Geislingen an der Steige Basisdaten • Koordinaten: 48° 37′ N, 9° 50′ o [1] • Bundesland


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Geislingen an der Steige

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Geislingen an der Steige



Basisdaten

• Koordinaten: 48° 37′ N, 9° 50′ O 

[1]

• Bundesland: Baden-Württemberg



• Regierungsbezirk: Stuttgart

• Landkreis: Göppingen

• Höhe: 464 Meter über dem Meeresspiegel

• Fläche: 75.83 km²

• Postleitzahl: 73312

• Webpräsenz: www.geislingen.de 

[2]

• Oberbürgermeister: Wolfgang Amann



Geislingen an der Steige ist eine Stadt in Baden-Württemberg, im

Südosten der Region Stuttgart etwa 15 km südöstlich von Göppingen

bzw. 27 km nordwestlich von Ulm. Sie ist nach der Kreisstadt Göppingen die zweitgrößte Stadt des Landkreises

Göppingen und bildet ein Mittelzentrum für die umliegenden Gemeinden.

Geislingen an der Steige ist seit 1956 mit Inkrafttreten der baden-württembergischen Gemeindeordnung Große

Kreisstadt. Mit den Gemeinden Bad Überkingen und Kuchen hat Geislingen eine Verwaltungsgemeinschaft

vereinbart.

Geographie

Geographische Lage

Luftbild von Norden mit Blick über das

WMF-Gelände, die Geislinger Altstadt und das

Rohrachtal mit der Geislinger Steige

Geislingen an der Steige liegt am Rand der Mittleren Schwäbischen

Alb, bereits hinter den Albtrauf zurückgesetzt im Tal der Fils. Die

Stadt und ihr Vorort Altenstadt liegt in einem Talkessel, der durch das

Zusammentreffen verschiedener Täler entstanden ist. Geislingen nennt

sich deshalb auch Fünftälerstadt (Täler der oberen und unteren Fils,

Eyb, Rohrach und des Längentalbaches). Die im Filsursprung

entspringende Fils tritt von Bad Überkingen kommend (Oberes Filstal)

im Südwesten in das Stadtgebiet ein, wendet sich dann bei Altenstadt

nach Nordwesten und verlässt es wieder in Richtung Kuchen (Unteres

Filstal).



Geologie

Geislingen ist durch seine Lage am Albtrauf und damit durch den Weißjura der Alb mit ihren Karsterscheinungen

geprägt. Die Stadt liegt an der Schnittstelle bedeutender geologisch-fluvialer Entwicklungen der letzten 25 Millionen

Jahre.


Vor rund 24 Millionen Jahren (Oberes Miozän) entwässerte eine sogenannte Ur-Lone etwa entlang der heutigen

Täler des Neckars, der



Geislingen an der Steige

2

Blick vom Ödenturm auf Geislingen



Panorama von der Ruine Helfenstein aus gesehen

Fils, der Rohrach und der Lone entgegen den heutigen Richtungen

nach Süden bis zu einem Meer, das bis nach Westerstetten (elf

Kilometer südlich nach der Geislinger Steige) reichte (vgl. Klifflinie).

Eine Ur-Fils (Hasental-Wiesensteig-Geislingen) mündete bei

Geislingen in dieses Flusssystem. Erosionsabbau des Albtraufs nach

Süden und verstärkte Krustenaufwölbungen vor ca. elf Millionen

Jahren (Oberes Miozän) trennte weit nördlich von Geislingen die

Ur-Lone in einen südlichen Teil (Ur-Eyb, Ur-Fils, Ur-Lone) und eine

Rheinische Ur-Fils. Die Rheinische Ur-Fils drang durch ständige

rückschreitende Erosion bis nach Geislingen vor, wo es im

„erdgeschichtlichen Gestern“ (Riss-Eiszeit) schließlich zur

Flussanzapfung der Ur-Eyb und der Ur-Fils kam. Eyb und Fils

entwässern seitdem nach Norden zum Neckar. In der Folge fiel das Tal

der Ur-Lone südlich von Geislingen trocken. Der Abschnitt Steighof –

Urspring ist mit bis zu 400 Meter auch heute noch ein verhältnismäßig

breites Trockental. Geislingen liegt mit seiner Höhe von 400 bis 465

Metern rund 170 Meter unterhalb des Niveaus des Lonetals.

Fortschreitende Verkarstung hat auch den obersten Talabschnitt der Ur-Fils (das Hasental oberhalb der Fils-Quelle)

trockenfallen lassen.

Zu den genannten geologischen Entwicklungen siehe Filsursprung.

Der heute ca. acht Kilometer lange, südlich von Geislingen bei Steighof entspringende Bach Rohrach gräbt durch

rückschreitende Erosion den Teil der Ur-Lone bei Amstetten und dem Langental weiter an. Das untere Tal des

Baches mit der Altstadt, durch das die Geislinger Steige führt und weite Teile des heutigen Talkessels von

Geislingen sind vom Erosions-Hangschutt und von bis zu 20 Meter dicken karsttypischen Kalktuffablagerungen

geprägt. Die vor- und frühgeschichtliche Besiedlung konzentrierte sich auf diese alten Kalktuffbarren. Auch die Lage

der Altstadt ist davon geprägt.



Geislingen an der Steige

3

Nachbargemeinden

Folgende Städte und Gemeinden grenzen an die Stadt Geislingen an der Steige. Sie werden im Uhrzeigersinn

beginnend im Osten genannt:

Gerstetten (Landkreis Heidenheim), Amstetten (Württemberg) und Nellingen (Alb-Donau-Kreis) sowie Deggingen,

Bad Überkingen, Kuchen, Donzdorf und Böhmenkirch (alle Landkreis Göppingen)



Stadtgliederung

Funkturm Aufhausen

Das Stadtgebiet Geislingens besteht aus der Kernstadt, zu der auch die 1912

eingegliederte und inzwischen vollständig mit dem Stadtzentrum verwachsene

Gemeinde Altenstadt (historisch betrachtet die Vorgängersiedlung der Stadt)

gehört und den im Rahmen der Gebietsreform der 1970er Jahre eingegliederten

Gemeinden Aufhausen, Eybach, Stötten, Türkheim, Waldhausen und Weiler ob

Helfenstein, die heute als Stadtbezirke bezeichnet werden. Jeder dieser

Stadtbezirke ist zugleich eine Ortschaft im Sinne der baden-württembergischen

Gemeindeordnung, das heißt, sie haben einen Ortschaftsrat, dessen Mitglieder

von den Wahlberechtigten der Ortschaft bei jeder Kommunalwahl neu gewählt

werden. Vorsitzender des Ortschaftsrats ist der Ortsvorsteher. Die Anzahl der

Ortschaftsräte beträgt je nach Größe der Ortschaft zwischen sieben und elf.

Zu einigen Stadtteilen gehören weitere teilweise räumlich getrennte

Wohnbezirke oder Wohnplätze mit eigenen Namen. Die Wannenhöfe gehören zu

Aufhausen, Christofshof, Oßmannsweiler und Untere Roggenmühle zu Eybach,

Wittingen zu Türkheim und Battenau, Hofstett am Steig und Lindenhof zu

Weiler ob Helfenstein. In der Kernstadt werden neben Altenstadt weitere Wohngebiete mit eigenen Namen

unterschieden, deren Bezeichnungen sich im Zuge der Bebauung ergeben haben, deren Grenzen jedoch meist nicht

festgelegt sind.


Geislingen an der Steige

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Raumplanung

Geislingen bildet ein Mittelzentrum innerhalb der Region Stuttgart, deren Oberzentrum die Stadt Stuttgart ist. Zum

Mittelbereich Geislingen gehören die Städte und Gemeinden im oberen Filstal sowie einige Orte auf der

Albhochfläche. Im Einzelnen sind dies Bad Ditzenbach, Bad Überkingen, Böhmenkirch, Deggingen, Drackenstein,

Gruibingen, Hohenstadt, Kuchen, Mühlhausen im Täle und Wiesensteig.



Geschichte

Reste eines bereits durch Leitungsgräben

weitgehend zerstörten merowingerzeitlichen

Grabes in der Kantstraße, Notbergung 1994

Geislingen an der Steige wurde in einer Schenkungsurkunde aus dem

Jahr 1108 erstmals als Giselingen erwähnt. Allerdings wurde damit

eine Ansiedlung im Stadtteil Altenstadt mit einer hochmittelalterlichen

Befestigung und einer Basilika auf dem Lindenhof bezeichnet, und

nicht die heutige Kernstadt. Der Talkessel am Rande der Schwäbischen

Alb war allerdings spätestens seit der späten Bronzezeit besiedelt

[3]

.

Aus der Merowingerzeit sind mehrere Gräberfelder und



Siedlungsplätze bekannt. Einzelne Funde deuten darauf hin, dass sich

dort auch auffallend reich ausgestattete Gräber befanden, die auf

herrschaftliche Strukturen verweisen. Dies mag mit der

verkehrsgeographischen Situation an einem Albaufstieg

zusammenhängen.

Diese Situation war wohl auch ausschlaggebend, dass dort die Grafen

von Helfenstein zu Beginn des 13. Jahrhunderts eine Stadt gründeten,

die im engen Rohrachtal den wichtigen Handelsweg vom Rhein zum

Mittelmeer kontrollierte. Oberhalb der Stadt lag die Burg Helfenstein.

Schon bald wurde die Kernstadt mit zwei Vorstädten erweitert. Die alte

Siedlung „Altenstadt“ entwickelte sich parallel und blieb eine

selbständige Gemeinde, die erst 1912 mit der Stadt Geislingen

vereinigt wurde.

Geislingen, Kupferstich von Merian, um 1650

Zwischen 1396 und 1802 gehörte Geislingen zur Freien Reichsstadt

Ulm. 1803 fiel die Stadt durch den Reichsdeputationshauptschluss an

das Königreich Bayern und wurde 1810 mit Württemberg getauscht.

Danach war Geislingen Sitz eines Oberamtes.



Geislingen an der Steige

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Geislingen mit Burg Helfenstein um 1840 nach



einer Zeichnung von E. Mauch

Am 29. Juni 1850 wurde mit der Geislinger Steige und der Fortsetzung

der Ostbahn bis Ulm das letzte Teilstück der ersten durchgehenden

Strecke des württembergischen Eisenbahnnetzes von Heilbronn nach

Friedrichshafen dem Verkehr übergeben. Damit setzte die

Industrialisierung Geislingens ein.

Bei der Kreisreform 1938 wurde das Oberamt Geislingen aufgelöst.

Das Gebiet kam überwiegend zum Landkreis Göppingen. Bei der

Kreisreform 1973 veränderte sich diesbezüglich nichts, doch konnte

die Stadt im Rahmen der Gebietsreform einige Nachbargemeinden

eingliedern und erreichte somit 1975 ihre heutige Ausdehnung.

Im Juli 1944 wurde ein Außenlager des KZ Natzweiler-Struthof

errichtet, von dem 1000 überwiegend jüdische Ungarinnen zur Zwangsarbeit für die Firma Württembergische

Metallwaren-Fabrik (WMF) eingesetzt waren. Mindestens zwölf von ihnen überlebten die mörderischen

Arbeitsbedingungen nicht. Eine Lagerbaracke ist noch in der Karl-Benz-Straße 13 zu sehen.

[4]

1946 überschritt die Einwohnerzahl die Grenze von 20.000; 1948 wurde Geislingen zur Unmittelbaren Kreisstadt



und mit Inkrafttreten der baden-württembergischen Gemeindeordnung am 1. April 1956 zur Großen Kreisstadt

erklärt.


1948 übernahm die Stadt die Patenschaft über Südmähren und nahm sich damit der Heimatvertriebenen dieser

Region an. Seitdem finden in Geislingen-Altenstadt jedes Jahr am ersten Wochenende in den Sommerferien die

Bundestreffen der Südmährer statt. 1950 wurde südlich der Stadt, auf der Schildwacht, das weithin sichtbare

Ostlandkreuz errichtet. Es erinnert an die Leiden, welche die einst in Böhmen und Mähren lebende deutsche

Bevölkerung bei ihrer Vertreibung erlitten hat. 1992 und 2003 wurde es erneuert und mit einer Lichtanlage versehen.

Die beengte Lage der Stadt im Tal bewirkt, dass angestammte Betriebe aufgrund mangelnder

Erweiterungsmöglichkeiten abwandern.

Religionen

Pfarrhaus, im Hintergrund der Ödenturm

Die Bevölkerung von Geislingen gehörte ursprünglich zum Bistum

Konstanz und war dem Archidiakonat circa alpes, Landkapitel Siezzen

(Süßen) unterstellt. 1531 wurde durch die Reichsstadt Ulm, zu der die

Stadt damals gehörte, die Reformation eingeführt, daher war

Geislingen über Jahrhunderte eine überwiegend protestantische Stadt.

Für die kirchlichen Angelegenheiten war der Ulmer Superintendent

zuständig. Die Gemeinde in Geislingen feiert ihre Gottesdienste in der

ehemaligen Kirche zu Unserer Lieben Frau, die 1424/28 als

dreischiffige Pfeilerbasilika erbaut wurde. Diese Kirche war nach dem

Übergang der Stadt zu Württemberg zu Anfang des 19. Jahrhunderts

Sitz eines Dekanats. In Altenstadt auf dem Lindenhof gab es ebenfalls

eine Kirche (St. Michael), die 1582 wegen Baufälligkeit größtenteils abgebrochen werden musste. Teile wurden als

Pfarrhaus (seit 1946 Kinderheim) umgebaut. Nach Abbruch der Kirche St. Michael wurde die Martinskirche neue

Pfarrkirche. Diese war im 13. Jahrhundert erbaut worden (es gab eine ältere Vorgängerkirche). Die Martinskirche

brannte 1634 nieder, wurde 1659/61 wieder aufgebaut, 1904


Geislingen an der Steige

6

Geislingen, Kirche, Zeichnung von



Margret Hofheinz-Döring, 1978

Aufhausen, Zeichnung von Margret

Hofheinz-Döring,1978

abgebrochen und danach erneut wieder aufgebaut. Neben diesen beiden

Pfarrkirchen wurden im 20. Jahrhundert weitere Kirchen gebaut und neue

Gemeinden gegründet. Es entstand die Paulusgemeinde (Kirche von 1956) und

die Markusgemeinde (Kirche von 1985). Die vier Gemeinden der Kernstadt

bilden zusammen mit der Kirchengemeinde Weiler ob Helfenstein

(Margaretenkirche mit gotischem Kern und mehrfachen Veränderungen) die

Evangelische Gesamtkirchengemeinde Geislingen. Auch in den anderen

Stadtteilen Aufhausen, Stötten, Türkheim und Waldhausen wurde infolge der

frühen Zugehörigkeit zur Reichsstadt Ulm die Reformation eingeführt. Daher

gibt es in diesen Stadtteilen jeweils eine evangelische Kirchengemeinde und eine

eigene Kirche. Eybach gehörte den Grafen von Degenfeld und war dem Kloster

Ellwangen zu Lehen gegeben, daher blieb der Ort zunächst katholisch. 1607

versuchte die Ortsherrschaft die Reformation einzuführen, doch konnte sie sich

damit nicht durchsetzen. Dennoch wurde 1608 eine evangelische Pfarrei

eingerichtet. Die Gottesdienste fanden in der katholischen Pfarrkirche Mariä

Himmelfahrt aus dem 15. Jahrhundert statt, die seither simultan genutzt wurde.

Erst 1968 baute die evangelische Gemeinde die Christuskirche. Alle

evangelischen Kirchengemeinden im Geislinger Stadtgebiet gehören zum

Dekanat bzw. Kirchenbezirk Geislingen an der Steige innerhalb der

Evangelischen Landeskirche in Württemberg. In Geislingen gibt es auch eine

Liebenzeller Gemeinschaft.

Katholiken gibt es in Geislingen erst wieder seit dem 19. Jahrhundert. Für sie

wurde 1866 eine eigene Pfarrei errichtet und die Kirche St. Sebastian gebaut. Sie

gehörte zunächst zum Dekanat Deggingen. 1909 wurde auch in Altenstadt eine

katholische Kirche St. Maria gebaut und 1919 zur Pfarrei erhoben. 1961 wurde

Geislingen Sitz eines eigenen katholischen Dekanats, als das Dekanat Deggingen

geteilt wurde. 1969 wurde die dritte katholische Kirche in Geislingen, St.

Johannes Baptist, erbaut und 1975 zur Pfarrei erhoben. Die Gemeinde St.

Sebastian betreut auch die Katholiken aus Aufhausen, Türkheim und Weiler ob

Helfenstein, die Gemeinde St. Johannes Baptist die Katholiken in Stötten. Die katholische Gemeinde Mariä

Himmelfahrt Eybach hat eine lange Tradition (vgl. oben). Die Gemeinde betreut auch die Katholiken in Waldhausen.

Alle vier katholischen Gemeinden im Geislinger Stadtgebiet bilden heute die Seelsorgeeinheit 3 des Dekanats

Geislingen innerhalb des Bistums Rottenburg-Stuttgart.

Neben den beiden großen Kirchen gibt es in Geislingen auch Freikirchen und Gemeinden, darunter die

Evangelisch-methodistische Kirche, die Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde (Baptisten) und die Volksmission

entschiedener Christen. Auch die Neuapostolische Kirche ist in Geislingen vertreten.


Geislingen an der Steige

7

Eingemeindungen

Folgende Gemeinden wurden nach Geislingen an der Steige eingegliedert:

•• 1912 Altenstadt

•• 1. Januar 1966 Weiler ob Helfenstein

•• 1. Januar 1971 Türkheim

•• 1. Januar 1972 Stötten

•• 1. März 1972 Waldhausen

•• 31. Dezember 1972 Eybach

•• 1. Januar 1975 Aufhausen

Aufhausen

Eybach


Stötten

Türkheim (Alb)

Waldhausen

Weiler ob Helfenstein



Einwohnerentwicklung

Bevölkerungspyramide Geislingens

Vermutlich bereits im 8. Jahrhundert hatte der Geislinger Talkessel

eine Einwohnerdichte erreicht, die am Limit der agrarischen

Ertragsfähigkeit lag.

Die Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand sind

Schätzungen, Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche

Fortschreibungen der jeweiligen Statistischen Ämter (nur

Hauptwohnsitze).

Jahr

Einwohnerzahlen

1768


1.541

1786


1.600

1823


2.075

1843


2.257

1855


2.560

1861


2.902

1. Dezember 1871

3.334

1. Dezember 1880 ¹



3.902

1. Dezember 1890 ¹

5.722

1. Dezember 1900 ¹



7.050

1. Dezember 1910 ¹

8.674

16. Juni 1925 ¹



13.762

Geislingen an der Steige

8

16. Juni 1933 ¹



14.439

Jahr

Einwohnerzahlen

17. Mai 1939 ¹

17.478

1946


20.478

13. September 1950 ¹

22.699

6. Juni 1961 ¹



26.169

27. Mai 1970 ¹

27.662

31. Dezember 1975



28.693

31. Dezember 1980

27.344

27. Mai 1987 ¹



25.980

31. Dezember 1990

26.993

31. Dezember 1995



28.429

31. Dezember 2000

27.947

31. Dezember 2004



27.807

31. Dezember 2005

28.737

31. Dezember 2010



26.841

¹ Volkszählungsergebnis



Politik

Bürgermeister

An der Spitze der Stadt Geislingen stand in ulmischer Zeit der ritterliche Vogt, dem ein Pfleger zur Seite stand. 1636

wurden beide Ämter unter einem Obervogt vereinigt. Nach dem Übergang an Württemberg trug das Stadtoberhaupt

seit 1819 die Bezeichnung „Stadtschultheiß“ seit 1930 Bürgermeister und mit der Erhebung zur unmittelbaren

Kreisstadt 1948 lautet die Amtsbezeichnung Oberbürgermeister. Heute wird der Oberbürgermeister von den

Wahlberechtigten auf acht Jahre direkt gewählt. Er ist Vorsitzender des Gemeinderats. Aus der Mitte des

Gemeinderats werden drei allgemeine Stellvertreter des Oberbürgermeisters gewählt.


Geislingen an der Steige

9

Rathaus in der Hauptstraße



Stadtoberhäupter seit 1819

• 1819–1824: Johann Friedrich Knoll

• 1824–1847: Karl Friedrich Müller

• 1848–1854: Michael Häberlen

• 1854–1877: Johann Georg Fahr

• 1877–1893: Gustav Adolf Wilhelm Wolf

• 1893–1910: Ehrenreich Vöhringer

• 1910–1915: Robert Leube

• 1915–1919: Wilhelm Höfer, Amtsverweser

• 1919–1929: Edmund Harrer

• 1930–1938: Emil Schlunck

• 1938–1943: Emil Schwarz

• 1943–1945: Andreas Schauz, Amtsverweser

•• 1945: Friedrich Wilhelm Erbacher

• 1945–1946: Ernst Reichle

• 1946–1948: Friedrich-Karl von Siebold

• 1948–1949: Hermann Reihling

• 1949–1950: Karl Kienle, Amtsverweser

• 1950–1951: Alfred Allgaier

• 1951–1952: Georg Nagel, Amtsverweser

• 1952–1962: Erich Klotz

• 1962–1990: Helmut von Au

• 1990–1998: Martin Bauch

• 1998–heute: Wolfgang Amann



Gemeinderat

Die Kommunalwahl am 7. Juni 2009 ergab folgende Sitzverteilung:



Parteien/Wählervereinigungen/Wahlvorschläge

2009

2004

Sitze

2004

CDU


38,7 % −4,7 % 9 Sitze

−1

FWV



21,4 % +0,1 % 5 Sitze

±0

SPD



21,0 % −2,5 % 5 Sitze

±0

GAL



11,7 % −0,1 % 2 Sitze

±0

JG+DL



7,2 % +7,2 %

1 Sitz


+1

Wahlbeteiligung: 44,8 % (−1,3)

[5]

Alle Gemeinderäte der Stadt sind im Transparenzportal abgeordnetenwatch.de vertreten. Dort kann jeder Bürger den



gewählten Kommunalpolitikern öffentlich Fragen stellen.

[6]


Geislingen an der Steige

10

Jugendgemeinderat

Seit 1994 gibt es in Geislingen einen Jugendgemeinderat (JGR), der eine dauerhafte kommunalpolitisch und

demokratisch legitimierte Vertretung der Geislinger Jugend darstellt. Der Jugendgemeinderat umfasst jeweils drei

Vertreter der allgemeinbildenden Schulen, insgesamt 24.

In der Satzung des Jugendgemeinderats steht: „Der Jugendgemeinderat in Geislingen hat das Ziel, Interessen von

Jugendlichen der Stadt gegenüber Gemeinderat, Stadtverwaltung und der Öffentlichkeit zu vertreten. Mit dem

Jugendgemeinderat sollen Jugendliche in demokratische Strukturen gegen Politikverdrossenheit eingebunden

werden. Der Jugendgemeinderat will die Kommunikation zwischen Jugendlichen und Erwachsenen fördern.“

An den Geislinger Schulen finden jedes Jahr Wahlen zum Jugendgemeinderat statt.



Wappen

Das Wappen von Gaislingen aus Johann

Siebmachers Wappen-Buch von 1605

Das Wappen von Geislingen zeigt einen von Schwarz und Silber geteilten

Schild überdeckt mit einer fünfblättrigen, golden besamten, roten Rose mit

grünen Kelchblättern. Die Stadtflagge ist schwarz-weiß.

Graf Ulrich von Helfenstein legte im Jahre 1367 in einer Stadtordnung fest,

dass das Stadtsiegel sein Vollwappen erhalten solle. Dieses Siegel blieb auch

nach dem Verkauf Geislingens im Jahre 1396 an die Reichsstadt Ulm einige

Zeit erhalten. 1422 ist erstmals das geteilte Schild der Stadt Ulm in dem

Siegel nachweisbar. Ob die Rose schon in dem schlecht erhaltenen

Siegelabdruck vorhanden war, lässt sich nicht mit Sicherheit sagen. Die

Stadtfarben Schwarz-Weiß wurden 1557 erstmals in einem Schützenbuch

genannt.


Städtepartnerschaften

Geislingen unterhält seit 1990 mit Bischofswerda in Sachsen und seit 1993

mit Montceau-les-Mines in Frankreich eine Städtepartnerschaft.

Patenschaft

• 1953 wurde die Patenschaft für die aus ihrer angestammten Heimat vertriebenen Südmährer übernommen.



Wirtschaft und Infrastruktur

Stadtseite des Bahnhofs, Zeichnung von etwa

1848

Verkehr

Die Stadt liegt an den Bundesstraßen B 10 (Lebach–Augsburg) und

B 466 (nach Mühlhausen im Täle).

Geislingen liegt an der 1847 eröffneten Filstalbahn von Stuttgart nach

Ulm. Der Bahnhof Geislingen (Steige) wird stündlich von

Regionalbahn- und Regional-Express-Zügen nach Stuttgart,

Plochingen und Ulm bedient. Außerdem halten dort im

Zweistundentakt Interregio-Express-Züge der Linie Stuttgart – Lindau sowie einzelne Intercity-Züge. Neben dem

Bahnhof Geislingen, der im Busverkehr als Hauptbahnhof bezeichnet wird, gibt es noch eine Station

Geislingen-West. Von 1903 bis 1981 war Geislingen Ausgangspunkt der Tälesbahn, einer Nebenbahn nach



Geislingen an der Steige

11

Wiesensteig. Die Königlich Württembergischen Staats-Eisenbahnen erbauten dafür das Bahnhofsgebäude in



Geislingen-Altenstadt als Einheitsbahnhof vom Typ IIb.

[7]


. Der Abschnitt bis Geislingen-Altenstadt blieb noch bis

2002 in Betrieb.

Im Stadtgebiet versorgen vor allem zahlreiche Buslinien der Verkehrsgemeinschaft Stauferkreis den öffentlichen

Personennahverkehr (ÖPNV). Geislingen verfügt über einen Zentralen Omnibus-Bahnhof (ZOB), direkt neben dem

Hauptbahnhof.


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