In Niederbayern Stromversorgung zwischen Bayern und Österreich


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Netzausbau 

in Niederbayern

Stromversorgung zwischen Bayern und Österreich


Isar

Donau


Main

9

7



11

8

12



10

5

1



4

2

6



3

Thüringen

Mecklar

Grafenrheinfeld



Würgau

Mechlenreuth

Altenfeld

Etzenricht

Schwandorf

Sittling


Altheim

Isar


Tann

Pleinting

Simbach

St. Peter



Pirach

Ottenhofen

München

Ingolstadt



Netzgebiet

Amprion


Nürnberg

Bayreuth


Würzburg

Ludersheim

Raitersaich

Kupferzell

Redwitz

Eltmann


CZ

A

6



4

22

8



12

20

17



28 6

Inhalt


TenneT im Dialog 

Ansprechpartner 



6  

TenneT in Bayern 

8

Netzausbau in Bayern 



10

Netzstabilität 

12

Netzeingriffe  2003 - 2014 



14

Europäischer Strommarkt 

16 

Netzverstärkung 



18

Trassenverlauf 

20  

Projekte Niederbayern 



21 

Raumordnungsverfahren 

22

Planfeststellungsverfahren 



24

Flächeninanspruchnahme 

26

Nutzung von Grundstücken 



27 

Technologie und Umsetzung 

28

Elektrische & magnetische Felder 



30

3

2



TenneT  

im Dialog

Liebe Leserinnen und Leser,

mit der Energiewende sind strukturelle Veränderungen in der Stromerzeugung 

und im Stromtransport verbunden. Als Übertragungsnetzbetreiber, dessen 

Netzgebiet von Schleswig-Holstein bis zur bayerisch-österreichischen Grenze 

reicht, trägt TenneT hierbei eine besondere Verantwortung. Denn wetter-

bedingte Schwankungen von Wind- und Solarenergie müssen durch neue 

konventionelle Kraftwerke sowie ein reibungsloses Zusammenspiel von Erzeu-

gungsanlagen für  erneuerbare Energien und Pumpspeicherkraftwerken im 

Alpenraum ausgeglichen werden. In diesem Zusammenhang lässt sich für die 

nieder- und ostbayerische Region eine gleichbleibend hohe Versorgungs-

sicherheit nur durch eine Modern isierung der Leitungen zwischen Altheim und 

St. Peter gewährleisten.  

Andreas Mayr

Projektleiter für das Leitungsbauvorhaben  

Altheim – St. Peter mit dem Abzweig Simbach

TenneT TSO GmbH

4

5


Ansprech-  

partner


Ina-Isabelle Haffke

Referentin Bürgerkommunikation 

T

 +49 (0) 921 50740-4070 



M

 +49 (0) 151 4224 6910 

E

 ina-isabelle.haffke@tennet.eu



Transparente Projektumsetzung und sachlicher Dialog

Ein großes Anliegen von TenneT ist es, alle Beteiligten frühzeitig und offen 

in die Planungen mit einzubeziehen. Daher ist TenneT mit Informationsan-

geboten direkt vor Ort und nimmt in Gesprächen mit Grundstückseigen-

tümern, Bürgern sowie Gemeinde- und Verbandsvertretern Hinweise für 

die Planung der Leitungen in Niederbayern auf. Hierdurch lassen sich etwa 

Beeinträchtigungen bei der landwirtschaftlichen Nutzung oder bei der 

Ausweisung neuer Wohnflächen minimieren. Mit der vorliegenden Infor-

mationsbroschüre möchten wir diesen konstruktiven Dialog fortsetzen und 

Sie über Hintergründe und Fortgang der Planungen informieren.

Für Ihre Fragen und Anregungen steht Ihnen unsere Bürgerreferentin gerne 

zur Verfügung. Nach individueller Terminabsprache sind auch Trassen-

begehungen, Vororttermine oder direkte Besuche möglich.

6

7



TenneT in Bayern

Bayreuth


Bayreuth

Bamberg


Richtung Vieselbach

Dipperz


Mechlenreuth

Schwandorf

Richtung 

Meitingen

Plattling

Pleinting

Kriegenbrunn

Raitersaich

Richtung Remptendorf

Richtung Hradec 

und Prestice 

(Tschechien)

Redwitz

Schweinfurt



Bergrheinfeld

Grafenrheinfeld

Richtung 

Kupferzell

Richtung 

Höpfingen


Oberhaid

Eltmann


Würgau

Ludersheim

Regensburg

Ingolstadt

Sittling

Altheim


Neufinsing

Zolling


Oberbachern

Oberbrunn

Krün

Richtung Kühtai / Westtirol



Marienberg

Pirach


Isar

Ottenhofen

Jochen-

stein


Egglfing

St. Peter am Hart 

(Oberösterreich)

Sim-


bach

Schärding

Irsching

Trennfeld

Menzing

Föhring


Etzenricht

Netzgebiet

Amprion

Thüringen



Sachsen

Bayern


CZ

A

220-kV-Leitung/Umspannwerk



TenneT Unternehmensleitung Bayreuth

TenneT Betriebszentrum Bamberg

380-kV-Leitung/Umspannwerk

Tennet Höchstspannungsnetz  

in Bayern

9

8



Isar

Donau


Main

9

7



11

8

12



10

5

1



4

2

6



3

Thüringen

Mecklar

Grafenrheinfeld



Würgau

Mechlenreuth

Altenfeld

Etzenricht

Schwandorf

Sittling


Altheim

Isar


Tann

Pleinting

Simbach

St. Peter



Pirach

Ottenhofen

München

Ingolstadt



Netzgebiet

Amprion


Nürnberg

Bayreuth


Würzburg

Ludersheim

Raitersaich

Kupferzell

Redwitz

Eltmann


CZ

A

Netzausbau



in Bayern

Projekte Bayern nach der gesetzlichen Grundlage:

Energieleitungsausbaugesetz (EnLAG) – 2009:

Drehstromverbindungen

 

1  Altenfeld – Redwitz



 

   (Neubauprojekt - befindet sich im Bau)

 

2  Redwitz – Grafenrheinfeld



 

   (Spannungsumstellung – alte Trasse bleibt bestehen, 

 

  nur geringfügige Baumaßnahmen im Bereich der Umspannwerke)



Bundesbedarfsplangesetz (BBPIG) – 2013:

Gleichstromübertragung (HGÜ)

 

3  SuedLink: Wilster – Grafenrheinfeld



 

   (Neubauprojekt – Trassenführung noch nicht bekannt)

 

Drehstromübertragung



 

4  Mecklar – Grafenrheinfeld

 

   (Neubauprojekt – Trassenführung noch nicht bekannt)



 

5  Redwitz – Mechlenreuth – Etzenrich – Schwandorf

 

   (Ersatzneubauprojekt – Trassenführung im Bereich der bestehenden



 

  Trasse, die nach Inbetriebnahme der neuen Leitung abgebaut wird)

 

6  Grafenrheinfeld – Kupferzell



 

   (Zubeseilung – alte Trasse bleibt bestehen, dritter Stromkreis)

 

7  Altheim – Matzenhof (St. Peter)



 

   (Ersatzneubauprojekt – Trassenführung im Bereich der bestehenden

 

  Trasse, die nach Inbetriebnahme der neuen Leitung abgebaut wird)



 

8  Simbach – St. Peter (Bundesgrenze Österreich)

 

   (Ersatzneubauprojekt – teilweise Trassenführung im Bereich der



 

  bestehenden Trasse)

 

9  Ottenhofen – Isar



 

   (Zubeseilung – es werden neue, zusätzlich Leiterseile aufgehängt)

Netzentwicklungsplan (NEP) 2014 – Notwendigkeit wurde

seitens TenneT errechnet, von der Bundesnetzagentur

aber noch nicht bestätigt:

 

10  Raitersaich – Ludersheim – Sittling – Altheim – Isar



 

   (Ersatzneubauprojekt – Trassenführung im Bereich der bestehenden

 

  Trasse, die nach Inbetriebnahme der neuen Leitung abgebaut wird)



 

11  Pirach – Tann 

 

  (Ersatzneubauprojekt – Trassenführung im Bereich der bestehenden Trasse



 

  die nach Inbetriebnahme der neuen Leitung abgebaut wird)

 

12  St. Peter – Pleinting



 

  (Ersatzneubauprojekt – Trassenführung im Bereich der bestehenden Trasse, 

 

  die nach Inbetriebnahme der neuen Leitung abgebaut wird)



Projekte Bayern nach der gesetzlichen Grundlage:

Energieleitungsausbaugesetz (EnLAG) – 2009:

Drehstromverbindungen

 

1  Altenfeld – Redwitz



 

   (Neubauprojekt - befindet sich im Bau)

 

2  Redwitz – Grafenrheinfeld



 

   (Spannungsumstellung – alte Trasse bleibt bestehen, 

 

  nur geringfügige Baumaßnahmen im Bereich der Umspannwerke)



Bundesbedarfsplangesetz (BBPIG) – 2013:

Gleichstromübertragung (HGÜ)

 

3  SuedLink: Wilster – Grafenrheinfeld



 

   (Neubauprojekt – Trassenführung noch nicht bekannt)

 

Drehstromübertragung



 

4  Mecklar – Grafenrheinfeld

 

   (Neubauprojekt – Trassenführung noch nicht bekannt)



 

5  Redwitz – Mechlenreuth – Etzenrich – Schwandorf

 

   (Ersatzneubauprojekt – Trassenführung im Bereich der bestehenden



 

  Trasse, die nach Inbetriebnahme der neuen Leitung abgebaut wird)

 

6  Grafenrheinfeld – Kupferzell



 

   (Zubeseilung – alte Trasse bleibt bestehen, dritter Stromkreis)

 

7  Altheim – Matzenhof (St. Peter)



 

   (Ersatzneubauprojekt – Trassenführung im Bereich der bestehenden

 

  Trasse, die nach Inbetriebnahme der neuen Leitung abgebaut wird)



 

8  Simbach – St. Peter (Bundesgrenze Österreich)

 

   (Ersatzneubauprojekt – teilweise Trassenführung im Bereich der



 

  bestehenden Trasse)

 

9  Ottenhofen – Isar



 

   (Zubeseilung – es werden neue, zusätzlich Leiterseile aufgehängt)

Netzentwicklungsplan (NEP) 2014 – Notwendigkeit wurde

seitens TenneT errechnet, von der Bundesnetzagentur

aber noch nicht bestätigt:

 

10  Raitersaich – Ludersheim – Sittling – Altheim – Isar



 

   (Ersatzneubauprojekt – Trassenführung im Bereich der bestehenden

 

  Trasse, die nach Inbetriebnahme der neuen Leitung abgebaut wird)



 

11  Pirach – Tann 

 

  (Ersatzneubauprojekt – Trassenführung im Bereich der bestehenden Trasse, 



 

  die nach Inbetriebnahme der neuen Leitung abgebaut wird)

 

12  St. Peter – Pleinting



 

  (Ersatzneubauprojekt – Trassenführung im Bereich der bestehenden Trasse, 

 

  die nach Inbetriebnahme der neuen Leitung abgebaut wird)



Projekte Bayern nach der gesetzlichen Grundlage:

Energieleitungsausbaugesetz (EnLAG) – 2009:

Drehstromverbindungen

 

1  Altenfeld – Redwitz



 

   (Neubauprojekt - befindet sich im Bau)

 

2  Redwitz – Grafenrheinfeld



 

   (Spannungsumstellung – alte Trasse bleibt bestehen, 

 

  nur geringfügige Baumaßnahmen im Bereich der Umspannwerke)



Bundesbedarfsplangesetz (BBPIG) – 2013:

Gleichstromübertragung (HGÜ)

 

3  SuedLink: Wilster – Grafenrheinfeld



 

   (Neubauprojekt – Trassenführung noch nicht bekannt)

 

Drehstromübertragung



 

4  Mecklar – Grafenrheinfeld

 

   (Neubauprojekt – Trassenführung noch nicht bekannt)



 

5  Redwitz – Mechlenreuth – Etzenrich – Schwandorf

 

   (Ersatzneubauprojekt – Trassenführung im Bereich der bestehenden



 

  Trasse, die nach Inbetriebnahme der neuen Leitung abgebaut wird)

 

6  Grafenrheinfeld – Kupferzell



 

   (Zubeseilung – alte Trasse bleibt bestehen, dritter Stromkreis)

 

7  Altheim – Matzenhof (St. Peter)



 

   (Ersatzneubauprojekt – Trassenführung im Bereich der bestehenden

 

  Trasse, die nach Inbetriebnahme der neuen Leitung abgebaut wird)



 

8  Simbach – St. Peter (Bundesgrenze Österreich)

 

   (Ersatzneubauprojekt – teilweise Trassenführung im Bereich der



 

  bestehenden Trasse)

 

9  Ottenhofen – Isar



 

   (Zubeseilung – es werden neue, zusätzlich Leiterseile aufgehängt)

Netzentwicklungsplan (NEP) 2014 – Notwendigkeit wurde

seitens TenneT errechnet, von der Bundesnetzagentur

aber noch nicht bestätigt:

 

10  Raitersaich – Ludersheim – Sittling – Altheim – Isar



 

   (Ersatzneubauprojekt – Trassenführung im Bereich der bestehenden

 

  Trasse, die nach Inbetriebnahme der neuen Leitung abgebaut wird)



 

11  Pirach – Tann 

 

  (Ersatzneubauprojekt – Trassenführung im Bereich der bestehenden Trasse, 



 

  die nach Inbetriebnahme der neuen Leitung abgebaut wird)

 

12  St. Peter – Pleinting



 

  (Ersatzneubauprojekt – Trassenführung im Bereich der bestehenden Trasse, 

 

  die nach Inbetriebnahme der neuen Leitung abgebaut wird)



TenneT Projekte Bayern nach der gesetzlichen Grundlage

11

10



Netzstabilität 

TenneT


Amprion

Bayern


München

Regensburg

Nürnberg

Würzburg


Augsburg

1

2 3



5

4

Die Situation in Niederbayern



Bereits heute wird die in weiten Teilen seit den 1930er 

Jahren bestehende 220-kV-Leitung zwischen Altheim 

in Deutschland und St. Peter in Oberösterreich an  

der Kapazitätsgrenze betrieben. Die zunehmende  

Erzeugung erneuerbarer Energien in Niederbayern  

wird den Stromtransit zwischen beiden Ländern in  

den nächsten Jahren nochmals erhöhen. 

Denn die Versorgungssicherheit der zum Teil industriell 

geprägten Region kann aufgrund der stark wetterab-

hängigen Wind- und Solarenergie nur durch ein 

 reibungsloses Zusammenspiel zwischen Erzeugungs-

anlagen erneuerbarer Energien und Pumpspeicher-

kraftwerken im Alpenraum gesichert werden. Auch der 

Anschluss des Gaskombikraftwerks in Haiming dient 

der Netzstabilität und erfordert erhöhte Transport-

kapazitäten des Übertragungsnetzes im nieder- und 

ostbayerischen Raum. 

Abschaltung der Kernkraftwerke

Bayern deckt heute ca. die Hälfte seines Strombedarfs 

mit Kernenergie. Bis 2022 sollen die vier noch in 

 Betrieb befindlichen bayerischen Kernkraftwerke vom 

Netz gehen. Laut den Klimaschutzzielen der Bundes-

regierung wird künftig auch der Einsatz von Mineralöl-, 

Braun- und Steinkohlekraftwerken deutlich zurück-

gehen. Gleichzeitig erfolgt ein stetiger Zubau an 

erneuer baren Energien. Nach Planungen der Bayer-

ischen Staatsregierung soll der Anteil der erneuerbaren 

Energien an der Stromversorgung von mehr als 30 % 

im Jahr 2011 bis 2021 auf ca. 50 % steigen. In Nieder-

bayern werden hierzu insbesondere Photovoltaik-

anlagen eingesetzt. 

Die veränderte Stromproduktion stellt die Netzstabilität 

vor große Herausforderungen, denn die zunehmende 

Einspeisung von Wind- und Solarenergie sorgt bereits 

heute für regelmäßige Überlastungen im Stromnetz. 

Immer häufiger kommt es zu Übertragungsengpässen, 

die ein Netzbetreiber wie TenneT nur mit regulierenden 

Netzeingriffen auffangen kann. Eigentlich sind diese 

Eingriffe Ausnahmezustände und traten bis vor  

10  Jahren nur sehr selten auf. Aufgrund des fundamen-

talen Wandels der Stromproduktion sind diese Eingriffe 

 mittlerweile alltäglich geworden.

1 – Grafenrheinfeld (1.275 MW)

geplante Abschaltung 2015

2 – Gundremmingen B (1.284 MW)

geplante Abschaltung 2017

3 – Gundremmingen C (1.288 MW)

geplante Abschaltung 2021

4 – Isar I (878 MW)

abgeschaltet 2011

5 – Isar II (1.400 MW)

geplante Abschaltung 2022

Abschaltung der Kernkraftwerke in Bayern

Versorgungsgebiet TenneT

Versorgungsgebiet Amprion

Übertragungsnetzbereiche

Kernkraftwerke

1

2



3

4

5



Quelle: www.bmub.bund.de/P337

12

13



Was sind regulierende Netzeingriffe?

•  Zuerst netzbezogene Maßnahmen: TenneT leitet 

den Strom um und verändert die Lastflüsse  

(auch über das Ausland)

•  Wenn das nicht ausreicht, greift TenneT zu 

marktbezogenen Maßnahmen: d.h. TenneT lässt 

Kraftwerke hoch- oder runterfahren. Dies verursacht 

Kosten von bis zu 150 Mio. Euro allein im Netz von 

TenneT. Diese Kosten werden über die Netzentgelte 

auf jeden einzelnen Stromkunden umgelegt

•  Diese sogenannten Redispatch-Maßnahmen haben 

wegen der Überlastung der Leitung in den letzten 

Jahren immer mehr zugenommen; seit der Ab-

schaltung von acht Kernkraftwerken, ist ihre Zahl 

nochmals gestiegen

•  Auch die Bundesnetzagentur, die zuständige Auf-

sichtsbehörde für die Energieversorgung, hält die 

Situation lediglich für „gerade noch beherrschbar“ 

und betont, dass es dazu „erheblicher Anstreng-

ungen der Übertragungsnetzbetreiber“ bedarf

•  Eine Entspannung der Lage ist nicht in Sicht, 

 weitere Kernkraftwerke sollen abgeschaltet werden, 

und es werden kaum noch neue Kraftwerke gebaut, 

die deren Wegfall ausgleichen können. Gerade 

 deshalb ist es umso wichtiger, dass wir unsere 

Netze stabilisieren, indem wir sie ausbauen

“Netzeingriffe sind 

 Ausnahmezustände und 

traten bis vor 10 Jahren nur 

sehr selten auf.“

Netzeingriffe  

2003-2014 

Entwicklung

2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013

2/2

15/14


51/51

172/


105

387/


185

228/


144

312/


156

290/


161

998/


308

970/


344

2014


977/

361


1009/

356


0

200


400

Atomausstieg

Ereignisse*/Tag

600


800

1.000


1.200

2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013

2/2

15/14


51/51

172/


105

387/


185

228/


144

312/


156

290/


161

998/


308

970/


344

1009/


356

0

200



400

Atomausstieg

Ereignisse*/Tag

600


800

1.000


1.200

* Ereignisse, in deren Folge in der TenneT-Regelzone Maßnahmen nach § 13 EnWG und § 11 EEG ergriffen wurden.

14

15


Wetterabhängige und wetterunabhängige 

regenerative Erzeugung im Postleitzahlgebiet 84

2009

0

1.000



2.000

MW installiert bzw

. GWh/a Erzeugung

3.000


4.000

500


1.500

2.500


3.500

4.500


2010

2011


2012

2013


Mindererzeugung während Donauhochwasser

*

*



2014

Wetterunabhängige regenerative 

Leistung Wasser, Gas und Biomasse

Wetterabhängige regenerative

Erzeugung Solar und Wind

Wetterabhängige regenerative

Leistung Solar und Wind

Wetterunabhängige regenerative

Erzeugung Wasser, Gas und Biomasse

Wetterunabhängige regenerative Erzeugung 

Wasser > 10MW, 5-Jahres-Durchschnitt

Wetterunabhängige regenerative Leistung 

Wasser > 10MW, 5-Jahres-Durchschnitt

Wetterunabhängige regenerative 

Leistung Wasser, Gas und Biomasse

Wetterabhängige regenerative

Erzeugung Solar und Wind

Wetterabhängige regenerative

Leistung Solar und Wind

Wetterunabhängige regenerative

Erzeugung Wasser, Gas und Biomasse

Wetterunabhängige regenerative Erzeugung 

Wasser > 10MW, 5-Jahres-Durchschnitt

Wetterunabhängige regenerative Leistung 

Wasser > 10MW, 5-Jahres-Durchschnitt

Istwerte


Regenerative Leistung installiert 

Regenerative Erzeugung

Prognose IPC Nürnberg

Istwerte (Donauhochwasser 2013)

Prognose IPC Nürnberg

Entwicklung der regenerativen Energien im Postleitzahlgebiet 84

0

1.000


2.000

3.000


4.000

5.000


6.000

MW installiert bzw

. GWh/a Erzeugung

2008 2010 2012 2014 2016 2018 2020 2022 2024

Das Vorhaben im bundesweiten und 

 europäischen  Kontext

TenneT ist einer der vier deutschen Übertragungsnetz-

betreiber. Gemäß Energiewirtschaftsgesetzes (EnWG) 

ist TenneT verpflichtet, insbesondere durch entspre-

chende Übertragungskapazität und Zuverlässigkeit  

des Netzes zur Versorgungssicherheit beizutragen. 

Entsprechend § 11 des EnWG hat TenneT den Auftrag, 

ein sicheres, zuverlässiges und leistungsfähiges  

Energieversorgungsnetz diskriminierungsfrei zu be- 

treiben, zu warten und bedarfsgerecht zu optimieren, 

zu verstärken und auszubauen. Zum Netzausbau ge-

hört auch das Gesamtvorhaben Altheim – St. Peter, 

durch welches insbesondere nach Abschaltung des 

Kernkraftwerkes Isar II im Jahr 2022 eine gleichbleibend 

sichere Stromversorgung der nieder- und ostbayeri-

schen Region gewährleistet werden soll.

TenneT wurde deshalb 2013 mit dem Bundesbedarfs-

plangesetz (BBPlG) zur Netzverstärkung zwischen 

 Altheim – Matzenhof und Simbach – St. Peter ver-

pflichtet. Laut Gesetzestext wurden die beiden Projekte 

als „Verfahren, für die die energiewirtschaftliche 

Notwendigkeit und der vordringliche Bedarf bestehen“ 

festgeschrieben. Die Maßnahme entlastet zusätzlich 

die Verteilnetze, sodass im Sinne des Erneuerbare-

Energien-Gesetzes (EEG) vermehrt Energie aus nieder-

bayerischen Photovoltaikanlagen in das Netz einge-

speist werden kann. 

Auch für die europäische Netzentwicklungsplanung ist 

die Modernisierung der Leitung von zentraler Bedeu-

tung. Das Projekt ist im UCTE-Transmission Develop-

ment Plan 2008 (seit 2009 der Verband ENTSO-E 

 European Network of Transmission System Operators 

for Electricity) und im europäischen Zehn-Jahres-Netz-

entwicklungsplan (TYNDP) enthalten. Zudem gilt seit 

Juni 2013 die Verordnung zu „Leitlinien für die europä-

ische Infrastruktur“ (TEN-E-Verordnung). Demnach ist 

der Ersatzneubau zwischen Altheim und St. Peter eine 

konkrete Maßnahme von gemeinsamen Interesse der 

Europäischen Union (sogenanntes „project of common 

interest“), denn die neue Leitung erhöht die sogenannte 

Kuppelkapazität zwischen Deutschland und Österreich. 

Somit werden Systemstabilität und Versorgungssicher-

heit in der Grenzregion gestärkt.

Versorgungssicherheit gewährleisten

Die Leitung spielt eine zentrale Rolle im europäischen 

Verbund und verknüpft das bundesdeutsche Über-

tragungsnetz mit Österreich und Pumpspeicherkraft-

werken im Alpenraum. Die Umstellung des Übertra-

gungsnetzes im Raum Altheim – Pirach – Simbach – 

St. Peter auf 380-kV stärkt nachhaltig die Anbindung  

 

des bayerischen Chemiedreiecks und  ermöglicht eine 



erhöhte Einspeisung von erneuerbaren Energien in 

Bayern. Zusätzliche Bedeutung gewinnt die Leitung 

mit der Abschaltung des Kernkraftwerkes Isar II im 

Jahr 2022. Zudem ermöglicht sie den  Anschluss des 

Gaskombikraftwerks Haiming.

Europäischer  

Strommarkt

Bedeutung des Projektes

Istwerte

Regenerative Leistung installiert 

Regenerative Erzeugung

Prognose IPC Nürnberg

Istwerte (Donauhochwasser 2013)

Prognose IPC Nürnberg

Entwicklung der regenerativen Energien im Postleitzahlgebiet 84

0

1.000



2.000

3.000


4.000

5.000


6.000

MW installiert bzw

. GWh/a Erzeugung

2008 2010 2012 2014 2016 2018 2020 2022 2024

Istwerte

Regenerative Leistung installiert 

Regenerative Erzeugung

Prognose IPC Nürnberg

Istwerte (Donauhochwasser 2013)

Prognose IPC Nürnberg

Entwicklung der regenerativen Energien im Postleitzahlgebiet 84

0

1.000



2.000

3.000


4.000

5.000


6.000

MW installiert bzw

. GWh/a Erzeugung

2008 2010 2012 2014 2016 2018 2020 2022 2024

17

16


Netzverstärkung

Netzverstärkung nach NOVA-Prinzip

Das NOVA-Prinzip bildet die Grundlage für eine 

zukunftsorientierte Netzplanung. NOVA bedeutet: 

Netzoptimierung vor Verstärkung vor Ausbau. 

Dementsprechend optimiert TenneT zuerst seine 

Bestandsleitungen z. B. indem stromführende 

Leiterseile erneuert oder durch sogenanntes 

Freileitungsmonitoring witterungsbedingte Über-

tragungsreserven genutzt werden. Wenn diese 

Möglichkeiten ausgeschöpft sind, werden die Lei-

tungen durch eine leistungsstärkere Trasse ersetzt.  

Bei diesem sogenannten Ersatzneubau wird die alte 

Trasse erst nach Inbetriebnahme der neuen Leitung 

abgebaut, um die Versorgungssicherheit nicht zu 

gefährden. Mit Ausbau beschreibt das NOVA-Prinzip 

das Errichten von neuen Trassen.

In Niederbayern plant TenneT aus folgenden 

Gründen einen Ersatzneubau:

•  Die Übertragungskapazitäten sind bereits heute voll 

ausgelastet. Ein Weiterbetrieb der bestehenden 

220-kV-Freileitungen bietet daher keine 

Möglichkeiten zur erforderlichen Erhöhung der 

Übertragungskapazitäten

•  Das Freileitungsmonitoring kommt bei Altheim –  

St. Peter bereits zum Einsatz, reicht aber zur 

notwendigen Kapazitätserhöhung nicht aus

•  Die Netzoptimierung sowie die Optimierung der 

Umspannwerke ist bereits voll ausgeschöpft

•  Die aktuellen Masttypen der Verbindungen Altheim – 

Matzenhof und Simbach – St. Peter erlauben 

aufgrund ihrer technischen Voraussetzungen und 

ihres Alters statisch keine Spannungsumstellung auf 

380-kV mit neuen oder zusätzlichen Leiterseilen

Nova-Prinzip und optimierte Trassenführung

Optimierte Trassenführung durch  

sachlichen Dialog

Der Ersatzneubau der Verbindungen Altheim – 

Matzenhof und Simbach – St. Peter orientiert sich 

weitestgehend an der bestehenden Trasse der 

220-kV-Leitung. Im Dialog mit Anwohnern, Kommunen 

und weiteren Beteiligten wurden an TenneT Hinweise 

zur Trassenoptimierung herangetragen. Bei der 

Planung muss TenneT die rechtlichen Rahmen-

bedingungen einhalten. 

Soweit möglich versucht TenneT jedoch wirksame 

Verbesserungen zu erzielen und folgende Aspekte  

zu berücksichtigen:

•  Die Verbesserung des Wohnumfeldschutzes durch 

größere Abstände zu Wohngebäuden

•  Die Entwicklungspotenziale von Kommunen durch 

größere Abstände zu geplanten Gewerbe- und 

Wohngebieten

•  Die Minimierung von Beeinträchtigungen bei der 

landwirtschaftlichen Nutzung betroffener Flächen

18

19



Neumarkt-Sankt Veit

Nieder-


taufkirchen

Pleiskirchen

Reischach

Perach


Erlbach

Marktl


Zeilarn

Mitterskirchen

Geratskirchen

Massing


Gangkofen

Vilsbiburg

Bodenkirchen

Gerzen


Schalkham

Kröning


Niederaichbach

Umspannwerk Isar

Richtung Pleinting

Essenbach

Geisenhausen

Kumhausen

Adlkofen

Stadt


Landshut

Unter-


dietfurt

Eggenfelden

Landkreis

Rottal-Inn

Wurmannsquick

Tann


Reut

Wittibreut

Simbach

am Inn


Eggl-

kofen


Landkreis

Landshut


Landkreis

Erding


Landkreis

Dingolfing-Landau

Landkreis

Passau


Landkreis

Deggendorf

Landkreis

Mühldorf am Inn

Landkreis

Altötting

Umspannwerk

Altheim


Richtung Ottenhofen

Richtung Pirach

Umspannwerk

Simbach am Inn

Der Netzausbau in Niederbayern ist von zentraler 

 Bedeutung für das Zusammenspiel von Erzeugungs-

anlagen für erneuerbare Energien und Pumpspeicher-

kraftwerke im Alpenraum. Für die laufenden Projekte 

Altheim – Matzenhof und Simbach – St. Peter ist die 

Regierung von Niederbayern die verfahrensführende 

Behörde. Für den österreichischen Planungsabschnitt 

ist der österreichische Übertragungsnetzbetreiber 

 Austrian Power Grid (APG) verantwortlich.

Das Projekt Altheim – Matzenhof teilt sich in die zwei 

Teilabschnitte Altheim – Adlkofen und Adlkofen  

– Matzenhof. Die beiden Teilabschnitte sind im 

 Genehmigungsverfahren unterschiedlich fortgeschritten.

Projekte  

Niederbayern

 Projekt Simbach –  

Landesgrenze (– St. Peter)

Der Planungsabschnitt Simbach – Landesgrenze  

(– St. Peter in Österreich) wurde 2009 zuerst begonnen, 

um das geplante OMV Kraftwerk Haiming fristgerecht 

an das Höchstspannungsnetz anzuschließen. Das 

Raumordnungsverfahren (ROV) wurde mit der landes-

planerischen Beurteilung im Oktober 2012 abgeschlos-

sen: Um eine größtmögliche Entlastung für die in 

 Simbach lebenden Menschen zu erreichen, hat die 

 Regierung von Niederbayern die von der Stadt Simbach 

eingebrachte Variante bestätigt. Der Scoping Termin für 

das Planfeststellungsverfahren (PFV) hat im September 

2013 bei der Regierung von Niederbayern statt-

gefunden. Nach den Bürgersprechstunden im Juli 2014 

erstellt TenneT derzeit die Planfeststellungsunterlagen. 

Die Umbaumaßnahmen im Umspannwerk Simbach 

 haben bereits begonnen und werden voraussichtlich 

2015 abgeschlossen.

Projekt Altheim – Matzenhof

Für das Genehmigungsverfahren des rund 73 Kilometer 

langen 380-kV-Leitungsbauprojekts Altheim – Matzen-

hof hat im Juli 2012 der Scoping Termin bei der ver-

fahrensführenden Behörde stattgefunden. Ursprünglich 

wurde ein PFV mit parallel vereinfachtem ROV vorge-

sehen. Dies trifft mittlerweile aber nur noch für den rund 

7 Kilometer langen Teilabschnitt Altheim – Adlkofen zu. 

Für den Abschnitt Adlkofen – Matzenhof hat die Regier-

ung von Niederbayern im August 2014 entschieden, 

dass ein eigenständiges Raumordnungsverfahren 

durchzuführen ist.

Leitungsabschnitt Altheim – Adlkofen

Zunächst stellte TenneT Ende 2013 den Genehmi-

gungsantrag für den ca. 7 Kilometer langen Teilabschnitt 

zwischen Altheim und Adlkofen. Hier wird die bestehende 

380-kV-Leitung Isar – Ottenhofen gekreuzt. Da sich der 

Ersatzneubau bei diesem Teilabschnitt weitestgehend 

an der Bestandstrasse orientiert, hat im Januar 2014 

bereits das PFV offiziell begonnen.

Leitungsabschnitt Adlkofen – Matzenhof

In dem weiteren Planungsabschnitt Adlkofen – Matzen-

hof führt die bestehende Leitung in einigen Gemeinden 

sehr nah an der Wohnbebauung vorbei. Im Rahmen von 

Bürgerinformationsgesprächen mit TenneT wurden hier 

alternative großräumigere Trassenführungen vorgeschla-

gen, die in einem Raumordnungsverfahren untersucht 

werden. Das ROV ist im April 2015 eröffnet worden.

Trassenverlauf

Altheim – St.Peter

Bestandstrassen

Untersuchte Trassenvarianten

Teilabschnitt Altheim – Adlkofen 

(bereits im Planfeststellungsverfahren)

21

20


Im Raumordnungsverfahren (ROV) werden im Vorfeld 

des Planfeststellungsverfahrens (PFV) Trassenvarianten 

aus überörtlicher Sicht auf ihre Raumverträglichkeit  

(z. B. Auswirkungen auf Siedlungsstruktur, Schutz-

gebiete) überprüft. Zur Vermeidung von Konflikten 

werden dabei die in ihren Belangen berührten Träger 

öffentlicher Belange und die Öffentlichkeit beteiligt. 

TenneT hat seit 2012 zahlreiche Planungsgespräche mit 

Grundstückseigentümern, Bürgern sowie Gemeinde- 

und Verbandsvertretern geführt und parzellenscharf 

über die Planungen informiert. In den Gesprächen 

haben sich in Bereichen, wo die Wohnbebauung nah 

an die Bestandleitung heranrückt, Trassenalternativen 

ergeben, um eine Entlastung für die Anwohner zu 

erreichen. Da diese Alternativen teilweise erheblich 

von der Bestandtrasse abweichen, hat die Regierung 

von Niederbayern im August 2014 entschieden, 

dass auf dem rund 65 Kilometer langen Teilabschnitt 

von Adlkofen nach Matzenhof (bei Simbach) ein 

Raumordnungsverfahren durchzuführen ist.

Raum-

ordnungs-



verfahren

23

22



Planfest-

stellungs-  

verfahren

Das Planfeststellungsverfahren (PFV) ist das gesetzlich 

vorgeschriebene Verfahren für die Genehmigung von 

Höchstspannungsleitungen. Die von TenneT erarbeiteten 

Genehmigungsunterlagen, enthalten die technische Pla-

nung, die grundstücksgenaue Leitungsführung sowie 

Wegenutzungspläne und Baustellenflächen. Im landschafts-

pflegerischen Begleitplan werden die Eingriffe in Natur- und 

Landschaft ermittelt, bewertet und erforderliche Ausgleichs- 

und Ersatzmaßnahmen geplant. Im PFV wird der exakte 

Trassenverlauf mit Maststandorten festgelegt. Das Verfahren 

endet mit dem rechtlich verbindlichen 

Planfeststellungsbeschluss.

25

24



Schematische Darstellung eines Schutzstreifens in Draufsicht

Schutzstreifenbreite variiert je 

nach Mastabständen und 

Masttypen zwischen 35 m und 65 m.

In Waldschneisen werden parallele 

Schutzstreifen angewandt, die 

aufgrund der Baumfallkurve größer

ausfallen können.

Mast 2

Mast 1


Mastabstände zwischen 300 m bis 500 m

elektrischer Sicherheitsabstand

elektrischer Sicherheitsabstand

Ausschwingbereich

Ausschwingbereich

Leiterseile

Leiterseile

Flächeninanspruchnahme

(Schematische Darstellung in Draufsicht)

Flächen-


inanspruchnahme

Umfang und Bedeutung des Schutzstreifens

Der Schutzbereich definiert die Fläche in der Grund-

stückseigentümer keine Maßnahmen vornehmen  

dürfen, die den Betrieb und den Bestand der Leitung 

gefährden. Die Schutzstreifenbreite variiert je nach

Mastabständen und Masttypen zwischen ca. 35 und  

ca. 65 Metern. Bei der Querung von Waldgebieten 

werden parallele Schutzstreifen angewandt, die auf-

grund der Baumfallkurve größer ausfallen können.

Nutzung von  

Grundstücken

Grundstückinanspruchnahme

Für die Errichtung und den Betrieb der Leitung benötigt 

TenneT für jedes berührte Grundstück eine so genannte 

beschränkte persönliche Dienstbarkeit. Ein Grunderwerb 

durch TenneT erfolgt nicht, so dass die Grundstücke 

grundsätzlich im Eigentum der bisherigen Besitzer blei-

ben. Für die Nutzung wird der Eigentümer entschädigt. 

TenneT ist bestrebt, im Rahmen der Verhandlungen ein-

vernehmliche Lösungen zu erzielen und die Beeinträchti-

gung des Eigentums auf ein Mindestmaß zu reduzieren. 

Während der Bauzeit kann es kurzzeitig zu Behinderun-

gen auf Zufahrts- und Bauflächen kommen. Selbstver-

ständlich gestaltet TenneT den Bau so, dass möglichst 

wenig zusätzliche Fläche benötigt und die landwirtschaft-

liche Nutzung so wenig wie möglich beeinträchtigt wird. 

Dazu werden die Baumaßnahmen durch einen öko-

logischen Fachgutachter begleitet, der im Auftrag des 

Vorhabenträgers die baubedingten Eingriffe optimiert. 

Die bei der Vorbereitung und Durchführung der Baumaß-

nahmen entstehenden Schäden an Straßen,  Wegen und 

Flurstücken werden beseitigt. Der  ursprüngliche  

Zustand wird in Abstimmung mit den  Eigentümern  

bzw. Nutzern wieder hergestellt oder auf Wunsch  

monetär entschädigt.

Beschränkte persönliche Dienstbarkeit

 

Der Bau von Höchstspannungsleitungen auf Privat-



grundstücken erfordert die Eintragung einer so 

 genannten „beschränkten persönlichen Dienstbarkeit“ 

gemäß §1090 ff. Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) ins 

Grundbuch. Diese Dienstbarkeit berechtigt den Netzbe-

treiber langfristig zur Nutzung der Grundstücke für Bau, 

Betrieb und Unterhaltung der Leitung. 

Der jeweilige Eigentümer des Grundstückes verpflich-

tet sich, die Leitung sowie die zugehörigen Masten auf 

seinem Grundstück zu dulden und im Bereich des 

Schutzstreifens keine Maßnahmen vorzunehmen, die 

den Betrieb und den Bestand der Leitung gefährden. 

Daher werden im Bereich der Leitung Nutzungs-

beschränkungen für die Eigentümer festgesetzt. Für 

die Einräumung der Überspannungs- und Master-

richtungsrechte zahlt TenneT eine Entschädigung. Bei 

Flurstücken, die nur vorübergehend in Anspruch ge-

nommen werden, ist keine sogenannte dingliche 

 Sicherung, sondern lediglich eine schuldrechtliche 

 Gestattung  erforderlich.

Entschädigung

 

Für jedes Grundstück, das in Anspruch genommen 



werden muss, wird der Eigentümer entschädigt. Die 

Höhe der Entschädigung ist nicht Gegenstand des 

Planfeststellungsverfahrens und wird separat verhan-

delt. Dabei ist zwischen landwirtschaftlichen Nutz-

flächen und Wald zu unterscheiden:

•  Die Entschädigung für landwirtschaftliche Nutz-

flächen orientiert sich für die Überspannung an den 

ortsüblichen Verkehrswerten

•  Maststandorte werden anhand des Austrittmaßes 

des Mastes an der Erdoberkante und dem Roh-

ertrag pro Hektar bewertet

•  Waldflächen, bzw. deren Verlust, werden im Rahmen 

eines forstfachlichen Gutachtens monetär bewertet 

und finanziell ausgeglichen

Entstandene Schäden durch die Bautätigkeit sowie 

 Ertragsausfälle werden separat entschädigt.

27

26


Technologie  

& Umsetzung

Umsetzung des Ersatzneubaus

In Anlehnung an die bestehende Leitung werden auch 

beim Ersatzneubau die bewährten Masttypen einge-

setzt. Die neuen Masten unterscheiden sich dabei in 

Statik und Größe. Der am häufigsten eingesetzte 

 Donaumast wird künftig zwei 380-kV-Stromkreise 

 tragen. In Zusammenhang mit den Wind- und Eis-

lasten, die den klimatischen Änderungen mit zuneh-

mend extremeren Wetterverhältnissen Rechnung 

 tragen, müssen die Masten daher robuster gebaut 

werden. Durch die Maste sparende Planung mit  

größeren Spannfeldlängen und um die landwirtschaft-

liche Nutzung mit modernen, großen Maschinen zu 

 ermöglichen, werden die Seilaufhängungspunkte der 

neuen Maste im Durchschnitt rund zehn Meter und die 

Mastspitzen um ca. 17 Meter höher als der Bestand.

Einsatz von Erdverkabelung

 

Für den Netzausbau stehen grundsätzlich zwei tech-



nische Ausführungsvarianten zur Verfügung:

Freileitungen und Erdkabel. Für Höchstspannungs-

leitungen sind Freileitungen Stand der Technik. In der 

öffentlichen Diskussion neuer Höchstspannungslei-

tungen wird jedoch vielfach das Thema Erdverkabel-

ung angesprochen. 

Der Gesetzgeber hat diese Diskussion aufgenommen 

und 2009 im Energieleitungsausbaugesetz (EnLAG) 

vier Pilotprojekte benannt, bei denen der Einsatz von 

Erdkabeln auf der Höchstspannungsebene in Teil-

strecken getestet werden kann. Das EnLAG bringt mit 

dem Begriff „Pilotvorhaben” treffend zum Ausdruck, 

dass der Einsatz von Erdkabeln „getestet” werden 

muss. TenneT ist weltweit führend beim Einsatz von 

Erdkabeln und arbeitet eng mit Universitäten und dem 

Verband der europäischen Kabelhersteller – Europa-

cable – zusammen, um die Erdkabel an den Stand der 

Technik heranzuführen. 

Für den Einsatz von Erdkabeln ist aber auch der 

r echtliche Rahmen ausschlaggebend, den TenneT in 

der Planung stets zu berücksichtigen hat. Da das Pro-

jekt Altheim – St. Peter mit dem Abzweig Simbach und 

der Maßnahme Altheim – Bundesgrenze nicht unter 

das Energieleitungsbaugesetz (EnLAG) fällt, greift für 

dieses Projekt aktuell das Energiewirtschaftsgesetz, 

nach dem Höchstspannungsleitungen grundsätzlich 

als Freileitungen auszuführen sind.

Masttyp „Donau“

 

Diesen Masttyp setzt TenneT in ganz 



Deutschland am häufigsten für 

380-kV-Leitungen ein. Er bietet einen 

guten Kompromiss zwischen Mast-

höhe und Trassenbreite. 

* Die Erdseilträger können je nach Mast und örtlicher Gegebenheit unterschiedlich ausfallen und werden bei der 

 detaillierten technischen Planung festgelegt

Masttyp „Tonne“

Wegen seiner geringen Breite lassen 

sich schmale Trassen realisieren. 

Dies bedingt aber größere Masthöhen.

Masttyp „Einebene“

Aufgrund seiner geringen Höhe und 

einer einzigen Traverse mit nur einer 

Seilebene kommt dieser Mast im 

 Vogelschutzgebiet am Inn zum Ein-

satz, um das Anflugrisiko von Vögeln 

zu minimieren.

Tonne


Idealer Masttyp durch geringe Breite, wenn 

eine Leitung in engem Trassenkorridor verläuft 

(z.B. in dicht bebautem Gebiet)

Ø 60m 


Höhe: 70m

Breite: ca. 20m

Technologie und Umsetzung

Masttyp „Donau-Einebene“

 

Diese Kombination aus Masttyp 



 „Einebene“ und „Donau“ ermöglicht 

die Aufnahme von vier Systemen, 

 dabei ist es auch möglich, eine  

andere Spannungsebene mit 

aufzunehmen.

Masttyp „Doppeltonne“

 

Er benötigt wegen  seiner geringen 



Breite auch eine schmalere Trasse.  

 Dieser Masttyp  ermöglicht die Aufnah-

me von vier Systemen.

 

29



28

Elektrische  

& magnetische Felder

Horizontaler Abstand zur Trassenmitte in Meter

-20


20

80

-80



-40

-60


40

60

0



100

90

80



70

60

50



40

30

20



10

0

magnetische Flussdichte in µT



Grafische Darstellung der magnetischen Flussdichte 

(minimale Immission) in Mikrotesla (µT) für einen 

Donautragmast bei einem Stromfluss von 3.600 Ampere (A)

 

 



 

3

1



L2 L1

L

L



L3

L2

0,2 m über Erdoberkante  



1,0 m über Erdoberkante

2,0 m über Erdoberkante  

3,0 m über Erdoberkante

Horizontaler Abstand zur Trassenmitte in Meter

-20

20

80



-80

-40


-60

40

60



0

5,0


4,5

4,0


3,5

3,0


2,5

2,0


1,5

1,0


0,5

0

elektrische Feldstärke in kV/m



Grafische Darstellung der elektrischen Feldstärke 

in Kilovolt pro Meter (kV/m) bei einer Spannung (U) 

von 380 Kilovolt (kV)

 

 



 

Grenzwert nach 26. BlmSchV

0,2 m über Erdoberkante  

1,0 m über Erdoberkante

2,0 m über Erdoberkante  

3,0 m über Erdoberkante

L2 L1

3

L



1

L

L3



L2

Grenzwert nach 26. BlmSchV

Horizontaler Abstand zur Trassenmitte in Meter

-20


20

80

-80



-40

-60


40

60

0



100

90

80



70

60

50



40

30

20



10

0

magnetische Flussdichte in µT



Grafische Darstellung der magnetischen Flussdichte 

(minimale Immission) in Mikrotesla (µT) für einen 

Donautragmast bei einem Stromfluss von 3.600 Ampere (A)

 

 



 

3

1



L2 L1

L

L



L3

L2

0,2 m über Erdoberkante  



1,0 m über Erdoberkante

2,0 m über Erdoberkante  

3,0 m über Erdoberkante

Horizontaler Abstand zur Trassenmitte in Meter

-20

20

80



-80

-40


-60

40

60



0

5,0


4,5

4,0


3,5

3,0


2,5

2,0


1,5

1,0


0,5

0

elektrische Feldstärke in kV/m



Grafische Darstellung der elektrischen Feldstärke 

in Kilovolt pro Meter (kV/m) bei einer Spannung (U) 

von 380 Kilovolt (kV)

 

 



 

Grenzwert nach 26. BlmSchV

0,2 m über Erdoberkante  

1,0 m über Erdoberkante

2,0 m über Erdoberkante  

3,0 m über Erdoberkante

L2 L1

3

L



1

L

L3



L2

Grenzwert nach 26. BlmSchV

Gesundheitsvorsorge durch Grenzwerte

Es gelten für die elektrischen und magnetischen Felder 

gesetzliche Grenzwerte, die den Schutz von Mensch 

und Umwelt sicherstellen. Fachgremien wie die Welt-

gesundheitsorganisation, die Internationale Komm-

ission zum Schutz vor nicht-ionisierender Strahlung 

sowie das deutsche Bundesamt für Strahlenschutz 

bewerten hierzu kontinuierlich den Forschungsstand. 

In Deutschland gelten bei Anlagen der Energiever-

sorgung laut 26. Bundesimmissionsschutzverordnung 

für die magnetische Flussdichte 100 Mikrotesla und 

für die elektrische Feldstärke 5 kV/m als Grenzwerte. 

Unterhalb dieser Werte besteht nach derzeitigem 

 wissenschaftlichem Kenntnisstand keine Gesund-

heitsgefahr für die Bevölkerung. Die Grenzwerte liegen 

bereits um den Faktor 5 bis 50 unter den Werten, bei 

denen laut Forschungsstand mögliche Wirkungen 

überhaupt auftreten könnten. Zum Vergleich: Elek-

trische Haushaltsgeräte wie z. B. ein Föhn können bei 

einer Entfernung von 3 cm zum Körper magnetische 

Flussdichten von über 1000 Mikrotesla erzeugen.

Einhaltung der Grenzwerte beim Leitungsbau

Die Leitung wird so geplant und gebaut, dass die 

Grenzwerte nicht nur eingehalten, sondern deutlich 

unterschritten werden. Das gilt selbst dort, wo bei 

Freileitungen die höchsten Feldstärken auftreten: 

unmittelbar unter der Leitung in der Mitte zwischen 

zwei Masten.

Unterschreitung gesetzlicher Grenzwerte

Elektromagnetische Umweltverträglichkeit am Beispiel einer 380-kV-Leitung mit einem Stromfluss von 4000 Ampere

Elektrische und magnetische Felder

Leitungen erzeugen elektrische und magnetische 

Felder. In der Nähe elektrischer Haushaltsgeräte wie 

Staubsauger oder Haartrockner begegnen sie uns im 

Alltag. Ein elektrisches Feld umgibt jeden elektrisch 

geladenen Körper, ohne dass dafür Strom fließen 

muss. Mit anderen Worten: Jeder elektrisch geladene 

Körper erzeugt ein elektrisches Feld. Bewegte elek-

trische Ladungen erzeugen jedoch zusätzlich zum 

elektrischen ein magnetisches Feld. 

In Europa basiert die Stromversorgung auf Drehstrom 

mit einer Frequenz von 50 Hertz. Das heißt: Die Rich-

tung des elektrischen und magnetischen Feldes wech-

selt 50 Mal pro Sekunde. Solche „ niederfrequenten 

Felder“ wirken – anders als die hochfrequenten Felder, 

mit denen Mobilfunk- oder Fernsehsender arbeiten – 

nur in der unmittelbaren Umgebung des Strom leiters. 

Die Feldstärken nehmen mit der Entfernung sehr 

schnell ab.

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30



© TenneT - April 2015

TenneT ist einer der führenden Übertragungsnetzbetreiber in Europa. Mit rund 21.000 Kilometern 

Hoch- und Höchstspannungsleitungen in den Niederlanden und in Deutschland bieten wir 41 Millionen 

Endverbrauchern rund um die Uhr eine zuverlässige und sichere Stromversorgung.

TenneT entwickelt mit etwa 3.000 Mitarbeitern als verantwortungsbewusster Vorreiter den nordwest-

europäischen Energiemarkt weiter und integriert im Rahmen der nachhaltigen Energieversorgung 

 vermehrt erneuerbare Energien.

Taking power further

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