Verwaltungsgemeinschaft der Gemeinden Innerschwand am Mondsee, Sankt Lorenz und Tiefgraben


(3)  Sehr sparsamer Personaleinsatz im Spannungsfeld zur


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(3) 

Sehr sparsamer Personaleinsatz im Spannungsfeld zur 

ordnungsgemäßen Aufgabenerfüllung 

Die drei Gemeinden der VWG beschäftigen insgesamt 51 Mitarbeiter (MA) 

bzw. 39,3 

Vollzeitäquivalente (VZÄ). Auf die gemeinsame Verwaltung 

entfallen 15 MA bzw. 13,5 VZÄ. Der LRH beurteilt den Personaleinsatz in 

der VWG als sehr sparsam. Die Anzahl und Bewertung der Dienstposten 

liegen deutlich unter dem höchstzulässigen Rahmen der 

Oö. 


Dienstpostenplanverordnung 2002 und den Dienstpostenplänen 

vergleichbarer Gemeinden. (Berichtspunkte 6 und 7) 

Wie sich im Zuge der Prüfung herausstellte, bestehen in der derzeitigen 

Aufgabenerfüllung der VWG Defizite und Mängel. Diese liegen insbesondere 

in der Amtsleitung sowie in der Bau- und Finanzverwaltung; sie lassen auf 

personelle Engpässe schließen. Die ausgeprägte Sparsamkeit in der 

Verwaltung steht im permanenten Spannungsfeld zu einer ordnungs-

gemäßen und professionellen Verwaltungsführung. Um die VWG zukunfts-

orientiert auszurichten, empfiehlt der LRH, die Entwicklungspotentiale des 

vorhandenen Personals noch besser zu nutzen. Zumindest mittelfristig sollte 

die VWG personell um ein bis zwei MA aufstocken. Diese personelle 

Aufstockung könnte nur dann vermieden werden, wenn die Aufgaben 

reduziert und die Prozesse optimiert werden. Derartige Entlastungseffekte 

wären aus gegenwärtiger Sicht nur denkbar, wenn sich die drei Gemeinden 

zu einer Gemeinde zusammenschließen und gleichzeitig die 

Zusammenarbeit mit Mondsee weiter ausbauen. (Berichtspunkt 8) 



(4)  Organisations- und Qualitätsanalyse zeigt etliche Stärken, aber auch 

erhebliche Schwächen 

Positiv wertet der LRH, dass der Kooperationsgedanke in der Politik, in der 

Verwaltung und in der Bevölkerung verankert ist. Dies zeigt sich 

insbesondere in der guten Kommunikation zwischen den Bürgermeistern, 

deren Koordination durch die Amtsleitung sowie im vorherrschenden 

Betriebsklima. Die VWG zeichnet sich weiters durch engagierte MA und eine 

sparsame Verwaltung aus. 

An Schwächen sieht der LRH die derzeit unbefriedigende Führungssituation 

auf Verwaltungsebene. Die Aufbauorganisation entspricht nicht den 

Anforderungen an eine Verwaltung für rd. 8.800 Haupt- und Nebenwohn-

sitze – es fehlt eine zweite Führungsebene. Auch fehlen organisatorische 

Grundlagen bzw. sind diese nicht auf dem aktuellen Stand. Eine planmäßige 

Personalentwicklung ist nicht vorhanden. Erhebliche Defizite zeigen sich im 

Haushaltsmanagement der drei Gemeinden. Der LRH sieht einen 

dringenden Handlungsbedarf und gibt eine Reihe von Verbesserungs-

vorschlägen zur notwendigen Professionalisierung der bestehenden VWG. 

(Berichtspunkte 13 bis 27) 


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Sankt Lorenz und Tiefgraben 



Februar 2016

 

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(5) 



Zukunftsperspektiven der VWG bzw. der Gemeinden 

Eine bereits 2008 angedachte Erweiterung der VWG um die Marktgemeinde 

Mondsee ist im Jahr 2014 gescheitert. Seither entfalteten die vier 

Gemeinden keine Aktivitäten zum weiteren Ausbau der Zusammenarbeit. 

Eine Fusion der vier Gemeinden oder Gründung einer Vierer-VWG ist zum 

gegenwärtigen Zeitpunkt politisch nicht umsetzbar. Im Interesse der 

Effektivität und Effizienz des Verwaltungshandelns wäre aber die 

Zusammenarbeit innerhalb der bestehenden VWG als auch jene mit 

Mondsee weiter zu entwickeln und auszubauen. Ein Großteil der Synergien 

ist bereits durch die bestehende VWG und einzelne Kooperationen mit 

Mondsee gehoben - große Einsparungen beim Personal und bei den 

Raumkosten sind aufgrund der beengten Raumsituation und des äußerst 

knappen Personalstandes nicht mehr möglich. 

Sollten die drei Landgemeinden Innerschwand, Sankt Lorenz und 

Tiefgraben ihre langjährige Vorreiterrolle in der Kooperation des 

Verwaltungshandelns bewahren und weiter entwickeln wollen, wäre der 

Zusammenschluss zumindest der drei relativ homogenen Landgemeinden 

die logische Konsequenz. Bei einer solchen Fusion anstelle der 

bestehenden VWG wären erhebliche Arbeitserleichterungen durch 

einfachere Geschäftsprozesse und ein Mehr an Qualität in der 

Leistungserbringung zu erreichen. Durch eine Verschmelzung der drei 

Landgemeinden würden (Verwaltungs-)Aufgaben wegfallen, viele 

Verwaltungsabläufe einfacher, übersichtlicher und besser; auch könnten sie 

mit weitgehend gleichbleibendem Personalstand erledigt werden. Im Falle 

einer Fusion könnte die Zusammenarbeit mit Mondsee Schritt für Schritt 

ausgebaut werden. Das könnte z. 

B. durch das Schaffen von 

Kompetenzzentren, die Bildung einer Zweier-VWG bis hin zu einem 

späteren Zusammenschluss erfolgen. Ein freiwilliger Zusammenschluss 

zumindest dieser drei Gemeinden würde nach Auffassung des LRH die 

Entscheidungsspielräume einer (fusionierten) Gemeinde stärken. Es ist 

Aufgabe der Kommunalpolitik, die Bevölkerung für einen solchen 

Entwicklungsschritt zu gewinnen. 

Zur Stärkung der Region sollte mittel- bis langfristig ein Zusammenschluss 

aller vier Mondseegemeinden angestrebt werden. Solange Kooperationen 

und Gemeindezusammenlegungen auf freiwilliger Basis erfolgen können, 

hat die Kommunalpolitik die Möglichkeit, Konzentrationsprozesse selbst zu 

gestalten. Sie sollte Ziele fixieren und innerhalb einer noch festzulegenden 

Frist unter laufender Information und Einbindung der Bürgerinnen und 

Bürger umsetzen. (Berichtspunkte 28 bis 30) 



(6)  Solide Haushalts- und Finanzsituation der Landgemeinden – aber 

erhebliche Mängel im Rechnungswesen 

Die drei Gemeinden sind gering verschuldet und verfügen über Rücklagen. 

Auch erwirtschaften sie jährlich Überschüsse im ordentlichen und im 

außerordentlichen Haushalt (o. 

H. 

und ao. 


H.). Die Haushalts- und 

Finanzsituation ist in den drei Gemeinden ähnlich; der LRH wertet sie als 



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solide. Allerdings wird die Verschuldung von Sankt Lorenz durch das Projekt 



eines Kindergartenneubaus, verbunden mit altersgerechtem Wohnen, 

steigen. (Berichtspunkte 31 bis 36) 

Kritisch sieht der LRH vor allem Mängel im Rechnungswesen der drei 

Gemeinden. Durch nicht eingehobene Einnahmen, Fehlkontierungen und 

unrichtige Verrechnungsdarstellungen sind die Rechnungsabschlüsse von 

eingeschränkter Aussagekraft. Auch einzelne Belege, vor allem im 

Zusammenhang mit der Kostenabrechnung der VWG, waren im Zuge der 

Prüfung inhaltlich nicht mehr nachvollziehbar. Besonders kritisch sieht er 

folgende Mängel in der Verrechnung: 

 



Vorgeschriebene, aber noch nicht bezahlte Anschlussgebühren und 

Verkehrsflächenbeiträge von 133.028 Euro scheinen in den 

Rechnungsabschlüssen 2014 der drei Gemeinden nicht auf. (Berichts-

punkt 40) 

 

Aus der Kostenverrechnung der VWG blieben in Tiefgraben langjährig 



hohe Vorschüsse offen. Im Zuge der Prüfung wurde ein offener 

Vorschuss von 179.787 Euro ausgebucht. Weiters zahlte Tiefgraben an 

Sankt Lorenz 50.246 Euro, um bestehende Verbindlichkeiten abzu-

decken. (Berichtspunkt 39) 

 

Sankt Lorenz verbuchte 2014 eine Darlehensaufnahme von 



1,076 Mio. Euro als maastricht-freundlichen Zuschuss (Kapitaltransfer) 

und nicht als maastricht-neutrale Finanztransaktion. (Berichtspunkt 32) 

 

Tiefgraben verrechnete 2013 unrichtigerweise 450.000 Euro für den 



Erwerb eines Gebäudeanteils als laufenden Transfer. (Berichtspunkt 32) 

 



Sankt Lorenz entnahm 2014 aus der zweckgebundenen 

Tilgungsrücklage des Kanals 180.000 Euro zur Stärkung des o. H. 

(Berichtspunkt 35) 

 



Etliche Belege sind inhaltlich nicht nachvollziehbar. (Berichtspunkt 24) 

Künftig muss auf eine sorgfältige Beleg- und Haushaltsführung geachtet werden. 



(7)  Ankauf von Räumlichkeiten im Schloss – Prüfung der Preis-

angemessenheit unterblieb 

Die im Eigentum der Gemeinden stehende SCHLOSS MONDSEE Kultur- 

und Veranstaltungszentrum GesmbH (KVZ) kaufte Anfang 2015 um 

3,5 Mio. Euro Räumlichkeiten im Schloss Mondsee an. Neben der KVZ 

haben noch zwei weitere Personen Liegenschaftsanteile erworben. Letztere 

kauften vor allem Anteile, die im Zusammenhang mit dem Betrieb eines 

Hotels stehen. Ein Vergleich zeigt, dass der Kaufpreis, den die KVZ im 

Verhältnis zu ihrem Anteil an der Gesamtliegenschaft zahlte, rund viermal so 

hoch war wie jener der beiden anderen Käufer. Für den LRH ist es 

unverständlich, dass kein Schätzgutachten über die Angemessenheit des 

Kaufpreises eingeholt und keine umfassende Analyse der Vor- und 

Nachteile durchgeführt wurde. (Berichtspunkt 47) 



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(8) 



Geplanter Ausbau der Musikschule würde zusätzliche 

Veranstaltungsräumlichkeiten schaffen 

Das Land strebt seit Jahren den Aus- und Umbau der Musikschule im 

ehemaligen „Kuhstalltrakt“ des Schlosses an. Teil der Ausbaupläne ist der 

Zubau eines Vorführungssaales mit Galerie (rd. 310m

2

) sowie eines 



Eingangsbereiches (rd. 115m

2

 zusätzlich). Im unmittelbaren räumlichen 



Umfeld der Musikschule gibt es bereits mehrere Veranstaltungssäle von 

unterschiedlicher Größe (z.B. Kultur- und Veranstaltungszentrum, Säulen-

hallen, Schlossgalerie); sie alle stehen im Eigentum der KVZ. 

Wie der LRH bereits mehrfach festgestellt hat, sieht er eine hohe Dichte an 

Veranstaltungseinrichtungen sehr kritisch. Vielmehr sollte das Angebot 

besser aufeinander abgestimmt und damit ein Überangebot vermieden 

werden. Daher sollte geprüft werden, ob anstelle der Neuerrichtung eines 

Vorführungssaales in der Musikschule die Raumkapazitäten des Schlosses 

für Musikschulzwecke genutzt oder Räumlichkeiten der Schlossgalerie in 

wirtschaftlich vertretbarer Weise adaptiert werden können. Ist dies nicht 

möglich, empfiehlt der LRH die Veräußerung der ohnehin wenig genutzten 

Schlossgalerie. (Berichtspunkt 48) 



(9) 

Neubau Kindergarten/Altersgerechtes Wohnen 

Aufgrund der steigenden Nachfrage entschieden die Gemeinden Sankt 

Lorenz und Tiefgraben, dass sich die Gemeinde Sankt Lorenz aus dem 

bisher gemeinsamen Kindergarten „TILO“ zurückzieht und einen eigenen 

Kindergarten errichtet. Die Kostenschätzung bildet die Grundlage für viele 

weitere Projektfestlegungen (z.B. Auswahl des Generalübernehmers, 

Finanzierungsentscheidungen, Gewährung von Förderungen). Dafür ist sie 

aber nach Meinung des LRH nicht klar genug und überdies unvollständig. 

Zum Prüfungszeitpunkt waren die Bauarbeiten für das Vorhaben noch voll 

im Gange. Es zeichnet sich jedoch aufgrund der laufenden 

Kostenverfolgung ab, dass - im Vergleich zur ursprünglichen Kosten-

schätzung von 3,690 Mio. Euro - mit Mehrkosten von rd. 300.000 Euro zu 

rechnen ist. (Berichtspunkte 50 bis 53) 

(10)  Folgende Empfehlungen richtet der LRH an alle drei Gemeinden: 

a)  Die Überarbeitung der örtlichen Entwicklungskonzepte (ÖEKe) sollte 

nochmals zum Anlass genommen werden, eine Initiative zur Schaffung 

gemeinsamer Betriebsbaugebiete zu starten. Auch eine Zusammenarbeit 

der drei Gemeinden ohne Einbindung weiterer Gemeinden ist 

überlegenswert. (Berichtspunkt 1) 

b)  Die Kosten der Aufschließung sollten (unter Berücksichtigung der 

gesetzlichen Anschlussgebühren) zur Gänze weiter verrechnet werden. 

(Berichtspunkt 2) 


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c)  Solange keine gesicherte Rechtsprechung vorliegt, sollte von 



Vereinbarungen, wonach sich die Gemeinde im Gegenzug für die Widmung 

in Bauland Grundstücke schenken lässt, Abstand genommen werden. 

(Berichtspunkt 2) 

d) 


Die offenen Aufschließungsbeiträge von 272.500 Euro sind unverzüglich in 

fünf Jahresraten vorzuschreiben. (Berichtspunkt 4) 

e) 

Um die VWG zukunftsorientiert auszurichten, sollten die Entwicklungs-



potentiale des vorhandenen Personals noch besser genutzt werden; weiters 

sollte eine personelle Aufstockung um ein bis zwei MA erfolgen, sofern nicht 

entsprechende Entlastungseffekte (z.B. Aufgabenreduktion durch Fusion der 

Gemeinden) gesetzt werden. (Berichtspunkt 8) 

f) 

Die VWG sollte den Geschäftsverteilungsplan evaluieren und wie folgt 



überarbeiten: 

 



In der Finanzverwaltung ist sicherzustellen, dass nach 

§ 

54 



Abs. 

Oö. 



GemHKRO die Buchführung und die Führung der 

Kassengeschäfte stets von unterschiedlichen Personen wahrgenommen 

werden. Überlegenswert ist daher, für die gesamte Finanzverwaltung 

(Kassa und Buchhaltung) eine Leitung zu bestellen und die 

Kassenführung neu zu regeln. 

 



Die Amtsleitung sollte von der Protokollführung im Gemeinderat der drei 

Gemeinden entbunden werden und sich verstärkt mit Führungsaufgaben 

beschäftigen. 

 



Überlegenswert ist, in genau abzugrenzenden Fällen das Anweisungs-

recht an Gemeindebedienstete zu übertragen. 

 

Das dem Sekretariat der Amtsleitung als Aufgabe zugeordnete „New 



Public Management“ sollte Aufgabe der Amtsleitung werden. Die bislang 

unter diesem Titel vom Sekretariat erledigten Angelegenheiten 

(z.B. 

Gemeindezeitung) sollten als Teil der Öffentlichkeitsarbeit 



festgelegt werden. (Berichtspunkt 9) 

g)  Die Arbeitsplatzbeschreibungen und -bewertungen sind ehestens zu 

aktualisieren, wobei die Aufgaben und Tätigkeiten nach Jahresdurch-

schnittswerten darzustellen sind. (Berichtspunkt 10) 

h) 

Die gesamte Aufbauorganisation der VWG sollte in einem Organigramm 



abgebildet werden. Es sollten abteilungsähnliche Strukturen mit klar 

definierten Aufgaben und Verantwortlichkeiten geschaffen werden. Die VWG 

sollte in zwei, maximal drei Abteilungen gegliedert werden. (Berichtspunkte 

10 und 18) 

i) 

Für jede Abteilung sollte jeweils eine Leitung bestellt werden, die auch mit 



Führungsaufgaben zu betrauen ist. Eine Abteilung soll der Amtsleiter führen; 

dieser hat in Abstimmung mit den drei Bürgermeistern den gesamten 

inneren Dienst zu leiten und zu koordinieren. Neben dem Schaffen von 


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Abteilungen sollte auch das Arbeiten in „abteilungsübergreifenden“ 



Projekten, z.B. für die Umsetzung gemeindeeigener Bauvorhaben oder die 

Ausgestaltung der zukünftigen Verwaltungskooperation, forciert werden. 

Diesbezüglich sollten die Mitarbeiter in Projektmanagement ausgebildet und 

in späterer Folge mit einzelnen Projekten betraut werden. (Berichtspunkt 10) 

j) 

Die Kooperation mit der Marktgemeinde Mondsee sollte zumindest auf den 



gesamten Bereich des Bürgerservice (gemeinsame Bürgerservicestelle) und 

der Öffentlichkeitsarbeit (z.B. gemeinsame Gemeindezeitung und 

einheitlicher Internetauftritt) ausgedehnt werden. (Berichtspunkt 10) 

k)  Bei Beziehern von Verwendungszulagen sollte die monatliche Soll-

Arbeitszeit im Zeiterfassungssystem um den jeweils abgegoltenen 

Überstundenanteil erhöht und am Monatsende nur noch darüber 

hinausgehende Mehrleistungen fortgeschrieben werden. (Berichtspunkt 11) 

l) 


Im Zusammenhang mit dem Ausbau und der Sanierung des bestehenden 

Gebäudes sollte eine strategische Grundsatzentscheidung über die mittel- 

bis langfristige Ausgestaltung der künftigen Zusammenarbeit der 

Gemeinden in der VWG und mit der Marktgemeinde Mondsee getroffen 

werden. Ein gemeinsames Bürgerservice und eine koordinierte 

Öffentlichkeitsarbeit haben in der Zusammenarbeit oberste Priorität. 

(Berichtspunkt 14) 

m) 


Nach der Überarbeitung der Entwicklungskonzepte sollte ein gemeinsames 

Leitbild für die drei Gemeinden erarbeitet werden. In der Folge wäre dieses 

in der Verwaltung und in der Bevölkerung verstärkt zu kommunizieren. 

(Berichtspunkt 15) 

n) 

Strategisches Arbeiten sollte in der VWG forciert werden. Strategische 



Planungen für verschiedene Bereiche (z.B. Organisationsentwicklung, 

Personalmanagement) mit Zielfestlegungen und Strategien zur 

Zielerreichung wären vorrangig von Führungskräften der VWG zu 

erarbeiten, mit den Bürgermeistern abzustimmen und von diesen auch 

einzufordern. (Berichtspunkt 16) 

o)  Als Führungsinstrument sollten jährliche Mitarbeitergespräche mit 

verbindlichen Zielvereinbarungen eingeführt werden. (Berichtspunkt 16) 

p) 


Die Protokollführung der Amtsleitung über Sitzungen der Gemeinderäte 

sollte delegiert, die frei werdenden Ressourcen vorrangig für 

Führungsaufgaben eingesetzt werden. (Berichtspunkt 17) 

q) 


Führungsstil und Führungskultur sollten aktiv bearbeitet werden. Vorrangig 

sollte durch geeignete Maßnahmen die Kommunikation zwischen 

Amtsleitung und (einzelnen) Mitarbeitern verbessert werden. Auch ist es 

wichtig, in den Führungskräftenachwuchs durch gezielte Personal-

entwicklung und Schulungen zu investieren. (Berichtspunkt 19) 


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r) 



Es sollten mit allen MA regelmäßig, mindestens vierteljährlich, Dienst-

besprechungen mit Tagesordnung und entsprechender Dokumentation 

abgehalten werden. Darüber hinaus sollten außerhalb des Parteienverkehrs 

wöchentlich kurze informelle Austauschrunden zwischen Amtsleitung und 

allen Mitarbeitern eingeführt werden. (Berichtspunkt 20) 

s)  Um in Zukunft das Personal gezielt weiter zu bilden, sollte ein 

Personalentwicklungskonzept erstellt werden. Bildungsschwerpunkte sollten 

in den Bereichen Führung, Verwaltungs- und Projektmanagement gesetzt 

werden. Das Konzept sollte darauf abzielen, Nachwuchsführungskräfte 

heranzubilden und alle Bediensteten in Projektmanagement zu schulen, 

damit fachübergreifendendes Zusammenarbeiten in der VWG sinnvoll 

ausgebaut werden kann. (Berichtspunkt 21) 

t) 

Als Steuerungsgrundlage für mehr Effizienz und Kostengerechtigkeit in der 



VWG sollte eine Kostenrechnung eingeführt werden. Diese sollte Produkte 

und Prozesse für die zu erstellenden Leistungen definieren und erbrachte 

Leistungen laufend erfassen. (Berichtspunkt 22) 

u) 


In Hinkunft sollte das Verwaltungspersonal entsprechend den Dienstposten-

plänen und Dienstverträgen in den betreffenden Gemeinden veranschlagt 

und verrechnet werden. Je nach vertraglicher Neuregelung können am 

Jahresende etwaige Differenzbeträge zur bisherigen Kostenteilung nach 

Einwohnern ausgeglichen werden. Mittelfristig wären die Kosten am besten 

auf Basis der Daten einer zu installierenden Kostenrechnung umzulegen. 

(Berichtspunkt 23) 

v) 


Das Haushalts- und Finanzmanagement der VWG sollte deutlich verbessert 

werden. Die haushaltsrechtlichen Bestimmungen sind einzuhalten und die 

gesamte Verrechnung darf nur auf Basis von inhaltlich klar 

nachvollziehbaren Belegen erfolgen. Die internen Kontrollschritte zur 

korrekten Verbuchung sind zu verbessern, ebenso die Prüfungsintensität der 

örtlichen Prüfungsausschüsse. (Berichtspunkt 24) 

w) 

Die Rückstände bei der Vorschreibung der Aufschließungsbeiträge nach 



dem Raumordnungsgesetz 1994 (ROG) sind ehestens aufzuarbeiten. Die 

verwaltungsmäßige Abwicklung von kommunalen Vorhaben sollte weniger 

vom Bürgermeister, sondern von einem Mitarbeiter im Bauamt bzw. Projekt-

leiter auf Ebene der Verwaltung erfolgen. (Berichtspunkt 25) 

x) 

Bürgerbefragungen und Bedarfserhebungen sollten möglichst regelmäßig 



erfolgen. Es wäre sinnvoll, wenn sie innerhalb der VWG abgestimmt und 

möglichst zeitgleich in allen drei Gemeinden durchgeführt werden. 

(Berichtspunkt 26) 

y) 


Aus Transparenzgründen sollten alle drei Gemeinden ihre Verhandlungs-

schriften über öffentliche Sitzungen des Gemeinderates im Internet 

veröffentlichen. 


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Die Überlegung einer gemeinsamen Zeitung für die drei Gemeinden in der 



VWG - möglichst in Kooperation mit der Marktgemeinde Mondsee - sollte 

umgesetzt werden. Auch sollten alle Marketingaktivitäten der 

Mondseegemeinden aufeinander abgestimmt werden. (Berichtspunkt 27) 

z) 


Im Interesse der Effektivität und Effizienz des Verwaltungshandelns ist die 

Zusammenarbeit innerhalb der bestehenden VWG als auch jene mit 

Mondsee weiter zu entwickeln und auszubauen. 

Nach Ansicht des LRH wären durch eine Fusion der drei Gemeinden 

anstelle der bestehenden VWG erhebliche Arbeitserleichterungen durch 

einfachere Geschäftsprozesse und ein Mehr an Qualität in der 

Leistungserbringung zu erreichen. Bei einer Fusion der drei Gemeinden 

müsste die Zusammenarbeit mit Mondsee, z.B. durch das Schaffen von 

Kompetenzzentren, die Bildung einer Zweier-VWG bis hin zu einem 

späteren Zusammenschluss, Schritt für Schritt ausgebaut werden. So 

könnte mit etwa gleichbleibendem Personalstand auch in Zukunft das 

Auslangen gefunden werden. (Berichtspunkt 28) 

aa)  Folgende Kooperationen mit Mondsee wären aus ökonomischen Gründen 

Schritt für Schritt umzusetzen: 

 

Gemeinsames Bürgerservice  



 

Gemeinsame Öffentlichkeitsarbeit 



 

Kompetenzbündelung im Bauservice (Baurecht und bautechnische 



Betreuung gemeindeeigener Vorhaben) 

 



Gemeinsame Buchhaltung und gemeinsames Betriebsbaugebiet prüfen 

Zur Stärkung der Region wäre mittel- bis langfristig ein Zusammenschluss 

aller vier Mondseegemeinden anzustreben. (Berichtspunkt 29) 

bb) Nach Möglichkeit sollten Rücklagen mit ähnlichen Widmungen 

zusammengefasst und die Anzahl der Sparbücher verringert werden. 

(Berichtspunkt 35) 

cc)  Als Alternative zu einer Sparbuchveranlagung könnte überlegt werden, 

Darlehen an andere Gemeinden der VWG zu vergeben, sofern diese 

Fremdmittel benötigen. (Berichtspunkt 35) 

dd) Gegebene Darlehen sind im Nachweis der noch nicht fälligen 

Verwaltungsforderungen zu inkludieren. (Berichtspunkt 35) 

ee)  Entgegen der bisherigen Praxis sollten in Hinkunft die Kosten der VWG 

ohne Zuhilfenahme von Vorschusskonten zeitnah im Haushalt der 

betreffenden Gemeinde dargestellt werden. Die jährlichen Abrechnungen 

und Akontozahlungen sollten nicht nur periodisch von der Finanzverwaltung, 

sondern auch vom Prüfungsausschuss der betreffenden Gemeinde 

überprüft werden. 


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10 

 

In die Personalkostenabrechnung 2015 sind die fehlenden Pensionsbeiträge 



des Jahres 2014 einzurechnen. Ebenfalls in die Abrechnung 2015 

einzubeziehen sind eventuelle Änderungen aufgrund des nicht aktualisierten 

Einwohnerschlüssels in der Abrechnung aus 2014. (Berichtspunkt 39) 

ff) 


Um die Vollständigkeit und Richtigkeit der Rechenwerke zu erhöhen, sind in 

Hinkunft alle im betreffenden Finanzjahr fälligen Einnahmen und Ausgaben 

durch eine rechtzeitige Soll-Buchung in die Haushaltsrechnung der 

jeweiligen Gemeinde aufzunehmen. (Berichtspunkt 40) 

gg)  Für Abgabenschuldigkeiten, die den Betrag von insgesamt 200 Euro 

übersteigen, sind nach § 

212b Z 

1 Bundesabgabenordnung (BAO) 



Stundungszinsen einzufordern, sofern diese den Betrag von zehn Euro 

überschreiten. (Berichtspunkt 41) 

hh)  In Hinkunft sollten die mit der Gebührenvorschreibung und -einhebung 

verbundenen Verwaltungskosten (Personal- und Sachaufwand) als 

Verwaltungstangente bei den nach dem Kostendeckungsprinzip zu 

führenden Gebührenhaushalten dargestellt und in die Gebührenkalkulation 

aufgenommen werden. (Berichtspunkt 42) 

ii) 


Die Ausgaben der Ansätze Bauhof und Winterdienst sollten in die 

Berechnung der Vergütungssätze einbezogen werden. Mittelfristig sollte 

eine Kosten- und Leistungsrechnung zur Ermittlung der Vergütungssätze 

eingeführt werden. Die Vergütungssätze sind in der Folge jährlich zu 

berechnen. Dazu wird es auch notwendig sein, Fahrtenbücher zu führen. 

Sowohl die Vergütungssätze als auch die Stundensätze für externe 

Bauhofleistungen wären im Zuge des Voranschlages vom Gemeinderat zu 

beschließen. 

Die Einnahmenvergütungen im Bereich Winterdienst sind nicht im Ansatz 

814000, sondern im Ansatz 617000 zu verbuchen. Die Gebarung des 

Winterdienstes sollte getrennt von jener der Straßenreinigung, 

beispielsweise unter 8141, verbucht werden. (Berichtspunkt 43) 

jj) 

Die Gemeinden sollten die Förderungen und freiwilligen Leistungen auf den 



vom Land vorgegebenen Höchstbetrag je Einwohner reduzieren und auch 

entsprechende Verwendungsnachweise einfordern. Als Voraussetzung für 

Subventionen könnten die Gemeinden Richtlinien bzw. Vorgaben erlassen 

und dabei beispielsweise eine verstärkte Kooperation der Vereine fordern. 

(Berichtspunkt 45) 

kk) Bei Auftragsvergaben mit einem geschätzten Auftragswert unter 

100.000 Euro sollten regelmäßig die angebotenen mit den abgerechneten 

Leistungen dahingehend analysiert werden, ob sich aufgrund von 

Massenänderungen die Reihenfolge der Bieter verändert hätte (Bietersturz). 

(Berichtspunkt 54) 

 


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11 

 

ll) 



Aus Gründen der Gleichbehandlung der Bieter und zur Einhaltung der 

Grundsätze des Vergaberechtes sollte vermieden werden, Bauunter-

nehmen, welche später bei der Ausschreibung teilnehmen, in Vorarbeiten 

zum Auftrag einzubeziehen. Daher

 

sollte entsprechende Fachkompetenz in 



der Gemeindeverwaltung aufgebaut werden. Um eine entsprechende 

Auslastung sicherzustellen, sollte dabei eine Kooperation mit der 

Marktgemeinde Mondsee (und eventuell weiteren Gemeinden) überlegt 

werden. (Berichtspunkt 54) 

mm)  Die Nachfragen der drei Gemeinden sollten stärker gebündelt werden, um 

damit im Beschaffungsbereich Kostenvorteile zu erreichen. (Berichts-

punkt 54) 



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