Flug zum sd1 Treffen in Laucha an der Unstrut


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Sana14.01.2018
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#24487

Flug zum SD1 Treffen in Laucha an der Unstrut 

 

Wie sich inzwischen schon herumgesprochen hat, baue ich seit geraumer Zeit an einem UL namens 



SD1 Minisport (

www.sdplanes.com

).  

Um sich Tipps und Anregungen zu holen, ist das SD1 Treffen, das heuer bereits zum 3. Mal stattfand, 



der ideale Ort. Schon letztes Jahr war ich mit unserer Dimona in Beilgries dabei, heuer war der Ort 

des Treffens Laucha an der Unstrut, in der Nähe von Leipzig. 

Wegen der doch beträchtlichen Entfernung war das Flugzeug der Wahl eine Aquila A210, die OE-CUU 

der Austrian Aircraft Corporation – vier Stunden Dimona Sitz wollte ich meinem Rücken dann doch 

nicht zumuten. Mit von der Partie war Andreas Schwarzl, ein SD1 Freund aus Gänserndorf, den ich 

letztes Jahr in Beilngries kennen lernte. 



Zum Flug: 

 

Den Hinflug gestalteten wir recht einfallslos – entlang einer geraden Linie von LOWG nach EDBL 



(Laucha), ungeachtet aller TMA’s etc im Weg. 

Einmal mehr hat sich gezeigt, wie unkompliziert das Fliegen in Luftraum Klasse D sowohl in 

Österreich als auch im Ausland ist, solange man nur vorm Funken keine Angst hat. 

Schon eine Minute nach dem Take Off in Graz bekamen wir die Freigabe auf 6500 Fuß zu steigen, was 

wir dankend annahmen. Entlang der Linie Graz-Eisenerz-LOLO (Linz Ost)- Rohrbach ging es quer 

durch Österreich, auch das Queren der TMA Linz war null Problemo.  



 

Linz, Position ca.LOLO 

Am Punkt DEGAB im Dreiländereck Deutschland/Tschechien/Österreich wechselten wir zu Praha Info 

und flogen in der Folge auf ca. Kurs 330° durch Tschechien.  

 

See im Dreiländereck 



Auch dort wurde z.B. das Durchqueren der TMA Karlovy Vary (für die Monarchisten: Karlsbad) sofort 

genehmigt. Bei VEXIL ging es zu München Info und auf deutsches Staatsgebiet. Nach 300 nm 

Flugdistanz und ca. 3 Stunden Flugzeit mit 75% Powersetting konnten wir uns bei Laucha Info melden 

und auf der 27 von EDBL aufsetzen, wo wir beim Rollen zur Abstellfläche bereits eine Reihe von SD1-

en bewundern konnten. 


 

 

 



Für den Rückflug wählten wir eine Route durch Deutschland, die sich mehr an geographischen 

Anhaltspunkten orientierte (Autobahnen, Täler, Pässe). Von Laucha ging es über Hof nach Passau, 

von dort weiter über Wels, Phyrnpass, Schoberpass zurück. 

 

 



Zusammenfluss von Inn und Donau in Passau 

 

Da wir in Laucha nur aus Kanistern und Schüttelschlauch Sprit bekamen, war die gebunkerte Menge 



sehr knapp gehalten, rechnerisch hätte es sich bis Graz aber ausgehen sollen. Um Treibstoff zu 

sparen sind wir in 3500‘ mit 65% Powersetting geflogen. Den Phyrn sind wir in nur 4000‘ angeflogen, 

um nicht im Steigflug zu viel Sprit zu verbrennen, was eine durchaus spannende Taktik war. Die 

letzten Kilometer vor dem Pass gerieten wir nämlich in ein kräftiges Lee, in dem wir auch mit Vollgas 

kaum die Höhe halten konnten. Im Endeffekt ist es sich mit Bauch einziehen gerade ausgegangen. 


Leider war alle Mühe umsonst, die Flugzeit war länger als kalkuliert und über St. Michael fiel der 

erste Tank nach einer Trimmungsänderung trocken. Die Sache wurde uns zu heiß und wir haben 

entschieden, die letzten 20 Minuten bis Graz nicht weiter zu zittern, sondern in LOGT noch einmal ein 

paar Schluck Treibstoff nachzufüllen.   Unser Twin war gerade am Start und nachdem der Schleppzug 

draußen war, gingen wir runter. 30 Minuten und eine ausnehmend freundliche und 

zuvorkommenden Betankung später ging es weiter nach Graz, wo wir mehr oder weniger gemeinsam 

mit einer JU-52 nach knapp 4  Stunden Gesamtflugzeit aufsetzten. 

 

 



 

Laucha (EDBL):

 

Laucha gehört mit zur Wiege des Segelflugs in Deutschland, wenngleich mit sehr durchwachsener 

Geschichte. Schon in den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts wurde hier geflogen, da die Geologie 

sehr gute Thermik ermöglicht und eine kilometerlange Hangkante mit ca. 150 m Hanghöhe gute 

Verhältnisse zum Hangkantenpolieren bietet. 

Die Nationalsozialisten errichteten hier eine riesige Reichsflugschule, in der 130 Segelflugzeuge 

stationiert waren. Die heute sehr bedrückend wirkende Bausubstanz ist noch erhalten, ein riesiges 

Areal voll mit typischer NS Architektur – teils noch heute in Verwendung, teils schon Ruine.  

 

 


 

Nach dem zweiten Weltkrieg übernahm die GST (Gesellschaft für Sport und Technik) das Areal. In 

dieser paramilitärischen DDR Organisation wurden erneut junge Menschen zu Fliegern ausgebildet, 

sodass in Laucha über ca. 40 Jahren Burschen und Mädchen mit mehr oder weniger Zwang zum 

Fliegen gebracht wurden. 

Heute beherbergt das Gelände das Haus der Luftsportjugend und bietet eine kunterbunte Palette an 

Luftsportarten an (Segelfliegen, Drachenfliegen, UL, Modellflug, Motorflug), der Zwang ist zum Glück 

Vergangenheit.  

 


Mein Zelt – irgendwo muss man sparen  

 

 



 

 

SD1 Treffen: 

11 fliegende Maschinen (und damit ca. 20 % der Gesamtpopulation) und ein Rohbau sowie einige 

Erbauer ohne Flugzeug im Gepäck nahmen am Treffen teil. 

 

Der internationale Teilnehmerkreis (Deutschland, Österreich, Tschechien, Holland) war im Schnitt mit 



über 3 Stunden Flugzeit angereist. Die SD1 zeigte, dass selbst in diesem Miniflugzeug Zelt, Schlafsack 

und Unterlegsmatte Platz finden. Es wurde 2 Tage fachgesimpelt, verglichen, Anregungen geholt und 

die eine oder andere Kiste Bier vernichtet. 

Der Konstrukteur und Hersteller auch Tschechien war mit dabei und mit dem ältesten Teilnehmer mit 

über 80 Jahren war der Beweis erbracht, dass auch Alter nicht davor schützt, beim Fliegen Spass zu 

haben. 


 

Der älteste Teilnehmer 

 


 

Nettes Design 

 

Der Erbauer ist im Brotberuf Malermeister – sieht man ! 



 

Aufgeräumtes Cockpit 



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