Salzburger Landesrechnungshof Bericht Gemeinde St. Gilgen


Download 0.98 Mb.
Pdf ko'rish
bet3/10
Sana14.08.2018
Hajmi0.98 Mb.
1   2   3   4   5   6   7   8   9   10

 
 
 

Landesrechnungshof  
St. Gilgen 
 
 
Seite 24 
Die Entwicklung des außerordentlichen Haushalts ist in der folgenden Abbildung darge-
stellt:  
 
 
 
Ein erster Blick zeigt, dass der außerordentliche Haushalt im Zeitablauf großen 
Schwankungen unterliegt. Dies ist darauf zurückzuführen, dass dieser hauptsächlich 
Ausgaben darstellt, die vereinzelt auftreten und der Höhe nach den normalen Rahmen 
erheblich überschreiten oder durch einmalige Einnahmen (Kredite, Förderungen, 
zweckgebundene Rücklagen) bedeckt werden. Diese Beschreibung betrifft hauptsäch-
lich die Durchführung und Finanzierung von Investitionsprojekten. Daneben gilt für den 
außerordentlichen Haushalt im Gegensatz zum ordentlichen Haushalt das Einzel-
deckungsprinzip. Dementsprechend muss jede Ausgabe durch eine korrespondierende 
Einnahme gedeckt sein. Bei einer jährlichen Betrachtungsweise weist der außerordent-
liche Haushalt der Gemeinde St. Gilgen teils hohe Überschüsse bzw. Abgänge auf. 
 
Im geprüften Zeitraum wurden der Neubau der Zinkenbachbrücke, die Sanierungs- und 
Erweiterungsarbeiten in den Volksschulen St. Gilgen und Abersee und der Hauptschule 
sowie die Errichtung des Kulturhauses St. Gilgen abgewickelt und entsprechend im 
außerordentlichen Haushalt dargestellt. Zusätzlich wurde das Projekt „Abwasserentsor-

Landesrechnungshof  
St. Gilgen 
 
 
Seite 25 
gung Oberburgau“ fertiggestellt. Die Sanierung und der Ausbau der gemeindeeigenen 
Straßeninfrastruktur finden sich jährlich im außerordentlichen Haushalt. 
 
Neben  zahlreichen Investitionsprojekten wurde in den Jahren 2002 bis 2012 auch der 
Erwerb von Beteiligungen im außerordentlichen Haushalt dargestellt. Im Detail handelte 
es sich dabei um den Erwerb von Stammkapital an der WOTEG in den Jahren 2007 
(500.000 Euro), 2010 (200.000 Euro) und 2012 (50.000 Euro).
14
 
 
Im Jahre 2003 wurde die Errichtung des Turnsaals der Hauptschule St. Gilgen begon-
nen. Dieses Investitionsprojekt wurde von der Firma P. abgewickelt. Die Gemeinde 
St. Gilgen tritt als Mieter des Grundstücks und der darauf errichteten Turnhalle auf.
15
 
Einmalig zu leistende Mietzahlungen und Ausgaben für Finanzierungsleasing wurden in 
den Jahren 2004, 2005 und 2007 über den außerordentlichen Haushalt abgewickelt. 
 
Eine genauere Einschätzung des Umfangs der Investitionstätigkeit einer Gemeinde er-
laubt die Berechnung der Investitionsquote. Diese Kennzahl setzt die Investitionen, ge-
messen als Summe aus dem Erwerb von unbeweglichem Vermögen (KZ 40), dem Er-
werb von beweglichem Vermögen (KZ 41) und dem Erwerb von aktivierungspflichtigen 
Rechten (KZ 42) des Rechnungsquerschnitts in Relation zu den laufenden Ausgaben 
(KZ 29). Diese werden zusätzlich um etwaige Gewinnentnahmen der Gemeinde von 
Unternehmen und marktbestimmten Betrieben (KZ 28) korrigiert.
16
  Der Erwerb von 
Beteiligungen ist in dieser Kennzahl nicht erfasst, da solche Einnahmen und Ausgaben 
im Rechnungsquerschnitt unter den Finanztransaktionen ausgewiesen werden. 
 
Die Entwicklung der Investitionsquote in den Jahren 2002 bis 2012 ist in der folgenden 
Abbildung dargestellt: 
 
                                                
14
  Im Rechnungsabschluss 2012 wurde der Beteiligungserwerb nicht korrekt dargestellt. Nähere Ausführungen dazu finden sich in 
Abschnitt 4.4. 
15
  Details zur rechtlichen Ausgestaltung finden sich in Abschnitt 7. 
16
  Eine detaillierte Beschreibung zu verschiedenen Kennzahlen des Rechnungsquerschnitts findet sich im Anhang. 

Landesrechnungshof  
St. Gilgen 
 
 
Seite 26 
 
 
Die relativ hohe Investitionstätigkeit in den Jahren 2002 bis 2005 ist im Wesentlichen 
auf die Erweiterung und Sanierung von Gemeindestraßen und des Kanalnetzes, den 
Um- und Neubau von Wohn- und Geschäftsgebäuden und die Errichtung der Turnhalle 
für die Hauptschule zurückzuführen. 
 
Ergänzend dazu zeigt die folgende Tabelle einen Überblick über die Förderungen des 
Gemeindeausgleichsfonds, die ab dem Jahr 2010 genehmigt wurden. 
 
 
 
Details zu den im Prüfzeitraum durchgeführten Investitionsprojekten werden in Ab-
schnitt 8 ausführlich dargestellt. 
 
Datum der 
Genehmigung
geplante 
Kosten
in Euro
in Euro
in %
Straßensanierungen 2010/2011
14.09.2010
310.000
97.000
31,29
Erweiterung, Umbau u. Sanierung VS u. HS
21.09.2012
4.300.000
2.035.000
47,33
Straßenbaumaßnahmen 2012
---
450.000
135.000
30,00
Feuerwehr-Zeugstätte - Neubauplanung
04.03.2013
50.000
15.000
30,00
GAF - Förderungen für Investitionen
Zuschuss 

Landesrechnungshof  
St. Gilgen 
 
 
Seite 27 
Die Struktur der öffentlichen Einnahmen in den Jahren 2010 bis 2012 ist in der folgen-
den Tabelle abgebildet: 
 
 
 
Die Struktur der öffentlichen Einnahmen lässt sich wie folgt beschreiben: Im Jahr 2012 
liegt der Anteil der Gemeindeabgaben an den öffentlichen Einnahmen bei 36 %. Obwohl 
die Einnahmen dieser Kategorie nominell um 13,5 % gesteigert werden konnten, blieb 
der Anteil der Gemeindeabgaben an den öffentlichen Abgaben im Beobachtungszeit-
raum relativ konstant. Die wichtigsten Abgabenkategorien innerhalb der ausschließ-
lichen Gemeindeabgaben sind die Kommunalsteuer und die Grundsteuer B, wobei die 
Kommunalsteuer mit einem Anstieg von rund 177.000 Euro hauptverantwortlich für den 
beschriebenen nominellen Anstieg der Gemeindeabgaben ist. Bei den Einnahmen aus 
der Ortstaxe ist zu beachten, dass die Gemeinde gemäß § 9 Abs 2 Ortstaxengesetz 
96 % von dieser Abgabe an den Tourismusverband weiterzuleiten hat. Die Grund-
steuer A sowie die sonstigen Einnahmen (z.B. Verwaltungsabgaben, Hundeabgabe) 
sind von untergeordneter Bedeutung.  
 
Ausschließliche Gemeindeabgaben
Euro
%
Euro
%
Euro
%
Grundsteuer A
15.503
0,4
16.085
0,3
16.057
0,3
Grundsteuer B
642.359
14,9
636.081
13,1
654.932
13,3
Kommunalsteuer
622.269
14,4
759.810
15,7
799.559
16,3
Ortstaxe
227.496
5,3
224.418
4,6
235.557
4,8
Sonstige
48.914
1,1
43.856
0,9
61.121
1,2
Gesamt_1.556.541_36,1_1.680.250_34,6_1.767.225_36,0_Zwischen_Ländern_und_Gemeinden_geteilte_Abgaben'>Gesamt
1.556.541
36,1
1.680.250
34,6 1.767.225
36,0
Zwischen Ländern und Gemeinden geteilte Abgaben
Besondere Ortstaxe
171.679
4,0
162.253,8
3,3
159.991
3,3
Ertragsanteile an gemeinschaftlichen Bundesabgaben
Bedarfsausgleich
110.512
2,6
132.454
2,7
75.460
1,5
Bedarfsausgleich nach abgest. Bevölkerungsschlüssel
2.166.038
50,2
2.504.816
51,6 2.617.208
53,3
Getränkesteuerausgleich
425.784
9,9
448.987
9,3
436.348
8,9
Sonstige
41.233
1,0
77.515
1,6
8.184
0,2
Gesamt
2.743.567
63,5
3.163.771
65,2 3.137.200
63,8
Sonstige Einnahmen
17.183
0,4
7.592
0,2
10.257
0,2
Gesamte öffentliche Einnahmen
4.317.291 100,0 4.851.613 100,0 4.914.683 100,0
Öffentliche Einnahmen 2010 - 2012
2010
2011
2012

Landesrechnungshof  
St. Gilgen 
 
 
Seite 28 
Die Einnahmen aus der besonderen Ortstaxe weisen in den Jahren 2010 bis 2012 
einen Rückgang von 6,8 % auf und lagen im Jahr 2012 bei rund 160.000 Euro.
17
 
 
Neben den Gemeindeabgaben sind die Ertragsanteile an den gemeinschaftlichen Bun-
desabgaben, und hier im Besonderen die Einnahmen aus dem Bedarfsausgleich nach 
abgestuftem Bevölkerungsschlüssel, von großer Bedeutung für den Gemeindehaushalt. 
Diese Kategorie sorgte im Jahr 2012 für 53,3 % der öffentlichen Einnahmen. Insgesamt 
lag der Anteil der gesamten Ertragsanteile an den öffentlichen Einnahmen im Jahr 2010 
bei 63,5 %. Im Folgejahr waren es 65,2 % und im Jahr 2012 reduzierte sich dieser An-
teil auf 63,8 %. Der Rückgang der Einnahmen aus dem Bedarfsausgleich im Jahr 2012 
ist auf den Vorwegabzug des Pflegegeldes zurückzuführen. 
 
Insgesamt konnten die öffentlichen Einnahmen in den Jahren 2010 bis 2012 kontinuier-
lich von rund 4,3 Mio.  Euro auf rund 4,9 Millionen Euro gesteigert werden. Hauptver-
antwortlich für diesen Anstieg ist die positive Entwicklung der Kommunalsteuer 
(+177.000 Euro) und die gestiegenen Ertragsanteile nach abgestuftem Bevölkerungs-
schlüssel (+450.000 Euro). 
 
Die langfristige Entwicklung der wichtigsten gemeindeeigenen Abgaben ist in der fol-
genden Abbildung dargestellt. 
 
 
                                                
17
  Bei der besonderen Ortstaxe handelt es sich um eine zwischen Ländern und Gemeinden geteilte Abgabe. Die in der Tabelle 
ausgewiesenen Werte entsprechen den Einnahmen der Gemeinde. Der Anteil des Landes Salzburg wird über die voran-
schlagsunwirksame Gebarung abgewickelt. 

Landesrechnungshof  
St. Gilgen 
 
 
Seite 29 
 
 
Die Grundsteuern A und B weisen einen relativ konstanten Verlauf auf, die jährlichen 
Einnahmen liegen im Beobachtungszeitraum zwischen 575.000 Euro und 671.000 Euro. 
Im Gegensatz dazu konnten die Einnahmen aus der Kommunalsteuer mehr als verdop-
pelt werden (von 388.000 Euro auf knapp 800.000 Euro). Hauptverantwortlich dafür 
waren zahlreiche Betriebsneuansiedelungen im Gemeindegebiet.  
 
(2)  Der LRH kritisiert die stark schwankenden Ergebnisse im ordentlichen und außerordent-
lichen Haushalt. Das Einzeldeckungsprinzip im außerordentlichen Haushalt ist strikt zu 
beachten. Aus diesem Grund empfiehlt der LRH eine mehrere Rechnungsperioden 
umfassende detaillierte Budget-  und Investitionsplanung auf Grundlage des mittelfristi-
gen Finanzplans. 
 
 
 
Der LRH stellt eine positive Einnahmenentwicklung der Gemeinde fest. Besonders 
herauszustreichen ist der Anstieg der Kommunalsteuer, der auf erfolgreiche Be-
triebsansiedelungen zurückzuführen ist. 
 
(3)  In ihrer Gegenäußerung führt die Gemeinde St. Gilgen aus, dass die Schwankungen im 
Haushalt auf planungsrelevante Änderungen zurückzuführen seien, die auch bei ver-
stärkter detaillierter Planung nicht vermieden werden könnten. In Zukunft werde ver-
sucht, zeitliche und finanzielle Verschiebungen durch verbesserte Planung und Rück-
lagenvorsorge zu reduzieren. 

Landesrechnungshof  
St. Gilgen 
 
 
Seite 30 
3.2. 
Rücklagen 
 
(1)  Die folgende Abbildung zeigt jeweils den Stand der Rücklagen zum Ende des 
Haushaltsjahres für die Jahre 2010 bis 2012. 
 
 
 
Im Laufe des Jahres 2010 wurden alle bis dahin dotierten Rücklagen im Ausmaß von 
133.000 Euro aufgelöst, sodass die Gemeinde St. Gilgen am Ende des Rechnungs-
jahres über keine Rücklagen verfügte. Im Zuge der bevorstehenden Sanierungen der 
Schulgebäude wurden im Jahr 2011 gebundene Rücklagen in Höhe von rund 170.000 
Euro gebildet. Zusätzlich wurden Betriebsmittelrücklagen im Ausmaß von rund 514.000 
Euro dotiert.
18
 
 
Die zweckgebundenen Rücklagen wurden im Jahr 2012 widmungsgemäß aufgelöst, 
ebenso wurden die Betriebsmittelrücklagen aufgelöst. Zudem kam es zu einer Dotie-
rung einer zweckgebundenen Rücklage in Höhe von 450.000 Euro für die ab dem Jahr 
2013 geplanten Straßensanierungen. Insgesamt verfügte die Gemeinde St. Gilgen am 
Ende des Rechnungsjahres 2012 über Rücklagen in Höhe von 450.000 Euro. 
 
                                                
18
  Bei Betriebsmittelrücklagen handelt es sich um freie Rücklagen. 
2010
2011
2012
Gebundene Rücklagen
Euro
Euro
Euro
VS St. Wolfgang
0
38.400
0
VS St. Gilgen
0
23.500
0
VS Abersee
0
68.300
0
HS St. Gilgen
0
35.100
0
Seniorenheim (Spenden)
0
5.210
0
Straßensanierung
0
0
450.000
Gesamt
0
170.510
450.000
Allg. Betriebsmittelrücklagen
Betriebsmittelrücklage I
0
50.000
0
Betriebsmittelrücklage II
0
463.990
0
Gesamt
0
513.990
0
Gesamt
0
684.500
450.000
Stand der Rücklagen zum 31. Dezember

Landesrechnungshof  
St. Gilgen 
 
 
Seite 31 
(2)  Der LRH merkt kritisch an, dass die Gemeinde St. Gilgen im Jahr 2012 über keine Be-
triebsmittelrücklagen verfügte. Ein kontinuierlicher Aufbau von Rücklagen findet nicht 
statt - auf Schwankungen im Haushalt kann daher nur durch die Aufnahme von neuen 
Krediten reagiert werden. 
 
 
 
Der LRH empfiehlt die Bildung einer Betriebsmittelrücklage. Die Höhe dieser Rücklage 
sollte im Voranschlag budgetiert werden. Auflösungen sind in den Folgejahren aufzu-
füllen. 
 
 
3.3. 
Fremdfinanzierungen, Haftungen und Schuldenstand 
 
(1)  In der nachfolgenden Abbildung wird die Entwicklung des Schuldenstandes und der 
Haftungen der Gemeinde St. Gilgen in den Jahren 2002 bis 2012 dargestellt: 
 
 
 
Die Entwicklung des Schuldenstandes der Gemeinde St. Gilgen ist durch eine kontinu-
ierliche Reduktion geprägt. Im Vergleich zum Jahr 2002 wurden die Schulden bis zum 
Jahr 2012 um 56 % von 20,3 Mio. Euro auf 9 Mio. Euro gesenkt. Die im Rechnungsab-

Landesrechnungshof  
St. Gilgen 
 
 
Seite 32 
schluss 2012 ausgewiesenen Schulden sind zu rund 90 % auf den Ausbau und die Er-
neuerung des Kanalnetzes sowie der Ortswasserleitung zurückzuführen. Die verblei-
benden 10 % der Schulden setzen sich aus Darlehen zusammen, die für diverse Sanie-
rungs-  und Ausbauarbeiten an Schulgebäuden, Straßenbauprojekte, den Neubau des 
Seniorenwohnheims und andere Investitionsvorhaben aufgenommen wurden. 
 
Aus den Niederschriften der Gemeindevertretungssitzungen geht hervor, dass vor Auf-
nahme eines neuen Darlehens Angebote mehrerer Kreditinstitute eingeholt und ent-
sprechend zur Beschlussfassung vorgelegt wurden. Die Gemeindevertretung  wählte 
aus den Angeboten die jeweils günstigste Variante. Die Gemeinde wies dem LRH ihre 
finanziellen Verpflichtungen aus Darlehens-  und Leasingvereinbarungen zum 
31. Dezember 2012 an Hand von Kontoauszügen nach. 
 
In den Jahren 2002 bis 2011 verringerten sich die von der Gemeinde St. Gilgen über-
nommen Haftungen aufgrund der jährlichen Tilgungszahlungen um rund 26 % von 
4.417.128 Euro auf 3.259.706 Euro. Die ausgewiesenen Haftungen umfassen bis dahin 
ausschließlich Haftungen gegenüber den Reinhaltungsverbänden Attersee und Wolf-
gangsee-Ischl. Im Jahr 2012 kam es zu einer Erhöhung der ausstehenden Haftungen. 
Dafür verantwortlich sind für die FREGES GmbH & Co KG übernommen Haftungen; die 
Gemeinde bürgt hierbei für die von der Gesellschaft aufgenommenen Darlehen für die 
Erweiterungs-  und Sanierungsarbeiten an den Volksschulen Abersee und St. Gilgen 
sowie an der Hauptschule St. Gilgen.
19
 Dadurch ergibt sich per 31. Dezember 2012 ein 
neuer Haftungsstand von rund 4,6 Mio. Euro. 
 
Die folgende Tabelle zeigt die Entwicklung des Schuldenstandes, des Schulden-
dienstes und der Haftungen der Gemeinde St. Gilgen in den Jahren 2010 bis 2012:  
 
                                                
19
  Die Grundstücke und Gebäude der Volksschulen  Abersee und St. Gilgen sowie der Hauptschule St. Gilgen wurden mit 
16.08.2012 in die St. Gilgener Fremdenverkehrseinrichtungs-Gesellschaft m.b.H. & Co KG eingebracht.  

Landesrechnungshof  
St. Gilgen 
 
 
Seite 33 
 
 
Der gesamte Schuldenstand der Gemeinde verringerte sich in diesen drei Jahren um 
rund 14 % und wies Ende 2012 eine Höhe von rund 9 Mio.  Euro auf.
20
  Die Tilgungs- 
und Zinszahlungen, zusammengefasst im Schuldendienst, nahmen im geprüften Zeit-
raum leicht ab, dennoch werden rund 21 % der öffentlichen Einnahmen (2012: rund 
4,9 Mio.  Euro) für den Schuldendienst aufgewendet. Das Ausmaß der Haftungen ging 
im Jahr 2011 gegenüber dem Vorjahr um rund 4 % zurück, stieg aber im Jahr 2012 im 
Vergleich zum Vorjahr - bedingt durch zusätzliche Haftungsübernahmen für die Sanie-
rung und Erweiterung der Volksschulen St. Gilgen und Abersee sowie der Hauptschule 
- um rund 42 % an. 
 
Die Entwicklung der Verschuldung pro Kopf in der Gemeinde St. Gilgen wird in der 
nachfolgenden Abbildung dargestellt. Als Vergleichswert wird zusätzlich die durch-
schnittliche Verschuldung aller 113 Salzburger Gemeinden mit einer Bevölkerungszahl 
unter 10.000 Einwohnern abgebildet.
21
 
 
                                                
20
   Als Darlehen der Kategorie 1 sind jene Schulden auszuweisen, deren Schuldendienst zu mehr als der Hälfte aus allgemeinen 
Deckungsmitteln getragen wird. Kategorie 2 Darlehen sind Schulden für Einrichtungen der Gebietskörperschaft, denen jährlich 
ordentliche Einnahmen in Höhe von mindestens 50 % der ordentlichen Ausgaben gegenüberstehen. 
21
  Eine durchschnittliche pro-Kopf-Verschuldung konnte für das Jahr 2012 nicht berechnet werden, da die Haushaltsdaten-
sammlung der Statistik Austria zum Zeitpunkt der Berichtserstellung noch nicht veröffentlicht wurde. 
2010
2011
2012
in Euro
Fremdfinanzierungen
Darlehen Kategorie 1 
1.096.908
1.063.200
944.307
Darlehen Kategorie 2 
9.358.933
8.616.430
8.056.373
Darlehen gesamt
10.455.841
9.679.630
9.000.680
Schuldendienst Darlehen Kategorie 1 
149.582
152.627
132.578
Schuldendienst Darlehen Kategorie 2
1.208.630
1.187.061
1.169.202
abzügl. Ersätze
-286.370
-277.903
-289.171
Schuldendienst gesamt
1.071.842
1.061.785
1.012.609
Haftungen
Reinhaltungsverbände
3.382.857
3.259.706
3.136.052
Sanierung VSn, HS
1.481.400
Haftungen gesamt
3.382.857
3.259.706
4.617.452
Fremdfinanzierungen und Haftungen 
Stand per 31. Dezember

Landesrechnungshof  
St. Gilgen 
 
 
Seite 34 
 
 
Die Abbildung zeigt eine kontinuierliche Reduktion der pro-Kopf Verschuldung der Ge-
meinde St. Gilgen von rund 5.500 Euro im Jahr 2002 auf rund 2.300 Euro im Jahr 2012. 
Diese Entwicklung ist einerseits auf die bereits beschriebene Verringerung der Gesamt-
verschuldung zurückzuführen. Andererseits beeinflusste das leichte Bevölkerungs-
wachstum der Gemeinde St. Gilgen diese Kennzahl positiv. Ein Vergleich mit der 
durchschnittlichen Verschuldung pro Kopf von Salzburger Gemeinden unter 10.000 
Einwohnern zeigt, dass die Verschuldung pro Kopf von St. Gilgen im Jahr 2011 noch 
rund 1.000 Euro über dem Durchschnitt lag. 
 
(2)  Der LRH bewertet den kontinuierlichen Abbau der Fremdfinanzierungen in den letzten 
Jahren als positiv, dennoch ist die Gesamtverschuldung der Gemeinde St. Gilgen als 
hoch einzustufen. Der Anteil der jährlichen Tilgungs-  und Zinszahlungen (2012: rund 
1,3 Mio. Euro) an den ordentlichen Ausgaben beträgt rund 11,3 % und stellt damit eine 
erhebliche Belastung des ordentlichen Haushaltes dar. Diese Zahlungen werden den 
finanziellen Spielraum der Gemeinde aufgrund der teils langen Darlehenslaufzeiten in 
den kommenden Jahren einschränken. 
 
Der LRH weist darauf hin, dass der Zugang der neu eingegangenen Haftungen für die 
FREGES GmbH & Co KG im Nachweis über die übernommenen Haftungen falsch dar-
gestellt und entsprechend zu korrigieren ist.  

Landesrechnungshof  
St. Gilgen 
 
 
Seite 35 
(3)  Die Gemeinde St. Gilgen legt in ihrer Gegenäußerung dar, dass die Verschuldung auf 
langfristige Investitionen in die Ver- und Entsorgungseinrichtungen zur Gewährleistung 
der Seereinhaltung zurückzuführen seien und ist sich der daraus ergebenden Reduzie-
rung des finanziellen Spielraums für die kommenden Jahre bewusst. Sie werde alles 
daran setzen, den schon bisher beschrittenen Weg der Darlehens-  und Haftungs- 
reduktion fortzusetzen. 
 
Die geforderte Korrektur im Haftungsausweis werde vorgenommen. 
 
 
3.4. 
Rechnungsquerschnitt 
 
(1)  In der nachfolgenden Tabelle sind die wichtigsten Kennzahlen des Rechnungs-      
querschnittes der Gemeinde St. Gilgen für die Jahre 2002 bis 2012 dargestellt: 
 
 
 
Aufgrund der Zusammenführung von ordentlichem und außerordentlichem Haushalt 
und der Gruppierung nach Einnahmen-  und Ausgabenarten erlaubt der Rechnungs-
querschnitt eine tiefergehende Analyse der wirtschaftlichen Situation einer Gemeinde. 
Der Schwerpunkt der folgenden Ausführungen liegt auf einer ausführlichen Analyse der 
Entwicklungen der einzelnen Teilgebiete des Rechnungsquerschnitts. 
 

Download 0.98 Mb.

Do'stlaringiz bilan baham:
1   2   3   4   5   6   7   8   9   10




Ma'lumotlar bazasi mualliflik huquqi bilan himoyalangan ©fayllar.org 2020
ma'muriyatiga murojaat qiling