Salzburger Landesrechnungshof Bericht Gemeinde St. Gilgen


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1.2. 
Aufbau des Berichtes 
 
(1)  Vom Landesrechnungshof festgestellte Sachverhalte  sind mit „(1)“  und deren 
Bewertungen samt allfälligen Anregungen und Empfehlungen sowie Bemänge-
lungen und Beanstandungen  mit  „(2)“  gekennzeichnet. Diese werden zusätzlich 
durch Schattierung hervorgehoben. 
 
 
 
                                                
1
   Gesetz, mit dem das Salzburger Landesrechnungshofgesetz 1993 und das Landtags-Geschäftsordnungsgesetz geändert 
werden, LGBl Nr 29/2012.  
2
   § 7 Abs 4 Salzburger Landesrechnungshofgesetz 1993. 

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St. Gilgen 
 
 
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Die zusammenfassende Gegenäußerung  der Gemeindeverwaltung wird kursiv darge-
stellt und ist mit „(3)“ kodiert.
3
 Eine abschließende Äußerung des Landesrechnungs-
hofes  ist mit „(4)“  gekennzeichnet und durch Schattierung hervorgehoben. Die voll-
ständige Gegenäußerung ist dem Bericht als Anlage angeschlossen. 
 
Um den Bericht übersichtlich zu gestalten, wurde das enthaltene Zahlenwerk fallweise 
gerundet. 
 
Im Bericht verwendete geschlechtsspezifische Bezeichnungen gelten grundsätzlich für 
Frauen und Männer.  
 
                                                
3
   In Einzelfällen sind Gegenäußerungen, die lediglich den Sachverhalt betreffen, als Fußnote eingefügt. 

Landesrechnungshof  
St. Gilgen 
 
 
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2. 
Allgemeines 
 
2.1. 
Die Gemeinde St. Gilgen 
 
(1)  Die Gemeinde St. Gilgen liegt im Bezirk Salzburg Umgebung und besteht aus den 
Katastralgemeinden Gschwand, Oberburgau, Ried, St. Gilgen, Unterburgau und Winkl. 
Sie ist dem Gerichtsbezirk Thalgau zugeordnet. Das Gemeindegebiet umfasst eine 
Fläche von rund 99 km² und zählt zu den flächenmäßig größten Gemeinden des Flach-
gaus. Das Ortszentrum befindet sich auf 545 Meter Seehöhe. Die Gemeindegrenzen 
teilt sich St. Gilgen im Bundesland Salzburg mit Fuschl am See, Faistenau, Hintersee, 
Abtenau und Strobl. Die oberösterreichischen Nachbargemeinden sind Mondsee, Sankt 
Lorenz, Unterach am Attersee, Steinach am Attersee und St. Wolfgang. Gemäß Rech-
nungsabschluss (RA) 2012 verfügt die Gemeinde St. Gilgen per 31. Dezember  2012 
über 3.886 Einwohner. Die Bevölkerungszahl war in den vergangenen Jahren nur ge-
ringen Schwankungen ausgesetzt, ab dem Jahr 2008 zeigte sich ein leichtes Bevölke-
rungswachstum. 
 
Im Rahmen ihrer kommunalen Pflichten betreibt die Gemeinde St. Gilgen einen Kinder-
garten, Volksschulen an den Standorten St. Gilgen und Abersee und eine Hauptschule. 
Das Betreuungsangebot für Kinder und Jugendliche wurde im Jahr 2013 durch ein 
Jugendzentrum erweitert. Aufgabenbereiche wie die Erhaltung der Infrastruktur, die 
Landschaftspflege inklusive Müllentsorgung auf öffentlichen Flächen, der Winterdienst 
sowie vielfältige Hilfsdienste bei der Durchführung von Veranstaltungen werden durch 
die Mitarbeiter des Bauhofs abgedeckt. Die Freiwillige Feuerwehr St. Gilgen ist in drei 
Löschzügen organisiert, die in den Ortsteilen St. Gilgen, Abersee und Winkl über 
Zeugstätten verfügen. 
 
Einen Teil ihrer kommunalen Verpflichtungen organisiert die Gemeinde St. Gilgen in 
Zusammenarbeit mit mehreren Nachbargemeinden in Form von Gemeindeverbänden. 
Sie ist Mitglied im Standesamts-  und Staatsbürgerschaftsverband St. Gilgen (gemein-
sam mit der Gemeinde Fuschl am See). Die Abwasserentsorgung ist über die Reinhal-
teverbände Wolfgangsee-Ischl und Attersee organisiert. Die Aufgaben der Müllentsor-
gung werden durch den „Abfall-  und Umweltverband Flachgau-Ost“ (AUFO) und den 
„Abfallverband Großraum Salzburg“ wahrgenommen. Da St. Gilgen über direkte Zu-
gänge zum Wolfgangsee, Mondsee und Attersee verfügt, vertritt die Gemeinde die da-

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St. Gilgen 
 
 
Seite 14 
mit verbundenen Belange in den Wasserverbänden „Mondseeklause“ und „Wolfgang-
seeklause“ sowie im Wasserverband „Gewässerinstandhaltung Vöcklabruck-Gmunden“. 
Die Versorgung im Bereich der Altenpflege ist durch das von der Gemeinde betriebene 
Seniorenwohnheim „Haus Maria“ sichergestellt. Die Gemeinde St. Gilgen ist im Weite-
ren im „Tourismusverband St. Gilgen“ und im „Regionalverband Osterhorngruppe“ ver-
treten. Die Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr ist durch die Mitgliedschaft im 
Verband „Öffentlicher Personennahverkehr Flachgautakt“ gewährleistet. 
 
Die Gemeinde St. Gilgen ist Alleineigentümerin der „St. Gilgener Fremdenverkehrsein-
richtungs-Gesellschaft m.b.H.“ (FREGES), die zudem als alleinige Komplementärin der 
„St. Gilgener Fremdenverkehrseinrichtungs-Gesellschaft m.b.H. & Co KG“ aufscheint. 
Zusätzlich hält die Gemeinde Anteile an der „Wolfgangsee Tourismusentwicklung 
GmbH in St.Gilgen“ (WOTEG) und in geringem Umfang an der „Zwölferhorn-Seilbahn 
Ges.m.b.H.“ 
 
Die Wirtschaftsstruktur von St. Gilgen ist geprägt vom Sommertourismus. Im Touris-
musjahr 2010/11 fielen knapp 86 % der Nächtigungen in die Sommersaison. Das touris-
tische Angebot wird bestimmt durch Freizeitangebote am Wolfgangsee, Zwölferhorn 
sowie der Schafbergbahn. Der Wintertourismus konnte in den vergangenen Jahren 
durch den Wolfgangseer Advent, der in Zusammenarbeit mit den Gemeinden St. Wolf-
gang und Strobl veranstaltet wird, belebt werden. Zahlreiche Betriebsansiedlungen im 
Gemeindegebiet führten zu einer nachhaltigen Stärkung der Wirtschaftsinfrastruktur der 
gesamten Region. 
 
 
 
2.2. 
Gemeindevertretung und Sitzungen der Organe 
 
(1)  Die Gemeindevertretung der Gemeinde St. Gilgen setzt sich aus 21 Mandataren 
zusammen. Bei der letzten Gemeindevertretungswahl im Jahr 2009 entfielen auf die 
ÖVP zwölf Mandate, auf die SPÖ sieben Mandate und auf die FPÖ zwei Mandate. Über 
die in den Jahren 2010 bis 2012 stattgefundenen Sitzungen der Gemeindevertretung, 
der Gemeindevorstehung, des Überprüfungsausschusses und der weiteren Ausschüsse 
lagen insgesamt 130 Niederschriften vor. Die näheren Bestimmungen über die Ge-

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St. Gilgen 
 
 
Seite 15 
schäftsführung der Gemeindeorgane sind in einer Geschäftsordnung geregelt.
4
  Diese 
überträgt bestimmte Agenden der Gemeindevertretung auf die Gemeindevorstehung 
und den Bürgermeister und delegiert die Unterfertigung bestimmter Geschäftsstücke im 
Namen des Bürgermeisters. Agenden, welche die FREGES oder die FREGES GmbH & 
Co KG betreffen, hat die Gemeindevertretung nicht an die Gemeindevorstehung 
delegiert. Vorgaben der Gemeindevertretung über das Vorgehen bei Kreditübertragun-
gen und überplanmäßigen Ausgaben gibt es nicht.
5
  
 
Die Wertgrenzen, innerhalb derer die Organe einer Gemeinde entscheidungsbefugt 
sind, ergeben sich aus der Höhe der Einnahmen, die im ordentlichen Gemeindevoran-
schlag vorgesehen sind.

Dementsprechend war der Bürgermeister der Gemeinde 
St. Gilgen im Jahr 2012 im Einzelfall zum Abschluss von Rechtsgeschäften über be-
wegliche Sachen und die Vergabe von Arbeiten, Dienstleistungen und Lieferungen bis 
40.000 Euro und für den Abschluss von Rechtsgeschäften über Immobilien bis zu 
einem Betrag von 12.000 Euro berechtigt. Die Gemeindevorstehung war im selben Jahr 
für den Erwerb und die Veräußerung von unbeweglichen Sachen bis zu 150.000 Euro 
zuständig.
7
  Mit Entscheidungen, deren Wert 150.000 Euro überstieg, war die Gemein-
devertretung zu befassen. Aus den  Niederschriften ergibt sich, dass sich die Be-
schlüsse der Gemeindevorstehung unterhalb der für sie geltenden Wertgrenze be-
wegten.  
 
Wie die im Gemeindeamt aufliegenden Unterlagen zeigen, berief der Bürgermeister die 
Mitglieder der Gemeindevertretung jeweils unter Angabe der Tagesordnungspunkte per 
E-Mail bzw. postalisch zu den Sitzungen ein. Einberufungen erfolgten mindestens eine 
Woche vor dem Sitzungstermin. Die Anberaumung der Sitzungen wurde unter Bekannt-
gabe der Tagesordnung durch Anschlag an der Gemeindetafel kundgemacht. Dies er-
folgte - mit zwei Ausnahmen - mindestens eine Woche vor dem Sitzungstermin.
8
  
 
 
                                                
4
   Die Gemeindevertretung hat die Geschäftsordnung letztmals am 02.12.2010 geändert.  
5
   Siehe etwa eine Haushaltssatzung, Amtsblatt der Stadt Salzburg vom 15. 7. 2013, Seiten 9 ff.  
6
   Siehe § 34 Abs 6 Z 3 GdO 1994, § 40 Abs 1 leg. cit.  
7
   Siehe auch § 34 Abs 6 Z 3 GdO 1994.  

  Die Einladungen sind mindestens eine Woche vor dem Termin zuzustellen; die Abschriften der Niederschriften sind binnen vier 
Wochen zuzustellen.  

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St. Gilgen 
 
 
Seite 16 
Einzelne Niederschriften wurden nicht in der nächsten Sitzung der Gemeindevertretung 
oder der Gemeindevorstehung zur Anerkennung oder Richtigstellung vorgelegt.
9
  Der 
Inhalt der Niederschriften über die Sitzungen der Organe der Gemeinde St. Gilgen 
vermittelt den Eindruck, dass diese ihre Geschäfte geordnet abwickelten.  
 
Die Niederschriften über die Sitzungen der Gemeindevertretung erfassten die an-
wesenden und abwesenden Gemeindevertreter sowie weitere Sitzungsteilnehmer. In 
den Niederschriften ist vermerkt, dass der Vorsitzende die ordnungsgemäße Einberu-
fung zu den Sitzungen unter Angabe der Tagesordnung feststellt, samt deren öffentliche 
Bekanntmachung an den Amtstafeln. Die Niederschriften enthalten auch die Feststel-
lung der Beschlussfähigkeit durch den Vorsitzenden und das Ergebnis der Abstimmung 
über Anträge zur Änderung der Tagesordnung. Über vertrauliche Teile der Tagesord-
nung wurden eigene Niederschriften erstellt. Um die Anwesenheit der Teilnehmer an 
Sitzungen festzustellen, wurden keine Unterschriftenlisten verwendet.  
 
In die Niederschriften über die Sitzungen der Gemeindevertretung aufgenommen 
wurden auch Anfragen von Gemeindebürgern an den Bürgermeister bzw.  an betraute 
Gemeinderäte zu den vorgesehenen Tagesordnungspunkten. Die Genehmigung der 
Niederschrift vorhergehender Sitzungen durch die Gemeindevertretung wurde vermerkt; 
dies war auch der Fall, wenn ein befangenes Mitglied der Gemeindevertretung den 
Sitzungssaal für die Dauer der Beratung und Beschlussfassung verließ.  
Die Gemeindevertretung entsprach dem gesetzlichen Gebot, ihre Sitzungen vierteljähr-
lich abzuhalten.
10
  
 
Werden während des Rechnungsjahres Voranschlagsstellen überschritten, sehen die 
Salzburger Gemeindeordnung (GdO) und die Gemeindehaushaltsverordnung Be-
schlüsse der Gemeindevertretung zwingend vor. Die Gemeindevertretung fasste jährlich 
einen Beschluss gemäß § 8 Abs 1 GHV zur gegenseitigen Deckungsfähigkeit.  
 
Die Ausschüsse wurden grundsätzlich entsprechend der Geschäftsordnung der Ge-
meindevertretung einberufen; dies gilt auch für die Aufnahme der Niederschriften.  
 
                                                
9
   Die Niederschriften über Sitzungen der Gemeindevertretung folgenden Datums lagen nicht in der nächsten Sitzung vor: 
29.4.2010; 28.4.2011, 29.9.2011, 17.11.2011; 26.4.2012, 28.6.2012. Die Niederschriften über Sitzungen der Gemeindevor-
stehung folgenden Datums lagen nicht in der nächsten Sitzung vor: 11.5.2011, 14.9.2011, 12.10.2011, 24.10.2011, 9.11.2011; 
8.2.2012 und 11.4.2012. 
10
  § 25 Abs 1 GdO 1994.  

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Die Einladungen zu den Sitzungen der Gemeindevorstehung und des Überprüfungs-
ausschusses erfolgten grundsätzlich  mindestens eine Woche vor dem Sitzungstermin. 
Entsprechend der GdO trat der Überprüfungsausschuss ab 1. Oktober  2010 zweimal 
jährlich innerhalb von sieben Monaten zusammen. Inhaltlich befasste sich der Aus-
schuss etwa mit der Prüfung der Kassa und der Prüfung der Übereinstimmung der Auf-
zeichnungen der Buchhaltung mit den Kontoauszügen. Der Ausschuss ließ sich über 
die aktuellen Darlehensstände, die freie Liquidität sowie offene Forderungen und Ver-
bindlichkeiten der Gemeinde informieren und prüfte stichprobenartig Rechnungen, die 
die voranschlagswirksame und -unwirksame Gebarung betrafen. Er informierte sich 
auch darüber, wie sich einzelne Posten des Rechnungsabschlusses über mehrere 
Jahre entwickelten - wie etwa die Abgänge und Überschüsse für den Kindergarten, das 
Seniorenheim, den Kanal, die Wasserversorgung und die Abfallentsorgung.  
 
Die Gemeindevorstehung genehmigte die Jahresabschlüsse der FREGES zum 
31. Oktober 2009 und zum 31. Oktober 2010. Sie erteilte auch für diese Geschäftsjahre 
dem Geschäftsführer die Entlastung. Gleichlautende Beschlüsse fasste die Gemeinde-
vorstehung für die FREGES GmbH & Co KG zum Geschäftsjahr 2009/2010.
11
 
 
(2)  Für den geprüften Zeitraum stellte der LRH fest, dass die Organe der Gemeinde 
St. Gilgen die Vorgaben der Salzburger Gemeindeordnung grundsätzlich einhielten. Der 
Inhalt der Niederschriften über die Sitzungen der Organe der Gemeinde St. Gilgen ver-
mittelte den Eindruck, dass diese ihre Geschäfte grundsätzlich geordnet  abwickelten. 
Die Sitzungen waren gut vorbereitet, die Beratungen weitgehend sachbezogen, die Be-
schlüsse stützten sich auf ausreichende Entscheidungsgrundlagen. Einzelne Nieder-
schriften der Gemeindevertretung und der Gemeindevorstehung wurden diesen 
Gremien allerdings nicht in der nächsten Sitzung zur Anerkennung oder Richtigstellung 
vorgelegt.  
 
 
                                                
11
   Siehe Niederschriften 33 vom 9.9.2010 und 12.10.2011.   

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Seite 18 
 
Der LRH bemängelt, dass die Gemeindevertretung bei Überschreitung von Voran-
schlagsstellen nicht die gesetzlich geforderten Beschlüsse fasste. Der LRH empfiehlt 
daher der Gemeindevertretung, Vorgaben zu beschließen, die das Vorgehen bei Kredit-
übertragungen und überplanmäßigen Ausgaben regeln.  
 
 
Bei Überschreitungen des Voranschlags fehlen grundsätzlich die Nachtragsvoran-
schläge und die zeitgerechte Genehmigung durch die Gemeindevertretungen. Die dies-
bezüglichen Beschlussfassungen der Gemeindevertretung im Zuge des jeweiligen 
Rechnungsabschlusses sind daher nicht gesetzeskonform. Die entsprechenden gesetz-
lichen Bestimmungen der Salzburger Gemeindeordnung (§ 52 Abs 2 GdO) und der 
Gemeindehaushaltsverordnung (§ 4 iVm §16 und § 20 GHV 1998) sind einzuhalten. 
 
 
Der LRH empfiehlt dem Überprüfungsausschuss mindestens eine halbjährliche Kon-
trolle des Budgetvollzugs. Besonderes Augenmerk ist dabei auf Kreditüberschreitungen, 
und die Entwicklung von haushaltsrelevanten Budgetpositionen zu legen.  
 
 
 
Der LRH regt an, die Anwesenheit der Teilnehmer an Sitzungen mittels Unterschriften-
listen zu bestätigen. Dies ist auch erforderlich, um die Abrechnung von Sitzungsgeldern 
nachzuvollziehen.  
 
(3)  In ihrer Gegenäußerung erklärt die Gemeinde, dass die Gemeindevertretung Vorgaben 
im Fall von  Überschreitungen  von Voranschlagsstellen  beschließen  werde.  Die An-
regung, bei den Sitzungen der Gemeindegremien Unterschriftenlisten aufzulegen, sei 
bereits umgesetzt.  
 
 
2.3. 
Personalstand und Personalaufwand  
 
(1)  Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über den Personalstand der Gemeinde 
St. Gilgen per 31. Dezember 2012:  
 

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Aufgrund ihrer Größe und der damit verbundenen kommunalen Aufgaben ist die Ge-
meinde St. Gilgen als regional bedeutsamer Arbeitgeber einzustufen. Sie beschäftigt 
insgesamt 35 Mitarbeiter im Seniorenheim, 15 weitere finden im Kindergarten und der 
Kinderbetreuung eine Anstellung und im Bauhof sind sieben Personen angestellt. 
Darüber hinaus sind sieben Personen für die Belange der Volksschulen und der Haupt-
schule zuständig. Die Verwaltungsaufgaben der Gemeinde St. Gilgen werden von ins-
gesamt zehn Mitarbeitern wahrgenommen. Unter Berücksichtigung sonstiger Ange-
stellter verfügt die Gemeinde über 78 Mitarbeiter, die im Ausmaß von rund 60 Vollzeit-
äquivalenten (VZÄ) beschäftigt sind. 
 
Beschäftigung
Anzahl
Schema
Gruppe
(in VZÄ)
Allgemeine Verwaltung
3
VB II
b
3,00
6
VB II
c
5,59
1
VB I
p
0,81
10
9,40
Volksschule 
2
VB I
p
1,48
Hauptschule¹
5
VB I
p
3,32
Kindergarten u. Tagesbetreuung
10
VB II
ki
6,86
4
VB II
d
1,83
1
VB I
p
0,63
15
9,31
Seniorenheim
9
VB II
c
6,28
13
VB II
d
10,63
13
VB I
p
11,04
35
27,94
Bau-/Straßenwesen
7
VB I
p
7,00
Sonstige
1
a
0,13
3
VB I
p
1,23
4
1,36
Gesamt
78
59,79
Entlohnungs-
Dienstpostenplan per 31. Dezember 2012
¹ VZÄ im Ausmaß von 0,27  VZÄ werden stundenweise abgerechnet.

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Seite 20 
Im geprüften Zeitraum nahmen die Gemeindebediensteten an Weiterbildungsveran-
staltungen teil. Diese betrafen vor allem Aufgabengebiete der Verwaltungskräfte wie 
etwa das Baurecht, das Meldewesen oder die Finanzen. 
 
Protokolle über die regelmäßigen Begehungen von Arbeitsstätten durch eine Sicher-
heitsfachkraft und einen Arbeitsmediziner liegen bei der Gemeinde auf.
12
  
 
Die folgende Abbildung zeigt die Entwicklung des Personalaufwandes in den Jahren 
2002 bis 2012:
13
 
 
 
 
 
Die Ausgaben für Personal sind im Beobachtungszeitraum kontinuierlich von rund 
1,6 Mio.  Euro auf rund 2,7 Mio.  Euro angestiegen, dies entspricht einem Anstieg von 
rund 40 %. Der Anteil der Personalkosten an den ordentlichen Ausgaben ist von rund 
21,3 % im Jahr 2002 auf rund 23,6 % im Jahr 2012 gestiegen. Diese Entwicklung lässt 
sich einerseits durch allgemeine  Gehaltssteigerungen, Vorrückungen und Beförderun-
gen erklären. Andererseits führte auch ein Anstieg in der Anzahl der Beschäftigten zu 
                                                
12
   § 78 ArbeitnehmerInnenschutzgesetz   
13
  Die hier ausgewiesenen Daten wurden von der Statistik Austria zur Verfügung gestellt. Der Personalaufwand wird, 
korrespondierend zur Vorgehensweise der Statistik Austria, um die Reisekosten korrigiert dargestellt. Nähere Ausführungen zu 
den Daten der Statistik Austria dazu finden sich in Abschnitt 3. 

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Seite 21 
einem höheren Personalaufwand. Beschäftigte die Gemeinde St. Gilgen im Jahr 2002 
Arbeitnehmer im Ausmaß von rund 52 VZÄ, so lag diese Zahl im Jahr 2012 bereits bei 
rund 60 VZÄ. 
 
 
 
 
 

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Seite 22 
3. 
Haushalts- und Finanzsituation 
 
(1)  In diesem Abschnitt wird die finanzielle Entwicklung der Gemeinde St. Gilgen in den 
Jahren 2002 bis 2012 dargestellt. Der mehr als zehn Jahre umfassende Betrachtungs-
zeitraum ermöglicht eine detaillierte Beschreibung der Haushalts-  und Finanzsituation 
und erlaubt es, kurzfristige Schwankungen zu identifizieren und zu analysieren. Die 
Auswertung basiert auf Rechnungsabschlussdaten der Gemeinde St. Gilgen, die der 
Statistik Austria jährlich übermittelt werden und dem LRH von der Landesstatistik Salz-
burg zur Verfügung gestellt wurden. Die verwendeten Daten wurden im Zuge der Prü-
fung mit den in den Rechnungsabschlüssen des Prüfzeitraums ausgewiesenen Werten 
abgeglichen und auf Übereinstimmung geprüft. Einzelne Daten wurden korrigiert, um 
einen konsistenten Vergleich über den Beobachtungszeitraum zu erhalten. Auf diese 
Änderungen wird im jeweiligen Abschnitt hingewiesen. 
 
Die Analyse der Haushalts- und Finanzsituation ist wie folgt aufgebaut: In einem ersten 
Schritt wird die Entwicklung des ordentlichen und außerordentlichen Haushalts be-
schrieben. Danach werden die Investitionstätigkeit, die Struktur der öffentlichen Ein-
nahmen und die Rücklagenbildung analysiert und die Haftungen sowie der Schulden-
stand der Gemeinde genauer betrachtet. Abschließend wird die Finanzsituation der 
Gemeinde St. Gilgen anhand des Rechnungsquerschnitts und einigen darauf basieren-
den Kennzahlen bewertet. Dazu finden sich im Anhang eine kurze Beschreibung, die 
Berechnungsformeln und ein Interpretationsleitfaden der verwendeten Kennzahlen. 
 
 
3.1. 
Haushaltsentwicklung 
 
(1)  Die Haushaltsentwicklung wird getrennt für den ordentlichen Haushalt und den außeror-
dentlichen Haushalt dargestellt. Dabei wird auf eine Darstellung der Abwicklung der Er-
gebnisse der Vorjahre verzichtet. Die gewählte Darstellung entspricht somit einer reinen 
jahresweisen Betrachtung. Im Anschluss erfolgt eine detaillierte Analyse der Investi-
tionstätigkeit und der Einnahmenstruktur der Jahre 2010 bis 2012. 
 
In der folgenden Abbildung ist die Entwicklung des ordentlichen Haushalts in den Jah-
ren 2002 bis 2012 dargestellt.  

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St. Gilgen 
 
 
Seite 23 
 
 
Zusammenfassend kann die Entwicklung des ordentlichen Haushalts als konstant stei-
gend beschrieben werden. Die Einnahmen und Ausgaben weisen für den Zeitraum 
2002 bis 2012 eine Steigerung von 58,80 bzw.  53,04 % auf. Im Durchschnitt sind die 
Einnahmen des ordentlichen Haushalts jährlich um rund 5,35 %  gestiegen; die durch-
schnittliche jährliche Steigerung der ordentlichen Ausgaben beträgt rund 4,82 %. Im 
Jahr 2012 wurden Einnahmen in Höhe von rund 12 Mio.  Euro und Ausgaben in Höhe 
von rund 11,5 Mio. Euro im ordentlichen Haushalt abgewickelt. 
 
Im Beobachtungszeitraum unterliegt das Ergebnis des ordentlichen Haushalts großen 
Schwankungen. Beispielhaft für diese Beobachtung ist das Jahr 2010, in dem der Saldo 
des ordentlichen Haushalts ein positives Ergebnis von 455.000 Euro aufweist, und das 
Jahr 2011 -  mit einem negativen Saldo von 559.000 Euro -  zu nennen. Entsprechend 
wurde nur in der Hälfte der Jahre des Beobachtungszeitraumes ein Überschuss im 
ordentlichen Haushalt erwirtschaftet. 

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