Dynamische Weiterentwicklung des Seniorenpolitischen Gesamtkonzeptes für den Landkreis Landsberg am Lech


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Dynamische Weiterentwicklung des 

Seniorenpolitischen Gesamtkonzeptes für den 

Landkreis Landsberg am Lech 

 

Teil A 

Aufbau eines Quartiersmanagements für die 

Gemeinde Egling a. d. Paar       

 Nördlicher Landkreis Landsberg a. Lech 

 

 



 

 

Stand Mai 2014 



 

 

Projektträger: 

Bürgerstiftung lebensWert  

Hauptstraße 55 

 

86492 Egling an der Paar 



E-Mail: kontakt@buergerstiftung-lebenswert.de 

Ansprechpartner: 

Herr Franz Löffler   

Tel. 08206 1603 

 

 


 

 

 



Inhalt 

1. 


Ausgangslage ............................................................................................................................ IV 

2. 


Gründe für ein Quartierskonzept ................................................................................................ V 

3. 


Grundlage für ein Quartierskonzept ........................................................................................... V 

4. 


Ziele eines Quartierskonzeptes ................................................................................................. VII 

5. 


Quartiersmanagement ............................................................................................................ VIII 

6. 


Wohnen und Wohnumfeld ...................................................................................................... VIII 

7. 


Unterstützung und Pflege ...........................................................................................................IX 

8. 


Soziales ...................................................................................................................................... X 

9. 


Bürgerbeteiligung.......................................................................................................................XI 

10. 


Kooperation und Vernetzung.................................................................................................XII 

11. 


Projektbewertung .................................................................................................................XII 

12. 


Anforderungen an den/ die Quartiersmanager/in sind: .........................................................XII 

13. 


Zeitlicher Umfang ..................................................................................................................XII 

14. 


Projektstand ......................................................................................................................... XIII 

15. 


Entwicklungsperspektive ...................................................................................................... XIII 

16. 


Nachhaltigkeit ..................................................................................................................... XIV 

17. 


Innovative Aspekte .............................................................................................................. XIV 

 

 



 

 

 



 

 

1.

 

Ausgangslage 

Geographische Lage und Verkehrsanbindung 

Die Gemeinde Egling an der Paar liegt im nördlichen Teil des Landkreises Landsberg 

am Lech, 20 km von Landsberg am Lech und 25 km von Augsburg entfernt, an der 

Staatsstraße Landsberg-Mering, mit eigenem Bahnhof an der Bahnlinie Weilheim-

Augsburg. Laut Fortschreibung des Zensus von 2011 hat die Gemeinde Egling a.d. 

Paar mit den Ortsteilen Egling, Heinrichshofen und dem Weiler Hattenhofen am 

31.12.2012 insgesamt 2.213 Einwohner.

1

 Das Einwohnermeldeamt der Gemeinde 



Egling meldete zum Stichtag 31.12.2013 bereits 2.315 Einwohner. 

Gemeindliche Versorgungseinrichtungen / Infrastruktur 

In Egling an der Paar befinden sich ein Kindergarten, eine Grundschule, eine 

Bücherei, ein Allgemeinarzt, ein Zahnarzt und zwei podologische Praxen. Das 

nächstgelegene Krankenhaus befindet sich in Landsberg am Lech. Alten- und 

Pflegeheime, in die Personen aus Egling an der Paar im Bedarfsfall ziehen, sind in 

Mering und in Landsberg. 

Es gibt einen bayerischen Gasthof und eine Pizzeria in der Hauptstraße von Egling. 

Für die Nahversorgung stehen ein Getränkemarkt, ein Bäcker in Verbindung mit 

einem kleinen Lebensmittelgeschäft mit Basisangebot, eine Metzgerei und zwei 

Finanzdienstleister zur Verfügung. 

Im „

Eine-Welt-



Laden“ wird die Poststelle betrieben 

und es 


werden “fair“ gehandelte Produkte wie Tee, Kaffee, Süßigkeiten und Gewürze 

angeboten. 

Das Vereinsleben am Ort ist sehr vielfältig und lebendig. 

Es sind über 20 aktive Vereine und Verbände bei der Gemeinde registriert. So 

veranstaltet z.B. der Pfarrgemeinderat ein jährliches Pfarrfest, verschiedene 

Solidaritätsaktivitäten und hat auch einen Bibelkreis initiiert. 

Der sehr aktive Frauenbund organisiert u.

a. eine „Mutter –

 

Kind Gruppe“



 und auch 

einen regelmäßigen Seniorentreff.  

Ein eigener Kulturverein 

–„ egling huaschof Intakt “ –

 veranstaltet neben 

verschiedenen kleineren kulturellen Veranstaltungen, jährlich ein über die 

Dorfgrenzen hinaus anerkanntes und geschätztes Theater. 

Ein weiterer Verein, der Kultur und Heimatverein, betreut und unterhält das 

Heimatmuseum und organisiert regelmäßig themenbezogene Ausstellungen. 

                                                             

1 Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung. GENESIS-Online Datenbank. Egling an 

der Paar. 



 

Mehrere Vereine zusammen veranstalten alljährlich ein vielfältiges Kinder- 

Sommerferien-Programm. 

Die Gemeinde Egling a. d. Paar erlangte am 1. Jan. 1998 wieder die politische und 

verwaltungsmäßige Selbständigkeit. Zuvor war sie zusammen mit Prittriching und 

Scheuring 20 Jahre in einer Verwaltungsgemeinschaft mit Sitz in Prittriching 

organisiert. Zurzeit sind fünf Wählergruppierungen im Gemeinderat vertreten. Davon 

sind drei in politischen Parteien organisiert. 



2.

 

Gründe für ein Quartierskonzept 

Der demographische Wandel betrifft auch Egling an der Paar. Zwar wird für die 

Gemeinde 

 anders als für viele andere Gemeinden Bayerns - in den kommenden 



Jahren ein leichter Bevölkerungsanstieg prognostiziert,

2

 der Bevölkerungsaufbau 



wird sich jedoch in seiner Struktur stark ändern: Im Jahr 2010 waren 16,2 % der 

Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde Egling an der Paar 65 Jahre und älter (8,2 % 

waren 75 Jahre und älter).

3

 Bis 2021 soll der Anteil der über 65-Jährigen gegenüber 



2009 um 14,8 % steigen. Das Durchschnittsalter wird sich von 40,6 Jahren im Jahr 

2009 auf 43,5 Jahre im Jahr 2021 erhöhen. Gleichzeitig wird sich die Zahl der unter 

18-Järigen um 12,9 % verringern.

4

 Voraussichtlich werden dann ca. 420 Personen im 



Alter ab 65 Jahren wohnen. 

Weiterhin wird sich nicht nur die Anzahl bzw. der Anteil der Seniorinnen und 

Senioren erhöhen; es wandeln sich auch die Wünsche und Bedürfnisse der älteren 

Menschen und werden vielfältiger. Auch der soziale Zusammenhalt ändert sich: 

Familiäre Unterstützung wird möglicherweise zurückgehen, soziale Netzwerke 

werden an Bedeutung gewinnen. Gleichzeitig werden die Möglichkeiten des Lebens 

und Wohnens im Alter immer differenzierter. Dabei steht der Wunsch im 

Vordergrund, zuhause 

oder „wie zu Hause“ 

in der Gemeinde Egling a. d. Paar zu 

wohnen.  

3.

 

Grundlage für ein Quartierskonzept 

Für den Landkreis Landsberg am Lech wurde im Jahr 2010 ein Seniorenpolitisches 

Gesamtkonzept erstellt, in dem Handlungsempfehlungen für eine Vielzahl von 

Themenbereichen gegeben wurden. Das vorliegende Quartierskonzept greift diese 

Themen auf und soll als Instrument dienen, das Seniorenpolitische Gesamtkonzept 

                                                             

2

 

Statistischen Landesamts für Statistik und Datenverarbeitung: Demographie-Spiegel für bayerische 



Gemeinden. Egling an der Paar.

 

3



 

Statistischen Landesamts für Statistik und Datenverarbeitung: GENESIS ONLINE Datenbank

 

4

 



Statistischen Landesamts für Statistik und Datenverarbeitung: Demographie-Spiegel für bayerische 

Gemeinden. Egling an der Paar.

 


 

dynamisch weiterzuentwickeln. In der Pflegebedarfsplanung, die Teil des 

Seniorenpolitischen Gesamtkonzepts ist, wird darauf hingewiesen, dass bei einem 

Ausbau der Angebote die Variante „ambulant vor stationär“ von Betroffenen und den 

Kommunen offensichtlich bevorzugt wird 

 so auch von der Gemeinde Egling an der 



Paar 

 und dass daher entsprechende Strukturen verbessert bzw. ausgebaut werden 



müssen. Es wird weiterhin auf die zu erwartende Zunahme der Zahl demenzkranker 

Personen sowie psychisch Kranker hingewiesen und auf die Notwendigkeit, 

diesbezüglich Vorsorge zu treffen. Es wird u.a. empfohlen, Entlastungsangebote für 

pflegende Angehörige durch Angebote der Tagespflege, niedrigschwellige Angebote 

der Tagesbetreuung vor Ort und Helferkreise zu schaffen.

5

 



Initiatorin und Trägerin des Quartierskonzepts ist die im Jahr 2013 von sozial 

engagierten Bürgerinnen und Bürgern aus Egling und Umgebung gegründete 

„Bürgerstiftung lebensWert –

 jung mit alt 

 

wir für uns“. 



Deren übergeordnetes Ziel ist 

es, dem Gemeinwohl zu dienen. Die einzelnen Ziele der Stiftung sind 

erklärtermaßen: 

  Profis und ehrenamtliche Helfer zusammenzuführen, durch das Schaffen einer 



Teilzeitstelle. 

  Den Stiftungsgedanken in die Bevölkerung tragen und Akteure vor Ort vernetzen. 



  Als Dach eines wachsenden Netzwerkes organisatorisch, informativ und beratend 

Hilfesuchende zu unterstützen. 

  Das Wohnen, das soziale Umfeld und die Pflege im Alter gemeinsam lebenswert 



zu gestalten. 

  Die Nachbargemeinden verstärkt mit einbeziehen und die verschiedenen 



kommunalen Ressourcen nutzen. 

Schon 2011, vor Gründung der Stiftung, haben die Gemeinde sowie engagierte 

Bürgerinnen und Bürger ein Konzept für ein Sozialzentrum erstellt und einen 

Architektenwettbewerb durchgeführt. (s. Anhang). Dieses 

„Haus nicht nur für 

Senioren“ soll sukzessive als Wohn

- und Begegnungszentrum entstehen: Es sind 

barrierefreie Wohnungen und eine ambulant betreute Wohngemeinschaft geplant. 

Daneben sollen ein Gemeinschaftsraum, eine Tagespflege und ein Café für Jung 

und Alt entstehen. Das Angebot richtet sich zum einen an alle Menschen, die auf 

Pflege angewiesen sind, sowie deren Angehörige, soll aber auch Begegnungsort für 

Bürgerinnen und Bürger jeden Alters sein. 

Um eine Vorstellung von den Bedürfnissen der Bürgerinnen und Bürger und deren 

Einstellung zur Idee des Sozialzentrums zu bekommen, wurde im Juni 2011 eine 

                                                             

5 Landkreis Landsberg am Lech: Seniorenpolitisches Gesamtkonzept für den Landkreis Landsberg 

am Lech, 2010 


 

Befragung durchgeführt. Hierbei kam zum Ausdruck, dass bei den allermeisten 

Befragten der große Wunsch besteht, auch bei Unterstützungs- und Pflegebedarf in 

der Gemeinde wohnen bleiben zu können, wofür dieses Zentrum eine Hilfestellung 

bietet. Viele drückten nicht nur ihr Interesse an dem Zentrum aus, sondern auch die 

Bereitschaft, sich für dieses Ziel mit zu engagieren und / oder einen finanziellen 

Beitrag zu leisten. (s. Anhang). 

4.

 

Ziele eines Quartierskonzeptes 

Im Hinblick auf die zu erwartende Veränderung der Altersstruktur in den kommenden 

Jahren sieht sich die Bürgerstiftung in Zusammenarbeit mit der Gemeinde in der 

Verantwortung, rechtzeitig die Voraussetzungen zu schaffen, dass älter werdende 

Menschen in Egling an der Paar auch in Zukunft sicher und weitestgehend 

selbstbestimmt in ihrem vertrauten Umfeld leben können. Ein wesentliches Ziel ist 

dabei auch, der Vereinsamung vorzubeugen. Mit einem Quartierskonzept, das alle 

Lebensbereiche älterer Menschen umfasst, soll deren Wünschen und Bedürfnissen 

Rechnung getragen werden. Es sind daher entsprechende altersgerechte Wohn-, 

Unterstützungs-, Pflege- und Versorgungsstrukturen aufzubauen. Das Miteinander 

und die gegenseitige Wertschätzung der Generationen soll in der Gemeinde weiter 

gefördert werden; dabei wird ein Schwerpunkt auf die Belange älterer Menschen 

gelegt. Mit diesen 

Maßnahmen in den Bereichen „Wohnen

 und Wohnumfeld

“, 


„Soziales“ sowie „Unterstützung und Pflege“ 

sollen nachhaltig kleinräumige und 

ausdifferenzierte Strukturen geschaffen werden. 

Des Weiteren sind die Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger am 

Entwicklungsprozess, Eigeninitiativen und gegenseitige, unterstützende Hilfen zu 

stärken und zu aktivieren. Die Zusammenarbeit der Akteure der Seniorenarbeit ist zu 

koordinieren. 

Eine Quartiersentwicklung verläuft kontinuierlich und bedarfsorientiert. Prioritäre 

Themen werden vorrangig bearbeitet, andere Themen zwar nachrangig realisiert, 

aber nicht außer Acht gelassen. Zum Teil werden sich während des Prozesses neue 

Wünsche, Bedürfnisse und Notwendigkeiten ergeben, auf die entsprechend reagiert 

wird.  


Im Folgenden werden die zentralen Themenfelder eines Quartierskonzeptes - 

„Wohnen und Wohnumfeld“, „Soziales“ sowie „Unterstützung und Pflege“ betrachtet, 

sowohl was die Überlegungen betrifft, die in der Gemeinde Egling an der Paar 

bereits angestellt wurden als auch die Aufgaben eines Quartiermanagers bzw. 

Quartiersmanagerin, die nach jetzigem Kenntnisstand zu übernehmen sind. 

 


 

5.

 

Quartiersmanagement 

Verantwortlich für die Quartiersentwicklung ist die Bürgerstiftung lebensWert Egling 

die in enger Zusammenarbeit mit der Gemeinde Egling und ein/e hauptamtliche/r „ 

Kümmerer/in“ 

der/die die Entwicklungsprozesse in der Gemeinde (mit) initiiert, 

mitträgt und die Nachhaltigkeit gewährleistet. Außerdem dient er/sie als 

Ansprechpartner für ältere Menschen in der Gemeinde und begleitet diese. Dazu 

sollen feste Sprechstundenzeiten in einem zentral gelegenen Büro eingerichtet 

werden. Da manchmal schnell Hilfe und Rat nötig sind, soll auch eine 

Notfalltelefonnummer eingerichtet werden, die täglich von drei oder vier geschulten 

Ehrenamtlichen des Ortes bedient werden soll. 

Weiterhin sorgt das Quartiersmanagement für Transparenz und für 

Öffentlichkeitsarbeit. Es unterstützt das oben erwähnte Eigenengagement der 

Bürgerinnen und Bürger sowie den Ausbau sozialer Netze und koordiniert Angebote 

der unterschiedlichen Akteure. 

6.

 

Wohnen und Wohnumfeld 

Die Ermittlung der Wünsche und Bedürfnisse in Bezug auf seniorengerechtes Woh-

nen ist eine wichtige Grundlage für die Quartiersentwicklung. Ein Anfang wurde 

durch die Bürgerstiftung LebensWert bereits mit der o.g. Befragung gemacht (s.o.). 

Demnach möchten die allermeisten, die sich an der Befragung beteiligt haben, im 

Falle einer Hilfs- oder Pflegebedürftigkeit in Egling wohnen bleiben und Angebote vor 

Ort in Anspruch nehmen. Mit dem bereits angedachten Sozialzentrum 

(Architektenentwurf, siehe Punkt 3 „Grundlagen für das Quartierskonzept) wird ein 

wesentlicher Baustein der Quartiersentwicklung realisiert. Der/die 

Quartiersmanager/in muss sich zusammen mit der Stiftung lebensWert dafür 

einsetzen, entsprechende inhaltlichen Angebote in die Wege zu leiten und weiterhin 

die Wünsche und Bedürfnisse der Bürgerinnen und Bürger erfassen und im Blick 

behalten. 

Für Seniorinnen und Senioren, die möglichst lange zuhause wohnen bleiben möch-

ten, soll neben einer Erstwohnberatung eine professionelle Wohnberatung über den 

Landkreis organisiert und finanziert werden. Die Erstwohnberatung soll z. B. durch 

den/die Quartiersmanager/in oder ausgebildete Ehrenamtliche erfolgen, die bei 

Bedarf professionelle Beratung zu vermitteln. Auch technische Unterstützungsmög-

lichkeiten und Hilfsmittel sollten die Beratenden kennen und ggf. empfehlen. Zu 

diesen Themen soll auch regelmäßig in der lokalen Presse und bei Informations-

veranstaltungen hingewiesen werden. Dies wird im Aufgabenbereich des / der 

Quartiersmanagers / die Quartiersmanagerin liegen. 



 

Eine weitere Aufgabe wird sein, mit darauf hinzuwirken, dass in Egling an der Paar 

ein barrierefreier öffentlicher Raum entsteht. Hierzu ist die Durchführung einer oder 

mehrerer Ortsbegehungen unerlässlich, um Bereiche zu identifizieren, die noch nicht 

barrierefrei sind. 

Der/die Quartiersmanager/in muss schließlich das Ziel verfolgen, eine wohnortnahe 

Versorgungsinfrastruktur zu erhalten bzw. zu schaffen und diesbezüglich eng mit der 

Gemeinde kooperieren. 



7.

 

Unterstützung und Pflege 

Wie im vorangegangenen Punkt erwähnt, wünschen sich viele Einwohner der 

Gemeinde Egling an der Paar, dass sie gegebenenfalls Unterstützungs- und 

Pflegeleistungen vor Ort vorfinden. Durch ein barrierefreies Wohnangebot, sowie 

einen professionellen und ehrenamtlichen Hilfe-Mix an Pflege- und Betreuungs-

leistungen am Ort (zum Teil im geplanten Sozialzentrum) ist dieses Ziel zu erreichen. 

Angedacht ist auch eine „Pflegewohnung auf Zeit“, hier können vorübergehende 

unterstützungsbedürftige Personen wohnen, bis sie wieder in die eigene Häuslichkeit 

zurück können. Geklärt werden muss noch, wie Reha- und Pflegeleistungen 

organisiert werden können. Dies ist u.a. Aufgabe der / des Quartiersmanagers. 

Eine professionelle Betreuung und Versorgung (Standardleistungen in der Grund- 

und Behandlungspflege, pflegeergänzende Maßnahmen, alternative 

Betreuungsformen, etc.) koordiniert der/die Quartiersmanager/in und begleitet auf 

Wunsch anschließend die älteren Menschen. Damit soll die Versorgung an der 

Schnittstelle zwischen Krankenhaus und häuslicher Versorgung verbessert werden. 

Bezüglich der Pflege- und Unterstützungsleistungen soll dabei weiterhin stets 

Wahlfreiheit bestehen.  

Derzeit werden unterstützungs- und pflegebedürftige Menschen von drei ambulanten 

Diensten versorgt, die aus Moorenweis, Landsberg am Lech und Mering kommen. 

Es ist notwendig, einen ambulanten Dienst / eine Sozialstation mit Stützpunkt in der 

Gemeinde Egling an der Paar zu gewinnen, um somit auch eine 24-Stunden-

Notfallversorgung vor Ort gewährleisten zu können. Der/ die Quartiersmanager/in 

wird sich dafür einsetzen. 

Ältere Menschen, die eine Tagespflege in Anspruch nehmen wollen, müssen zurzeit 

von Einrichtungen anderer Orte abgeholt werden. Im geplanten Sozialzentrum soll 

eine Tagespflege entstehen, wobei auf einen guten Personalschlüssel und hohe 

Qualität großer Wert gelegt wird. 


 

Auch niedrigschwellige Angebote gibt es in der Gemeinde Egling an der Paar nicht, 

die nächstgelegenen befinden sich in Mering. Der Bedarf für derartige Angebote in 

der Gemeinde ist jedoch gegeben. Daher sind mit Hilfe des Quartiersmanagers / der 

Quartiersmanagerin Entlastungsangebote aufzubauen und zu vernetzen, z. B. 

ehrenamtliche Helfer- und Gesprächskreise, Betreuungsgruppen für 

Pflegebedürftige, demenziell oder psychisch Erkrankte, etc. Es wurden bereits 

Überlegungen angestellt, ein bis zwei Mal in der Woche 

 übergangsweise im 



Pfarrheim - eine Betreuungsgruppe anzubieten. Später soll dies im Sozialzentrum 

stattfinden. 

In Egling a. d. Paar gibt es eine informelle

 

Nachbarschaftshilfe. Eine kleine Gruppe 



Ehrenamtlicher übernimmt z. B. Fahrdienste. Der/ die Quartiersmanagerin wird mit 

der Bürgerstiftung zusammen eine mögliche Organisationsform für bürgerschaft-

liches Engagement (z. B. eine offizielle Nachbarschaftshilfe in Form eines Vereins) 

finden und bei der Umsetzung behilflich sein: Er / sie soll professionelle und 

ehrenamtliche Hilfe- und Unterstützungsleistungen vermitteln und koordinieren. 

Dabei sind zugehende Besuche wichtig, denn gerade im ländlichen Raum gibt es 

Vorbehalte zur Inanspruchnahme von Leistungen. Solche Assistenzleistungen 

können Fahr-, Hol- und Bringdienste, hauswirtschaftliche Hilfen, Hausnotruf, etc. 

sein. 

Dem Quartiersmanager / der Quartiersmanagerin obliegt es nicht nur, fehlende 



Dienste aufzubauen, sondern bestehende Unterstützungs- und Hilfsangebote für die 

einzelnen hilfsbedürftigen Personen zu organisieren und zu koordinieren. 



8.

 

Soziales 

In der Gemeinde Egling an der Paar wird zurzeit einmal im Monat ein Seniorentreffen 

organisiert. Hier finden auch Vorträge und Ausflüge statt. Außerdem existiert ein 

aktives Vereinsleben, bei dem Senioren sehr aktiv mitwirken. 

Bei einer Zunahme Älterer wird es jedoch immer wichtiger, einen Nachbarschafts-

treffpunkt zu haben und noch zahlreichere und vielfältiger soziale Angebote zu 

schaffen. Im „Haus nicht nur für Senioren“ 

(Sozialzentrum) soll eine 

Begegnungsmöglichkeit eingerichtet werden. Ein Café für Jung und Alt soll 

außerdem die Begegnung aller Generationen fördern. Alle Angebote sollen erfasst 

und koordiniert sowie stets den Bedürfnissen angepasst werden. 

Eine Beratungsstelle existiert in Egling an der Paar noch nicht. Der/die 

Quartiersmanager/in wird Ansprechpartner/in für ratsuchende Pflegebedürftige bzw. 

für deren Angehörige sein. Hierzu wird er/sie zu festgelegten Zeiten telefonisch und 

persönlich erreichbar sein und vor allem auch aufsuchende Hausbesuche 


 

durchführen. Er/sie wird soll von drei bis vier fortgebildeten Ehrenamtlichen 

unterstützt werden, die ein Notfalltelefon für Ratsuchende mit bedienen.  

Solange das Sozialzentrum noch nicht errichtet ist, obliegt es dem/der 

Quartiersmanager/in, einen Treffpunkt für alle Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde 

als Voraussetzung für Veranstaltungen (generationenübergreifend und für speziell für 

Seniorinnen und Senioren) festzulegen. Bedarfsorientierte Angebote wie 

Informationsveranstaltungen, geselliges Zusammensein, z. B. auch ein Mittagstisch, 

etc. organisiert oder koordiniert sie/er. Dazu ist wiederum eine Vernetzung mit 

verschiedenen Anbietern unabdingbar. Voraussichtlich wird hier auch auf 

ehrenamtlich Tätige in der Gemeinde zurückgegriffen werden müssen. Engagement 

soll ermutigt werden und entsprechende Strukturen und soziale Netze sind 

aufzubauen. Eigeninitiativen können sich bei der/dem Quartiersmanager/in 

Unterstützung und Rat einholen. 

Viele Bürgerinnen und Bürger engagieren sich bereits ehrenamtlich. Die Aufgabe des 

Quartiersmanagements  wird  es  sein,  Aufgaben  und  Freiwillige  zu  koordinieren  und 

weitere  Bürgerinnen  und  Bürger  für  das  Ehrenamt  zu  gewinnen.  Eigeninitiativen 

werden aktiv unterstützt. 



9.

 

Bürgerbeteiligung 

Die Bereitschaft der Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde Egling an der Paar, sich 

in die Bürgerstiftung (auch finanziell) einzubringen ist sehr hoch.  

Auch bei der Befragung im Jahr 2011 kamen viele positive Rückmeldungen zum 

geplanten Sozialzentrum sowie Aussagen, die darauf schließen lassen, dass sich 

viele Bürgerinnen und Bürger bereitwillig engagieren werden (s. Anhang).  

Die Öffentlichkeit soll bezüglich der Quartiersentwicklung stets auf dem Laufenden 

gehalten werden. Die Bürgerstiftung hat bereits eine Website eingerichtet, auf der die 

Stiftung sich vorstellt. Auf dieser Plattform soll über das Quartiersprojekt jeweils 

aktuell berichten und über das gesamte Programm informiert werden. Die 

Öffentlichkeitsarbeit obliegt dem / der Quartiersmanager/in, die Bürgerstiftung wird 

sie / ihn jedoch sowohl was den Internetauftritt als auch Presseberichte betrifft, 

unterstützen. 

Eine wichtige Aufgabe des/der Quartiersmanagers/in ist die Einbindung und 

Beteiligung von Bürgerinnen und Bürgern am Gestaltungsprozess des 

Sozialzentrums und der Quartiersentwicklung. Er/sie erfasst die Wünsche und 

Bedürfnisse älterer Menschen und organisiert z. B. künftige Arbeitsgruppen, 

Ortsbegehungen und Bürgerwerkstätten, bei denen die Planungen diskutiert werden 



 

können. Selbsthilfeinitiativen sollen durch den/die Quartiersmanager/in gestärkt 

werden. 

10.

 

Kooperation und Vernetzung 

Für die Bürgerinnen und Bürgern der Gemeinde Egling an der Paar soll im 

Quartiersprozess ein bedarfsgerechtes, passgenaues Angebot geschaffen werden. 

Die Bürgerstiftung lebensWert möchte diesbezüglich als Ansprechpartner fungieren 

und ein Netzwerk zusammenführen. Der/die künftige Quartiersmanager/in wird diese 

Aufgabe mit übernehmen. Angebote von verschiedenen Anbietern und Einrichtungen 

werden in Vernetzungstreffen koordiniert, künftige Arbeitsgruppen mit Bürgerinnen 

und Bürgern vor Ort unterstützt, der Kontakt zur Gemeinde und dem Landratsamt 

gepflegt. 

11.

 

Projektbewertung 

Schließlich erfolgt über die /den Quartiersmanager/in in regelmäßigen Abständen 

eine Evaluation der Quartiersentwicklung. 

12.

 

 Anforderungen an den/ die Quartiersmanager/in 

sind: 

Mit Beratung, Organisation, Kooperation und Vernetzung, und Evaluation kommt ein 

breites Spektrum an Aufgaben auf den/die Quartiersmanager/in zu. Eine fachliche 

Qualifikation ist daher wesentlich. 

Folgende Anforderungen sollte der/die Quartiersmanager/in erfüllen: 

  Abgeschlossenen Berufsausbildung, bevorzugt im sozialen Bereich 



  Berufliche Erfahrung im sozialen Bereich oder vergleichbare Erfahrungen durch 

gesonderte persönliche Betroffenheit 

  Grundkenntnisse in sozialrechtlichen Ansprüchen 



  Teamfähigkeit und gute Kommunikationsfähigkeit und freundlicher Umgang mit 

Menschen 

  Möglichst Erfahrung mit der Organisation von Veranstaltungen und der 



Öffentlichkeitsarbeit und Moderationsfähigkeiten 

13.

 

Zeitlicher Umfang  

Zu Anfang der Quartiersentwicklung werden auf den/die Quartiersmanager/in 

besonders viele Aufgaben zukommen, die auf ehrenamtlicher Basis nicht zu leisten 


 

sind. Daher soll eine Teilzeitstelle im Umfang von 20 Stunden wöchentlich 

geschaffen werden. Die personelle und arbeitszeitliche Ausstattung wird als 

notwendig angesehen, damit die erforderlichen Strukturen für eine nachhaltige und 

mitwirkungsorientierte Quartiersentwicklung erarbeitet werden können. 

Der Stellenbedarf wird in diesem Umfang zunächst für zwei Jahre gesehen. In 

diesem Zeitraum soll auch eine organisatorische Struktur aufgebaut werden, bei der 

haupt- und ehrenamtlich Tätige zusammenarbeiten, so dass nach dieser Zeit die 

Stundenanzahl beschränkt werden kann. 

14.

 

Projektstand 

„Haus nicht nur für Senioren“:

 Durch einen Gemeinderatsbeschluss wurde ein zentral 

gelegenes Grundstück von ca. 6000 qm für das Projekt gesichert. Es wurde ein 

Architektenwettbewerb durchgeführt und das favorisierte Modell der Bevölkerung 

zusammen mit einem Fragebogen zu Pflege und Betreuung zugesandt. Der 

Zuspruch war sehr groß (s. Textauszüge aus den Antworten der Befragung). Es ist 

geplant, das Projekt in Modulen Schritt für Schritt zu verwirklichen. 

Räumlichkeiten für das Quartiersmanagement sind bereits vorhanden: Die Gemeinde 

hat der Bürgerstiftung als Träger des Quartierskonzepts dauerhaft eine barrierefreie, 

zentral gelegene Erdgeschosswohnung mit Parkplätzen direkt vor dem Haus 

zugesagt. Diese wird mietfrei überlassen werden, voraussichtlich sind lediglich die 

Nebenkosten von der Bürgerstiftung zu tragen. Bis diese Wohnung frei wird, kann 

das Quartiersmanagementbüro übergangsweise im Pfarrheim in der Schulstraße 13 

untergebracht werden. Das Pfarrheim ist ebenfalls rollstuhlgerecht gebaut mit 

entsprechenden Sanitäranlagen und Parkplätzen. 



15.

 

Entwicklungsperspektive 

Das Quartierskonzept wird von der Bürgerstiftung und der Gemeinde getragen und 

finanziell unterstützt. Auch der Landkreis begrüßt die Entwicklung und ist an einer 

modellhaften Quartiersentwicklung für den Landkreis interessiert. Mit anderen 

Gemeinden soll zusammengearbeitet werden: Es besteht bereits ein Pfarreien 

Verbund mit den Gemeinden Dünzelbach, Scheuring und Prittriching. In diesem 

Verbundraum leben heute bereits ca. 7.000 Personen. 

Bei der Bürgerbefragung haben sich sehr viele Bürger hinter die Idee des 

Sozialzentrums gestellt, weshalb mit einem großen Rückhalt und Engagement sowie 

finanzieller Beteiligung zu rechnen ist. Das Sozialzentrum soll in einzelnen Modulen 

errichtet und je nach Bedürfnissen und vorhandener Ressourcen entwickelt werden.  


 

Nicht nur bezüglich des Sozialzentrums - auch in anderen Bereichen kann auf die 

bestehende ehrenamtliche Bereitschaft aufgebaut werden.  

Währen der ersten zwei Jahre des Projekts wird mit einem größeren Zeitaufwand für 

den/die Kümmerer/in gerechnet. Für die Zeit nach der Anschubfinanzierung durch 

das Bayerische Ministerium für Arbeit und Soziales, Familie und Integration wird die 

Stelle des / der Quartiersmanagers/in mit reduziertem Personalaufwand fortgeführt. 

Dafür stellt die Bürgerstiftung Gelder zur Verfügung und auch die Gemeinde erklärt 

sich bereit, einen finanziellen Beitrag zu leisten. Weiteren 

Finanzierungsmöglichkeiten wird nachgegangen. Zum Beispiel bemüht sich die 

Gemeinde Egling, an der Förderung der LEADER-Region Ammersee teilzunehmen. 

16.

 

Nachhaltigkeit 

Der Bürgerstiftung und der Gemeinde ist es wichtig, dass das Quartierskonzept die 

Weichen für die zukünftige Entwicklung der Gemeinde Egling an der Paar stellt. Es 

wird mit seinem alle Akteure und alle Lebensbereiche umfassenden Charakter als 

die beste Antwort auf die zu erwartende demographische Entwicklung gesehen. 

Die Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger am Prozess wird eine wichtige 

Voraussetzung für das Gelingen sein. Zum einen sind bereits Hochengagierte in der 

Bürgerstiftung tätig, zum anderen hat die Umfrage im Jahr 2001 ein großes 

Engagement der Bürgerschaft gezeigt. Dies ist nicht zuletzt wichtig, um bezahlbare 

Angebote bereitzustellen. Weiterhin ist die Bereitschaft der Bürger, sich finanziell zu 

beteiligen sehr hoch.  

Die Bürgerstiftung als Trägerin strebt eine enge Zusammenarbeit mit der 

Gemeindeverwaltung und den Bürgerinnen und Bürgern sowie dem Landkreis an. 

Auch der Landkreis begrüßt die geplante Quartiersentwicklung und sieht diese als 

beispielgebend für den gesamten Landkreis Landsberg am Lech an. Dieses 

gemeinsame Auftreten schafft Vertrauen, was eine wichtige Basis für das 

nachhaltige Gelingen der Quartiersentwicklung ist und weiteres Engagement der 

Bürgerinnen und Bürger fördert. 

Die Bürgerstiftung als Trägerin des Quartierskonzepts wird sich aktiv und nachhaltig 

für dessen Gelingen einsetzen. 



17.

 

Innovative Aspekte 

Das Quartierskonzept ist ein alle Lebensbereiche umfassendes Konzept, das älteren 

Menschen der Gemeinde ermöglichen wird, in ihrem vertrauten Umfeld wohnen 

bleiben und weitestgehend selbstbestimmt leben zu können. Bislang ist die einzige 



 

Lösung bei Pflegebedarf und ohne ausreichende familiäre Unterstützung nur der 

Umzug in ein Pflegeheim außerhalb von Egling an der Paar. Ein zuverlässiges, auf 

mehrere Stützen gebautes System aus familiärer, ehrenamtlicher und professioneller 

Hilfe soll eine Alternative dazu bieten. Eine Vielfalt passgenauer und bezahlbarer 

Angebote kann so vorgehalten werden. 

Dazu wird die Bürgerstiftung mit der Gemeinde Egling an der Paar und auch mit 

angrenzenden Gemeinden zusammenarbeiten. Die interkommunale 

Zusammenarbeit sowie das Quartierskonzept als Solches werden einen 

Modellcharakter für andere Gemeinden im Landkreis haben. 

 

 

 



 

 

 



 

 

 

 

 



 

 

 



 

 

 



 

 

 



 

 

 



 

 

 



 

 


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