Salzburger Landesrechnungshof Bericht Gemeinde St. Gilgen


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2002
2003
2004
2005
2006
2007
2008
2009
2010
2011
2012
Laufende Gebarung
19 Einnahmen
7.442.298 8.193.618 8.263.774 8.999.579 8.677.481 9.186.320 9.380.116 9.744.155 9.808.199 10.446.702 11.050.083
29 Ausgaben
6.206.064 6.524.250 8.090.057 7.906.784 7.526.226 7.848.425 8.387.611 8.306.401 8.121.188 8.472.834 9.098.026
91 Saldo 1: Ergebnis der laufenden Gebarung
1.236.234 1.669.368
173.717 1.092.795 1.151.255 1.337.895
992.505 1.437.754 1.687.012 1.973.868 1.952.057
Vermögensgebarung ohne Finanztransaktionen
39 Einnahmen
108.805
414.226 2.017.957
799.326
508.880
505.100
393.649
96.928
760.253
59.059
836.695
49 Ausgaben
1.502.675
884.047
833.318
961.120
540.310
387.047
397.042
787.261 1.032.714
599.089 1.543.810
92 Saldo 2: Ergebnis der Vermögensgebarung 
ohne Finanztransaktionen
-1.393.870
-469.821 1.184.640
-161.794
-31.429
118.053
-3.393
-690.333
-272.460
-540.030
-707.115
Saldo 1 und Saldo 2
-157.636 1.199.547 1.358.357
931.001 1.119.826 1.455.948
989.112
747.421 1.414.552 1.433.838 1.244.943
Finanztransaktionen
59 Einnahmen
1.154.555
798.244
450.798
948.764
432.573
295.807
577.121
467.482 1.207.210
819.861 1.453.975
69 Ausgaben
856.837 1.327.721 1.525.549 1.392.620 1.368.966 1.907.300 1.424.232 1.554.401 1.733.094 2.280.572 2.111.488
93 Saldo 3: Ergebnis der Finanztransaktionen
297.718
-529.477 -1.074.751
-443.856
-936.393 -1.611.493
-847.111 -1.086.919
-525.884 -1.460.712
-657.513
94 Saldo 4: Jahresergebnis ohne Verrechnung 
o/aoH. u. ohne Abwicklungen
140.082
670.070
283.606
487.145
183.433
-155.545
142.001
-339.498
888.668
-26.874
587.430
Gesamteinnahmen und Gesamtausgaben
79 Gesamteinnahmen
9.692.761 10.255.905 11.259.412 11.398.559 10.125.997 11.020.994 10.655.010 11.214.948 12.081.708 13.087.195 14.733.189
89 Gesamtausgaben
10.000.585 10.402.651 11.259.412 10.615.980 9.786.688 10.142.775 10.510.726 10.686.511 11.354.752 12.152.039 13.274.053
99 Administratives Jahresergebnis
-307.824
-146.746
0
782.579
339.309
878.219
144.284
528.437
726.956
935.156 1.459.136
Rechnungsquerschnitt 2002 - 2012
Summe o. + ao. Haushalt inkl. Betriebe mit marktbestimmter Tätigkeit

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St. Gilgen 
 
 
Seite 36 
In der laufenden Gebarung  sind die entsprechenden Einnahmen und Ausgaben 
gegenübergestellt. Die laufenden Einnahmen konnten seit dem Jahr 2002 um rund 
49 % gesteigert werden und beliefen sich im Jahr 2012 auf rund 11 Mio.  Euro. Diese 
Entwicklung ist maßgeblich auf erhöhte Einnahmen bei den eigenen Steuern, den Er-
tragsanteilen, den Gebühren für die Benützung von Gemeindeeinrichtungen und  
-anlagen sowie auf Einnahmen aus Leistungen zurückzuführen. Im Jahr 2012 sind 
diesen Positionen knapp 86 % der Einnahmen der Gemeinde St. Gilgen zuzurechnen. 
 
Die laufenden Ausgaben stiegen von rund 6,2 Mio. Euro im Jahr 2002 auf rund 9,1 Mio. 
Euro im Jahr 2012 an und weisen damit ein zu den Einnahmen vergleichbares Wachs-
tum (+47 %) auf. Die Struktur der laufenden Ausgaben wird dabei maßgeblich durch 
den Verwaltungs-  und Betriebsaufwand (2012: 35 %), die Leistungen für Personal 
(2012: 30 %) und die laufenden Transferzahlungen an Träger des öffentlichen Rechts 
(2012: 20 %) bestimmt. Im Beobachtungszeitraum überstiegen die Einnahmen stets die 
Ausgaben, das Ergebnis der laufenden Gebarung (Saldo 1) fällt daher positiv aus, weist 
im Zeitablauf aber starke Schwankungen auf. 
 
Die  Vermögensgebarung ohne Finanztransaktionen  zeigt die Einnahmen und Aus-
gaben in Zusammenhang mit der Veräußerung bzw.  dem Erwerb von unbeweglichem 
und beweglichem Vermögen sowie von aktivierungsfähigen Rechten. Zusätzlich werden 
die Kapitaltransferzahlungen von bzw.  an Träger des öffentlichen Rechts, beispiels-
weise in Form von Investitionszuschüssen, zusammenfassend dargestellt. Die Einnah-
men der Vermögensgebarung betreffen in der Gemeinde St. Gilgen fast ausschließlich 
Kapitaltransferzahlungen von  Trägern des öffentlichen Rechts und unterliegen, korres-
pondierend mit der Investitionstätigkeit, großen Schwankungen. Die Ausgaben der 
Vermögensgebarung werden ebenso maßgeblich vom Investitionsverhalten geprägt, 
dies bestätigt auch die hohe Korrelation zwischen der Investitionsquote und den Aus-
gaben der Vermögensgebarung. Der Saldo der Vermögensgebarung ohne Finanztrans-
aktionen ist im Beobachtungszeitraum mit Ausnahme der Jahre 2004 und 2007 durch-
gängig negativ. Das bedeutet, dass im dargestellten Zeitraum mehr Vermögen gebildet 
als veräußert wurde. 
 
Im Unterabschnitt Finanztransaktionen werden hauptsächlich der Erwerb und die Ver-
äußerungen von Beteiligungen und Wertpapieren, die Bildung bzw.  Auflösung von 

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Seite 37 
Rücklagen und die Aufnahme bzw.  Rückzahlung von Finanzschulden bei Trägern des 
öffentlichen Rechts und anderen (z.B. Banken) dargestellt. Die Analyse der durchge-
führten Finanztransaktionen für die Gemeinde St. Gilgen zeigt, dass die Einnahmen aus 
Finanztransaktionen maßgeblich durch die Aufnahme von Finanzschulden und durch 
Entnahmen aus Rücklagen bestimmt werden. Korrespondierend dazu bestehen die 
Ausgaben für Finanztransaktionen zum Großteil aus der Tilgung von Darlehen bei 
anderen bzw. bei Trägern des öffentlichen Rechts und aus der Bildung von Rücklagen. 
Zusätzlich finden sich in den entsprechenden Jahren (2004, 2005, 2007, 2010, 2012) 
die Ausgaben für den Erwerb der Beteiligungsanteile an der WOTEG in den Ausgaben 
für Finanztransaktionen. Entsprechend dem bereits beschriebenen kontinuierlichen 
Schuldenabbau und den Ausgaben für den Erwerb von Beteiligungen ist das Ergebnis 
der Finanztransaktionen bis auf das Jahr 2002 negativ. Der positive Saldo der Finanz-
transaktionen im Jahr 2002 ist auf Darlehensaufnahmen zurückzuführen. 
 
Abschließend werden im Rechnungsquerschnitt die Gesamteinnahmen den Gesamt-
ausgaben gegenübergestellt. Zusätzlich werden Zuführungen aus dem bzw.  an den 
ordentlichen Haushalt und Rückführungen aus dem bzw.  an den außerordentlichen 
Haushalt sowie die Abwicklung der Soll-Überschüsse/Abgänge der Vorjahre und die 
Abwicklung des Soll-Abgangs/Überschusses des laufenden Jahres berücksichtigt. Nach 
diesen Abschlussbuchungen sollte grundsätzlich Summengleichheit zwischen den Ein-
nahmen und Ausgaben bestehen. Werden diese Buchungen nicht durchgeführt, ent-
spricht das administrative Jahresergebnis der Summe der Ergebnisse aus dem ordent-
lichen und außerordentlichen Haushalt. Das ist bei der Gemeinde St. Gilgen der Fall. 
Seit dem Jahr 2005 konnte durchgängig ein positives administratives Jahresergebnis 
erzielt werden. 
 
 
3.5. 
Rechnungsquerschnittsanalyse 
 
(1)  Aus dem Rechnungsquerschnitt lassen sich zur Beurteilung der Lage des Gemeinde-
haushalts zahlreiche Kennzahlen ermitteln. In diesem Abschnitt werden einige darge-
stellt und deren Entwicklung zwischen 2002 und 2012 analysiert. Eine detaillierte Er-
klärung der Berechnung und ein kleiner Interpretationsleitfaden für die ausgewiesenen 
Kennzahlen finden sich im Anhang. 

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Seite 38 
3.5.1.  Quote freie Finanzspitze 
 
(1)  Die Entwicklung der Quote freie Finanzspitze stellt sich wie folgt dar:  
 
 
 
Die Entwicklung dieser Kennzahl zeigt das Potential einer Gemeinde, aus dem laufen-
den Haushalt Rücklagen zu bilden, Investitionen eigenfinanziert zu tätigen oder Schul-
den vorzeitig zu tilgen. Als Basis dient das Ergebnis der laufenden Gebarung, das zu-
sätzlich um alle Tilgungszahlungen auf Fremdkapital bereinigt wird. 
 
Im Beobachtungszeitraum lag die Quote freie Finanzspitze im Durchschnitt bei 3,13 %, 
war aber erheblichen Schwankungen ausgesetzt. Im Jahr 2004 war sie aufgrund des 
geringen Ergebnisses der laufenden Gebarung und der hohen Fremdkapitalrückzahlun-
gen negativ. Ab dem Jahr 2009 ist ein Aufwärtstrend erkennbar, die Werte liegen im 
Durchschnitt bei 6,5 %. Gemäß der Bewertungsskala des KDZ-Quicktest 2011 sind 
Werte ab 15 % als sehr gut einzustufen. Diese werden von St. Gilgen aufgrund der 
hohen Rückzahlungsverpflichtungen nicht erreicht. Werte unter 5 % dienen als Hinweis 
auf eine angespannte Finanzlage der Gemeinde. Wie bereits ausgeführt, ist im Beson-
deren die Höhe der laufenden Tilgungen als kritisch zu beurteilen. Im Jahr 2012 wurden 
57,4 % des Ergebnisses der laufenden Gebarung für Rückzahlungen von Fremdkapital 

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Seite 39 
verwendet; diese sind somit von ausschlaggebender Bedeutung für die Höhe der Quote 
freie Finanzspitze.
22
 
 
 
3.5.2.  Eigenfinanzierungsquote I und II 
 
(1)  Diese beiden Kennzahlen zeigen die Eigenfinanzierungskraft der Gemeinde. Dabei 
werden die laufenden Einnahmen und die Einnahmen der Vermögensgebarung ohne 
Finanztransaktionen den entsprechenden Ausgaben gegenübergestellt. Bei der Be-
rechnung der Eigenfinanzierungsquote II werden dabei noch die Kapitaltransferzahlun-
gen von Trägern des öffentlichen Rechts abgezogen, da diese keine Eigenmittel der 
Gemeinde im engeren Sinn darstellen.  
 
Die folgende Abbildung zeigt die Entwicklung der Eigenfinanzierungsquoten in den Jah-
ren 2002 bis 2012. 
 
 
 
 
                                                
22
  Im Rechnungsquerschnitt sind die Rückzahlungen von Finanzschulden in den Kennziffern 64 und 65 dargestellt. Diese be-
trugen im Jahr 2012 insgesamt 1.121.321 Euro. In Relation zum Ergebnis der laufenden Gebarung (1.952.057 Euro) entspricht 
das 57,4 %. 

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Im Durchschnitt liegt die Eigenfinanzierungsquote I im Beobachtungszeitraum bei 
112 %. Dies impliziert, dass zumindest die laufenden Ausgaben und die Ausgaben der 
Vermögensgebarung ohne Finanztransaktionen in den jeweiligen Einnahmen ihre 
Deckung finden. Bei Werten über 100 % entsteht zusätzlich das Potential für die 
Bildung von Rücklagen bzw.  für die vorzeitige Tilgung von Schulden. Allerdings weist 
die Eigenfinanzierungquote besonders in den Jahren mit großer Investitionstätigkeit ge-
ringere Werte auf, da diese Aktivitäten in den Ausgaben der Vermögensgebarung ohne 
Finanztransaktionen abgebildet werden. Die Eigenfinanzierungsquote I liegt im gesam-
ten Zeitraum, mit Ausnahme des Jahres 2002, durchwegs über 100 %. 
 
Bei Berücksichtigung der Transferzahlungen von Trägern des öffentlichen Rechts in der 
Eigenfinanzierungsquote II zeigt sich deren relativ geringe Bedeutung für die Gemeinde 
St. Gilgen bei der Finanzierung von Investitionen. Im Durchschnitt liegt die Eigenfinan-
zierungsquote II mit 106 % nur unmerklich unter dem Durchschnitt der Eigenfinanzie-
rungsquote I. Das einzige Jahr mit einer signifikanten Differenz zwischen diesen Kenn-
zahlen ist das Jahr 2004 aufgrund sehr hoher Kapitaltransferzahlungen von Trägern des 
öffentlichen Rechts.  
 
 
3.5.3.  Schuldendienstquote 
 
(1)  Diese Kennzahl zeigt das Verhältnis des Schuldendienstes, bestehend aus Zins-  und 
Tilgungszahlungen, zu den öffentlichen Abgaben (eigene Steuern, Ertragsanteile und 
Gebühren für die Benützung von Gemeindeeinrichtungen und -anlagen). Je geringer die 
Schuldendienstquote ist, desto höher ist der Anteil der öffentlichen Abgaben, die für 
andere Ausgaben zur Verfügung stehen. 
 
In der nachstehenden Abbildung ist der Verlauf der Schuldendienstquote in den Jahren 
2002 bis 2012 abgebildet. 
 
 

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Im Beobachtungszeitraum werden im Durchschnitt rund 23 % der öffentlichen Abgaben 
für Zinszahlungen und Tilgungen verwendet. Gemäß KDZ-Quicktest 2011 sind Werte 
über 25  % als negativ zu beurteilen. Allerdings ist zu beachten, dass aufgrund der 
Reduktion des Schuldenstandes die durchschnittliche Schuldendienstquote in den letz-
ten drei Jahren auf durchschnittlich 18,5 % gesunken ist. Die Berechnung lässt die jähr-
lichen Zinszahlungen und Tilgungen für Haftungen sowie Leasingverpflichtungen außer 
Acht, die bei Berücksichtigung zu einer entsprechenden Verschlechterung der Schul-
dendienstquote führen würden. 
 
Die Entwicklung der Schuldendienstquote ist mit dem Schuldenstand eng verknüpft. 
Wie bei diesem ist ab dem Jahr 2002 ein kontinuierlicher Rückgang zu beobachten. Lag 
die Schuldendienstquote am Anfang des Beobachtungszeitraumes bei rund 31 %, so 
liegt diese im Jahr 2012 bei rund 17 %.  
 
(2)  Der LRH stellt aufgrund der Analyse des Rechnungsquerschnitts (2002 -  2012) eine 
tendenzielle Verbesserung der finanziellen Situation der Gemeinde St. Gilgen fest. In 
den letzten Jahren konnte durchgehend ein positives administratives Jahresergebnis 
erwirtschaftet und der Schuldenstand kontinuierlich reduziert werden. 

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Seite 42 
 
Dennoch ist der Haushalt der Gemeinde St. Gilgen durch die nach wie vor hohe Ver-
schuldung und die damit verbundenen Zins-  und Tilgungszahlungen belastet. Die 
Gemeinde verfügt nur über ein äußerst geringes Potential zur Bildung von Rücklagen 
und muss daher Investitionsvorhaben durch Förderungen und Fremdkapitalaufnahmen 
finanzieren. Aufgrund der langen Laufzeit der Darlehen für den Kanalbau, die den 
Hauptanteil der Fremdkapitalbelastung darstellen, ist in den kommenden Jahren nur mit 
einer geringen Entlastung zu rechnen. Der LRH empfiehlt daher, alle gesetzlich mög-
lichen Einnahmenpotentiale auszuschöpfen. 
 
 
 

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Seite 43 
4. 
Feststellungen zur Gebarung 
 
4.1. 
Rechtsgrundlagen 
 
(1)  Die Verrechnung hat nach den Grundsätzen der Verwaltungsbuchführung (Kameralistik) 
zu erfolgen.
23
  Diese umfasst die Bereiche der voranschlagswirksamen Verrechnung, 
der voranschlagsunwirksamen Verrechnung sowie der Vermögensrechnung. 
 
Die voranschlagswirksame Verrechnung kann im ordentlichen oder im außerordent-
lichen Haushalt stattfinden. Dem ordentlichen Haushalt sind jene Einnahmen und Aus-
gaben zuzuordnen, die sich aus der regelmäßigen Wirtschaftsführung ergeben. Im 
außerordentlichen Haushalt sind Ausgaben darzustellen, die der Art nach im Gemein-
dehaushalt lediglich vereinzelt vorkommen oder ihrer Höhe nach den normalen Rahmen 
erheblich überschreiten und durch außerordentliche Einnahmen bedeckt sein müssen. 
Im Gegensatz zum ordentlichen Haushalt ist im außerordentlichen Haushalt aus-
nahmslos das Einzeldeckungsprinzip anzuwenden. Das heißt, jedes außerordentliche 
Vorhaben muss für sich selbst ausfinanziert werden und die außerordentlichen Einnah-
men dürfen nur für einen bestimmten Einzelzweck verwendet werden.
24
  
 
Bei der voranschlagsunwirksamen Verrechnung handelt es sich um Einnahmen und 
Ausgaben, die für Dritte vollzogen werden. Diese sind nicht zu veranschlagen und sind 
entweder Verwahrgelder (Einnahmen der Gemeinde, die an Dritte weitergeleitet 
werden) oder Vorschüsse (Ausgaben, die die Gemeinde für einen Dritten tätigt und von 
diesem ersetzt erhält). 
 
Der Voranschlag ist Grundlage für die Haushaltsführung.
25
  Die Ansätze des Voran-
schlages sind für die Gebarung bindend. Die Einnahmen sollen mindestens, die Aus-
gaben höchstens im veranschlagten Ausmaß erfolgen. Wenn im Laufe des Rech-
nungsjahres durch die Entwicklung der Ausgaben und Einnahmen der Ausgleich mit 
den veranschlagten Ausgaben und Einnahmen nicht mehr gegeben ist, so ist der Haus-
haltsausgleich durch Erstellung eines Nachtragsvoranschlages auf Antrag des Bürger-
                                                
23
  § 46 Gemeindehaushaltsverordnung 1998. 
24
   § 52 Salzburger Gemeindeordnung 1994. 
25
   § 49 Salzburger Gemeindeordnung 1994. 

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Seite 44 
meisters durch Beschluss der Gemeindevertretung herzustellen.
26
 Einnahmen und Aus-
gaben sind ungekürzt, das heißt mit dem Gesamt(Brutto-)betrag zu veranschlagen. Eine 
Vorwegabrechnung (Saldierung) ist unzulässig. Wirtschaftliche Unternehmungen, die 
eigene Wirtschaftspläne aufstellen, sind unter der Voraussetzung des § 49 Abs 5 Salz-
burger GdO 1994 mit ihrem kassenmäßig abzuführenden Gewinn oder zu deckenden 
Verlust in den Voranschlag aufzunehmen. Eine detaillierte Übersicht (Wirtschaftsplan) 
über die Gebarung der wirtschaftlichen Unternehmung ist dem Voranschlag beizu-
fügen.
27
  Rechtsverbindliche Verpflichtungen der Gemeinde, für die im kommenden 
Finanzjahr Ausgaben anfallen, dürfen nur eingegangen werden, wenn hierfür der Höhe, 
dem Zweck und der Art nach im Voranschlag vorgesorgt ist oder die Zustimmung des 
zuständigen Organs zur Überschreitung oder Übertragung von Ausgaben vorliegt.
28
 
 
Der Rechnungsabschluss
29
  der Gemeinde ist für das abgelaufene Kalenderjahr als 
Finanzjahr unter Berücksichtigung des Auslaufmonats
30
 zu erstellen. Der Bürgermeister 
hat spätestens 20 Wochen nach Ablauf des Rechnungsjahres (Ende Mai) die Jahres-
rechnung über die Gebarung der Gemeinde und die Jahresabschlüsse der Unterneh-
men zu erstellen und der Gemeindevertretung vorzulegen. Jeder Fraktion der Gemein-
devertretung ist eine Ausfertigung der Jahresrechnung gleichzeitig mit der Vorlage an 
die Gemeindevertretung zur Verfügung zu stellen, sofern nicht hierauf von den Fraktio-
nen verzichtet wird. Die beschlossene Jahresrechnung und die  Jahresabschlüsse sind 
sodann der Landesregierung unverzüglich vorzulegen, spätestens jedoch bis 31. Mai 
des dem Rechnungsjahr folgenden Jahres.
31
  Der Rechnungsabschluss umfasst den 
Kassenabschluss, die Haushaltsrechnung und die Vermögensrechnung.  
 
Weiters sind die im § 77 der Gemeindehaushaltsverordnung angeführten Beilagen (z.B. 
Nachweis über Rücklagen, Darlehen, Haftungen, Dauerschuldverpflichtungen, Rech-
nungsabschlüsse der wirtschaftlichen Unternehmungen) dem Rechnungsabschluss an-
zuschließen. 
 
                                                
26
   § 52 Salzburger Gemeindeordnung 1994. 
27
   § 3 Gemeindehaushaltsverordnung 1998. 
28
   § 19 Gemeindehaushaltsverordnung 1998 und § 20 Gemeindehaushaltsverordnung. 
29
   § 71 Gemeindehaushaltsverordnung 1998. 
30
   § 27 Gemeindehaushaltsverordnung 1998. 
31
   § 53 Salzburger Gemeindeordnung 1994. 

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St. Gilgen 
 
 
Seite 45 
4.2. 
Gebarung des Jahres 2010 
 
(1)  Die folgenden beiden Tabellen geben einen Überblick über die Einnahmen und Aus-
gaben des ordentlichen und des außerordentlichen Haushaltes des Jahres 2010 ein-
schließlich der Abweichungen vom Voranschlag: 
 
 
 
Grundsätzlich ist festzustellen, dass einige Abweichungen zwischen Voranschlag und 
Rechnungsabschluss sowohl bei den Einnahmen als auch Ausgaben erheblich aus-
fielen. Die veranschlagten Einnahmen wurden, mit Ausnahme der Gruppen „Straßen- 
und Wasserbau, Verkehr“ und „Finanzwirtschaft“, nicht erreicht. Aufgrund der Bedeu-
tung der Gruppe „Finanzwirtschaft“ für die Einnahmen (z.B. Ertragsanteile) konnten die 
veranschlagten Einnahmen dennoch insgesamt um rund 3,1 % überschritten werden. 
Ausgabenseitig wurde der Voranschlag in Summe um 3,0 % unterschritten. Hauptver-
antwortlich dafür waren Minderausgaben in den Gruppen „Unterricht, Erziehung, Sport 
und Wissenschaft“ und „Finanzwirtschaft“, die Mehrausgaben in den Gruppen „Vertre-
tungskörper und allgemeine Verwaltung“ und „Unterricht, Erziehung, Sport und Wissen-
Ansatz 
Gruppe
Bezeichnung
VA
RA - Soll
Abw. 
(in %)
VA
RA - Soll
Abw. 
(in %)
0
Vertretungskörper und 
allgemeine Verwaltung
26.500
22.116
-16,5
696.200
714.431
2,6
1
Öffentliche Ordnung und 
Sicherheit
42.600
36.879
-13,4
139.300
145.274
4,3
2
Unterricht, Erziehung, Sport 
und Wissenschaft
353.100
338.366
-4,2
1.358.800
1.163.837
-14,3
3
Kunst, Kultur u. Kultus
900
769
-14,6
196.000
204.475
4,3
4
Soziale Wohlfahrt und 
Wohnbauförderung
0
0
513.400
512.199
-0,2
5
Gesundheit
5.400
5.346
-1,0
454.500
456.837
0,5
6
Straßen- und Wasserbau, 
Verkehr
260.700
433.892
66,4
707.200
699.110
-1,1
7
Wirtschaftsförderung
12.100
-865 -107,1
564.400
513.432
-9,0
8
Dienstleistung
4.507.900
4.430.988
-1,7
4.628.600
4.657.446
0,6
9
Finanzwirtschaft
4.767.200
5.017.306
5,2
872.500
762.681
-12,6
Zwischensumme
9.976.400 10.284.798
3,1 10.130.900
9.829.722
-3,0
Abwickl. Ergebnis Vorjahr(e)
154.500
154.533
0,0

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