Öffentliche Bekanntmachung Aufstellung des Bebauungsplanes Nr. 05/2014 „Heinrichsdorf Ost“


Download 9.42 Mb.
Pdf ko'rish
bet1/7
Sana10.01.2019
Hajmi9.42 Mb.
  1   2   3   4   5   6   7

Stadtverordnetenversammlung Wittstock/Dosse 

Beschluss-Nr.: 45-2014-SVV 

 

 

Öffentliche Bekanntmachung 

Aufstellung des Bebauungsplanes Nr. 05/2014 „Heinrichsdorf Ost“ 

 

Die Stadtverordnetenversammlung Wittstock/Dosse hat am 17.12.2014 in öffentlicher Sitzung aufgrund von § 2 



Abs.  1  BauGB  beschlossen,  für  den  Bereich  „Heinrichsdorf  Ost“  einen  Bebauungsplan  aufzustellen  und  eine 

frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit nach § 3 Abs. 1 BauGB durchzuführen. 

 

Für den Planbereich ist der Übersichtsplan maßgebend. Der Geltungsbereich enthält nachfolgende Flurstücke in 



der Gemarkung Eichenfelde, Flur 2: 40 (teilweise), 41 (teilweise), 43/2 (teilweise), 44, 46/4, 193, 194 (teilweise), 

205 (teilweise). 

 

Das Plangebiet ist im folgenden Kartenausschnitt dargestellt. 



 

 

 



 

 

 



 

Dieser Beschluss wird hiermit bekannt gegeben. 

 


Gleichzeitig geben wir bekannt, dass am 06.08.2015 um 18:00 Uhr in der Feuerwehr Biesen, Biesener Straße 9 

in 16909 Wittstock/Dosse OT Biesen, das Plankonzept eingesehen werden kann und die allgemeinen Ziele und 

Zwecke der Planung erläutert werden.  

Das  Plankonzept  wird  anschließend  vom  07.08.2015  bis  einschließlich  24.08.2015  in  der  Stadtverwaltung 

Wittstock/Dosse, Bauamt, Heiligegeiststraße 19-23, Zimmer C 3.10, zu folgenden Zeiten  

 

 



 

 

Montag   



8:30 - 15:00 Uhr 

 

 



 

Dienstag 

8:30 - 16:00 Uhr 

 

 



 

Mittwoch 

8:30 - 15:00 Uhr 

 

 



 

Donnerstag 

8:30 - 17:00 Uhr 

 

 



 

Freitag   

8:30 - 12:00 Uhr 

 

öffentlich ausgelegt. 



Es wird Gelegenheit zur Äußerung und Erörterung gegeben. 

 

 



Wittstock/Dosse, den 22.07.2015 

 

 



gez. Herm 

stellv. Bürgermeister 

 

 


Begründung zum

Bebauungsplan

"Heinrichsdorf Ost"

der Stadt Wittstock / Dosse

Vorentwurf

Stand: 06/2015



Auftraggeber

Stadt Wittstock/Dosse



Bearbeitet durch:

Thomas Jansen • Ortsplanung

Siedlung 3

16928 Blumenthal / Mark



Bearbeitung:

Dipl.-Ing. Thomas Jansen

M. Sc. Jano Jähne

Dipl.-Ing. Kevin Fischer



CAD:

M. Sc. Jano Jähne

Dipl.-Ing. Kevin Fischer

Textverarbeitung:

Andrea Hacker

Kirstin Schikowsky


Thomas Jansen • Ortsplanung Seite 1

Bebauungsplan "Heinrichsdorf Ost" Stadt Wittstock/Dosse



Inhalt

1. Rechtsgrundlagen

2

2.

Plangrundlagen



2

3.

Aufstellungsbeschluss und Räumlicher Geltungsbereich



2

4. Übergeordnete 

Planungen

6

5.



Anlass und Ziel der Planung

5

6. 



Art und Maß der baulichen Nutzung

9

7. Grünflächen



14

8.

Flächen zum Schutz, zur Pflege und zur Entwicklung



15

9. 


Flächen zum Anpflanzen von Bäumen, Sträuchern und 

sonstigen Bepflanzungen sowie Bindungen für Bepflanzungen

und für die Erhaltung von Bäumen, Sträuchern

und sonstigen Bepflanzungen

16

10. Gewässer



17

11. Erschließung

17

12. Ver- und Entsorgung



17

13. Kompensationsmaßnahmen 

*

19

14.  Altlasten / Munitionsbelastung



19

15. Belange des Denkmalschutzes 

20

16. Flächenbilanz



20

Anlage


* Erarbeitung durch das Büro für Landschafts- und Freiraumplanung Frank Gemmel, Giesenhagen

Thomas Jansen • Ortsplanung Seite 2

Bebauungsplan "Heinrichsdorf Ost" Stadt Wittstock/Dosse



1.

Rechtsgrundlagen

Baugesetzbuch (BauGB) in der Fassung der Bekanntmachung vom 23.09.2004 (BGBl.



l S. 2414), zuletzt geändert durch Artikel 1 des Gesetzes vom 20.11.2014 (BGBl. I

S. 1748).

Verordnung über die bauliche Nutzung der Grundstücke (BauNVO) vom 23.01.1990



(BGBl. I S. 132), zuletzt geändert durch Artikel 2 des Gesetzes vom 11.06.2013 (BGBl. I

S. 1548).

Brandenburgische Bauordnung (BbgBO) in der Fassung der Bekanntmachung vom



17.09.2008 (GVBl. Bbg I S. 226), zuletzt geändert durch Artikel 2 des Gesetzes vom

29.11.2010 (GVBl. I Nr. 39, S. 1).

Verordnung über die Ausarbeitung der Bauleitpläne und die Darstellung des Planinhalts



(Planzeichenverordnung 1990 - PlanzV 90) vom 18.12.1990 (BGBl. I 1991, S. 58), zu-

letzt geändert durch Artikel 2 des Gesetzes vom 22.07.2011 (GVBl. I S. 1509).

Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) in der Fassung der Bekanntmachung vom



29.07.2009 (BGBl. I S. 2542), zuletzt geändert durch Artikel 4 Absatz 100 des Gesetzes

vom 07.08.2014 (BGBl. I S. 3154).

Gesetz zum Schutz vor schädlichen Umwelteinwirkungen durch Luftverunreinigungen,



Geräusche, Erschütterungen und ähnliche Vorgänge (Bundes-Immissionsschutzgesetz

- BImSchG) in der Fassung der Bekanntmachung vom 17.05.2013 (BGBl. I S. 1274) zu-

letzt geändert durch Artikel 1 des Gesetzes vom 20.11.2014 (BGBl. I S. 1740).

2.

Plangrundlagen

Auszug aus dem Automatisierten Liegenschaftskataster; Stand 09/2011



Lage- und Höhenplan; Vermessungsbüro Krause, 16928 Pritzwalk; Stand 01/2015

Ergänzung zum Lage- und Höhenplan, Vermessungsbüro Krause, 16928 Pritzwalk;



Stand 03/2015

3.

Aufstellungsbeschluss und räumlicher Geltungsbereich

Die Stadtverordnetenversammlung der Stadt Wittstock/Dosse hat gemäß § 2 Abs. 1 BauGB

den Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan "Heinrichsdorf Ost" gefasst. Mit der Erar-

beitung des Bebauungsplanes wurde das Büro Thomas Jansen • Ortsplanung beauftragt.  

Das ca. 4,9 ha große Plangebiet liegt in der Stadt Wittstock/Dosse ca. 8 km nördlich der

Stadtmitte zwischen der Autobahn A 19 und dem Dosselauf östlich des Dorfkerns von Hein-

richsdorf. 


Thomas Jansen • Ortsplanung Seite 3

Bebauungsplan "Heinrichsdorf Ost" Stadt Wittstock/Dosse

Das Dorf Heinrichsdorf besteht aus mehreren Siedlungsbereichen, die sich in Ost-West-

Richtung entlang der Heinrichsdorfer Straße / Heinrichsdorfer Siedlung reihen. Die Struktur

lässt sich als ein ca. 1,5 km langes aber lockeres Siedlungsband beschreiben, welches sich

aus einzelnen Höfen mit straßenseitig errichteten Wohngebäuden zusammensetzt.

Aus Richtung Wittstock kommend kreuzt die Eichenfelder Straße dieses Siedlungsband.

Dies stellt die einzige Nord-Süd-Beziehung in Heinrichsdorf dar, die jedoch baulich nicht

weiter ausgeprägt ist. Ca. 250 m östlich dieser Kreuzung befindet sich das "Gutshaus Hein-

richsdorf", welches den Ausgangspunkt des Bebauungsplanes markiert.

Abb.: Lage des Bebauungsplanes "Heinrichsdorf Ost" (TK 10)

Umgeben sind Gebäude und Bestandsbebauung von offener Landschaft, welche vorwie-

gend landwirtschaftlich genutzt wird. Das Plangebiet ist somit landschaftlich reizvoll und

sehr ruhig gelegen.

Die vom Bebauungsplan beanspruchten Flächen liegen vollständig im Außenbereich ge-

mäß § 35 BauGB auf der Flur 2, Gemarkung Eichenfelde und umfassen folgende Flurstük-

ke: 40 tw., 41 tw., 43/2 tw., 44, 46/4, 193, 194 tw., 205 tw.


Thomas Jansen • Ortsplanung Seite 4

Bebauungsplan "Heinrichsdorf Ost" Stadt Wittstock/Dosse



4.

übergeordnete Planungen

Flächennutzunsplan

Aus dem im Jahr 2012 bekannt gemachten Flächennutzungsplan ist ersichtlich, dass ledig-

lich die Bebauung nördlich der Heinrichsdorfer Straße als "Aussiedlerhof" festgesetzt ist.

Die Flächen, auf denen der Großteil des Vorhabens entwickelt werden soll, sind als Flächen

für die Landwirtschaft dargestellt. Eine parallele Änderung des Flächennutzungsplanes (§ 8

Abs. 3 BauGB) ist demnach erforderlich.

Abb.: Ausschnitt aus dem wirksamen Flächennutzungsplan


Thomas Jansen • Ortsplanung Seite 5

Bebauungsplan "Heinrichsdorf Ost" Stadt Wittstock/Dosse

Der zu ändernde Flächennutzungsplan soll die Festsetzungen dieses Bebauungsplanes ge-

neralisierend darstellen. Als künftige Darstellung ergibt sich folgende Konfiguration:

Abb.: geänderte Darstellung Flächennutzungsplan

5.

Anlass und Ziel der Planung

Anlass sind die Planungen eines Vorhabenträgers, den Standort des Gutshauses zwischen

Heinrichsdorf und Heinrichsdorf Siedlung zu entwickeln. Um den vorhandenen kulturellen

Anlaufpunkt sollen weitere Freizeit- und auch pferdesportliche Nutzungen ermöglicht wer-

den. Zur Konkretisierung des Vorhabens wurde vom Büro Thomas Jansen • Ortsplanung

ein städtebaulicher Entwurf erarbeitet, der Grundlage für den Bebauungsplan ist.



städtebaulicher Entwurf

Der Entwurf zeigt eine Möglichkeit auf, wie Bauherren den Wunsch nach einem Eigenheim

in Verbindung mit Leidenschaft zur Pferdehaltung verwirklichen können.


Thomas Jansen • Ortsplanung Seite 6

Bebauungsplan "Heinrichsdorf Ost" Stadt Wittstock/Dosse

Räumlich ergibt sich zunächst eine klare Zuordnung der Funktionen:

Die Heinrichsdorfer Straße teilt das Plangebiet in zwei Bereiche. Der Teil nördlich der Stra-

ße bleibt dem Wohneigentum vorbehalten, wohingegen südlich der Straße neben der be-

reits bestehenden Kulturfunktion Freizeit- und Serviceeinrichtungen mit dem Bezug zur

Pferdehaltung und zum Pferdesport verortet sind.

Abb.: städtebaulicher Entwurf



Thomas Jansen • Ortsplanung Seite 7

Bebauungsplan "Heinrichsdorf Ost" Stadt Wittstock/Dosse

Kernelement des Entwurfes ist das Gutshaus Heinrichsdorf, dessen vorgelagerte Freifläche

als Veranstaltungsort genutzt wird und den kulturellen Mittelpunkt des Ortes bildet. Insofern

sind Einrichtungen die dieser Nutzung entsprechen, bereits vorhanden (Toilettenhäuschen,

Mehrzweck-Pavillon) und die Gestaltung des Vorplatzes ist ebenfalls in dieser Hinsicht er-

folgt.

Der Gutshof soll künftig zudem als Zentrum für den Pferdesport genutzt werden und durch



seine Lage und Gestalt diese Nutzung auch vermitteln.

Der nahezu feudale Habitus des Gutshauses selbst wird durch den Neubau eines zweiten

Nebengebäudes, welches spiegelsymetrisch zum vorhandenen angeordnet ist, komplet-

tiert. Die Gestaltung des Vorplatzes mit kleiner Laubbaumallee in der Achse der Freitreppe

unterstreicht die Anmutung eines solchen Gebäudes. 

Ein weiterer Baustein dazu ist die Errichtung einer Reithalle. Diese bildet das bauliche Ge-

genüber zum Gutshaus. Sie ist durch die erwähnte Allee axial auf das Haus ausgerichtet.

Zusammen mit dem davor liegenden Reitplatz gelingt so die Inszenierung des Ensembles

als zentraler Ankerpunkt des Plangebietes.

Die Reithalle bietet neben Unterstellmöglichkeiten für Pferde und Serviceeinrichtungen in

Kombination mit dem Reitplatz auch Kapazitäten für reitsportliche Aktivitäten wie Trainings-

oder öffentliche Wettkämpfe. 

Die Nord-Süd-Ausrichtung der Reithalle resultiert zum Einen aus städtebaulichen Gründen

(Ausrichtung auf das Gutshaus), zum Anderen aus Gesichtspunkten, die aus den Eigenar-

ten des Pferdesports resultieren. Da beim Reitsport hauptsächlich die Längsseiten des Plat-

zes genutzt werden, ist es ratsam, diesen so anzulegen, dass Pferd und Reiter möglichst

wenig von der Sonne geblendet werden.

In unmittelbarer Nähe zum Gutshof entstehen Grundstücke, die sich in das Ortsbild einfü-

gen, sich nördlich entlang der Heinrichsdorfer Straße reihen und die Bebauung unter Einbe-

ziehung des Bestandes zum vorhandenen nord-süd-orientierten Graben hin schließen. Die

Bebauung besteht aus Einfamilienhäusern, die zusammen mit den Nebengebäuden hofarti-

ge Strukturen ausbilden. Ein dörfliches Straßenbild wird somit komplettiert und analog ande-

rer Bereiche der vorhandenen Siedlung weiter entwickelt. 

Auf diesen Parzellen sollen Wohnformen entstehen, welche die Errichtung freistehender

Einfamilienhäuser in Verbindung mit Pferdestallungen, Wirtschafts- und Nebengebäuden er-

möglichen. Die unterschiedlich großen Grundstücke sind 2.900 - 4.200 qm groß und so ge-

staltet, dass eine artgerechte Pferdehaltung auf dem eigenen Grundstück gewährleistet ist.

Dazu sind separate Stallungen, daran angrenzende Auslaufflächen (sogenannte Paddocks)

und eigene Weideflächen vorgesehen. Letztere umfassen jeweils ca. ein Drittel der gesam-

ten Grundstücksfläche.



Thomas Jansen • Ortsplanung Seite 8

Bebauungsplan "Heinrichsdorf Ost" Stadt Wittstock/Dosse

Die Bewohner dieser Gebäuden sollen aber auch von den Einrichtungen um das Gutshaus

herum profitieren können, also bestimmte Services in Anspruch nehmen (Futtermittel / Huf-

beschlag / Training in der Halle etc.). So soll eine symbiotische Existenz beider Teile des

Plangebietes erzielt werden, die auch zur Außenwirkung dieses Vorhabens beiträgt.

Das Plangebiet liegt in einer vorrangig agrarisch genutzten Landschaft, die durch punktför-

migen und linienhaften Baumbestand gekennzeichnet ist, der entlang von Straßen, Flur-

grenzen, Wasserläufen etc. anzutreffen ist. 

Diese Eigenart wird im Entwurf aufgegriffen. So ist um das Plangebiet eine Einfassung

durch Bäume vorgesehen, ebenso wird der Fuß- und Wirtschaftsweg in Nord-Süd-Richtung

durch Baumreihen begleitet. Der Baumbestand entlang der Heinrichsdorfer Straße wird bei-

behalten und gibt unter Hinzunahme von Neupflanzungen im Hof des Gutshauses nur noch

im Bereich zwischen Gutshaus und Reithalle ein Sichtfenster auf eben diese Gebäude frei.

Im südlichen Bereich des Planungsgebietes befinden sich die Weideflächen für Pferde. Die-

se sind weitläufiger angelegt und dienen in den Frühlings- und Sommermonaten dem Aus-

lauf und der Nahrungsaufnahme. Außerhalb der Weidemonate haben die Pferde Auslauf-

möglichkeiten auf den Freiflächen an der Reithalle bzw. auf den Grundstücken der jeweili-

gen Eigentümer.

Ein umlaufender Weg nördlich der privaten Grundstücke entlang des Entwässerungsgra-

bens, durch die Weiden im Süden kreuzt die Achse Gutshaus - Reithalle und schafft so zu-

sätzlich die Einheit aus Gutspark und Wohngrundstücken. Er dient in erster Linie dem Er-

wirtschaften der Wohngrundstücke mit Pferdehaltung; gibt den Grundstücksbesitzern also

Möglichkeit Futter und Mist an- bzw. abzufahren oder auch ihre Pferde direkt von der Weide

in Transporter zu verladen, soll aber auch das Areal und seine Nutzung erfahrbar machen,

indem er Möglichkeiten bietet, die Pferde auf den Weiden zu beobachten oder während ei-

nes Spaziergangs Aktivitäten (pferde-)sportlicher oder kultureller Natur im Bereich zwischen

Gutshaus und Reithalle beizuwohnen. 

Der Graben im Westen des Entwurfsgebietes sichert als naturräumliche Zäsur die Beibehal-

tung einer klar ablesbaren Siedlungsstruktur.



Ziel des Bebauungsplanes

Der Bebauungsplan soll das beschriebene Vorhaben rechtlich ermöglichen. Dabei sollen

die Vorstellungen des Vorhabenträgers in Einklang mit den städtebaulichen und raumplane-

rischen Erfordernissen gebracht werden. Eine behutsame Eingliederung der Neubebauung

in die vorhandene Siedlungsstruktur steht dabei ebenso im Vordergrund wie die Achtung

der Kulturlandschaft, die dem Gebiet seine Prägung verleiht.



Thomas Jansen • Ortsplanung Seite 9

Bebauungsplan 03/14 „Potsdamer Ring / Potsdamer Straße“ Stadt Königs Wusterhausen



6.

Art und Maß der baulichen Nutzung

Im Bebauungsplan "Heinrichsdorf Ost" wird die Zulässigkeit der baulichen Nutzung nach

der BauNVO festgelegt. Die Baugebiete 1 bis 3 werden als "Sondergebiet Wohnen + Pferd"

gemäß § 9 Abs. 1 Nr. 1 BauGB i.V.m. § 11 BauNVO festgesetzt. Die getroffene Aussagen

über die Art und Zulässigkeiten sollen dem städtebaulichen Konzept des Gebietes Rech-

nung tragen und ermöglichen die Entwicklung eines Wohnstandortes mit angeschlossenen

Anlagen für Unterbringung und Unterhalt von Pferden. Zulässig sind: Wohngebäude; bauli-

che Anlagen zum Zwecke des Sportes, der Kultur und der Freizeit; Pferdeställe, Reithallen,

Anlagen für den Pferdesport und die Pferdezucht; Schank- und Speisewirtschaften; Betrie-

be des Beherbergungsgewerbes; Tierarztpraxen; Räume für freie Berufe; Anlagen für die

Hobbytierhaltung, auch von Großtieren). 

Die Festsetzung der Kategorie "sonstiges Sondergebiet" wurde getroffen, da die in §§ 2 bis

10 BauNVO beschriebenen Gebietskategorien nicht dahingehend modifiziert werden kön-

nen, das geplante Vorhaben zuzulassen. Die zunächst naheliegenste Kategorie "Dorfge-

biet" (MD) kommt nicht in Frage, da in diesem Falle zumindest die gewerbliche Nutzung, die

in solch einem Gebiet vorhanden sein muss, voraussichtlich nicht in dem Maße erfüllt wer-

den kann, um dem Gebietscharackter im Sinne des BauNVO zu wahren.

Um die zukünftige Bebauung auf das Konzept abzustimmen, wurden die Sonderbauflächen

mittels Baugrenzen weiter differenziert. Diese definieren die überbaubare Grundstücksflä-

che (Baufenster) und verlaufen in der Regel 3 m parallel innerhalb der Baugebiete, sofern

Bestandsbauten keinen anderen Verlauf erzwingen. Durch die Unterscheidung zweier Ty-

pen von Baugrenzen (Baugrenze 1 und Baugrenze 2) kann die Bebauung auch innerhalb ei-

ner Baufläche unterschiedlichen Festsetzungen unterworfen werden.

Die Festsetzung Nr. 1 definiert, dass Haupt- und Wohngebäude nur innerhalb der Baugren-

ze 1 zulässig sind. Die Festsetzung Nr. 2 beschränkt die Wohnnutzung auf das straßenna-

he Baufenster, wohingegen die Anlagen für die Pferdenutzung auch in größerer Tiefe des

Grundstückes errichtet werden dürfen: "Innerhalb der Baugrenze 2 sind ausschließlich An-

lagen für Pferdesport und Pferdezucht, Pferdeställe, und Reithallen zulässig. Anlagen für

andere Großtierhaltung sind ausnahmsweise zulässig."

Durch die getroffenen Höhenfestsetzungen, welche die maximale Firsthöhe definieren und

aus dem Bestand abgeleitet sind, wird erreicht, dass sich die zukünftige Bebauung an den

Gebäuden der Umgebung orientiert. Weiterhin wird so sichergestellt, dass das Gutshaus

seine herausgehobene bauliche Stellung beibehält, die Neubebauung also nicht in Konkur-

renz dazu tritt. 

Thomas Jansen • Ortsplanung Seite 9

Bebauungsplan "Heinrichsdorf Ost" Stadt Wittstock/Dosse



Thomas Jansen • Ortsplanung Seite 10

Bebauungsplan 03/14 „Potsdamer Ring / Potsdamer Straße“ Stadt Königs Wusterhausen

Thomas Jansen • Ortsplanung Seite 10

Bebauungsplan 03/14 „Potsdamer Ring / Potsdamer Straße“ Stadt Königs Wusterhausen

Thomas Jansen • Ortsplanung Seite 10

Bebauungsplan 03/14 „Potsdamer Ring / Potsdamer Straße“ Stadt Königs Wusterhausen

Aus der Vermessung wird ersichtlich, dass die maximale Firsthöhe (FHmax) der Bestands-

gebäude bei 78 m über Normalhöhennull (NHN) liegt, was in dem nördlichen Plangebiet ei-

ner maximalen Gebäudehöhe von 8,5 m über Oberkante Fahrbahndecke entspricht. Zur Er-

höhung der Flexibilität und um den Ansprüchen modernen Bauens gerecht zu werden, wur-

de dieser Wert um einen Meter erhöht und als FHmax. festgesetzt.

Im Baugebiet um das Gutshaus ist die maximale Firsthöhe ebenfalls mit einer Toleranz von

+ 0,50 m festgesetzt worden, um spätere Umbauten am Dach nicht von vornherein zu er-

schweren.

Das Höhenniveau der Gebäude grenzt auch die unterschiedlichen Nutzungen ab. Die

Wohnbebauung tritt in einheitlichem, dörflichem Charakter auf, wohingegen Gutshaus und

Reithalle ihre Sonderstellung durch solitäre Anordnung unterstreichen. Eine grundlegende

Homogenität der Bebauung wird auch durch die Festsetzung Nr. 13 angestrebt: "Das Dach



von Gebäuden ist als symmetrisches Satteldach oder als Krüppelwalmdach auszuführen.

Von dieser Regelung ausgenommen sind Nebenanlagen i.S.d. § 14 BauNVO bis zu einer

Größe von 50 qm Grundfläche, Garagen und Carports."

Baugebiet 1

Das Sondergebiet für Pferdewohnen ist nördlich der Heinrichsdorfer Straße festgesetzt.

Auch hier ist das Baufenster wie üblich 3 m zur festgesetzten Fläche versetzt. In diesen Ge-

bieten wird die überbaubare Grundstücksfläche durch eine zweite Baulinie entsprechend

bereits erläuterter Festsetzung differenziert. Das Konzept des Pferdewohnens wird so klar

betont und einer Zweckentfremdung der Nebengebäude vorgebeugt. Lediglich im Bereich

der Bestandsbebauung weicht die Baufenstereinteilung ab, denn das Baugebiet 1 umfasst

auch einige Bestandsgebäude des Plangebietes. Dies ermöglicht eine Weiternutzung, wie

sie sich im Moment darstellt, hält aber auch die Option einer Umnutzung zum "Wohnen mit

Pferden" offen. Da die Bebauung bei Beibehaltung des üblichen Baufensters außerhalb der

überbaubaren Grundstücksfläche läge, verläuft die Baugrenze hier direkt an der Bauge-

bietsgrenze. Da das Grundstück bereits weit in die Tiefe bebaut ist, wurde im Osten auf die

Baugrenze 2 verzichtet.

Die Geschossigkeit wird in diesem Gebiet gesondert durch die Festsetzung Nr. 3 festge-

legt, um eine unterschiedliche Anzahl der Geschosse zu erreichen und das Baufeld zu diffe-

renzieren: "Die Anzahl der zulässigen Geschosse beträgt innerhalb der Baugrenze 1 maxi-



mal zwei Vollgeschosse; innerhalb der Baugrenze 2 maximal ein Vollgeschoss." Auch die

Festsetzungen Nr. 4 bis 6 sollen erreichen, dass die der Straße zugewandte Wohnbebau-

ung dominiert.

Thomas Jansen • Ortsplanung Seite 10

Bebauungsplan "Heinrichsdorf Ost" Stadt Wittstock/Dosse


Aufgrund der angestrebten Grundstücksgröße von circa 3.000 - 4.000 qm wird die GRZ in

diesem Gebiet auf 0,3 festgesetzt, um die Flächenintensität der Bebauung auf einem ver-

träglichen Niveau zu halten. Die Dachneigung sowie Traufhöhen sollen den Charakter der

dörflichen Bebauung aus den benachbarten Siedlungsteilen fortführen.




Download 9.42 Mb.

Do'stlaringiz bilan baham:
  1   2   3   4   5   6   7




Ma'lumotlar bazasi mualliflik huquqi bilan himoyalangan ©fayllar.org 2020
ma'muriyatiga murojaat qiling