Verwaltungsgemeinschaft der Gemeinden Innerschwand am Mondsee, Sankt Lorenz und Tiefgraben


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39.2. 

Für den LRH war die bisherige Verrechnungsdarstellung nicht 

nachvollziehbar und nicht plausibel. Da die jährlichen Abrechnungen der 

Personal- und Sachausgaben lediglich ab dem Jahr 2012 vorhanden sind, 

war die Abstimmung der Abrechnungen mit den Zahlungen und 

Verrechnungen aus früheren Jahren nicht mehr möglich. Die Belege 

betreffend die Personal- und Sachausgaben enthalten kaum die 

notwendigen Angaben und Unterlagen, welche die Annahme- bzw. 

Auszahlungsanordnung begründen. 

Zur Nachvollziehbarkeit von Buchungen fehlen beispielsweise die 

Abrechnungen bei den Belegen. Diese Abrechnungen der Personal- und 

Sachausgaben müssen aber entsprechend der Aufbewahrungsvorschrift 

von Belegen zumindest sieben Jahre, beginnend mit 1. Jänner des der 

Beschlussfassung über den Rechnungsabschluss folgenden Haushalts-

jahres, vorhanden sein.  

Entgegen der bisherigen Praxis sollten in Hinkunft die Kosten ohne 

Zuhilfenahme von Vorschusskonten zeitnah im Haushalt der betreffenden 


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Gemeinde dargestellt werden. Die jährlichen Abrechnungen und Akonto-



zahlungen sollten nicht nur periodisch von der Finanzverwaltung, sondern 

auch vom Prüfungsausschuss der betreffenden Gemeinde überprüft 

werden. 

In die Personalkostenabrechnung 2015 sind die fehlenden Pensions-

beiträge des Jahres 2014 einzurechnen. Ebenfalls in die Abrechnung 2015 

einzubeziehen sind eventuelle Änderungen aufgrund des nicht 

aktualisierten Einwohnerschlüssels in der Abrechnung aus 2014. 

Der LRH bemängelte, dass durch die langjährig undurchsichtige 

Verrechnungspraxis letztlich die Gemeinde Sankt Lorenz per Saldo 

zumindest 50.246 Euro an Verbindlichkeiten der Gemeinde Tiefgraben 

vorfinanzierte und die exakten wechselseitigen Ansprüche nicht mehr 

feststellbar sind. 



Anschlussgebühren und Verkehrsflächenbeiträge 

40.1. 

Entsprechend den haushaltsrechtlichen Vorschriften sind Einnahmen nach 

dem Fälligkeitsprinzip und nicht erst zum Zeitpunkt des Zahlungseinganges 

zu verrechnen. In allen drei Gemeinden wurden bislang fällige Einnahmen 

bis zum Zeitpunkt der Zahlung außerhalb der Buchhaltung evident 

gehalten: Dabei handelt es sich primär um offene Anschlussgebühren, 

Verkehrsflächenbeiträge, Kommunalsteuer und diverse Verwaltungs-

abgaben. Während es sich bei etwaigen Nachforderungen aus der 

Jahresabrechnung der Kommunalsteuer und bei den diversen Abgaben 

meist um kleinere Beträge handelt, sind offene Forderungen aus Wasser- 

und Kanalanschlussgebühren aufgrund ihrer Größenordnung von 

wirtschaftlicher Relevanz und können die Haushaltssituation eines 

Finanzjahres maßgeblich beeinflussen. 

Selbst offene Ratenzahlungen solcher Anschlussgebühren wurden nicht im 

Soll der jeweiligen Haushaltsrechnung ausgewiesen. Durch die bisherige 

Buchungspraxis fehlen daher im RA 2014 jeweils folgende erfolgswirksame 

Einnahmen: 

 

Tabelle 10: Offene Wasser- und Kanalanschlussgebühren sowie Verkehrsflächenbeiträge 



 

Tiefgraben

St. Lorenz 

Innerschwand 

Gesamt 

Euro 

Kanalanschlussgebühr 

47.522

12.202


11.841 

Wasseranschlussgebühren

21.952

-



Verkehrsflächenbeiträge 

11.425


18.541

9.545 


Summe 

80.899

30.743

21.386 

133.028

Quelle: LRH-eigene Darstellung 

 


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40.2. 

Um die Vollständigkeit und Richtigkeit der Rechenwerke zu erhöhen, wären 

in Hinkunft alle im betreffenden Finanzjahr fälligen Einnahmen und 

Ausgaben durch eine rechtzeitige Soll-Buchung in die Haushaltsrechnung 

der jeweiligen Gemeinde aufzunehmen. 



Stundungszinsen Gebühren 

41.1. 

In den Gemeinden werden vor allem für die Kanal- und Wasser-

anschlussgebühren vom Gemeindevorstand Ratenzahlungen gewährt, 

jedoch keine Stundungszinsen vorgeschrieben.  



41.2. 

Für Abgabenschulden, die den Betrag von insgesamt 200 Euro über-

steigen, sind nach § 212b Z 1 BAO Stundungszinsen einzufordern, sofern 

diese den Betrag von zehn Euro überschreiten. 



Verwaltungstangente 

42.1. 

Den Gebührenhaushalten (Wasser, Kanal u. Abfall) werden keine 

Verwaltungskosten angelastet. 

42.2. 

In Hinkunft sollten die mit der Gebührenvorschreibung und -einhebung 

verbundenen Verwaltungskosten (Personal- und Sachaufwand) als 

Verwaltungstangente bei den nach dem Kostendeckungsprinzip zu 

führenden Gebührenhaushalten dargestellt und in die Gebührenkalkulation 

aufgenommen werden. 



Bauhöfe und deren Verrechnung 

43.1. 

Die drei Bauhöfe der Gemeinden sind jeweils mit zwei Personen 

(insgesamt 5,3 VZÄ) besetzt. Kooperationen bei den Bauhöfen bestehen 

im Bedarfsfall beispielsweise bei größeren Veranstaltungen, Vorbereitungs-

arbeiten zum Winterdienst oder bei kleineren Gerätschaften. Fahrtenbücher 

werden in keiner Gemeinde geführt. 

Zur jährlichen Kalkulation der Vergütung des Personalstundensatzes 

wurden jeweils nur die Bruttobezüge und die Arbeitgeberbeiträge 

herangezogen. Die Stundensatzberechnungen für die Maschinen wurden 

teilweise seit zehn Jahren nicht mehr aktualisiert. Erhöhungen der 

Stundensätze fanden sporadisch statt und basierten nicht auf 

Kalkulationen. Stundensätze für Leistungen an Externe sind nur vereinzelt 

festgelegt. Die Gebarung des Bauhofes konnte in den letzten Jahren von 

keiner der Gemeinden ausgeglichen werden. 

Die Tätigkeiten im Bereich des Winterdienstes werden im Ansatz 

Straßenreinigung dargestellt. In diesem Ansatz werden sowohl die 

Einnahmenvergütungen, als auch die Ausgabenvergütungen dargestellt. 

43.2. 

Der LRH stellt fest, dass die Bauhöfe personell sparsam besetzt und die 

Vergütungssätze zu gering sind, um die Gebarung bei den Bauhöfen 

auszugleichen. Laut Erlass der IKD

24

 sind sämtliche Bauhofleistungen zu 



                                                      

24

 Erlass Direktion für Inneres und Kommunales (Gem-70.030/43-1978) 



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vergüten. Die Ausgaben der Ansätze Bauhof und Winterdienst sind somit in 



die Berechnung der Stundensätze einzubeziehen. Mittelfristig sollte eine 

Kosten- und Leistungsrechnung zur Ermittlung der Vergütungssätze einge-

führt werden. Die Vergütungssätze sind in der Folge jährlich zu berechnen. 

Dazu wird es auch notwendig sein, Fahrtenbücher zu führen. Sowohl die 

Vergütungssätze als auch die Stundensätze für externe Bauhofleistungen 

wären im Zuge des Voranschlages vom Gemeinderat zu beschließen. 

Die Einnahmenvergütungen im Bereich Winterdienst sind nicht im Ansatz 

814000, sondern im Ansatz 617000 zu verbuchen. Die Gebarung des 

Winterdienstes sollte getrennt von jener der Straßenreinigung, beispiels-

weise unter 8141, verbucht werden. Auf diesen Umstand verwies die 

Bezirkshauptmannschaft Vöcklabruck bereits in der Prüfung des 

Rechnungsabschlusses 2013. 



Tarife für die Nutzung von Gemeinderäumlichkeiten 

44.1. 

Der Gemeinde- und der Vereinsraum im Gemeindezentrum von 

Innerschwand können ohne Entgelt von Vereinen und Privatpersonen 

genutzt werden. Es sind keine Tarife für die Nutzung festgelegt. Die 

Zuteilung der Räumlichkeiten erledigt die VWG. Der Turnsaal der 

Volksschule Innerschwand kann ebenfalls unentgeltlich genutzt werden. 

Nach der Nutzung ist die Reinigung der Räumlichkeiten vom Veranstalter 

zu übernehmen. 

In Sankt Lorenz können im Veranstaltungsraum und im Proberaum des 

Vereinsheims Veranstaltungen abgehalten werden. Für beide Räumlich-

keiten müssen Mietentgelte bezahlt werden. Weiters sind zwei 

Räumlichkeiten fix an zwei Vereine vergeben. Die Betriebskostenersätze 

der beiden Vereine wurden in den Jahren 2013 und 2014 großteils mit 

Vereinsförderungen gegengerechnet. Die derzeit gültigen Tarife (bis vier 

Stunden 100 Euro, vier bis acht Stunden 150 Euro, darüber 180 Euro) 

wurden vom Gemeindevorstand im Jahr 2010 beschlossen. Bezüglich 

Reinigung und Vergabe der Räumlichkeiten gelten dieselben Regelungen 

wie in Innerschwand.  

Für den Turnsaal der Volksschule TILO in Tiefgraben werden ebenfalls 

Entgelte eingehoben (2 Euro je Stunde, 3 Euro je Person und Dusche). 

Tarifordnungen für die genannten Tarife wurden weder in Sankt Lorenz 

noch in Tiefgraben vom Gemeinderat beschlossen. 



44.2. 

Die Gemeinde Innerschwand sollte für die Nutzung des Turnsaals der 

Volksschule und der Räumlichkeiten im Gemeindezentrum eine Tarif-

ordnung erlassen. Damit soll sichergestellt werden, dass die Betriebs-

kosten für nichtschulische bzw. gemeindefremde Nutzung abgegolten 

werden. 


In Sankt Lorenz sollten die Betriebskostenersätze und Mieten angepasst 

werden, da sich der Abgang des Vereinsheims in den Jahren 2012 bis 

2014 kontinuierlich erhöhte. Die Kostenersätze für die Nutzung des 

Turnsaals der Volksschule TILO sollten ebenfalls angepasst werden. In 



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Sankt Lorenz und Tiefgraben muss ebenfalls eine Tarifordnung vom 



Gemeinderat beschlossen werden, um die Entgelte für die Nutzung der 

Räumlichkeiten weiterhin einheben zu können. 



Förderungen und freiwillige Leistungen 

45.1. 

Die freiwilligen Ausgaben ohne Sachzwang lagen im RA 2013 lt. Prüfung 

der Aufsichtsbehörde in allen drei Gemeinden wesentlich (Ausgaben von 

26 bis 37 Euro je Einwohner) über 15 Euro je Einwohner und werden auch 

im RA 2014 den vom Land festgelegten Höchstbetrag überschreiten. Von 

den Gemeinden werden nur vereinzelt Verwendungsnachweise für die 

geleisteten Subventionen eingefordert. 

45.2. 

Die Gemeinden sollten die Förderungen und freiwillige Leistungen auf den 

vom Land festgelegten Höchstbetrag je Einwohner reduzieren und auch 

entsprechende Verwendungsnachweise einfordern. Als Voraussetzung für 

Subventionen könnten die Gemeinden Richtlinien bzw. Vorgaben erlassen 

und dabei beispielsweise eine verstärkte Kooperation der Vereine fordern. 



45.3. 

Seitens der geprüften Gemeinden wird festgehalten, dass der von der 

Aufsichtsbehörde festgelegte Betrag freiwilliger Ausgaben ohne 

Sachzwang nicht mehr 15 Euro sondern ab 1.1.2015  18 Euro ist.  

45.4. 

In den vom LRH genannten Rechnungsjahren 2013 und 2014 lag der vom 

Land festgelegte Höchstbetrag bei 15 Euro.  Selbst wenn man den ab 2015 

auf 18 Euro angepassten Richtwert berücksichtigt, bleibt ein erheblicher 

Handlungsbedarf. 

BETEILIGUNGEN 

SCHLOSS MONDSEE Kultur- u. Veranstaltungszentrum GesmbH 

Allgemeines 

46.1. 

Die SCHLOSS MONDSEE Kultur- und Veranstaltungszentrum GesmbH 

(im Folgenden „KVZ“ genannt) wurde 1993 gegründet und verfügt über ein 

voll einbezahltes Stammkapital von 218.018,50 Euro (ATS 3.000.000). 

Gesellschafter sind die vier Mondseegemeinden: 

 


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Tabelle 11: Gesellschafterstruktur KVZ 



Gesellschafter 

Übernommene 

Stammeinlage 

in Euro 

Anteil 

in 

Prozent 

Mondsee 


109.009,25 

50,0


Tiefgraben 

53.414,53 

24,5

St. Lorenz 



37.063,15 

17,0


Innerschwand 

18.531,57 

8,5

Gesamt 


218.018,50 

100,0


Quelle: LRH-eigene Darstellung auf Basis des Firmenbuches 

 

Die Gesellschaft ist Eigentümerin diverser Liegenschaften bzw. Liegen-



schaftsanteile aus dem Gebäudekomplex des Schlosses und seiner 

Nebengebäude.

25

 Dazu zählen 



 

das Kultur- und Veranstaltungszentrum Schloss Mondsee, 



 

Räumlichkeiten im Nahbereich der Kirche und Museumsräume, 



 

die Prunkräume im Schloss einschließlich Raum Drachenwand, 



 

Restaurant, Küche, Mönchsküche und barocker Keller, 



 

„Kuhstalltrakt“ (heute Musikschule) und „Entenstall“ sowie 



 

die Schlossgalerie. 



Im Eigentum der KVZ stehen überdies 40 Tiefgaragenplätze. An insgesamt 

25 Parkplätzen im Innenhof des ehemaligen Schlosses ist die Dienstbarkeit 

des PKW-Abstellplatzes bzw. der Parkplatzbenützung zugunsten der KVZ 

begründet. 

Der weitaus überwiegende Teil der Räumlichkeiten ist vermietet bzw. 

verpachtet. Größte Bestandnehmer sind ein Gastronom, der das 

Veranstaltungszentrum, die Säulenhallen und die Prunkräume sowie den 

Küchen- und Restaurantbereich gepachtet hat, sowie die Marktgemeinde 

Mondsee als Mieterin der Musikschule im „Kuhstalltrakt“. 

Die KVZ kaufte 2002 die Schlossgalerie mit dem Ziel der Fortführung des 

damaligen Galeriebetriebs durch einen örtlichen Kulturverein an. Die 

tatsächliche Nutzung erfolgt nunmehr in der Form, dass die Räumlichkeiten 

für Veranstaltungen angemietet werden können. Die Verwaltung und 

Vermarktung erfolgt – anders als beim verpachteten Kultur- und 

Veranstaltungszentrum – durch die KVZ selbst. 

46.2. 

Grundsätzlich ist zu begrüßen, dass die Veranstaltungsräumlichkeiten und 

die im Schloss Mondsee etablierte Gastronomie zu einer Belebung des 

Ortszentrums von Mondsee beitragen. In erster Linie kommt dies aber der 

Marktgemeinde und nicht den Umlandgemeinden zugute, die am 

Kommunalsteueraufkommen nicht partizipieren. 

                                                      

25

   Die verschiedenen Grundstücke sind Bestandteil mehrerer Einlagezahlen des Grundbuchs. 



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Mangels Vorliegen einer nachvollziehbaren Kalkulation ist für den LRH 



nicht überprüfbar, ob die vereinbarten Pachtzinse angemessen (orts- bzw. 

branchenüblich) sind. Bezogen auf die verpachtete Fläche und das 

mitverpachtete Zubehör schätzt der LRH den Pachtzins aber als günstig 

ein. Damit besteht aber das Risiko, dass die Pachtzinsgestaltung als 

„indirekte“ Wirtschaftsförderung zu qualifizieren ist und dann auf ihre 

Vereinbarkeit mit dem europäischen Beihilfenrecht zu überprüfen wäre. 



Ankauf Prunkräume 

47.1. 

Ende 2013 bot sich den vier Mondseegemeinden die Möglichkeit, 

Räumlichkeiten im Schloss Mondsee anzukaufen und diese – so die 

Argumentation der Gemeinden – vor einem „Ausverkauf“ zu retten und 

damit für die Region zu sichern. Konkret waren dies folgende 

Gebäudeteile: 

 

Tabelle 12: Ankauf von Gebäudeteilen im Schloss Mondsee 



Gebäude 

Gebäudeteil 

Nutzfläche 

in m

2

 

Schloss Mondsee 

Prunkräume 

389,96 


  

Raum Drachenwand 

200,73 

  

Barocker Keller 



454,08 

  

Restaurant, Küche 



672,38 

  

Mönchsküche 



185,92 

  

 



  

Tiefgarage 

25 Stellplätze 

  

Quelle: LRH-eigene Darstellung 



 

Im Jänner 2014 fassten die drei Gemeinderäte jeweils den Beschluss, den 

Ankauf durch die KVZ zu finanzieren und für das dafür von der KVZ 

aufzunehmende Darlehen die Haftung iSd § 85 Oö. GemO 1990 zu über-

nehmen. Dabei wurde von Gesamtausgaben von rd. 4,1 Mio. Euro (darin 

enthalten sind 3,514 Mio. Euro als Kaufpreis und 0,4 Mio. Euro für erwart-

bare Umbaukosten) ausgegangen. In der Darstellung der Finanzierung 

waren Landesfördermittel in Höhe von 1,8 Mio. Euro enthalten. 

Mit Schreiben vom 14.2.2014 sagte der Landeskulturreferent – nach 

Absprache mit dem Gemeindereferenten – zu den Gesamtkosten von 

4 Mio. Euro im Zusammenhang mit der Rettung des Schlosses Mondsee 

durch die KVZ Mittel in Höhe von  

 

1,5 Mio. Euro zum Ankauf der Liegenschaft (2015 – 2019) sowie 



 

0,4 Mio. Euro für die Ausstattung und notwendige Investitionen 



(2017

 

– 2018) 



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zu. Davon trägt das Gemeindereferat 950.000 Euro zum Ankauf der 



Liegenschaft, die restlichen Förderungen werden aus Mitteln des 

Kulturbudgets sowie aus dem Bereich Finanzen aufgebracht. 

Im Juni bzw. Juli 2014 beschlossen die Gemeinderäte der drei Gemeinden 

die anteilige Haftungsübernahme mittels Bürgschaftsvertrag für den von 

der KVZ aufgenommenen Kredit über 3,8 Mio. Euro. 

Nach Zustimmung der Generalversammlung der KVZ am 20.11.2014 

unterfertigten deren zwei Geschäftsführer am 8.1.2015 den Kaufvertrag mit 

einem Kaufpreis von insgesamt 3.531.130 netto.

26

 Ein Schätzgutachten 



bzw. eine andere für den LRH nachvollziehbare Wertermittlung bezüglich 

der Angemessenheit des Kaufpreises liegt nicht vor. Auch die beiden 

fördergebenden Stellen des Landes haben keine diesbezüglichen 

Informationen eingeholt. 

Mit Ausnahme des barocken Kellers und der 25 Tiefgaragenplätze wurden 

sämtliche Räumlichkeiten an den Betreiber des Kultur- und 

Veranstaltungszentrums verpachtet. 

47.2. 

Der LRH sieht das Zustandekommen des Kaufvertrags sehr kritisch: 

Neben dem KVZ erwarben noch zwei weitere Personen Liegenschafts-

anteile, wobei sie vor allem Anteile kauften, die in Zusammenhang mit dem 

Betrieb eines Hotels stehen. Aufgrund des zeitlichen und sachlichen 

Zusammenhangs (Unterfertigung der Kaufverträge am selben Tag mit 

demselben Veräußerer) hat der LRH einen Vergleich der Kaufverträge 

vorgenommen. Dabei war festzustellen, dass der Kaufpreis, den die KVZ 

im Verhältnis zu ihrem Anteil an der Gesamtliegenschaft zahlte, rund 

viermal so hoch war wie jener der beiden anderen Käufer.

27

 

Die Beschlussfassung über den Ankauf der Liegenschaftsanteile durch die 



KVZ sowie der Finanzierung durch die Gemeinden in den Gemeinderats-

sitzungen vom 17.1.2014 wurde von einzelnen Mitgliedern der Gemeinde-

räte kritisiert: die Beschlussfassung sei sehr kurzfristig und ohne 

eingehende Analyse der Chancen und Risiken erfolgt.

28

 Für den LRH sind 



diese Kritikpunkte nachvollziehbar. Einer Transaktion in derartiger 

finanzieller Dimension hat eine eingehende Analyse vorauszugehen. 

Schlussendlich wurde der Kaufvertrag dann auch erst ein Jahr später 

(Jänner 2015) unterfertigt. 

Der LRH begrüßt, dass die vier Mondseegemeinden auch im Infrastruktur-

bereich intensiv zusammenarbeiten. Es blieb für ihn jedoch offen, welche 

Vorteile sie sich aus dem Kauf erwarten. 

                                                      

26

   Für das Zubehör (insb. Einrichtungsgegenstände) beträgt die gesetzliche USt 25.970 Euro, hinsichtlich 



der unbeweglichen Sachen macht der Verkäufer von seinem Recht, den Umsatz gemäß § 6 Abs. 2 

UStG als steuerpflichtig zu behandeln, keinen Gebrauch. 

27

  Ausgehend von den Kaufpreisen (ohne Tiefgaragenplätze) und den übernommenen Miteigentums-



anteilen an der EZ 931, KG 50106 Mondsee, stellte der LRH den Vergleich an, wie viel den jeweiligen 

Käufern 1/24.546-tel Anteil im Schnitt kostete. 

28

   Siehe etwa Gemeinderatsprotokoll der Gemeinde Tiefgraben vom 17.1.2014 



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56 

 

Insgesamt empfiehlt der LRH für zukünftige Projekte, 



 

ein Schätzgutachten über die Angemessenheit des Kaufpreises 



einzuholen und 

 



vor der endgültigen Entscheidung über den Ankauf eine umfassende 

Analyse der Vor- und Nachteile, aber auch der erwarteten Folgekosten 

durchzuführen. 

Auch die Vorgangsweise des Landes als Fördergeber sieht der LRH 

kritisch. Anders als bei Bauvorhaben, die einem Kostendämpfungs-

verfahren unterliegen, wurden im konkreten Fall die Förderungen – mit 

einem Volumen von nahezu zwei Mio. Euro – ohne nähere Überprüfung 

durch die Fachabteilung in Aussicht gestellt. Der LRH empfiehlt dem Land 

daher, Entscheidungen über die Gewährung von Förderungen und 

Bedarfszuweisungen für den Ankauf von Liegenschaften bzw. Liegen-

schaftsanteilen erst nach Vorliegen qualifizierter Kostenschätzungen bzw. 

Wertermittlungsgutachten zu treffen.  



47.3. 

Seitens der Schloss Mondsee Kultur- und Veranstaltungszentrum GmbH 

wird festgehalten, dass beim Ankauf Prunkräume und Zustandekommen 

des Kaufpreises die Geschäftsführer keinerlei Auftrag zur Verhandlungs-

führung hatten und es wurden diese durch die Bürgermeister 

als  Gesellschaftervertreter persönlich wahrgenommen. 

Die Direktion Kultur nimmt zum Bericht des LRH („Verwaltungs-

gemeinschaft der Gemeinden Innerschwand....) wie folgt Stellung: Der 

Ankauf und die Erhaltung des kulturellen Erbes ist aus Sicht der Direktion 

Kultur von zentraler Bedeutung, weil mit ihr eine kulturelle, touristische und 

wirtschaftliche Belebung von Regionen sowie eine Stärkung der kulturellen 

Identität einhergeht. Im Berichtspapier der Kommission der Europäischen 

Union an das Europäische Parlament, den Europäischen Rat, sowie den 

Wirtschafts- und Sozialausschuss und an den Ausschuss der Regionen 

[Brüssel 22.7.2014; COM(2014) 477final; Seite 5] heißt es dazu 

folgendermaßen: 

„Dadurch, dass historische Stätten wieder in den öffentlichen Raum 

eingebunden werden und Sozial- und Umweltkapital schaffen, werden die 

Städte und Regionen, in denen sie sich befinden, zu Motoren für 

wirtschaftliche Aktivitäten, zu Wissenszentren, kreativen und kulturellen 

Brennpunkten, Orten der gemeinschaftlichen Interaktion und sozialen 

Integration. 

Kurz gesagt: Sie schaffen Innovation und tragen zum intelligenten, 

nachhaltigen und inklusiven Wachstum bei, das eines der Ziele der 

Strategie Europa 2020 ist.“ 

 („As heritage sites become public spaces that produce both social and 

environmental capital, the cities and regions that host them turn into drivers 

of economic activity, centres of knowledge, focal points of creativity and 

culture, places of community interaction and social integration; in short they 

generate innovation and contribute to smart, sustainable and inclusive 

growth, in line with the objectives of the EU 2020 strategy.”) 

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57 

 

Im konkreten Fall des Ankaufs von mehreren Teilen des Schlosses 



Mondsee an die vier Gemeinden des Mondseelandes ergab sich aus der 

Sicht der Direktion Kultur eine ausgesprochen kurze Zeitschiene vom 

Kaufanbot an die betroffenen Gemeinden bis zur Kaufentscheidung in 

Form einer grundsätzlichen Beschlussfassung durch die Gemeinderäte der 

vier Gemeinden des Mondseelandes, so dass auf Seiten der Direktion 

Kultur eine sonst übliche vertiefte Prüfung der Preisangemessenheit nicht 

erfolgen konnte. 


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