Oberösterreich 2010/5


 Der RH empfahl, die Zahlen im Rechnungsabschluss betreffend das  Verbandsvermögen richtigzustellen.   15


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 14.2

 Der RH empfahl, die Zahlen im Rechnungsabschluss betreffend das 

Verbandsvermögen richtigzustellen.

  15

 Weitere Feststellungen und Empfehlungen des RH betrafen

–  den fehlenden Anschluss des Betriebsgebiets an das Schienennetz 

und an den öffentlichen Personennahverkehr sowie

–  die zum Teil schlechten Bodenverhältnisse der öffentlichen Straßen 

und der Betriebsflächen der Unternehmungen, die Stabilisierungs-

maßnahmen von rd. 10 EUR/m

2

 erforderlich machten.



 16.1

 (1) Die im Jahr 2002 gegründete TIZ Landl – Grieskirchen GmbH bil-

dete — wie bereits erwähnt — die Betreibergesellschaft des Technolo-

gie– und Innovationszentrums in Grieskirchen. Gesellschafter waren 

zu je einem Drittel der Verband, die TMG und eine in Grieskirchen 

ansässige private Unternehmung.

1)

 Sie verzichteten bis 2030 auf ihr 



Kündigungsrecht.

1)

 Als atypisch stille Gesellschafter beteiligten sich an der Gesellschaft neben der TMG 



die Stadtgemeinde Grieskirchen und weitere acht stille Gesellschafter.

Flächenübertragung

Weitere 

Feststellungen

Strategische 

Gesichtspunkte für 

die Beteiligung

Erschließung des Betriebsgebiets

Regionaler Wirtschaftsverband Grieskirchen, 

St. Georgen und Tollet

Beteiligung an der TIZ Landl – Grieskirchen GmbH


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Oberösterreich 2010/5

Der  Verband  entschied  sich  für  diese  Gesellschaftsbeteiligung,  weil 

Pläne  für  einen  zweiten  Standort  des  Technologiezentrums  in  der 

Gemeinde Tollet vorlagen; diese wurden jedoch aus Kostengründen 

nicht verwirklicht. Zudem sollten Synergieeffekte zwischen dem Schul-

standort Grieskirchen, der Gesellschaft und dem Betriebsgebiet reali-

siert werden.

(2) In direkter Nachbarschaft zum Betriebsgelände der privaten Unter-

nehmung errichtete die Gesellschaft um rd. 4,70 Mill. EUR ohne USt 

ein  Technologiezentrum.  Das  Land  förderte  diese  Investition  mit 

rd. 1,31 Mill. EUR.  Das  Technologiezentrum  umfasste  einen  Büro-

trakt, eine Werkstätte und einen Prüfstand (mechanische Bauteilprü-

fungen).

Weitere Investitionskosten (für den Prüfstand) von rd. 3,91 Mill. EUR 

trugen  zu  rd. 72 %  die  private  Unternehmung  und  zu  rd. 28 %  die 

Gesellschaft. Zu den gleichen Prozentsätzen teilte sich die Nutzungs-

möglichkeit des Prüfstands auf. Die ihr zustehenden Prüfzeiten bot die 

Gesellschaft externen Unternehmungen als Dienstleistung an. Dieses 

Finanzierungs–  und  Kooperationsmodell  stellte  einerseits  die  Ein-

bindung eines Leitbetriebs der Region dar. Andererseits bestimmten 

diese  Zusammenarbeit  eine  von  der  privaten  Unternehmung  über-

legte Teilauslagerung der Forschungs– und Entwicklungsaktivitäten 

sowie Befürchtungen von damit verbundenen Arbeitsplatzverlusten 

und Kommunalsteuerausfällen für die Stadtgemeinde Grieskirchen.

(3) Die Mittelaufbringung für die Stammeinlage und die Aufteilung 

der Kommunalsteuereinnahmen aus der Gesellschaft vereinbarten die 

Mitgliedsgemeinden abweichend von der Verbandssatzung

1)

. Die Ver-



bandsversammlung sah die Beteiligung in der Definition des Verbands-

zwecks (Planung und Erschließung von Betriebsgebieten) gedeckt. Eine 

Ergänzung der Satzung erfolgte nicht.

1)

 Die  Gemeinden  St. Georgen  bei  Grieskirchen  und  Tollet  beteiligen  sich  in  Form 



einer Einmalzahlung von je 10.900 EUR an  der Stammeinlage von  75.000 EUR. 

Da der hauptsächliche Zusammenhang zwischen der Gesellschaft und der Stadt-

gemeinde Grieskirchen bestand, übernahm die Stadtgemeinde Grieskirchen sämt-

liche aus der Beteiligung entstehenden Ausgaben. Von den Kommunalsteuerein-

nahmen der Gesellschaft erhielt die Stadtgemeinde Grieskirchen 90 %, die anderen 

Gemeinden je 5 %. Für die weitere Beteiligung als atypisch stiller Gesellschafter 

hätte der Verband 150.000 EUR aufbringen müssen. Entgegen der ursprünglichen 

Planung übernahm statt des Verbands die Stadtgemeinde Grieskirchen die stille 

Beteiligung.

Beteiligung an der TIZ Landl – 

Grieskirchen GmbH


Oberösterreich

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(4) Ende 2007 waren im Technologiezentrum neun Unternehmungen 

mit 82 Mitarbeitern eingemietet. Zu diesem Zeitpunkt wies die Gesell-

schaft einen Bilanzverlust von rd. 936.100 EUR aus. Dieser Verlust war 

wesentlich durch hohe Abschreibungen sowie durch sonstige betrieb-

liche Aufwendungen beeinflusst, denen bis zum Jahr 2006 keine ent-

sprechenden Umsatzerlöse aus Vermietung und Prüfdienstleistungen 

gegenüberstanden. Die zur Vermietung stehenden Büroräumlichkeiten 

waren Mitte 2008 voll ausgelastet. Der Strategische Entwicklungsplan 

der Gesellschaft führte einen weiteren Ausbau des Technologiezen-

trums als zweckmäßig an.



 16.2

 Der RH sah die Beteiligung des Verbands an der Gesellschaft kritisch. 

Seiner  Ansicht  nach  war  der  Verband  aufgrund  seiner  Organisati-

onsform und seines Gebarungsumfangs für eine Beteiligung an einer 

Gesellschaft, die mit der Prüftechnik eine investitionsintensive Dienst-

leistung erbrachte und in wesentlichem Ausmaß von Marktrisiken und 

der Zusammenarbeit mit einer privaten Unternehmung abhing, nicht 

geeignet. Er empfahl, in Abstimmung mit den anderen Gesellschaf-

tern Lösungen für eine Verringerung seines Beteiligungsengagements 

zu suchen.

Der RH wies darauf hin, dass die Satzung einer Ergänzung bedurft 

hätte, damit der Verband Beteiligungen eingehen konnte.



 16.3

Laut  Stellungnahme  des  Verbands  handle  es  sich  bei  dem  privaten

Gesellschafter am Technologiezentrum um den bedeutendsten Arbeit-

geber des Bezirks Grieskirchen. Ein Beteiligungsmodell mit einer pri-

vaten  Unternehmung  stelle  zwar  eine  Ausnahme  dar,  aufgrund  der

gesamtwirtschaftlichen Bedeutung — insbesondere als wesentlicher Bei-

trag zur Standortsicherung und zur Vermeidung von Betriebsabwan-

derungen — erscheine dies aber richtig.

 16.4

 Trotz Würdigung der wirtschaftlichen Bedeutung einer Kooperation 

mit einem regionalen Leitbetrieb verblieb der RH bei seiner Ansicht 

der fehlenden Eignung des Verbands für eine solche Gesellschaftsbe-

teiligung.

Beteiligung an der TIZ Landl – 

Grieskirchen GmbH

Regionaler Wirtschaftsverband Grieskirchen, 

St. Georgen und Tollet


120

 

Oberösterreich 2010/5

 17.1

 (1) Der Verband nahm zur Finanzierung der Stammeinlage ein Darle-

hen von 75.000 EUR auf. Die jährliche Annuität verrechnete er verein-

barungsgemäß nachträglich an die Stadtgemeinde Grieskirchen. Zur 

Errichtung einer Überführung über die B 137, die gleichzeitig die Fuß-

gängeranbindung der privaten Unternehmung zum Technologiezentrum 

darstellte, leistete er einen Finanzierungszuschuss von 108.500 EUR, 

zu dem das Land 55.000 EUR beitrug. Die Weiterverrechnung der den 

Verband belastenden Ausgaben von 53.500 EUR an die Stadtgemeinde 

Grieskirchen erfolgte noch nicht.

(2)  Zur  Stärkung  des  Eigenkapitals  der  Gesellschaft  sagte  der  Ver-

band — wie auch die anderen Gesellschafter — einen Gesellschafter-

zuschuss von 150.000 EUR zu, den er in drei Jahresraten von 2008 

bis 2010 zu bezahlen plante. Dafür beantragte er Bedarfszuweisungs-

mittel von 75.000 EUR beim Land Oberösterreich. Eine Nachschussver-

pflichtung für den Verband bestand nicht. Zur geplanten Erweiterung 

des  Technologiezentrums  stellte  der  Verband  noch  keine  Finanzie-

rungsüberlegungen an.



 17.2

 Der Finanzierungsanteil von 53.500 EUR für die Überführung über die 

B 137 wäre vom Verband an die Stadtgemeinde Grieskirchen weiterzu-

verrechnen.

Der RH empfahl weiters, in Anbetracht des Gebarungsumfangs und 

der Bilanzverluste der Gesellschaft (siehe TZ 16) sowie der langfris-

tigen Darlehensschulden des Verbands (siehe TZ 12) für die Erweite-

rung des Technologiezentrums ein Finanzierungsmodell ohne weitere 

finanzielle Einbeziehung des Verbands zu wählen.

 17.3

Laut Stellungnahme des Verbands werde der Finanzierungsanteil von

53.300 EUR für die Überführung der Stadtgemeinde Grieskirchen wei-

terverrechnet werden.

Finanzielle Aus-

wirkungen auf den 

Verband


Beteiligung an der TIZ Landl – 

Grieskirchen GmbH

Oberösterreich

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121


  18

 Zusammenfassend  hob  der  RH  nachfolgende  Empfehlungen  her­



vor:

 

(1) Infrastrukturkostenbeiträge wären von allen Unternehmungen 

einzuheben.

 (TZ 6)

 

(2) Für die Erweiterung des Betriebsgebiets wäre eine verursacher­

gerechtere Kostenanlastung anzustreben. 

(TZ 6)

 

(3) Für neu geschaffene Arbeitsplätze wären schriftliche Nachweise 

zu erbringen und nur für diese Kommunalsteuerrückvergütungen 

zu gewähren. 

(TZ 5)

 

(4) Die haushaltsrechtlichen Bestimmungen und die Vorgaben der 

Satzung, welche die außerordentlichen Einnahmen als Beiträge zur 

Finanzierung der Investitionsvorhaben vorsahen, wären zu beach­

ten. 

(TZ 7)

 

(5) Interessentenbeiträge sollten künftig nicht ausgezahlt, sondern 

zur Liquiditätsstärkung im Verband belassen werden. 

(TZ 8)

 

(6) Außerordentliche Einnahmen wären ohne Standortbonus auf­

zuteilen.

 (TZ 8)

 

(7) Die Höhe des Standortbonus sollte evaluiert werden.

 (TZ 10)

 

(8)  Ein  Standortbonus  wäre  nur  bei  einem  positiven  wirtschaft­

lichen Ergebnis auszubezahlen. Dazu wäre die Satzung zu ändern. 

(TZ 10)

 

(9) Die Kommunalsteuereinnahmen aus dem Technologiezentrum in 

Grieskirchen wären vollständig zu erfassen und auf die Mitglieds­

gemeinden aufzuteilen.

 (TZ 9)

 

(10) Die dem Verband zustehenden Einnahmen aus dem Grundsteu­

eraufkommen sollten — auch rückwirkend — dem Verband zuflie­

ßen. 

(TZ 9)

 

(11) Im Zuge der Erweiterung des Betriebsgebiets wäre die Inan­

spruchnahme  der  im  Finanzausgleichsgesetz 2008  vorgesehenen 

finanziellen Unterstützung für Gemeindekooperationen zu prüfen. 

(TZ 11)

Regionaler Wirtschaftsverband Grieskirchen, 

St. Georgen und Tollet

Schlussbemerkungen/Schlussempfehlungen

122

 

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(12) Ein mittelfristiger Finanzplan wäre entsprechend den haushalts­

rechtlichen Bestimmungen im Rahmen des Voranschlags 2009 zu 

erstellen.

 (TZ 12)

 

(13) Bei Liegenschaftstransaktionen wäre auf ein optimales wirt­

schaftliches Ergebnis zu achten. 

(TZ 13)

 

(14) Die Zahlen im Rechnungsabschluss betreffend das Verbands­

vermögen wären richtigzustellen. 

(TZ 14)

 

(15) In Abstimmung mit den anderen Gesellschaftern sollte der Ver­

band bei der TIZ Landl – Grieskirchen GmbH Lösungen für eine Ver­

ringerung seines Beteiligungsengagements suchen. 

(TZ 16)

 

(16) Der Finanzierungsanteil von 53.500 EUR für die Überführung 

zum Technologiezentrum wäre der Stadtgemeinde Grieskirchen wei­

terzuverrechnen. 

(TZ 17)

 

(17) Für die Erweiterung des Technologiezentrums wäre ein Finan­

zierungsmodell ohne weitere finanzielle Belastung für den Verband 

zu wählen.

 (TZ 17)

Schlussbemerkungen/

Schlussempfehlungen


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