Terras‐
sen und Verebnungsflächen beschränkt (Abb. 2.5.4. und 2.5.5.). NEBERT beschreibt die Sedi‐
mente  einer  Verebnungsfläche,  welche  die  Nordflanke  des  Stremtales  einnimmt,  als  gelbe 
Lehme,  tonige  Feinsande  und  vereinzelt  auftretende  Schotterlagen.  Die  Komponenten  der 
Schotter bestehen nur aus Quarz, sind schlecht bis mäßig gerundet und erreichen die Größe 
eines Hühnereis, die Sandmatrix ist rostbraun. 
Diese von NEBERT beschriebenen Terrassensedimente entsprechen den in der Geologischen 
Karte des Burgenlandes als „Terrasse IV, Mittelpleistozän“ eingetragenen Terrassen. Darüber 
hinaus sind in höheren Lagen auf dem Rücken zwischen Pinka und Strem auf der Burgenland‐
karte noch die „Terrasse IIIb, Unter‐ bis Mittelpleistozän“, sowie die „Terrasse I, Unteres Plei‐
stozän“ eingetragen. Diese fehlen bei NEBERT, beziehungsweise werden sie dem Neogen zu‐
gerechnet (Abb. 2.5.4., 2.5.5.). 
Die jüngsten Flussablagerungen entlang der Strem und der Pinka nehmen breite Alluvialebe‐
nen ein und bestehen zumeist aus umgelagertem neogenen Material in einer Mächtigkeit un‐
ter 10 m (NEBERT, 1979). 
 
Tektonisch betrachtet liegt das Weinmuseum Moschendorf auf dem Eisenberger Segment der 
Südburgenländischen Schwelle, welche durch die NW‐SE‐streichenden Dislokationen der Tau‐
chen‐Linie im Norden und der Strem‐Linie im Süden begrenzt wird. Die östliche Begrenzung 
stellt die Pinka‐Linie dar, die N‐S verläuft und die Grenze zum Westpannonischen Becken bil‐
det.  Kippungen  entlang  dieser  Linien  vermutet  NEBERT  als  „post‐Pontien,  vielleicht  Pliozän 
oder Pliozän‐Quartär“, da er innerhalb der Sand‐Folge „Schichtverstellungen und Kleinverwer‐
fer mit Sprunghöhen bis zu 2 m“ feststellen konnte. 

BC-27/2011-13: Neue Bauaufschlüsse - Neues Geowissen: Burgenland, Jahresendbericht 2013, Sept. 2014
 
 
102 
 
 
Abb. 2.5.4.: Lage des Weinmuseums Moschendorf auf der geologischen Karte des Burgenlandes 
(PASCHER et al., 1999). 
 
Abb. 2.5.5.: Vergleich der Geologischen Karte des Burgenlandes (PASCHER et al., 1999, Abb. 2.5.4.) 
und der Geologischen Karte des Südostburgenlandes (NEBERT, 1979). 

BC-27/2011-13: Neue Bauaufschlüsse - Neues Geowissen: Burgenland, Jahresendbericht 2013, Sept. 2014
 
 
103 
 
 
Abb. 2.5.6.: Geologische Karte des Südostburgenlandes (NEBERT, 1979). Die Lage des Weinmuseums Moschendorf wurde rot markiert.

BC-27/2011-13: Neue Bauaufschlüsse - Neues Geowissen: Burgenland, Jahresendbericht 2013, Sept. 2014
 
 
104 
 
Beschreibung der Geländeaufnahmen 
In Abb. 2.5.7. ist die Situation des Aufschlusses durch einen schematischen Profilschnitt dar‐
gestellt,  die  abgegrabene  Wand,  welche  aufgenommen  wurde,  ist  in  der  Skizze  als  „Profil“ 
bezeichnet. Die Basis des Profils befindet sich auf einer ebenen Fläche, welche noch ca. 3 m 
über der Sohle liegt, die bereits dem Talboden der Pinka angehören dürfte. 
Die Wand, die durch Abgraben entstanden ist, ist etwa 10,2 m hoch und fällt mit einem Winkel 
von 35° nach ESE. Oberhalb dieser signifikanten Geländestufe steigt die Morphologie nur noch 
sanft an. 
 
Abb. 2.5.7.: Skizze der Geländesituation im Bereich des Museumsdorfes in Moschendorf. Ganz 
links befindet sich die eigentliche Sohle/ Talboden, auf dieser Höhe (etwa 210 m ü.A.) liegt der 
Hauptteil, sowie der Eingang des Museums. Eine Reihe von „Kellern“ wurde im Jahr 2001 in 
eine etwa 3 m hohe Geländestufe hinein gebaut, hinter diesen befindet sich die aufgenom‐
mene  Aufschlusswand.  Oberhalb  der  Aufschlusswand  („Top“)  ist  die  Morphologie  relativ 
eben. 
 
Etwa in der Mitte der Wand wurde ein Profil von unten nach oben aufgenommen und ausgie‐
big beprobt, was in Abb. 2.5.8. und 2.5.9. dargestellt ist. 
Außerdem wurde die Tiefe der Schichten vom Top aus, in Analogie zu einem Bohrprofil, be‐
rechnet und in einem Profil dargestellt (Tab. 2.5.2.). 
In den Abbildungen wurden die Probenummern eingetragen (z.B. M1), die im Text auch syno‐
nym für die jeweilige Schicht gebraucht werden.
 
 

BC-27/2011-13: Neue Bauaufschlüsse - Neues Geowissen: Burgenland, Jahresendbericht 2013, Sept. 2014
 
 
105 
 
 
Abb. 2.5.8.: Blick auf das aufgenommene Profil in Moschendorf. Rechts unten befindet sich die „Sohle“ der durch die Bauarbeiten neu entstandenen Geländestufe, hier wurde mit der Aufnahme begonnen. Die Zahlen geben die 
entnommenen Probenummern an. Im Mittelteil des Hangs (und des Fotos) ist eine Rinnenstruktur zu sehen, die aber auf den Bereich der Wechsellagerungen von Schluff und Feinsand (Bereich der Proben M7, M8) beschränkt ist. 

BC-27/2011-13: Neue Bauaufschlüsse - Neues Geowissen: Burgenland, Jahresendbericht 2013, Sept. 2014
 
 
106 
 
 
 
Abb. 2.5.9.: Profilschnitt der aufgenommenen Aufschlusswand in Moschendorf. Die schräge Fläche stellt das aufgenommene Profil dar, die Distanzen wurden entlang der schrägen Fläche von unten nach oben mit einem Maßstab 
gemessen. Die Tiefen (vom Top aus gemessen) wurden später berechnet, die Höhen‐/ Tiefen‐/ Mächtigkeitsangaben sind daher als Näherungswerte zu betrachten. In violett sind die Probenummern eingetragen. 

BC-27/2011-13: Neue Bauaufschlüsse - Neues Geowissen: Burgenland, Jahresendbericht 2013, Sept. 2014
 
 
107 
 
Tab. 2.5.2.: Profil der Aufschlusswand in Moschendorf mit Angabe der entnommenen Proben. 
Profil Moschendorf 
Tiefe (vom 
Top aus ge‐
messen) 
Beschreibung 
Proben 
0‐0,45 m 
Lehm/ Boden, braun 
  
0,45‐1,6 m 
Schluff/ Ton, grau‐braun gefleckt 
M15, M16 
1,6‐3,20 m 
Schluff/ Ton, grau‐rot gefleckt 
M13, M14 
3,20‐4,52 m 
Sand (MS‐GS, mit Feinkies und einzelnen gröberen Kiesen), 
rot 
M11 
4,52‐5,96 m 
Kies, sandig‐schluffig, grau‐braun 
  
5,96‐6,24 m 
Feinsand, schluffig, braungelb 
M10 
6,24‐6,64 m 
Ton, hart, grau‐braun gefleckt 
M9 
6,64‐6,87 m 
Wechsellagerung von Schluff und Feinsand im cm‐Bereich 
  
6,87‐7,62 m 
Schluff, feinsandig, grau‐braun gefleckt, fein und wellig ge‐
schichtet 
M8 
7,62‐8,28 m 
Wechselfolge von Schluff und Feinsand, braun‐rostig‐limoni‐
tisch gefleckt bzw. gestreift, FS dominiert 
M7 
8,28‐8,42 m 
Ton/ Schluff, braun, geschichtet, mit rostroten und schwar‐
zen Belägen an Klüften/ wenige cm daneben: Sand 
  
8,42‐8,48 m 
Schluff/ Ton, grau, weich 
M6 
8,48‐9,0 m 
Ton/ Schluff, braun, geschichtet, mit rostroten und schwar‐
zen Belägen an Klüften 
M5 
9,0‐9,28 m 
Schluff/ Ton, grau, in 9,17 m Tiefe von einer 1‐2 cm mächti‐
gen rostroten Schicht durchzogen, die wohl den gesamten 
Aufschluss durchzieht 
M4 
9,28‐10,17 m 
Schluff/ Ton, braun‐grau, rostrot gefleckt 
M3 
10,17‐10,2 m 
Ton, blau‐grau 
M1, M2 
 
 
Beschreibung des Aufschlusses von liegend nach hangend 
An der Basis des Profils (10,17‐10,20 m Tiefe) waren blaugraue Tone aufgeschlossen. Diese 
waren kalkfrei, wiesen eine relativ hohe Festigkeit auf und zeigten eine Schichtung mit limo‐
nitischen Belägen an den Schichtflächen (Abb. 2.5.10., Proben M1, M2). 
Bereits  nach  wenigen  Zentimetern  ins  Hangende  gingen  diese  in  locker  gelagerten,  braun‐
grauen, kalkfreien Schluff/ Ton über, der rostgelbe (limonitische?) Flecken zeigte, sowie teil‐
weise braune Schluffklasten enthielt (Probe M3, Abb. 2.5.10.). Dieser war bis 1,6 m Profillänge 
(9,28‐10,17 m Tiefe) aufgeschlossen und wies eine Mächtigkeit von 90 cm auf. 

BC-27/2011-13: Neue Bauaufschlüsse - Neues Geowissen: Burgenland, Jahresendbericht 2013, Sept. 2014
 
 
108 
 
Es folgte im Hangenden (Profillänge 1,6‐2,1 m; 9,0‐9,28 m Tiefe) eine etwa 30 cm mächtige 
Lage aus grauem Schluff/ Ton, der rostrot durchädert war und von einer deutlichen, 1‐2 cm 
mächtigen  rostroten  Schicht  durchzogen  wurde,  die  entlang  der  gesamten  Breite  der  Auf‐
schlusswand zu verfolgen war (Abb. 2.5.11.). Direkt unterhalb der rostroten Schicht wurde die 
Probe M4 entnommen, der graue Schluff zerfiel beim Aufgraben blättrig. Zumindest an der 
Oberfläche  wies  er  eine  lockere  Lagerung  auf,  er  war  kalkfrei  und  enthielt  viele  kleine, 
schwarze ?Pflanzenreste. 
Eine leicht gewellte Schichtfläche, die rostig bis schwarz belegt war und eine Raumlage von 
etwa 150/08 aufwies, bildete die Grenze zu dem darüber liegenden, 50 cm mächtigen braunen 
Schluff/ Ton bzw. Mergel (8,48‐9,0 m Tiefe, Abb. 2.5.12.). Dieser war geschichtet und zeigte 
an Kluftflächen rostrote und schwarze Beläge. Obwohl er fest gelagert zu sein schien, war er 
doch  leicht  aufzugraben.  Die  beobachteten  Kluftflächen  waren  z.T.  sehr  steilstehend  (z.B. 
145/88, 010/60). Hier wurde die Probe M5 entnommen. 
Von 3,0‐3,1 m Profillänge (entspr. 8,42‐8,48 m Tiefe) war eine geringmächtige graue Lage auf‐
geschlossen, der fein geschichtete Schluff/ Ton war sehr weich, er war mühelos knetbar bzw. 
mit dem Finger zu verschmieren (Probe M6, Abb. 2.5.12., Abb. 2.5.13.). Die Grenzfläche zwi‐
schen der grauen Lage und dem darunterliegenden braunen Schluff wies eine Raumlage von 
280/15 auf, was nicht zu den anderen Messungen von Schichtflächen im Aufschluss passt. Dies 
ist vermutlich auf die darüber sichtbare Rinnenstruktur zurückzuführen. 
Von  3,1‐3,35  m  Profillänge  (7,62‐8,28  m  Tiefe)  war  zunächst  wiederum  brauner  Mergel/ 
Schluff (wie M5) zu sehen, darin und darüber war in einer Rinnenstruktur Feinsand mit Schluf‐
flagen zu sehen, welcher schief gestellt erschien (Abb. 2.5.12., 2,5,14.). Dieser Feinsand war 
aber nur in der Mitte der Struktur vorhanden, seitlich war nach 3,35 m Profillänge (8,28 m 
Tiefe) eine Wechselfolge von braun/ rostig‐limonitisch geflecktem (bzw. gestreiften) Feinsand 
und Schluff zu sehen, wobei bis 4,5 m (7,62 m Tiefe) der Feinsand dominierte (Probe M7, Abb. 
2.5.12., Abb. 2.5.15.). 
Darüber war von 4,5‐5,8 m (Profillänge; 6,87‐7,62 m Tiefe) feinsandiger Schluff zu sehen, wel‐
cher wellig fein geschichtet und grau‐braun gefleckt war (Probe M8, Abb. 2.5.15.). 
Ab 5,8‐6,2 m (6,64‐6,87 m Tiefe) nahm der Feinsandgehalt wieder zu, es war eine Wechsella‐
gerung von Feinsand und Schluff im Zentimeter‐Bereich zu beobachten. An einer steilen Kluft 
zwischen 5,5‐6,0 m Profillänge war der Schluff mehrere Zentimeter breit rostrot verfärbt (Abb. 
2.5.15.). 
Darüber (6,2‐6,9 m Profillänge; 6,24‐6,64 m Tiefe) war fester Ton zu sehen, der grau‐braun 
gefleckt  erschien  und  sowohl  schwarze  Überzüge  an  Kluftflächen,  als  auch  schwarze  Ein‐
sprenglinge aufwies (Probe M9). Der auf den Übersichtsfotos an dieser Stelle sichtbare Kies 
(Abb. 2.5.8.) war hier nicht anstehend, er wurde lediglich oberflächlich über die Aufschluss‐
wand gespült (Abb. 2.5.16.). 

BC-27/2011-13: Neue Bauaufschlüsse - Neues Geowissen: Burgenland, Jahresendbericht 2013, Sept. 2014
 
 
109 
 
Hangend davon (6,9‐7,4 m Profillänge; 5,96‐6,24 m Tiefe) waren braungelbe, schluffige Fein‐
sande aufgeschlossen (Probe M10, Abb. 2.5.16.). 
Von 7,4‐9,9 m Profillänge (4,52‐5,96 m Tiefe) waren endlich die in den Übersichtsfotos promi‐
nent hervortretenden Kiese aufgeschlossen (Abb. 2.5.16., 2.5.17). Es handelte sich um Kiese 
in einer sandig‐schluffigen, graubraunen Matrix, wobei v.a. der Korngrößenbereich von Grob‐
sand bis Feinkies stark vertreten war. Viele Komponenten erreichten Korngrößen bis 2 cm, 
etliche noch bis 5 cm, nur vereinzelt waren Komponenten bis 10 cm Durchmesser zu sehen. 
Quarz dominierte das Komponentenspektrum in allen Farben. Die Rundung der Komponenten 
variierte von teilweise gut gerundeten Körnern, die meisten Komponenten waren aber als mä‐
ßig gerundet bis kantengerundet einzustufen, auch nicht gerundeter Glimmerschiefer war zu 
sehen. Im Kies schienen Zwischenlagen aus Schluff bis Feinkies enthalten zu sein. 
Im Hangenden der Kiese (9,9‐12,2 m Profillänge; 3,2‐4,52 m Tiefe) schienen zunächst Schluffe 
zu folgen, erst durch tieferes Aufgraben zeigte sich, dass hier Sande anstehend waren, der 
„Schluff“ entpuppte sich als anthropogene Schüttung mit Erde und Plastikresten. Im Wesent‐
lichen handelte es sich um Mittel‐ bis Grobsand und Feinkies, stellenweise war der Sand auch 
schluffig. Nach oben zu wechselte die Farbe von graubraun zunehmend nach rot (Probe M11, 
Abb. 2.5.16., Abb. 2.5.18.). 
Von 12,2‐15 m Profillänge (1,6‐3,2 m Tiefe) waren grau‐rot gefleckte Schluffe/ Tone aufge‐
schlossen, die oberflächlich weich waren, beim tieferen Graben entpuppte er sich als fest und 
zäh. In den liegenden Bereichen dominierte noch die rote Farbe, nach oben zu ging die Farbe 
vermehrt in grau über (M13, M14, Abb. 2.5.19., Abb. 2.5.20.). 
Ab 15 m (Profillänge; 0,45‐1,6 m Tiefe) waren die Schluffe grau‐braun gefleckt, welches nach 
oben in eine einheitliche braungraue Färbung überging (M15). Bei 16,0‐16,5 m Profillänge (um 
1 m Tiefe) waren in den Schluffen Kiese zu sehen, welche nicht gerundet bis angerundet und 
schwarz (Mangan?) überzogen waren (M15, M16, Abb. 2.5.21.). 
Ab 17 m Profillänge (0‐0,45 m Tiefe) war schokobrauner Lehm/ Boden aufgeschlossen, am Top 
der Stufe lag Kies, der aber nicht von hier stammen dürfte (Abb. 2.5.22.). 

BC-27/2011-13: Neue Bauaufschlüsse - Neues Geowissen: Burgenland, Jahresendbericht 2013, Sept. 2014
 
 
110 
 
 
Abb. 2.5.10.: Blaugraue, feste Tone an der Sohle des Profils (Proben M1, M2), überlagert durch 
braungraue, rostrot gefleckte Schluffe (Probe M3). 
 
Abb. 2.5.11.: Lage aus grauem Schluff/ Ton, welche von einer 1‐2 cm mächtigen rostroten Schicht 
durchzogen wurde. 

BC-27/2011-13: Neue Bauaufschlüsse - Neues Geowissen: Burgenland, Jahresendbericht 2013, Sept. 2014
 
 
111 
 
 
Abb. 2.5.12.: Detail des Profils in Moschendorf (oberes Maßstabende liegt bei 4 m Profillänge resp. 
7,8 m Tiefe). Über braunem Schluff/ Ton (M5) ist eine geringmächtige graue Tonlage zu sehen, dar‐
über folgen wieder braune Schluffe, die in eine Wechselfolge aus Schluff und Feinsand übergehen. Im 
Bereich einer Rinnenstruktur (siehe Abb. 2.5.8.) ist eine Linse aus Feinsand (hellgrau) zu erkennen. 

BC-27/2011-13: Neue Bauaufschlüsse - Neues Geowissen: Burgenland, Jahresendbericht 2013, Sept. 2014
 
 
112 
 
 
Abb. 2.5.13.: Die braunen Schluffe/ Tone, die in einer Tiefe von 8,48‐9,0 m (bzw. 2,1‐3 m Profillänge) 
aufgeschlossen waren, zeigten deutliche rostrote Beläge an Kluftflächen. Darüber war eine gering‐
mächtige graue Lage aus Ton zu sehen, die durch die gesamte Breite der Aufschlusswand zu 
verfolgen war. 

BC-27/2011-13: Neue Bauaufschlüsse - Neues Geowissen: Burgenland, Jahresendbericht 2013, Sept. 2014
 
 
113 
 
 
Abb. 2.5.14.: Detail der Sandlinse, die in der Mitte einer Rinnenstruktur in die umgebenden Schluffe 
bzw. Schluff‐Sand‐Wechsellagerungen eingebettet ist. 

BC-27/2011-13: Neue Bauaufschlüsse - Neues Geowissen: Burgenland, Jahresendbericht 2013, Sept. 2014
 
 
114 
 
 
Abb. 2.5.15.: Detail der Aufschlusswand in Moschendorf: Eine Wechselfolge von braun/ rostig‐limoni‐
tisch geflecktem (bzw. gestreiften) Feinsand und Schluff (M7) wurde von 4,5‐5,8 m Profillänge (ent‐
spricht 6,87‐7,62 m Tiefe) durch feinsandigen Schluff überlagert, welcher wellig fein geschichtet und 
grau‐braun gefleckt war. Darüber war wiederum eine Wechselfolge aus Schluff und Feinsand ausgebil‐
det. Die  gelben Pfeile weisen auf eine  steile Kluft hin, an welcher das Sediment rostrot verfärbt ist 
(Maßstabslänge: 2 m). 

BC-27/2011-13: Neue Bauaufschlüsse - Neues Geowissen: Burgenland, Jahresendbericht 2013, Sept. 2014
 
 
115 
 
 
Abb. 2.5.16.: In 6,24‐6,64 m Tiefe, bzw. bei 6,2‐6,9 m Profillänge waren harte, grau‐braune Tone auf‐
geschlossen (M9), darüber folgten schluffige, braungelbe Feinsande (M10). Diese wurden durch san‐
dig‐schluffige Kiese überlagert, in deren Hangenden rote Grobsande bis Feinkiese (M11, M12) liegen. 
 
Abb. 2.5.17.: Detail der Kiessande in 4,52‐5,96 m Tiefe bzw. 7,4‐9,9 m Profillänge. Deutlich sichtbar ist 
der mäßige bis schlechte Rundungsgrad der Kiese, sowie die Korngrößenverteilung (siehe Maßstab). 

BC-27/2011-13: Neue Bauaufschlüsse - Neues Geowissen: Burgenland, Jahresendbericht 2013, Sept. 2014
 
 
116 
 
 
Abb. 2.5.18.: Detail der roten Grobsande in 3,5 m Tiefe (bzw. bei 11,7 m Profillänge (Probe M12). 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Abb. 2.5.19.: Im Hangenden der ro‐
ten Sande wurden grau‐rot gefleckte 
Schluffe  bzw.  Tone  angetroffen 
(M13, M14). 

BC-27/2011-13: Neue Bauaufschlüsse - Neues Geowissen: Burgenland, Jahresendbericht 2013, Sept. 2014
 
 
117 
 
 
Abb. 2.5.20.: Detail der rot‐grau gefleckten Schluffe/ Tone, die in 1,6‐3,20 m Tiefe (12,2‐15 m 
Profillänge) aufgeschlossen waren. 

BC-27/2011-13: Neue Bauaufschlüsse - Neues Geowissen: Burgenland, Jahresendbericht 2013, Sept. 2014
 
 
118 
 
 
Abb. 2.5.21.: Rot‐grau gefleckten Schluffe/ Tone bei etwa 16 m Profillänge (1 m Tiefe). In den 
Schluffen waren wenige Kiese zu sehen, welche nicht gerundet bis angerundet und schwarz 
(Mangan?) überzogen waren, hier rechts etwas oberhalb der Bildmitte sichtbar (M15). 

BC-27/2011-13: Neue Bauaufschlüsse - Neues Geowissen: Burgenland, Jahresendbericht 2013, Sept. 2014
 
 
119 
 
 
Abb. 2.5.22.: Top der Aufschlusswand: Ab 17 m Profillänge (0‐0,45 m Tiefe) war schokobrauner 
Lehm/ Boden aufgeschlossen, am Top der Stufe lag Kies, der aber nicht von hier stammen dürfte, da 
er nur als dünne Schicht an der Oberfläche auflag. 
 

Download 183.78 Kb.

Do'stlaringiz bilan baham:
1   2   3   4   5   6   7




Ma'lumotlar bazasi mualliflik huquqi bilan himoyalangan ©fayllar.org 2020
ma'muriyatiga murojaat qiling