ST. oswald riedlhütte flächennutzungsplan


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2.2  

Wirtschaft  

 

Der Anteil der Erwerbspersonen an der Wohnbevölkerung ist regional betrachtet unterdurchschnitt-



lich. Die Abnahme der Arbeitsplätze entfiel nahezu ausschließlich auf das produzierende Gewerbe. 

Auch hier ist durch die Schließung der Glasfabrik der Fa. Nachtmann ein weiterer Rückgang der Er-

werbstätigen zu befürchten. 

 

Durch die ungünstige geographische Lage bei 700 m bis 800 m üdM und der schlechten Verkehrs- 



und Internetanbindung ist die Gemeinde kein attraktiver Standort für Unternehmen. 

 

Die wirtschaftliche Strukturschwäche drückt sich durch eine niedrige Arbeitsplatzzahl und der rück-



läufigen Arbeitsplatzentwicklung aus. Dabei sind auch die Handelszentralität und die Lage an den 

Entwicklungsachsen sehr entscheidend. Dabei liegt die Gemeinde St. Oswald-Riedlhütte zu weit ab 

von den Hauptverkehrsstraßen wie z.B. die Bundesstraße B 85 und ebenso zu weit entfernt von der 

Entwicklungsachse in Richtung Österreich und Tschechische Republik. Das hat zur Folge, dass viele 

Unternehmen aufgrund der schlechten Erreichbarkeit der Region günstiger gelegene Standorte be-

vorzugen. Die Gemeinde St. Oswald-Riedlhütte liegt in einer Region, in der im Tourismus die meis-

ten Ausbildungs- und Arbeitsplätze vorhanden sind, jedoch sind auch diese für die Region nicht aus-

reichend. Dadurch bleibt vielen Arbeitssuchenden keine andere Möglichkeit, als in die größeren 

Städte wie Passau und Deggendorf zu pendeln bzw. in Ballungszentren wie z.B. München abzu-

wandern. Dabei wandern vor allem junge Menschen in Arbeits- und Wirtschaftszentren ab, um einen 

Ausbildungs- oder Arbeitsplatz zu finden.

 

 



12 

 

Im Hinblick auf die Ansiedlung von Gewerbe und Industrie haben die Kommunen des ländlichen 



Raums entlang der Entwicklungsachsen bessere Chancen, als die abseits von den Verkehrsströmen 

liegenden Gemeinden.  

Die Ausweisung eines Gewerbegebietes in der Ortschaft St. Oswald hat bisher nur wenig Anklang 

gefunden. Lediglich ein Gewerbebetrieb hat sich durch die Eröffnung einer Kfz-Werkstatt, die auch 

als nichtstörendes Gewerbe in Mischgebieten zulässig wäre (§ 6 BauNVO), angesiedelt. Die Ge-

meinde St. Oswald-Riedlhütte hat deshalb nur die Möglichkeit, den Erhalt der bereits vorhandenen 

Arbeitsplätze bzw. die Schaffung weiterer Arbeitsplätze im Bereich des Tourismus zu fördern bzw. 

zu unterstützen, indem die Gemeinde wieder mehr Zulauf an Touristen gewinnt. Hierbei kann die 

Gemeinde lediglich die Rahmenbedingungen geben, um die Bildung von Arbeitsplätzen in der Freien 

Wirtschaft aufgrund von Angebot und Nachfrage zu unterstützen.  

Der erste Schritt in die richtige Richtung wurde bereits mit der Aufstellung eines Bebauungsplans, 

welcher die Planung eines Sondergebietes für Camping und Wellness zwischen den Ortschaften St. 

Oswald und Höhenbrunn beinhaltet, in die Wege geleitet. Der Bebauungsplan soll einem interessier-

ten Investor ermöglichen, in der Gemeinde einen touristisch genutzten „Wellness-Campingplatz“ zu 

errichten und diesen ganzjährig zu betreiben. Diese Maßnahme soll den Fremdenverkehr in der 

Gemeinde sichern und bereits bestehende Einrichtungen, wie das Skilanglaufzentrum, die Skilifte, 

den Golfplatz, die Schauglashütten und Gaststätten sowie Restaurants unterstützen.  

 

Dem Tourismus wird im Planungsgebiet in Zukunft nach Wegfall der Glasindustrie eine höhere Be-



deutung zuteil. Die Übernachtungszahlen sind in den Jahren nach der Wende sehr angestiegen, lei-

der konnte dieses Übernachtungsniveau nicht gehalten werden, sodass von Jahr zu Jahr ein Rück-

gang zu vermelden war (s. angefügte Tabelle). Aufgrund vieler Investitionen im Bereich Qualität der 

Unterkünfte sowie der Angebote in der Kommune konnte eine Stagnation des Übernachtungsrück-

gangs erreicht werden und für die Zukunft sogar von einem Zuwachs ausgegangen werden! 

 

 



Jahr Ankünfte Übernachtungen. 

Aufenthalt im 

Durchschnitt Betten

Auslastung in  

Durchschnitt 

2002 

10.739 82.062 

7,82 

1.374 

12,72 

2003 

11.183 78.415 

7,24 

1.326 

12,24 

2004 

11.417 77.504 

7,41 

1.249 

12,90 

2005 

12.099 81.503 

7,44 

1.308 

12,91 

2006 

11.573 75.793 

7,18 

1.288 

11,73 

2007 

9.929 62.938 

7,01 

1.180 

10,39 

2008 

8.622 53.600 

6,82 

1.186 

9,84 

2009 

9.909 58.021 

6,17 

1.167 

10,53 

2010 

11.055 60.151 

5,71 

1.221 

8,35 

 

 



Im Hinblick auf die immer älter werdende Bevölkerung stellt auch die Wirtschaftskraft der Senioren 

ein Handlungsfeld für die Kommunen dar. Die Kaufkraft der Menschen über 50 Jahre ist in den letz-

ten Jahren um ein Vielfaches gestiegen. Auch das Grundvermögen der privaten Haushalte ist zu ei-

nem Großteil im Besitz der über 60-jährigen. 

 

Als Erwerbszweig ist die Land- und Forstwirtschaft im Planungsgebiet mit einem Anteil von 3,1% 



an den Erwerbspersonen von sehr geringer Bedeutung.  

Das gesamte waldfreie Planungsgebiet wurde flurbereinigt, die Verfahren wurden im Oktober 1997 

abgeschlossen (Schlussfeststellung 24. 10. 1997). Dorferneuerungen wurden in den Orten Guglöd, 

Haslach, Höhenbrunn, Reichenberg, Riedlhütte und St. Oswald durchgeführt. 

Das Gemeindegebiet ist zu 75% bewaldet. Das Planungsgebiet gehört zu dem Gebiet 11.3 „Innerer 

Bayer. Wald“ der forstlichen Wuchsgliederung. Es handelt sich weitgehend um Staatswald, der Be-

standteil des Nationalparks Bayerischer Wald ist und damit aus der Bewirtschaftung genommen ist. 

Der Wirtschaftswald außerhalb des Nationalparks liegt nördlich von Haslach und Sankt Oswald. Zwi-

schen Sankt Oswald und Riedlhütte befinden sich kleinere Waldteile im Süden. Diese sind durch-

wegs in Privatbesitz. 

 

 


13 

 

3. Landschaft



 

 

 

3.1 Natürliche 

Grundlagen 

 

 

3.1.1 


Topografie, geologischer Aufbau 

 

 



Das Planungsgebiet liegt im Bayerischen Wald. Die Gemeinde St. Oswald-Riedlhütte hat Anteil an 

mehreren Landschaftsräumen. Der Süden besteht aus einem Hügelland, welches eine typische Rie-

dellandschaft darstellt, d. h. schmale, niedrige Landrücken zwischen Tälern. An dieses Hügelland 

schließt nach Norden die Aufstiegszone zum Rachel - Lusen - Gebiet an mit einzelnen kleinen, kup-

penartigen Erhebungen, insgesamt von mäßiger Steilheit. Auf diese Anstiegszone folgt das eigentli-

che Gebirge, der Rachel - Lusen - Grenzkamm, eine nahezu geschlossene Aufwölbungszone, über 

der sich der haubenförmig gerundete Gipfel des Großen Rachel erhebt. Das ganze Gebiet wird quer 

durch zwei nach Süden ziehende Täler unterteilt, die Täler der Kleinen und der Großen Ohe. Diese 

Täler sind in der Regel flach ausgebildet,  wie auch die der Seitenbäche (nur ein kurzer Abschnitt der 

Kleinen Ohe im Osten hat steile Talhänge). 

 

Das Planungsgebiet steigt insgesamt von Süd nach Nord von 650 m über NN (Kleine Ohe östlich 



Haslach) auf rd. 1453 m über NN an (Großer Rachel). Sankt Oswald liegt 791 m über NN (Kirche), 

Riedlhütte 751 m über NN (Kirche). Die übrigen Dörfer befinden sich in einer Höhe zwischen 730 

und 820 m über NN. 

 

Das Gemeindegebiet ist Teil des kristallinen Urgebirges Bayerischer- /Böhmerwald, des ältesten kri-



stallinen Grundgebirges Mitteleuropas. Der Untergrund des Planungsgebietes besteht aus Gneisen, 

im Norden kommt auch Granit vor (südlich des Rachelsees auf einer Breite von ca. 2 km). Die Gnei-

se und Granite weisen überwiegend quartäre Überdeckungen auf: verfestigter eiszeitlicher Schutt, 

Fließerden in den Hangbereichen sowie Schotter und jüngste Flusssedimente in den Talungen; san-

dige, grusige bis tonige Lehme. Zahlreiche Moorvorkommen. Zu erwähnen sind noch die Moränen 

südlich des Rachelsees. 

 

 

   



   

 

 



 

 

 



 

14 

 

3.1.2 Boden, 



Klima 

 

Die aus dem kristallinen Ausgangsgestein entstandenen Böden sind mittel- bis flachgründig. Sie 



sind frei von Calciumcarbonat und Dolomit, sie weisen daher alle sauren Charakter auf, sofern sie 

nicht künstlich, z. B. durch Kalkung, in den schwach sauren Bereich aufgebast wurden. Vorherr-

schende Bodentypen sind saure Braunerden und Lockerbraunerden. Es kommen vor: lehmige und 

stark lehmige Sande, z. T. grusig und steinig, Moore, letztere vor allem nördlich St. Oswald. Die 

Bachtäler sind durch mineralische Nassböden gekennzeichnet. Der Bodenzustand ist mittel, im rei-

nem Gründlandbereich auch schlecht. Die Ertragsfähigkeit ist schlecht, am und im Nationalpark auch 

sehr schlecht, die Ertragsmesszahlen liegen überwiegend zwischen 20 und 29, z. T. auch darunter; 

südlich Haslach, um Höhenbrunn und St. Oswald zwischen 30 und 39 (bei 100 möglichen Punkten). 

Die Luftkapazität und Wasserdurchlässigkeit ist meist hoch, die Böden trocknen dadurch schnell ab 

und können leicht bearbeitet werden.  

 

Das Planungsgebiet gehört zum Klimabezirk Bayerischer Wald, der durch mäßig warme Sommer 



und kalte Winter gekennzeichnet ist. St. Oswald-Riedlhütte liegt sowohl im Einfluss des Westwind-

gürtels als auch der kontinentalen Wetterzone. Im Sommer häufig im Stau von gegen den Grenz-

kamm anlaufenden Westströmungen oder Feuchtluftzufuhr aus dem Mittelmeerraum – jeweils ver-

bunden mit reichlich Regen, im Winter oft (meist kalte) Hochdruckgebiet, dazwischen maritime Wet-

terperioden mit reichlich Schneefällen.  

Das Klima ist feucht, kühl und rau. Die durchschnittliche Lufttemperatur liegt um 6

0

 Celsius in den 



unteren Lagen und sinkt in den Hochlagen auf 3,6

0

 ab. Der durchschnittliche Jahresniederschlag be-



trägt zwischen 1 000 mm und 1 800 mm, je nach Höhenlage. Häufig Früh- und Spätfröste, beson-

ders in den Tallagen. Das Gemeindegebiet liegt nebelfrei. Die nur schwach ausgeprägte Hauptwind-

richtung ist Nordwest bis West, gefolgt von Nordost bis Ost (Böhmwind). Lokal ist der Kaltluftabfluss 

von den Höhen in die Siedlungsgebiete  und der Abfluss von diesen über die Mulden und Senken in 

die Täler der Großen und Kleinen Ohe von Bedeutung. Durch Aufforstungen und Bebauung insbe-

sondere in und bei Riedlhütte Abflussbehinderungen. Günstiger ist die Situation bei den übrigen Or-

ten, welche meist auf Kuppen und Rücken liegen.  

 

 



3.1.3 Grundwasserverhältnisse, 

oberirdische Gewässer, Überschwemmungsgebiete 

 

Von den Niederschlägen verdunstet etwa die Hälfte, zwei Zehntel der Niederschläge können als 



Grundswasserausbildungsrate angesetzt werden, drei Zehntel werden oberflächlich entwässert. Die 

in den Gesteinen des Untergrundes netzartig auftretenden Kluftsysteme haben nur eine geringe 

Wasserwegsamkeit. Den überwiegenden Teil des Grundwasserspeichers  stellen  deshalb  taschen-        

oder schlottenförmige Vergrusungszonen dar. Eine Grundwasserbildung größeren Ausmaßes ist 

deshalb nicht möglich. Der beste Grundwasserleiter ist im Planungsgebiet der Firneisgrundschutt 

(meist erst ab 800 m über NN vorkommend). Aus ihm und den Vergrusungszonen treten an den 

Hängen eine Vielzahl kleiner Quellen aus, welche in der Regel wenig ergiebig sind und in der Schüt-

tung stark schwanken. Die Wässer sind weich bis sehr weich. Diese Grundwasservorkommen sind 

sehr anfällig gegen oberflächlich aufgebrachte Stoffe. Wegen des geringen Oberflächenabstandes 

des Grundwassers und der Durchlässigkeit der Deckschichten reagieren die Quellen sehr schnell auf 

Niederschläge und Schadstoffe. Dazu kommt noch der Effekt der Versauerung (Lösung von Schad-

stoffen). 

 

Im Bereich der Talungen der Großen und der Kleinen Ohe können sich die oft tiefgreifenden Zergru-



sungszonen der tektonischen Störungen mit quartären Lockergesteinen überlagern, was zur Ausbil-

dung größerer und nutzbarer Grundwasservorkommen geführt haben kann. Die Talauen sind daher 

von konkurrierenden Nutzungen freizuhalten (Grundwasserschutzgebiete). Die Mulden der Bäche 

weisen meist hohe Grundwasserstände auf, was in einigen Bereichen zu Entwässerungsmaßnah-

men im Rahmen der Flurbereinigung etc. geführt hat. 

 

Wie aus dem nachfolgenden Planungsausschnitt ersichtlich, entwässert das Planungsgebiet zur Ilz 



und damit zur Donau. Dabei erfasst die Große Ohe fast das ganze Gemeindegebiet. Lediglich ein 

kleiner Teil im Südosten mit Sankt Oswald wird von der Kleinen Ohe entwässert. Alle Bäche im Ge-

meindegebiet sind als Gewässer III. Ordnung eingestuft. 

 

Die Fließgewässer sind zu den silikatischen, montanen Bergbächen zu rechnen. Die Wasserhärte ist 



sehr gering, die Gewässer sind leicht bis deutlich sauer. Die Versauerung führte zu einer deutlichen 

Verarmung der Lebensgemeinschaft. 

 

 


15 

 

 



 

 

In den Hochlagen sind die Gewässer kaum menschlich beeinflusst und in einem weitgehend natur-



nahen Zustand. So liegt die Gewässergüte bei I (unbelastet bis sehr gering belastet) bzw. I bis II (ge-

ring belastet). Im Siedlungsbereich Riedlhütte sinkt sie dann auf II (mäßig belastet). Die Fließgewäs-

ser sind meist in einem guten ökologischen Zustand. Entlang aller Bäche ist  zum Schutz vor Ein-

schwemmungen aus angrenzenden Flächen die Anlage von 10 m, an nur zeitweise wasserführen-

den Gräben von 5 m breiten Uferschutzstreifen notwendig. Im Flächennutzungsplan wurden diese 

nicht gesondert abgegrenzt, denn sie gehören zu jedem Bach und Graben. Mit Sohlschalen verse-

hene, begradigte oder verrohrte Bäche und Gräben sind laut Landschaftsplan nach ökologischen 

Gesichtspunkten umzubauen. Die wichtigeren Gewässer im Einzelnen: 

  Seebach/Große Ohe -, naturnaher Zustand mit, meist uferbegleitendem Bewuchs, Gewässergüte 



bis zum Grabenwiesbach I (unbelastet bis sehr gering belastet), anschließend I - II (gering be-

lastet), Ortschaft Riedlhütte II (mäßig belastet), nördlich des Ortes im Nationalpark

  Kleine Ohe, naturnaher Zustand mit uferbegleitenden Bewuchs, Gewässergüte I, ab den Knot-



tenbach I – II, oberhalb Forstwald im Nationalpark; 

  Rachelsee, Gewässergüte I, Lage im Nationalpark. 



 

Gewässerausbauten sind nirgends vorgesehen. Nach dem Landschaftsplan sollen jedoch verrohrte 

oder naturfern ausgebaute Bäche und Gräben renaturiert werden, die ausgeleitete Wassermenge 

auf das nötigste reduziert werden (z. B. die Kleine Ohe oberhalb Forstwald). 

 

 

Wegen des geringen Speichervermögens des Untergrundes können bei stärkeren Niederschlägen 



und/oder Schneeschmelze beachtliche Abflüsse kurzzeitig auftreten. Überschwemmungsgebiete 

sind nirgends festgesetzt. Bei den Bächen ist jedoch mit gelegentlichen Überflutungen der Talböden 

zu rechnen. Überschwemmungsgrenzen wurden bisher lediglich an der Großen Ohe ab dem östli-

chen Ortsende von Riedlhütte ermittelt. Betroffen ist der unbebaute Talboden in meist geringer Brei-

te. In dem Flächennutzungsplan wurde die Zone gekennzeichnet. Diese und auch die übrigen ge-

wässernahen Talräume sind von Bebauung oder sonstiger intensiver Nutzung freizuhalten.  

 

 


16 

 

3.1.4 Vegetation 



 

 

Das gesamte Gemeindegebiet gehört den naturräumlichen Haupteinheiten Innerer Bayer. Wald und 



Passauer Abteiland an (südliches Gemeindeviertel). Nach einer feineren Untergliederung aus dem 

Arten- und Biotopschutzprogramm werden das nördliche Viertel dem Rachel-Lusen-Grenzkamm, die 

mittleren beiden Viertel dem Rachel-Lusen-Anstieg und das knappe südliche Viertel dem Sankt Os-

walder Hügelland zugerechnet. Entsprechend unterschiedlich ist die Vegetation. Die potentielle na-

türliche Vegetation: 

 

Unter der potentiell natürlichen Vegetation versteht man die Vegetation, sie sich nach Aufgabe 



jeglicher Nutzung auf einer Fläche einstellen würde. In der Regel ist diese in Mitteleuropa Wald. 

 

Für das Planungsgebiet stellen diese für die Hochlagen des Rachel über 1150 m über NN der Sol-



danellen-Fichtenwald dar, darunter bis ca. 900 m der Zahnwurz-Tannen-Buchenwald sowie für die 

restlichen an die 70% des Gemeindegebietes der Fichten-Tannenwald. Bei St. Oswald wäre der Ei-

chen-Tannenwald heimisch. Im ganzen Planungsgebiet kämen natürlich der Schwarzerlenbruch und 

das Niedermoor vor. Weiteres siehe Landschaftsplan. 

 

 Reale 

Vegetation: 

Die Vegetationsdecke der heutigen Kulturlandschaft entspricht in den tieferen 

Lagen kaum mehr der potentiell natürlichen Vegetation. In dem großen zusammenhängenden Wald-

gebiet, zu dem die nördlichen Zweidrittel des Gemeindegebietes gehören, dominieren in den Hoch-

lagen Fichtenforste (naturnah, mit Urwald -Restbeständen), ansonsten Bergmischwald, Fichtenau-

wald, z.T. auch großflächige Fichtenforste. Grünland in den Rodungsinseln (z. B. Guglöd) und in der 

südlichen Randzone. Als Besonderheit der große zusammenhängende Hochmoorkomplex Großer 

Filz und Klosterfilz, mit landesweiter Bedeutung. Der Süden des Planungsgebietes wird meist land-

wirtschaftlich genutzt, fast nur Dauergrünland. Hecken und Ranken kommen hier überall vor, beson-

dere Schwerpunkte sind die Bereiche südlich Reichenberg und Höhenbrunn sowie südlich Haslach. 

Eher ausgeräumt ist der Bereich Riedlhütte sowie das Gebiet westlich St. Oswald. Hier sind großflä-

chige Drainagen, auch im Bereich Höhenbrunn-Nord und kleinere, aber umso häufigere Drainflächen 

um Haslach. An den Bächen, soweit sie nicht durch Wälder führen, stockt lockeres Erlen-/Weiden-

/Eschengebüsch. An diese Bäche grenzt meist Intensivgrünland. Es besteht eine Tendenz zur zu-

nehmenden Verbuschung. Weiteres siehe Landschaftsplan. 

 

 



3.1.5 Landschaftsbild 

 

 



 

Das Planungsgebiet hat Anteil an dem Bergland des Rachel-Lusen-Grenzkammes, dem Anstieg zu 

diesem und dem Oswalder Hügelland. Entsprechend unterschiedlich ist das Erscheinungsbild.  

 

Der Nordrand des Gemeindegebietes ist Teil des Bergzuges Falkenstein - Rachel - Lusen, dessen 



Gipfel die hochragenden Grenzpfeiler des Böhmerwaldes bilden. Überragt wird dieser  nicht unter 

1200 m hohe Grenzkamm von der Bergkuppe des Großen Rachel. Eingebettet in diesen Gebirgs-

zug, unterhalb der steilen Rachel-Seewand ein stiller Waldsee, der Rachelsee, ein Karsee der letz-

ten Eiszeit. Vom Grenzkamm fällt das Gelände erst steil, dann zunehmend sanfter nach Süden bis in 

die Gegend von Sankt Oswald ab. Gegliedert wird dieser Abfall von nach Süden strebenden Ausläu-

fern des Grenzgebirges, zwischen denen erst stark eingeschnittene, dann zunehmend flacher und 

breiter werdende Täler mit wasserreichen Waldbächen verlaufen. An den Ausläufern des Gebirges 

große Hoch- und Übergangsmoore, die sogenannten Filze. Diese sind meist bewaldet, mitunter lie-

gen sie als ehem. Streuwiesen offen. Der Grenzkamm und sein Anstieg sind geschlossen mit Berg-

wäldern bestanden, in den unteren Bereichen auch zunehmend mit reinen Fichtenkulturen.  

 

 

Am Südrand des Planungsgebietes die relativ schmale Rodungszone, sie wird vor allem durch die 



Orte mit den sie umgebenden Wiesen geprägt. Dabei ganz im Westen der Fabrikort Riedlhütte im 

Tal der Großen Ohe. Hier prägt die Wohnsiedlung am Hang das Bild, welche zunehmend die Ro-

dungsfläche bis zum Waldrand füllt.  

 

 



An der südlichen Gemeindegrenze fällt das Gelände mehr oder weniger stark zum nächsten Tal ab. 

Oberhalb des Abfalles eine Kette von alten Ansiedlungen, der Topographie gut angepasst. Dieses 

Rodungsland wird neben den Orten bestimmt durch Grünland, welches in den steilen Bereichen 

durch Hecken auf Steinriegeln in dichter Folge mit dazwischen schmalen, oft extensiv genutzten 

Wiesen und zahlreiche Feldgehölze reizvoll gegliedert wird. 

 

 



 

17 

 

 



Im Mittelbereich des Planungsgebietes die von Wald eingeschlossene kleine Rodungsinsel Guglöd, 

meist extensiv genutztes Grünland mit Hecken und Einzelbäumen, locker besiedelt.  

 

Insgesamt wird das Landschaftsbild in der Gemeinde weitgehend von geschlossenen Wäldern be-



stimmt, welche wenig Ausblick ermöglichen. Nur das südliche Viertel, von Wiesen und Weiden be-

stimmt, mit Hecken und Feldgehölzen an den steileren Hängen und auf den Kuppen, weist eine ab-

wechslungsreiche Vielfalt auf. Die Landschaft ist hier ästhetisch besonders ansprechend und von ei-

nem hohen Erholungswert. 

 

 

3.2 Landnutzung 



 

Seit 1980 hat im Planungsgebiet sich die Landwirtschaftsfläche am stärksten verändert. Sie hat bis 

zum Jahre 2009 um 246 ha oder 24,9% abgenommen, eine außergewöhnliche Abnahme. Die verlo-

rene Fläche wurden zu rd. 60% aufgeforstet, der Rest wurde bebaut oder Verkehrsfläche. Beson-

ders stark waren die Veränderungen zwischen 1992 und 1996, dies kann auch mit der Flurbereini-

gung und der genaueren Erfassung der Nutzung zusammenhängen. Relativ am stärksten zuge-

nommen haben die Erholungsflächen, dies hängt aber vor allem mit der niedrigen Ausgangsbasis 

zusammen.   

  

 

 



       

 

 



       

 

 



 

 

 



       

3.2.1 Landwirtschaftliche 

Fläche 

 

Die landwirtschaftliche Nutzfläche im Gemeindegebiet nahm laut Statistik seit 1980 um 246 ha oder 



24,9% ab, ein starker Rückgang. Nach der Erhebung der landwirtschaftlichen Betriebsfläche der Hö-

fe (bewirtschaftete Fläche in und außerhalb des Gemeindegebietes) ist diese von 1983 bis 1999 so-

gar um 319 ha oder 37% zurückgegangen. Im Gemeindegebiet sind etwa 5% der landwirtschaftli-

chen Flächen ackerfähig, als Acker genutzt werden rd. 6%. Als Dauergrünland werden rd. 94% der 

Landwirtschaftsfläche genutzt. Östlich Riedlhütte und nördlich Reichenberg – Höhenbrunn sind vor 

allem im Bereich der Moore größere Grünlandflächen brach gefallen.  

Die Landwirtschaft ist nicht nur Existenzgrundlage bäuerlicher Familien, sie hat gerade im Vorfeld 

des Nationalparkes eine besondere Bedeutung für die Erhaltung und die Pflege der Erholungsland-

schaft, des Landschaftsbildes. Nach dem separaten Landschaftsplan wird angestrebt, die traditionel-

le Kulturlandschaft mit ihrer Landwirtschaft zu erhalten. Grundsätzlich soll die landwirtschaftlich ge-

nutzte Flur durch Erhaltung und teilweise Ergänzung vorhandener Strukturen wie Hecken, Ranken, 

Randstreifen, artenreiche Wiesen eine Mindestdurchgrünung behalten bzw. erhalten, zugleich sollen 

die Biotope miteinander vernetzt werden. Nicht nur durch den Landschaftsplan, auch nach dem Ar-

ten- und Biotopschutzprogramm wird angestrebt, die extensive Bewirtschaftung der Magerrasen und 

Feuchtstandorte beizubehalten, Brachflächen sollen wieder herkömmlich bewirtschaftet werden. In 

den ökologisch verarmten und ausgeräumten Bereichen, z. B. nördlich und nordöstlich Riedlhütte, 

nördlich St. Oswald-Totenmann und östlich Haslach, ferner südöstlich Reichenberg und nördlich Hö-

henbrunn sollen Kleinstrukturen ergänzt und neu geschaffen werden. Auf den Landschaftsplan wird 

verwiesen. 

 

 



3.2.2 Waldflächen 

 

 



Der Wald bedeckt rd. 71% des Gemeindegebietes. Seit 1980 hat seine Fläche um 14,8 ha oder 

5,2% zugenommen. So wurden z. B. in den letzten 10 Jahren Flächen nördlich Haslach, südöstlich 

Reichenberg, nordöstlich St. Oswald aufgeforstet und zwar fast durchweg als Fichten-Reinkultur.  

 

Der Wald konzentriert sich weitgehend auf die nördlichen und nordöstlichen Dreiviertel des Pla-



nungsgebietes, er ist Teil des geschlossenen Waldgebietes entlang des Hauptkammes des Böh-

merwaldes. Daneben gibt es einige kleine Wälder südlich davon, das Gemeindegebiet hat hier auch 

Anteil an dem Waldstreifen zum nächsten Tal im Süden. Bis auf den Wald direkt im nördlich An-

schluss an den Siedlungsstreifen (Ausnahme Riedlhütte) handelt es sich bei dem großen Waldgebiet 

um Staatswald, als Teil der Nationalparkes aus der Bewirtschaftung genommen. Der Wald im Natio-

nalpark soll im Rahmen der natürlichen Entwicklung in artenreiche, standortgerechte, robuste 

Mischwälder umgeformt werden. Für die Behandlung der Privat- und Kommunalwälder im Planungs-

gebiet gilt die forstliche Fachplanung. Auf den Landschaftsplan wird verwiesen. 

 

Aufforstungen sollen bei dem hohen Waldanteil im Gemeindegebiet möglichst nicht erfolgen. Wenn 



doch, soll auf Fichten in Reinkultur verzichtet werden. Im Landschaftsplan wurde auf die Darstellung 

von Aufforstungsflächen und Aufforstungsverboten verzichtet, folglich auch im Flächennutzungsplan. 



18 

 

Der Erhalt des typischen Charakters der Rodungslandschaft hat bei eventuellen Aufforstungen die 



wesentliche Rolle zu spielen. Auf jeden Fall von Aufforstungen frei zu halten sind die Rodungsin-

seln (z.B. Guglöd) und Waldlichtungen. Ferner Talräume, Quellzonen, Hecken-Ranken-Land-

schaften, Biotopflächen, Ortsrandlagen, Streusiedlungslandschaften - Siebenellen, Totenmann - . 

Weiteres ist aus dem Landschaftsplan ersichtlich. 

 Nach 

dem 



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