Oberösterreich 2010/5


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Oberösterreich

Oberösterreich 2010/5

 

99

Kurzfassung



Wirkungsbereich des Regionalen Wirtschaftsverbands 

Grieskirchen, St. Georgen und Tollet

Regionaler Wirtschaftsverband Grieskirchen, 

St. Georgen und Tollet

Auf  dem  vom  Wirtschaftsverband  erschlossenen  interkommu­

nalen Betriebsgebiet waren fünf Unternehmungen mit insgesamt 

310 Beschäftigten angesiedelt. Der Verband agierte bei seiner ope­

rativen Geschäftstätigkeit sparsam.

Der Verband erzielte im Jahr 2007 Kommunalsteuereinnahmen von 

rd. 121.200 EUR. Der fremdfinanzierte Anteil der Investitionen des 

Verbands war mit rd. 73 % hoch. Die negativen Gebarungsergeb­

nisse  im  außerordentlichen  Haushalt  zeigten  von  2005  bis  2007 

steigende Tendenz; Ende 2007 bestanden Darlehensschulden von 

rd. 679.700 EUR.

Die TIZ Land – Grieskirchen GmbH, an der er zu einem Drittel betei­

ligt war, wies Ende 2007 einen Bilanzverlust von rd. 936.100 EUR 

auf.

Prüfungsziel

Ziel der Überprüfung war die Beurteilung der Erfüllung des Ver­

bandszwecks, der ordnungsgemäßen Verwaltung und wirtschaft­

lichen  Lage  des  Verbands,  der  wirtschaftlichen  Errichtung  des 

Betriebsgebiets sowie des Erfolgs der interkommunalen Zusammen­

arbeit als Beispiel für gemeindeübergreifende Kooperationen, ins­

besondere hinsichtlich der Anwendung des Instruments des inter­

kommunalen Finanzausgleichs. 

(TZ 1)

Verbandsentwicklung und –organisation

Der 2001 von der Stadtgemeinde Grieskirchen und den Gemeinden 

St. Georgen bei Grieskirchen und Tollet gegründete Verband war 

der erste Wirtschaftsverband in Oberösterreich. Durch die Schaf­

fung von 138 neuen Arbeitsplätzen traten positive Beschäftigungs­

effekte ein. 

(TZ 3)

100

 

Oberösterreich 2010/5

Vorbereitungen  zur  Erweiterung  des  Betriebsgebiets  waren  im 

Gange.

 (TZ 3)

Der Verband agierte bei seiner Geschäftstätigkeit sparsam. 

(TZ 3)

Finanzierungsbeiträge

Mit Nachlässen, Kommunalsteuerrückvergütungen und Zuschüssen 

von rd. 313.400 EUR u.a. bei Gebühren sowie Grundstücksankäufen 

agierte der Verband gegenüber den fünf am Betriebsgebiet angesie­

delten Unternehmungen großzügig. Drei von ihnen mussten zudem 

keine Infrastrukturkostenbeiträge leisten. 

(TZ 6) 

Entgegen der Richtlinie der Stadtgemeinde Grieskirchen bildeten 

auch  zusätzliche  Arbeitsplätze,  die  von  anderen  Standorten  der 

Region in das Betriebsgebiet verlagert wurden, die Basis für Kom­

munalsteuerrückvergütungen. 

(TZ 5)

Wirtschaftliche Lage

Entgegen haushaltsrechtlichen Bestimmungen dienten außerordent­

liche Einnahmen teilweise zum Ausgleich des ordentlichen Haus­

halts 2007. 

(TZ 7) 

Für das Jahr 2007 wurden Interessentenbeiträge, wie z.B. Kanal– 

und Wasseranschlussgebühren, mit Abzug eines Standortbonus an 

die Mitgliedsgemeinden ausgezahlt, anstatt sie zur Liquiditätsstär­

kung im Verband zu belassen. 

(TZ 8)

Die Kommunalsteuer stellte die Haupteinnahmequelle des Verbands 

dar (2007 rd. 121.200 EUR).

 (TZ 9)

 

Einschließlich  Interessentenbeiträgen  wurden  2007  Einnahmen 

von  rd. 291.700 EUR  aufgeteilt.  Inklusive  eines  hohen  Standort­

bonus  (30 %)  erhielt  die  Gemeinde  St. Georgen  bei  Grieskirchen 

rd. 143.700 EUR.  Der  Bonus  wurde  auch  bei  Verlusten  gewährt. 

(TZ 10)

Die dem Verband zukommenden Kommunalsteuereinnahmen aus 

dem Technologiezentrum in Grieskirchen teilte die Stadtgemeinde 

Grieskirchen  unvollständig  auf  die  Mitgliedsgemeinden  auf.  Die 

Gemeinde St. Georgen bei Grieskirchen führte Teile der Grundsteuer 

nicht an den Verband ab. 

(TZ 9)

Kurzfassung

Oberösterreich

Oberösterreich 2010/5

 

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Interkommunaler Finanzausgleich

Die Initiative zur Gründung eines Wirtschaftsverbands war ange­

sichts der Vorteile einer interkommunalen Zusammenarbeit bei der 

Kosten– und Risikoverteilung positiv. Allerdings konnten Kompen­

sationsverluste im Finanzausgleich sowie bei verschiedenen Landes­

abgaben, wie z.B. im Jahr 2007 für die Standortgemeinde St. Geor­

gen  bei  Grieskirchen,  entstehen.  Eine  weitere  Verbesserung  der 

Finanzkraft  aufgrund  von  Kommunalsteuersteigerungen,  z.B.  im 

Zuge der Erweiterung des Betriebsgebiets, würde jedoch die Effekte 

der abnehmenden Transferzahlungen verringern. 

(TZ 3, 11)

Finanzierung der Infrastrukturvorhaben

Der  Verband  finanzierte  seine  Investitionen  zu  rd. 73 %  durch 

Fremdmittel. Ende 2007 bestanden neben einem Kassenkredit von 

rd.  80.700  EUR  Darlehensschulden  von  rd. 679.700 EUR.  Diese 

Schulden  und  ein  im  Jahr 2008  aufgenommenes  Darlehen  von 

150.000 EUR werden bis 2018 den Haushalt stark belasten. Trotz 

haushaltsrechtlicher Bestimmungen beschloss der Verband keinen 

mittelfristigen Finanzplan. 

(TZ 12)

Liegenschaftstransaktionen

Beim  Einstieg  in  einen  Optionsvertrag  schloss  der  Verband  eine 

großzügige Zusatzvereinbarung ab. Zwei Flächen verkaufte der Ver­

band zu einem geringeren als den Kaufpreis.

 (TZ 13) 

Laut  Rechnungsabschluss  2007  besaß  der  Verband  Flächen  im 

Wert  von  rd. 101.400 EUR;  das  Grundbuch  wies  als  Eigentümer 

die Gemeinde St. Georgen bei Grieskirchen aus. 

(TZ 14)

Kurzfassung

Regionaler Wirtschaftsverband Grieskirchen, 

St. Georgen und Tollet

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Oberösterreich 2010/5

Beteiligung an der TIZ Landl – Grieskirchen GmbH

An der TIZ Landl – Grieskirchen GmbH waren neben dem Verband 

die  Oberösterreichische  Technologie–  und  Marketinggesellschaft 

m.b.H. (TMG) und eine private Unternehmung beteiligt. Die Gesell­

schaft errichtete in Grieskirchen ein Technologiezentrum samt Prüf­

stand. Gemäß einem Finanzierungs– und Kooperationsmodell mit 

der privaten Unternehmung müsste sie den Prüfstand zu 28 % mit 

dem Verkauf von Dienstleistungen (mechanische Bauteilprüfungen) 

auslasten. Zur Errichtung einer Überführung zwischen dem Techno­

logiezentrum und der privaten Unternehmung leistete der Verband 

einen Zuschuss, ohne ihn an die Stadtgemeinde Grieskirchen weiter­

zuverrechnen. 

(TZ 16, 17)

Die  Gesellschaft  wies  Ende 2007  einen  Bilanzverlust  von  rd. 

936.100 EUR aus. Zur Stärkung des Eigenkapitals der Gesellschaft 

sagte der Verband einen Gesellschafterzuschuss von 150.000 EUR 

zu. Für die Erweiterung des Technologiezentrums stellte der Verband 

noch keine Finanzierungsüberlegungen an. Der Verband erschien 

aufgrund seiner Organisationsform und seines Gebarungsumfangs 

für diese Gesellschaftsbeteiligung nicht geeignet. 

(TZ 16, 17)

Kurzfassung

Oberösterreich

Oberösterreich 2010/5

 

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Regionaler Wirtschaftsverband Grieskirchen, 

St. Georgen und Tollet

 

Kenndaten des Regionalen Wirtschaftsverbands Grieskirchen, St. Georgen und Tollet



Rechtsgrundlagen

Satzung des Gemeindeverbands (genehmigt mit Verordnung der 

OÖ Landesregierung vom 17. August 2001, LGBl. Nr. 82/2001)

OÖ Gemeindeverbändegesetz, LGBl. Nr. 51/1988



Mitglieder

Stadtgemeinde Grieskirchen, Gemeinde St. Georgen/Grieskirchen, 

Gemeinde Tollet

Verbandszweck

Planung und Erschließung von Betriebsgebieten; Ansiedlung von 

Betrieben und Unterhaltung der dafür erforderlichen infrastrukturellen 

Einrichtungen



Betriebsansiedlungsgebiet

Industrie– und Gewerbepark Landl-Stritzing



Größe

rd. 15,35 ha

1)

angesiedelte Unternehmungen 5 (rd. 310 Mitarbeiter)

1)

Beteiligung

33,33 % an der TIZ Landl – Grieskirchen GmbH

Gebarung

2002

2003

2004

2005

2006

2007

2008

in 1.000 EUR

Ordentlicher Haushalt

Einnahmen

1,62

2)

38,05



12,13

61,42


79,72

251,04


206,61

Ausgaben


1,70

38,05


3)

12,13


61,42

79,72


251,04

206,61


Jahresergebnis

– 0,08


0,00

0,00


0,00

0,00


0,00

0,00


Außerordentlicher Haushalt

Einnahmen

2)

75,00


432,20

7,57


285,67

122,81


204,98

150,00


Ausgaben

3)

100,52



437,81

6,48


304,35

239,41


422,25

335,13


Jahresergebnis

4)

– 25,52



– 5,61

1,09


– 18,68 –116,60 –217,27 –185,13

ausgewiesenes Vermögen

zum 31. Dezember 2007

(31. Dezember 2008)

176,35

(226,35)


ausgewiesene Schulden

zum 31. Dezember 2007

(31. Dezember 2008)

679,73


(780,47)

Beschäftigte

keine

5)

1)



 Stand: März 2009

2)

 mit Überschuss Vorjahr



3)

 mit Fehlbetrag Vorjahr

4)

 + = Überschuss; 



– = Abgang

5)

  Die Geschäftstätigkeit erfolgte durch Mitarbeiter der Stadtgemeinde Grieskirchen gegen Kostenersatz



welcher zwischen 2002 und 2007 durchschnittlich 3.715,03 EUR pro Jahr betrug.

104

 

Oberösterreich 2010/5

  1

 Der RH überprüfte Ende September/Anfang Oktober 2008 die Geba-

rung des Regionalen Wirtschaftsverbands Grieskirchen, St. Georgen 

und Tollet (Verband). Die Auswahl erfolgte aufgrund einer Stichprobe 

nach dem Zufallsprinzip. Dieses Verfahren bezieht auch Rechtsträger 

ein, die nach dem ansonsten risikoorientierten Auswahlverfahren (z.B. 

wegen ihres geringen Gebarungsumfangs) nicht überprüft würden. Der 

RH wendet dieses Verfahren an, um seine präventive und beratende 

Wirkung zu verstärken.

Ziel der Überprüfung war die Beurteilung der Erfüllung des Verbands-

zwecks, der ordnungsgemäßen Verwaltung und wirtschaftlichen Lage 

des  Verbands,  der  wirtschaftlichen  Errichtung  des  Betriebsgebiets 

sowie des Erfolgs der interkommunalen Zusammenarbeit als Beispiel 

für gemeindeübergreifende Kooperationen, insbesondere hinsichtlich 

der  Anwendung  des  Instruments  des  interkommunalen  Finanzaus-

gleichs.


Zu dem im Dezember 2008 übermittelten Prüfungsergebnis nahm der 

Verband im Februar 2009 Stellung. Der RH erstattete seine Gegenäu-

ßerung im März 2009.

  2

 Zunächst werden im Bericht verwendete Begriffe erläutert:

Interkommunaler Finanzausgleich

Der interkommunale Finanzausgleich ist eine Möglichkeit gemeinde-

übergreifender Kooperation, bei der Gemeinden Vereinbarungen über 

eine Teilung von Steuereinnahmen treffen können. Aus raumplane-

rischer Sicht sollen entsprechende Kooperationen gemeindeübergrei-

fende Projekte ermöglichen und aufkommensbedingte Unterschiede 

zwischen den Gemeinden glätten.

Standortgemeinde

Standortgemeinde ist bei einer gemeindeübergreifenden Kooperation 

jene Gemeinde, in der das gemeinsame Projekt (z.B. Betriebsgebiet) 

liegt.

Prüfungsablauf und 

–gegenstand

Glossar


Oberösterreich

Oberösterreich 2010/5

 

105


Wirtschaftsverband

Die Zusammenarbeit in Form eines Wirtschaftsverbands stellt — im 

Vergleich  zu  den  weiterverbreiteten  Wasser–,  Abwasser–,  Sozialhilfe–, 

Standesamts– oder Schulgemeindeverbänden — eine neue Form der 

Gemeindekooperation (interkommunale Zusammenarbeit) dar. Zu den 

Beweggründen für Kooperationen im wirtschaftlichen Bereich zählt 

u.a. das Bestreben nach einer besseren infrastrukturellen Ausstattung, 

einer höheren Standortattraktivität sowie einer Kostenteilung mit ande-

ren Gemeinden.

  3.1

 (1) Die Gründung dieses ersten Wirtschaftsverbands in Oberösterreich 

erfolgte  im  September 2001  durch  die  Stadtgemeinde  Grieskirchen 

sowie  die  Gemeinden  St. Georgen  bei  Grieskirchen  und  Tollet.  Der 

Hauptgrund für die Zusammenarbeit lag darin, dass die Stadtgemeinde 

Grieskirchen im Gegensatz zur Gemeinde St. Georgen bei Grieskirchen 

über keine Reserven an Betriebsflächen verfügte. Hingegen nahm unter 

445 oberösterreichischen Gemeinden die Stadtgemeinde Grieskirchen 

bei der Finanzkraft

1)

 den 17. und die Gemeinde St. Georgen bei Gries-



kirchen den 363. Rang ein.

1)

 Die Finanzkraft ist hier die Summe der Steuereinnahmen abzüglich der Interessen-



tenbeiträge vermehrt um die Gemeindeertragsanteile.

(2)  Der  Verbandszweck  lag  in  der  Planung  und  Erschließung  von 

Betriebsgebieten,  der  Ansiedlung  von  Betrieben  und  der  Unterhal-

tung der infrastrukturellen Einrichtungen. Zusätzlich ging der Verband 

im März 2002 eine Drittelbeteiligung am Technologie– und Innovati-

onszentrum, der TIZ Landl – Grieskirchen GmbH, ein.

(3) Der Verband erschloss ein — in der Gemeinde St. Georgen bei Gries-

kirchen liegendes — Betriebsgebiet von rd. 15,35 ha. Dabei investierte 

er  bis  2007  rd. 1,15 Mill. EUR  in  Grundankäufe,  Straßen–  und  Lei-

tungsbau.



Verbandsentwick-

lung und –organi-

sation

Glossar

Regionaler Wirtschaftsverband Grieskirchen, 

St. Georgen und Tollet

106

 

Oberösterreich 2010/5

Insgesamt  siedelten  sich  fünf  hauptsächlich  im  Bereich  Produktion 

und  Dienstleistung  tätige  Unternehmungen  mit  310 Beschäftigten 

an.


1)

 Dabei wurden 138 Arbeitsplätze neu geschaffen, 110 stammten 

aus Verlagerungen von vorher in der Nachbargemeinde Grieskirchen 

ansässigen Betrieben. Die übrigen Arbeitsplätze resultierten aus Ver-

lagerungen von anderen Gemeinden der Region. Vorbereitungen zur 

Erweiterung des Betriebsgebiets waren im Gange.

1)

 Darunter fielen zwei größere Unternehmungen (240 Beschäftigte), eine mittelgroße 



Unternehmung (60 Beschäftigte) und zwei kleine Unternehmungen (zehn Beschäf-

tigte).


(4) Da der Verband über kein eigenes Personal verfügte, führten Mitar-

beiter der Stadtgemeinde Grieskirchen die Geschäfte des Verbands. In 

den Jahren 2002 bis 2007 betrug der Kostenersatz dafür durchschnitt-

lich 3.715,03 EUR pro Jahr. Der Obmann des Verbands und sein Stell-

vertreter erhielten für ihre Tätigkeiten keine regelmäßigen Aufwands-

entschädigungen.



  3.2

 Nach Auffassung des RH hätte die Gemeinde St. Georgen bei Gries-

kirchen  infolge  ihrer  geringen  Finanzkraft  eine  Betriebsansiedlung 

mit ausgesprochen hohen Infrastrukturinvestitionen allein nur unter 

größter  Anstrengung  tragen  können.  Angesichts  der  Vorteile  einer 

interkommunalen Zusammenarbeit bei der Kosten– und Risikoteilung 

bewertete der RH die Initiative zur Gründung eines Wirtschaftsver-

bands positiv.

Mit der Erschließung eines Betriebsgebiets von rd. 15,35 ha war der 

Verbandszweck erfüllt. Durch die Schaffung von 138 neuen Arbeits-

plätzen  traten  positive  Beschäftigungseffekte  auf  dem  regionalen 

Arbeitsmarkt ein.

Die Geschäftstätigkeit des Verbands im operativen Bereich bewertete 

der RH als sparsam.



  3.3

Laut Stellungnahme des Verbands hätten die Mitgliedsgemeinden mit

der Verbandsgründung der vom Land Oberösterreich forcierten inter-

kommunalen Zusammenarbeit Rechnung getragen. Die Schaffung der

neuen Arbeitsplätze sei nur dadurch möglich gewesen.

Verbandsentwicklung und –organisation

Oberösterreich

Oberösterreich 2010/5

 

107


  4

 Das  Land  Oberösterreich  gewährte  dem  Verband  Förderungen  und 

Bedarfszuweisungsmittel von rd. 150.000 EUR sowie einen Nachlass 

bei Erhaltungsbeiträgen von rd. 32.800 EUR.

Auf Anfrage des RH konnte das Land Oberösterreich keine Vergleichs-

zahlen über die Förderungshöhe anderer Wirtschaftsverbände in Ober-

österreich bekannt geben.

Der Verband erachtete derartige Vergleichszahlen als zweckmäßig.



  5.1

 (1) In Oberösterreich konnten Unternehmungen für die Schaffung von 

Arbeitsplätzen  und  bei  Neugründungen  Förderungen  in  Form  von 

Kommunalsteuerrückvergütungen erhalten. Dazu lagen Richtlinien auf 

Landes– und Gemeindebene vor.

(2)  Die  Richtlinie  des  Landes  Oberösterreich  sah  für  die  Schaffung 

gänzlich neuer Arbeitsplätze eine Rückvergütung von bis zu 50 % der 

Kommunalsteuer innerhalb von drei Jahren vor. 

Laut Verbandsbeschluss war im Betriebsgebiet die Richtlinie der Stadt-

gemeinde Grieskirchen anzuwenden. Demnach konnte bei Schaffung 

von zusätzlichen Arbeitsplätzen für einen Zeitraum von drei Jahren 

30 % der Differenz des gegenüber dem Vorjahr erhöhten Kommunal-

steuerbetrags rückvergütet werden.

(3) Der Verband genehmigte drei Unternehmungen Vergütungen von 

rd. 127.900 EUR (siehe TZ 6). Die Höhe der Vergütungen überschritt 

dabei in einem Fall die durch die Richtlinie der Stadtgemeinde Gries-

kirchen gesetzte Grenze mit Ende 2008 um rd. 21.300 EUR. In allen drei 

Fällen wurden Arbeitsplätze, die als Bemessungsgrundlage für Vergü-

tungen dienten, nur teilweise neu geschaffen, teilweise auch von ande-

ren Standorten der Region in das Betriebsgebiet verlagert. Die Anga-

ben über gänzlich neu geschaffene Arbeitsplätze basierten auf einer 

Verbandsschätzung. Schriftliche Nachweise lagen nicht vor.



  5.2

 Der RH bemängelte, dass die Kommunalsteuerrückvergütungen nicht 

der  Richtlinie  der  Stadtgemeinde  Grieskirchen  entsprachen  und  zu 

hohe  Vergütungen  gewährt  wurden.  Weiters  kritisierte  er  die  man-

gelnde Dokumentation.

Förderungen

Kommunalsteuer-

rückvergütungen



Regionaler Wirtschaftsverband Grieskirchen, 

St. Georgen und Tollet

Finanzierungsbeiträge

108

 

Oberösterreich 2010/5

Künftig wären für neu geschaffene Arbeitsplätze schriftliche Nach-

weise zu erbringen und nur für diese Kommunalsteuerrückvergütungen 

zu gewähren.



  5.3

Laut Stellungnahme des Verbands seien die Kommunalsteuerrückvergü-

tungen für zwei der drei Unternehmungen keineswegs großzügig gewe-

sen. Eine Überschlagsrechnung ergäbe nahezu Aufkommensneutrali-

tät.

Der Verband verwies weiters auf die schwierige Dokumentation neu

geschaffener Arbeitsplätze, weil er sich auf Angaben der Unterneh-

mungen verlassen müsse. Außerdem würde die Verlagerung von zuvor

in  anderen  Bezirken  gelegenen  Betriebsstandorten  neu  geschaffene

Arbeitsplätze darstellen.

  5.4

 Der RH erinnerte an den Beschluss des Verbands, die im Bereich der 

Stadtgemeinde Grieskirchen geltende Richtlinie für Wirtschaftsförde-

rung auch im Betriebsgebiet anzuwenden. Dementsprechend wäre die 

Differenz der gegenüber dem Vorjahr erhöhten Kommunalsteuer als 

Bemessungsgrundlage heranzuziehen.

Der RH nahm die Auslegung des Verbands hinsichtlich gänzlich neu 

geschaffener Arbeitsplätze zur Kenntnis. Er wiederholte seine Empfeh-

lung, schriftliche Nachweise einzufordern, um einen Zusammenhang 

zwischen erhöhtem Kommunalsteueraufkommen und neuen Arbeits-

plätzen herstellen zu können, wie das die Richtlinie vorsah.

  6.1

 Die wesentlichen außerordentlichen Einnahmen des Verbands umfassten 

Interessentenbeiträge

1)

. Der Verband beschloss, den fünf im Betriebsge-



biet angesiedelten Unternehmungen nachfolgend beschriebene Nach-

lässe zu gewähren.

1)

 Beiträge  für  Infrastruktur  und  Leitungsbau  von  sich  ansiedelnden  Unterneh-



mungen

–  Infrastrukturkostenbeiträge waren Zuschüsse zu den Verbandsausga-

ben (rd. 701.400 EUR) für die Herstellung der öffentlichen Betriebs-

straßen. Dabei hob der Verband von zwei der fünf Unternehmungen 

—  nach  Gewährung  eines  rd. 50 %igen  Nachlasses  —  zusammen 

rd. 26.100 EUR ein. Den anderen drei Unternehmungen schrieb er 

keine Beiträge vor.

Nachlässe und 

Zuschüsse



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