Stadtarchiv und Stadtgeschichte


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Stadtarchiv

und

Stadtgeschichte

Forschungen und Innovationen

Festschrift für Fritz Mayrhofer

zur Vollendung seines 60. Lebensjahres

L i n z   2 0 0 4

A r c h i v   d e r   S t a d t   L i n z



H I S T O R I S C H E S

J A H R B U C H

D E R

S T A D T   L I N Z



2 0 0 3 / 2 0 0 4

HERAUSGEGEBEN

VON

WALTER SCHUSTER,



MAXIMILIAN SCHIMBÖCK

UND


ANNELIESE SCHWEIGER

Umschlaggestaltung: Walter Litzlbauer

Porträtfoto Fritz Mayrhofer: Maximilian Schimböck

Für den Inhalt der Abhandlungen sind ausschließlich die

AutorInnen verantwortlich.

Der teilweise oder vollständige Abdruck von Arbeiten

aus der vorliegenden Publikation ist nur mit Bewilligung 

der HerausgeberInnen nach Genehmigung der AutorInnen gestattet.

ISBN 3-900388-56-3

Medieninhaber: Archiv der Stadt Linz,

Hauptstraße 1–5, 4041 Linz

Hersteller: Trauner Druck, Linz



INHALT

Autorinnen und Autoren  . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

7

Vorwort des Bürgermeisters der Landeshauptstadt Linz  . . . . . . . . . . . . . . . .



19

Vorwort des Kulturreferenten der Landeshauptstadt Linz  . . . . . . . . . . . . . . .

21

Vorwort von Herausgeberin und Herausgebern  . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .



23

A

R C H I V T H E O R I E U N D



A

R C H I V M A N A G E M E N T

Erich Wolny:

Zeitgemäße Leitung des Stadtarchivs – verlangt sie

eine neue Sicht der Funktion? . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 

29

Wilhelm Rausch:



„Vor fünfzig Jahren“  . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 

33

Lorenz Mikoletzky:



Wozu ein Archiv?  . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 

47

Peter Csendes:



Metaphern für Archive – das Archiv als Metapher? . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 

49

Walter Schuster:



Zur Strategie für Archive  . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 

57

Ferdinand Opll:



Öffentlichkeitsarbeit in Kommunalarchiven

Überlegungen am Beispiel des Wiener Stadt- und Landesarchivs . . . . . . . . 

73

Lukas Morscher:



Zukunft der Archive – Archive der Zukunft

Vorschläge für ein zukünftiges Marketing von Archiven . . . . . . . . . . . . . . . 

95

Gerhart Marckhgott:



Paradigmenwechsel

Das Oberösterreichische Landesarchiv vor der „digitalen Revolution“  . . .

109


Josef Riegler:

Digitalisierung mittelalterlicher Urkunden – Aspekte der 

Medienkonvertierung im Steiermärkischen Landesarchiv  . . . . . . . . . . . .

119


Maximilian Schimböck:

Kommunalarchive als Dienstleistungsbetriebe

Das Beispiel Linz  . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 

133


Werner Matt:

„Linz als das pulsierende Herz der Kommunalarchivare“

Fritz Mayrhofer und der Arbeitskreis der Kommunalarchivare

Österreichs . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 

141

Siegfried Haider:



Das Oberösterreichische Archivgesetz in seinen Auswirkungen 

auf die Gemeinden . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 

147

Thomas Klagian:



Die Abenteuer eines jungen Archivars in Bregenz . . . . . . . . . . . . . . . . . . 

159


Hans Eugen Specker:

Arbeitsgemeinschaften zum Erfahrungsaustausch und als 

Interessenvertretung von Kommunalarchiven in Deutschland . . . . . . . . . 

165


Josef Nössing:

Gemeindearchive in Südtirol 

Zur Geschichte der Gemeindearchive in Südtirol sowie 

deren Erhaltung und Pflege . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 

173

( S


T A D T

)

G E S C H I C H T S F O R S C H U N G



–  

T

H E O R I E U N D



P

R O J E K T E

Wilfried Ehbrecht:

30 Jahre Westfälischer Städteatlas

Ein regionaler historischer Städteatlas im Kontext 

europäischer Forschung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 

183

Gabriella Hauch:



„Zukunft heißt erinnern“

Zur Genese der historischen Frauenforschung im gesellschaftlichen 

und wissenschaftsgeschichtlichen Kontext  . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

205


8

Peter Johanek:

Stadt und Zisterzienserinnenkonvent

Ausblick auf ein Forschungsprogramm  . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

217


Anton Eggendorfer:

Fünf Jahre Projekt „Netzwerk Geschichte“ in Niederösterreich

Eine Bestandsaufnahme . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

231


Georg Heilingsetzer:

Alfred Hoffmann und die Stadtgeschichte

Bemerkungen anlässlich des 100. Geburtstages des Archivars, 

Historikers und Lehrers  . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

241

Helmut Konrad:



Universitäten in Bewegung: Zur Dynamisierung des Bildungssystems  . .

253


Q

U E L L E N

Walter Asper nig:

Grundlagenforschung und Stadtgeschichte in Oberösterreich: 

Anmerkungen zur Edition der „Quellen zur Geschichte von Wels“  . . . . .

265


Leopold Auer:

Materialien zur Linzer Stadtgeschichte im Haus-, Hof- und Staatsarchiv . .

273

Fritz Koller:



Die „Linzer Akten“ im Salzburger Landesarchiv  . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

279


Johannes Seidl:

Von der Immatrikulation zur Promotion

Ausgewählte Quellen des 19. und 20. Jahrhunderts zur biographischen 

Erforschung von Studierenden der Philosophischen Fakultät 

aus den Beständen des Archivs der Universität Wien  . . . . . . . . . . . . . . . .

289


Brigitte Kepplinger:

Fürsorgeakten als historische Quelle

Die Betreuungsakten des Linzer Jugendamtes (1918–1950) . . . . . . . . . . .

303


9

L

I N Z E R

S

T A D T G E S C H I C H T E



Erwin M. Ruprechtsberger – Otto H. Urban:

Eine bronzene Schwertklinge vom Luftenberg – Zur Spätbronzezeit 

im Linzer Raum  . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

313


Willibald Katzinger:

Linz ohne Phantomzeit   . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

327

Anneliese Schweiger:



Weinbau im alten Linz  . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

341


Georg Wacha:

Albrecht Dürer in Linz . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

349

Herta Hageneder:



Ein Beitrag zur Geschichte der Gegenreformation in Linz  . . . . . . . . . . . .

355


Rainer F. Schraml:

Bernhard Weidner (1640–1709)

Ein Linzer Schusterssohn als Abt des Zisterzienserstiftes Wilhering 

in Oberösterreich  . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

359

Alfred Og ris:



Die Linzer Wollzeugfabrik und die Orientalische Kompanie: 

Reaktionen in Kärnten (1725/26) auf eine Privilegierung . . . . . . . . . . . . .

375

Gerhard Winkler:



Johann Puchner und seine Weltsprache Nuove-Roman  . . . . . . . . . . . . . . .

387


Wieland Mittmannsg r uber:

Bürger der Stadt Linz

Erwerb, Inhalt und Verlust des Gemeindebürgerrechts 

im 19. und 20. Jahrhundert  . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

395

Monika Wür thinger:



Gruß aus Linz

Correspondenzkarten dokumentieren Bau des Neuen Domes  . . . . . . . . .

411

Rudolf Zinnhobler:



Franz Sales Maria Doppelbauer

Korrekturen zu einem Bischofsbild  . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

427

Emil Puffer:



Hans Rösler – der letzte Stadtamtsleiter von Urfahr  . . . . . . . . . . . . . . . . .

441


10

Oskar Dohle:

Geld für den Krieg

Die Kriegsanleihe-Zeichnungen der Städte Linz und Urfahr 

im Ersten Weltkrieg  . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

457

Andrea Kammerhofer:



„Lebende Bilder“ in Linz . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

475


Harry Slapnicka:

Knapp über der Wahrnehmungsgrenze

Oberösterreichs Gauleiter der DNSAP fast so bedeutungslos 

wie die Partei selbst – weit über Hitlers Machtübernahme 

vom Jahre 1926 hinaus  . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

491


Kurt Tweraser:

Wirtschaftspolitik zwischen „Führerstaat“ und „Gaupartikularismus“

Eigruber und Hinterleitner: Der „Gaufürst“ und sein Wirtschaftsberater  . .

499


Birgit Kirchmayr:

Der Briefwechsel August Zöhrer – Elise Posse im Archiv der Stadt Linz

Eine „Fußnote“ zur Geschichte des „Linzer Führermuseums“  . . . . . . . . .

515


Hermann Rafetseder:

Das „KZ der Linzer Gestapo“

Neue Quellen im Rahmen des Österreichischen Versöhnungsfonds 

zum „Arbeitserziehungslager“ Schörgenhub . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

523

Michael John:



Maghrebinien in Linz

Beobachtungen über eine verborgene Seite der Stadt  . . . . . . . . . . . . . . . .

541

Winfried R. Garscha – Claudia Kuretsidis-Haider:



„Traurige Helden der Inneren Front“

Die Linzer Tagespresse und die Anfänge der gerichtlichen Ahndung 

von NS-Verbrechen in Oberösterreich 1945/46 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

561


Helmut Fiereder:

Die Wiederbegründung der jüdischen Gemeinde von Linz 1945–1948  . .

583

Johannes Ebner:



Im Boot des Bischofs Franz S. Zauner

„Porträts“ der Bistumsleitung  . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

595

Siegbert Janko:



Linz – Von der Stahlstadt zur Kulturstadt  . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

607


11

A

L L G E M E I N E

G

E S C H I C H T E U N D



S

T A D T G E S C H I C H T E

Karl Vocelka:

Vom himmlischen Jerusalem bis Brasilia

Zur utopischen Stadt in der Geschichte der Menschheit  . . . . . . . . . . . . . .

625


Herwig Wolfram:

Die Stadt der Frauen  . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

635

Georg Scheibelreiter:



Der König verlässt die Stadt

Überlegungen zur räumlichen Veränderung der Herrschaft 

im 7. und 8. Jahrhundert  . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

641


Walter Br unner:

Neues und Interessantes zur Frühgeschichte der Stadt Graz  . . . . . . . . . . .

657

Alois Niederstätter:



Die Städte der Grafen von Montfort und von Werdenberg

Ein strukturgeschichtlicher Vergleich  . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

677

Hannes Ober mair:



Vormoderne Übergangsregion?

Die Städtelandschaft im Raum Trient-Bozen im Hoch- und 

Spätmittelalter  . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

697


Susanne Claudine Pils:

Wem gehört die Stadt?

Von der Nutzung des städtischen Raums  . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

711


Heinrich Koller:

Stadt und Staat

Das Hauptstadtproblem unter Kaiser Friedrich III.  . . . . . . . . . . . . . . . . . .

719


Rudolf Kropf:

Die spätmittelalterliche Gründung einer Kleinstadt im westungarisch-

österreichischen Grenzraum (Stadtschlaining)  . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

739


Roman Sandg r uber:

Die Grenzen der Stadt  . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

749

Kurt Mühlberger:



Bemerkungen zum Wiener Poetenkolleg  . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

763


12

Franz-Heinz Hye:

Ein unbekanntes, spätes Dokument – vom 11. Juni 1646 – zur 

Geschichte des Bauernaufstandes des Stefan Fadinger von 1626  . . . . . . .

779


Helmut Kretschmer:

Zur Geschichte des Wiener Mozart-Denkmals  . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

785

Johann Seedoch:



Eingemeindungen im Stadtgebiet von Eisenstadt  . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

797


Helmut Lackner:

Ein „blutiges Geschäft“ – Zur Geschichte kommunaler Vieh- 

und Schlachthöfe

Ein Beitrag zur historischen Städtetechnik am Beispiel Österreich  . . . . .

805

Wolfgang Mader thaner:



Pathologie der Großstadt – Geschichten um den Praterstern  . . . . . . . . . .

829


Evan Burr Bukey:

Ein bitterer Triumph: Die Kampfmoral der deutschen 

Zivilbevölkerung 1941 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

839


Wolfgang Weber:

Gibraltar liegt in Jamaika

Zur Geschichte des Internierungslagers Gibraltar 

in Kingston 1940–1948  . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

863

Wolfgang Neugebauer – Herwig Czech:



Medizin und Gedächtnis 

Zum Umgang mit den NS-Medizinverbrechen in Österreich nach 1945  . .

873

Publikationen von Fritz Mayrhofer  . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .



885

Verwendete Abkürzungen und Siglen  . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

891

13


J

OHANN


S

EEDOCH


EINGEMEINDUNGEN IM STADTGEBIET

VON EISENSTADT

Die Gemarkung der burgenländischen Landeshauptstadt Eisenstadt erstreckt

sich in Richtung Nord-Süd vom Kamm des Leithagebirges (402 m) bis in die

Wulkaebene (152 m) und umfasst heute 42,90 km2. Dieses Stadtgebiet entstand

erst im Laufe des 20. Jahrhunderts im 1918 neu geschaffenen Burgenland. Es

umfasst die Territorien der Stadtgemeinde sowie der früher selbstständigen Orts-

gemeinden Schloßgrund Eisenstadt, Oberberg Eisenstadt, Unterberg Eisenstadt,

Kleinhöflein im Burgenland und St. Georgen am Leithagebirge. Die Vorge-

schichte und Geschichte dieser Gemeindezusammenlegungen in der gebotenen

Kürze darzustellen ist Inhalt und Ziel dieser Abhandlung, die dem Jubilar,

Kollegen und Freund Fritz Mayrhofer gewidmet ist.

Als der ungarische Reichstag im März und April 1848 mit einer Reihe rich-

tungweisender Gesetze eine neue Epoche in der Geschichte Ungarns eingeleitet

hatte, hatte er mit dem Gesetzartikel 23 die königlichen Freistädte aufgrund ihrer

Einwohnerzahl in drei Gruppen gegliedert: Großstädte (über 30.000 Einwohner),

Mittelstädte (12.000–30.000 Einwohner), Kleinstädte (weniger als 12.000 Ein-

wohner). In die Kategorie Kleinstädte gehörte auch Eisenstadt mit damals 2.400

Einwohnern.

1

Die an die Freistadt angrenzenden Gemeinden Schloßgrund, Ei-



senstadt-Israeliten, Eisenstadt-Berg, Kleinhöflein und Sankt Georgen wurden

zufolge des Gesetzartikels 9 aus 1848 von der grundherrschaftlichen Untertänig-

keit und Gerichtsbarkeit befreit und sollten als Gebietskörperschaften neu orga-

nisiert werden.

2

Ein diesbezügliches Gesetz konnte aber wegen Auflösung des



Reichstages und des nachfolgenden Kriegsausbruches nicht mehr beschlossen

werden. Anfang Dezember 1848 wurde Westungarn von kaiserlichen Truppen

besetzt und einer zentralen kommissarischen Verwaltung unterstellt.

Am 25. Oktober 1849 verfügte das Innenministerium in Wien eine provisori-

sche Verwaltungsorganisation mit neuen Verwaltungsbezirken, den k. k. Bezirks-

kommissariaten. Hiemit entstand auch das Bezirkskommissariat Eisenstadt mit

22 Gemeinden, darunter Schloßgrund, Berg, Israeliten, Kleinhöflein und St. Geor-

797


1

Johann Seedoch, Vom Bezirkshauptort zur Landeshauptstadt. In: Harald Prickler und Johann

Seedoch, Eisenstadt – Bausteine zur Geschichte. Eisenstadt 1998, 441.

2

Ebenda.



3

Ebenda.


4

Burgenländisches Landesarchiv, Stadtarchiv Eisenstadt, Gemeinderaths-Protokoll 1855.

5

Ebenda, Commissionsprotokoll vom 17. Dezember 1855.



gen. Die Gemeinden wurden in Anlehnung an das provisorische österreichische

Gemeindegesetz 1849 als Ortsgemeinden definiert, aber unmittelbar dem

Bezirkskommissariat und mittelbar dem Komitat unterstellt. Mit Wirksamkeit

vom 1. Dezember 1850 wurde die Sonderstellung der königlichen Freistädte auf-

gehoben. Auch sie wurden dem Komitat untergeordnet.

3

In Zusammenhang mit den Vorarbeiten zur neuen politischen Einteilung des



Ödenburger Verwaltungsgebietes hatte die Komitatsbehörde mit Erlass vom

23. November 1855 vor allem aus Verwaltungsgründen angeregt, die Ortsge-

meinden „Schloß, Berg und Israeliten“ mit der Stadt Eisenstadt zu vereinigen

und sie unter die Verwaltung des Magistrats zu stellen.

4

Zwecks Meinungsbildung und Entscheidungshilfe wurde für den 17. Dezem-



ber 1855 im Rathaus der Stadt eine gemeinsame Sitzung der zuständigen

Gemeindeorgane mit den Komitatsvertretern und dem Bevollmächtigten des

Fürsten Esterházy einberufen. An dieser Versammlung nahmen 28 Personen teil,

den Vorsitz führte der Erste Komitatskommissär Tiroch.

5

Als erster meldete sich der Stadtvorstand Josef Permayer zum Wort. Er berich-



tete, dass die vorgeschlagene Vereinigung von den Stadtbürgern nicht gewünscht

werde, weil sie darin eine Beeinträchtigung ihres städtischen Vermögens

befürchteten. Diese Befürchtung habe auch die Gemeindevertretung, weil ange-

nommen werden müsse, dass die Einverleibung von Gemeinden, welche weder

liegendes noch sonst bekanntes Vermögen besitzen, die neue Kommune zu

derzeit noch nicht bestimmten pekuniären Opfern nötigen würde. Insbesondere

gelte dies bezüglich der Nutznießung der städtischen und privaten Waldungen,

weil befürchtet wird, dass die größtenteils bedürftige Bevölkerung der einzuver-

leibenden Gemeinden, wenn sie die ihnen bisher durch die Gnade ihres früheren

Grundherrn, des Fürsten Paul III. Anton Esterházy, zugestandenen Holzbenefi-

zien verliere, in ihrer Armut die städtischen Waldungen in Anspruch nehmen

müsste. In administrativer Hinsicht könne die Stadtvertretung gegen die Vereini-

gung nichts einwenden. Am ehesten würde sich die Stadtvertretung für die

Einverleibung der Schloßgemeinde aussprechen, welche aus nicht mehr als 20



Hausnummern mit einer Bevölkerung von beiläufig 180 Seelen besteht und in

einem Teile vom städtischen Territorium eingeschlossen ist.

Anschließend äußerte der Vorstand der Berggemeinde Josef Ahammer die

Bedenken der Vertreter der Berggemeinde und der Schloßgemeinde zum Plan

der Vereinigung: Ihre Häuser seien Curialhäuser, für die auch nach 1848

weiterhin der Grunddienst von 2 bis 12 Gulden CM an den ehemaligen Grund-

herrn zu bezahlen sei. Auch habe der Fürst freiwillig die früheren Benefizien

weiterhin zugestanden, nämlich 

Johann S e e d o c h

798


a) die Befugnis, Klaubholz in den fürstlichen Waldungen zu sammeln, 

b) die Benützung der vom Fürsten erhaltenen Wasserleitung und der Feuer-

löschrequisiten, 

c) die Kostentragung für einen Teil der Ortsbeleuchtung,

d) die Erhaltung der Schule und der Kirche aufgrund bestehender Fundationen,

e) die Erlaubnis zum Ausschank des eigenen Weines gegen eine Abgabe von

24 Kreuzern WW per Eimer.

Da sie alle Benefizien – ausgenommen jene, die Schule und Kirche betreffen

– für widerruflich halten, seien sie in Sorge, derselben verlustig zu gehen, sobald

sie ihre Selbstständigkeit aufgeben. Weil sich überdies die Stadtgemeinde gegen

jeden Mitgenuss der einzuverleibenden Gemeinden an den städtischen Wal-

dungen verwahrt hätte, würde im Fall der Vereinigung die größtenteils arme Be-

völkerung ein großer Verlust treffen. Diese Besorgnis und der Wunsch, sich die

Unterstützung des gewesenen Grundherrn so lange wie möglich zu bewahren,

nötige sie zur Bitte, von der Vereinigung abzusehen. Sie hätten aber gegen eine

Vereinigung der Schloßgemeinde und der Berggemeinde wegen der Gleichheit

der Verhältnisse nichts einzuwenden.

Der Richter der Judengemeinde Valentin Pollak gab ebenso eine gegen die

Vereinigung gerichtete Erklärung ab. Auch er betonte die Sorge um den Verlust

der herrschaftlichen Benefizien, die vor allem im Koscherweinausschank und im

Bierausschank bestanden, sowie die Befürchtung, dass die bisherigen Gemeinde-

auslagen vergrößert würden. Der bevollmächtigte Vertreter des Fürsten Paul III.

Anton Esterházy Emmerich Szenczy hingegen befürwortete die vom Komitat

angeregte Vereinigung unter den später noch zu besprechenden Bedingungen.

Der Stuhlrichter des Bezirkes Eisenstadt Karl Rizy bezeichnete aufgrund seiner

seit der Aktivierung des Stuhlrichteramtes, das heißt seit dem 29. April 1854,

gesammelten Erfahrung die Vereinigung als erwünscht und zweckmäßig, weil

dadurch eine Einheitlichkeit in die Lokalpolizei und alle übrigen Zweige der

politischen Verwaltung gebracht werden würde, eine Einheitlichkeit, welche in

sich zusammenhängenden Gemeinden umso mehr Not täte, als jede Verschieden-

artigkeit der Bevölkerung auffällt und oft zu Missdeutungen der Verfügungen

der einen oder der anderen Behörde Anlass gibt. Sollte diese vorgeschlagene

Vereinigung in ihrem ganzen Umfang die Genehmigung nicht erlangen, so

müsse er im Interesse des Dienstes und einer minder kostspieligen und einfachen

Gemeindeverwaltung die Zusammenlegung der drei „untertänigen“ Gemeinde

beantragen. Hiemit war die erste Gesprächsrunde beendet.

Anschließend wurde zur Frage Stellung bezogen, wie es mit dem Vermögen der

zu vereinigenden Gemeinden gehalten werden sollte, falls die Staatsverwaltung

ungeachtet der vorgebrachten Einwände den Zusammenschluss anordnen sollte.

Der Stadtvorstand legte folgenden Sachverhalt dar:

1) Der Gemeindewald lasse jährlich im günstigen Fall nur einen solchen Holz-

schlag zu, dass daraus die Deputate bestritten werden können; ein Ertrag für

Eingemeindungen im Stadtgebiet von Eisenstadt

799


die städtische Kammer oder für die Verteilung unter der Bürgerschaft werfe

der Wald nicht ab. Deshalb könne den einzuverleibenden Gemeinden eine

Teilnahme am Holzertrag nicht zugestanden werden, vielmehr müssen der

Magistrat und der Gemeindeausschuss zur Sicherung des Holzdeputats künf-

tig alle Mittel in Anwendung bringen, um den Gemeindewald vor Verwüstung

und Beschädigung zu schützen. Aus diesem Grunde könne den Bewohnern

der einzuverleibenden Gemeinden nie eine Bewilligung zum Dürrholzklau-

ben, welche sie bis jetzt vom früheren Grundherrn besitzen, zugestanden

werden.

2) Die Hutweide habe ein Ausmaß von 200 Joch. Deren Benützung stehe den



Bürgern der Inneren Stadt ohne Beschränkung, den bisherigen Vorstädtern

aber nur für je eine Kuh und ein Kalb offen. Eine Ausdehnung dieses Rechtes

auf die zu vereinigenden Gemeinden sei unmöglich, weil dieselbe das Recht

der bisher Berechtigten wesentlichen schmälern würde.

3) Die wohltätigen Anstalten im Stadtgebiet, das Bürgerspital, das Armeninstitut

und die Dienstboten-Krankenanstalt, beruhen auf besonderen Stiftungen und

sind durch den Willen der Stifter bloß für deren Angehörige oder für die

Bürger des Stadtgebietes bestimmt. Bezüglich dieser Anstalten sowie sämtli-

cher Stiftungen, welche für die Stadt bisher bestehen, müssen der Magistrat

und der Gemeindeausschuss in richtiger Auffassung des Willens der Stifter

darauf beharren, dass diese Anstalten und Stiftungen auch im Falle der Verei-

nigung nur für die Bürger der Stadt in ihrem jetzigen Umfang vorbehalten

und die einzuverleibenden drei Gemeinden von dem Mitgenuss ausgeschlos-

sen bleiben.

4) Für die übrigen Gemeindeliegenschaften, für die städtische Puszta, für

Wiesen und Gemeindeäcker, für die Regalien und sonstigen Gerechtsame

fließt der Ertrag in die städtische Kammerkassa und bildet mit einem Brutto-

betrag von jährlich 18.000 Gulden CM den Fonds zur Bestreitung sämtlicher

Verwaltungs-, Schul- und Kirchenauslagen sowie zur Tilgung und Verzinsung

der Schulden von 63.726 Gulden CM. Der Magistrat und der Gemeindeaus-

schuss stellen für den Fall der Vereinigung den Antrag, dass die Gemeinden

nur für die Kosten, welche zur Erhaltung des Verwaltungs- und Aufsichtsper-

sonals jährlich notwendig sind, in Anspruch genommen werden. Alle übrigen

Auslagen, welche das gegenwärtige Stadtterritorium treffen werden, sollen

auch fortan aus der städtischen Kammerkassa ohne Belastung der Gemeinden

bestritten werden. Dagegen mögen auch die erwähnten Gemeinden in ihrem

jetzigen Bereich die auf Objekte nötigen Auslagen selbstständig aufbringen.

5) Bezüglich der Ausübung des Mautprivilegs der Stadt, bei der bisher eine

ungleiche Behandlung insbesondere der Judengemeinde stattfand, wird so-

eben ein neuer Mauttarif verhandelt, in dem die vollkommene Gleichstellung

der früher untertänigen Gemeinden mit den Bewohnern des bisherigen Stadt-

gebietes beantragt wird.

Johann S e e d o c h

800


Die Vorstände der Berggemeinde und der Schloßgemeinde erklärten, dass sie

gegen die Anträge des Magistrats bezüglich der künftigen Gebührung und einer

angemessenen Beitragsleistung für die Besoldung des Verwaltungspersonals nichts

einzuwenden haben. Sie gaben bekannt, dass ihre Gemeinden mit Ausnahme eines

Armenfonds im Betrag von 1.900 Gulden CM kein Geldvermögen besitzen.

Der Richter der Judengemeinde hingegen legte dar, dass er einer neuen

Belastung seiner Gemeindemitglieder durch Beiträge für die städtische Verwal-

tung nicht zustimmen könne, weil die erheblichen Kultusauslagen nur zu einem

geringen Teil aus dem Gemeindeeinkommen, zum größeren Teil aber durch

Umlagen bestritten werden müssen. Für den Fall, dass die Unterstellung unter

den Magistrat ausgesprochen werden sollte, äußerte er die Bitte, die Verwaltung

des ohnehin nur Kultuszwecken und der Armenpflege zugewendeten Gemeinde-

vermögens weiterhin selbstständig ausüben zu dürfen.

Der Vertreter des Fürsten erklärte, dass das Fürstenhaus nach seinem in den

Eisenstädter Gemeinden Berg, Schloß und Juden liegenden Curialbesitztum auf

das aktive Vermögen der Stadtgemeinde weder jetzt noch in Zukunft Anspruch

erheben wird, von der öffentlichen Behörde aber mit vollem Recht beanspruchen

zu können glaubt, dass die Mittragung der zur Tilgung des städtischen Passivums

erforderlichen Lasten ihm nie auferlegt werden kann. Da durch die Verschmelzung

der vier Gemeinden nur die Erleichterung der politischen Administration bezweckt

wird, dadurch aber die in den Gemeinden gesetzlich bestehenden Rechte der

ehemals fürstlichen Herrschaft nicht gefährdet werden können, so verlangt die

fürstliche Verwaltung, dass ihre Regalien, der Bezug der laut Privilegien und mit

der Freistadt früher abgeschlossenen Verträge, ihr von den Jahr- und Wochenmärk-

ten gebührenden Standgelder, der Anteil an dem städtischen Mautertrag sowie

auch jene Leistungen und Rechte, die noch von älteren Beziehungen stammen und

in den drei Gemeinden ihr gegenwärtig noch gesetzlich gebühren, auch in Zukunft

ungeschmälert belassen und bewahrt werden. Nach dieser Erklärung wurde die

Sitzung beendet, das Protokoll verlesen und von allen Anwesenden unterfertigt.

Der Inhalt des Protokolls hat die Komitatsbehörde bewogen, die Eisenstädter

Ortsgemeinden mit der Stadt nicht zu vereinigen, wohl aber zur Ortsgemeinde

„Eisenstädter Schloss- und Berggrund“ zusammenzulegen.

6

In dieser neuen



Ortsgemeinde wurde es jedoch der Judengemeinde gestattet, ihren Gemeinde-

vorstand zu behalten und weitgehend autonom zu agieren, eine Regelung, der

nur die kurze Existenz von fünf Jahren beschieden war. Nach dem Oktober-

diplom 1860 wurde wieder der frühere Zustand hergestellt und es wurden die

selbstständigen Gemeinden Eisenstadt-Berg (Kismartonhegy), Eisenstadt

Schloßgrund (Kismarton-Váralja) und Eisenstadt-Israeliten organisiert.

7

Eingemeindungen im Stadtgebiet von Eisenstadt



801

6

Landes-Regierungsblatt für das Königreich Ungarn, Nr. 21/1856, II. Abteilung, 285.



7

Ortslexikon des Königreichs Ungarn. Pest 1863, 41.



Das erste ungarische Gemeindegesetz 1871 teilte die Gemeinden ein in 

a) Städte mit geregeltem Magistrat,

b) Großgemeinden, welche die ihnen gesetzlich übertragenen Agenden aus

eigenen Mitteln zu besorgen imstande waren,

c) Kleingemeinden, welche die übertragenen Aufgaben wegen ihrer beschränk-

ten Mittel nicht selbst besorgen konnten und sich deshalb mit anderen

Gemeinden verbinden mussten.

8

Die Judengemeinde, die nunmehr den Namen Unterberg Eisenstadt (Alsókis-



martonhegy) erhalten hatte, wurde in die Kategorie Großgemeinden gereiht. Die

Gemeinden Berg, die den Namen Oberberg Eisenstadt (Felsökismartonhegy) er-

halten hatte, Eisenstadt Schloßgrund (Kismarton-Váralja), Kleinhöflein (Kis-

höflány) und Sankt Georgen (Szent György) wurden zu Kleingemeinden erklärt

und bildeten nach 1875 das Kreisnotariat Oberberg Eisenstadt sowie ab 1895

auch den Standesamtsbezirk.

9

Diese Regelung blieb bis zur Angliederung des Burgenlandes an die Republik



Österreich (1921) aufrecht. Nach der Fixierung der österreichisch-ungarischen

Staatsgrenze (1923) zählte das Burgenland 327 Gemeinden, darunter zwei

Städte, 50 Großgemeinden und 275 Kleingemeinden.

10

Bald nach der Volkszäh-



lung vom 7. März 1923 hatte das Bundesministerium für Inneres mit Erlass vom

10. April den Wunsch geäußert, Zwerggemeinden zu neuen leistungsfähigen



Großgemeinden zusammenzulegen. Die burgenländische Landesregierung hat

diesen Erlass am 2. Mai kundgemacht und die Gemeinden aufgefordert, Be-



schlüsse auf Zusammenlegung nahe gelegener Gemeinden zu neuen, leistungs-

fähigen Großgemeinden möglichst einstimmig zu fassen.

11

Sofort hat darauf



keine einzige Gemeinde reagiert. Im gesamten Zeitraum 1923–1937 erfolgten

nur drei Eingemeindungen. Den Anfang machten die Stadtgemeinde Eisenstadt

und die Ortsgemeinde Eisenstadt Schloßgrund im Jahre 1924. Die Eingemein-

dung selbst wurde durch das Landesgesetz vom 28. Oktober 1924 vollzogen.

12

Am 30. April 1925 wählte der Landtag Eisenstadt zur Landeshauptstadt des



Burgenlandes.

13

Die Ausbildung zum politischen Zentrum des jungen Bundes-



landes stellte ein großes Bedürfniskonzentrat dar und benötigte neben Geld auch

Platz, sehr viel Platz. Seither stand auch die nähere Umgebung der Stadt im

Blickfeld der Pläne für die Erweiterung des Stadtgebietes. Kurioserweise wurde

Johann S e e d o c h

802

8

Landesgesetz-Sammlung für das Jahr 1871. Pest 1872, 113.



9

Magyarország helységnévtára különös tekintettel az állami anyakönyvi kerületek beosztására.

Budapest 1894, 121.

10

Ortsverzeichnis des Burgenlandes. Wien 1924, 2.



11

Landesgesetzblatt für das Burgenland, Nr. 76/1923.

12

Landesgesetzblatt für das Burgenland, Nr. 57/1924.



13

Landesgesetzblatt für das Burgenland, Nr. 17/1925.



die Ausweitung zu jener Zeit bewerkstelligt, als die Stadt infolge der Aufteilung

des Landes ihre Hauptstadtfunktion verlor. Im August 1938 wurden Oberberg

und Unterberg, im September 1938 Kleinhöflein und Sankt Georgen mit der

Stadt vereinigt.

14

Diese vom nationalsozialistischen Landeshauptmann verfügten



Zusammenschlüsse wurden bezüglich Kleinhöflein und Sankt Georgen 1948/50

rückgängig gemacht.

15

Oberberg und Unterberg Eisenstadt blieben mit der Stadt



vereinigt. Die größte Zusammenlegungsaktion von Gemeinden in der Ge-

schichte des Landes hatte der Landtag im September 1970 mit dem „Burgenlän-

dischen Gemeindestrukturverbesserungsgesetz“ und der „Eisenstädter Stadt-

rechtsnovelle 1970“ beschlossen.

16

Mit Wirksamkeit vom 1. Jänner 1971 wurde



die Zahl der burgenländischen Gemeinden von 319 auf 138 reduziert. Mit der

Eisenstädter Stadtrechtsnovelle 1970 wurden die Gemeinden Kleinhöflein im

Burgenland und Sankt Georgen am Leithagebirge der Freistadt Eisenstadt einge-

meindet. So hatte sich das Stadtgebiet von 18,56 km2 auf 42,90 km2 vergrößert

und die Einwohnerzahl von 7.774 auf 10.059 erhöht.

17

Die einverleibten



Gemeinden haben aber ihren individuellen Charakter weitgehend bewahrt und

tragen wesentlich zum vielfältigen Reiz der burgenländischen Landeshauptstadt

bei.

Eingemeindungen im Stadtgebiet von Eisenstadt



803

14

Verordnungsblatt für den Amtsbereich des Landeshauptmannes des Burgenlandes, Nr. 2, Nr. 5/1938.



15

Landesgesetzblatt für das Burgenland, Nr. 13/1949.

16

Landesgesetzblatt für das Burgenland, Nr. 44, Nr. 45/1970.



17

Die Bevölkerungsentwicklung im Burgenland zwischen 1923 und 1971. Eisenstadt 1976, 2, 4, 5.




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