Nahversorgung in der kleinregion schneebergland


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Dies  muss  sowohl  im  Bewusstsein  der  AnbieterInnen,  als  auch  der  Politik  und  bereits  bestehender 
NahversorgerInnen  verankert  werden.  Besonders  letztere  haben  in  bestimmtem  Ausmaß  die  Möglichkeit  ihr 
Sortiment dahingehend zu steuern, dass vermehrt lokale Produkte angeboten werden.  
Bestehende NahversorgerInnen können zudem im Prozess der Modellfindung einen wichtigen Beitrag leisten, 
da  sie  selbst  viele  der  Möglichkeiten  zur  Versorgung  disperser  Gegenden  anbieten  könnten,  dies  aber  bisher 
noch  nicht  in  Erwägung  gezogen  haben.  Auch  durch  den  Zusammenschluss  von  verschiedenen 
VersorgungsanbieterInnen  aus  den  unterschiedlichsten  Bereichen,  können  innovative  Modelle  entwickelt 
werden. Die Einbeziehung aller lokalen Player in den Entwicklungsprozess ist daher von Beginn an sehr wichtig.  
 
5.1.3
 
Einbeziehung der BürgerInnen 
Die Einbeziehung der BürgerInnen kann auf verschiedenen Ebenen passieren. Zum Ersten müssen sie über die 
Angebote  ihrer  Gemeinde  und  Region  Bescheid  wissen.  Wo  ist  die  nächste  Nahversorgungseinrichtung? 
Welche  Produktpalette  führt  sie?  Welche  regionalen  Produkte  kann  ich  dort  kaufen?  Wie  kann  ich  die 
Einrichtung  erreichen?  Diese  wichtigen  Fragen  können  von  den  Gemeinden  durch  gezielte  Information  der 
BürgerInnen  geklärt  werden.  Zudem  können  Aktionen  auf  die  bestehenden  Einrichtungen  aufmerksam 
machen.  Die  BewohnerInnen  sind  danach  direkt  gefragt,  da  sie  mit  ihrem  Einkaufsverhalten  über  den  Erhalt 
oder die Schließung weiterer Versorgungseinrichtungen entscheiden.  
In  Gemeinden  die  bereits  ohne  Nahversorgungseinrichtung  auskommen  müssen  bzw.  wo  eine  Schließung 
unmittelbar  bevor  steht,  können  die  BürgerInnen  selbst  aktiv  werden.  Entweder  alleine  oder  in  Kooperation 
mit  der  Gemeinde  oder  Region  können  gemeinschaftlich  organisierte  Modelle  eine  Lösung  sein,  um  die 
Nahversorgung zu sichern. Durch das Engagement der BürgerInnen wird der Bezug zur Versorgungseinrichtung 
größer und damit auch der Anreiz dort einzukaufen oder Dienstleistungen in Anspruch zu nehmen.  
 
5.2
 
Region der kurzen Wege 
Eine gute Erreichbarkeit funktionaler Einrichtungen ist eine wichtige Voraussetzung für die Aufrechterhaltung 
lebendiger ländlicher Lebensräume. Neben umwelt- und verkehrspolitischer Belangen, sind kurze Wege auch 
für  weniger  mobile  Bevölkerungsgruppen  von  erheblicher  Bedeutung.  Vor  allem  im  Hinblick  der 
demografischen Entwicklung für die älteren BewohnerInnen, die als Zielgruppe für dieses Projekt definiert sind. 
 
5.2.1
 
Fahrrad und FußgängerInnen Infrastruktur 
Ein Großteil der  vorhandenen Einrichtungen im Untersuchungsgebiet  liegt  innerhalb des 1 bzw. 5 km Puffers 
um die Einrichtungen. Die Voraussetzungen für eine gute fußläufige Erreichbarkeit bzw. jene mit dem Fahrrad 
oder  E-Bike  ist  daher  grundsätzlich  gegeben.  Nicht  zu  allen  Einrichtungen  gibt  es  aber  ausreichend  gut 
ausgebaute Fuß- und Radwege. Die Behebung dieses Mangels ist daher eine wichtige kurzfristige Maßnahme, 
um die Versorgung der Region zu verbessern.  
Bei der Infrastruktur ist darauf zu achten, dass die Wege so direkt wie möglich in das Ortszentrum bzw. zu den 
jeweiligen  Einrichtungen  führen.  Umwege  machen  die  Nutzung  der  aktiven  Mobilität  unattraktiv  und  für 
weniger mobile Menschen nicht nutzbar. 
 

Nahversorgung in der Kleinregion Schneebergland 
 
 
 
 
 
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5.3
 
Verbesserung des öffentlichen Verkehrs 
Mobilität  im ländlichen  Raum in ausreichender  Frequenz herzustellen, ist  aufgrund der teilweise dezentralen 
Lagen  und  Weitläufigkeit  einiger  Gemeinden  sowie  den  damit  verbundenen  geringen  potenziellen 
Fahrgastzahlen  ein  schwieriges,  weil  wirtschaftlich  nicht  zu  betreibendes  Unterfangen.  Mit  klassischem 
Linienverkehr  ist  dies  nicht  zu  bewerkstelligen,  vielversprechendere  Lösungen  erscheinen  in  diesem 
Zusammenhang flexible Modelle. 
 
 
 

Nahversorgung in der Kleinregion Schneebergland 
 
 
 
 
 
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Fördermöglichkeiten 
Die  Umsetzung  von  Projekten  zur  Verbesserung  der  Nahversorgung  und  Barrierefreiheit  sind  oftmals  mit 
großen  Kosten  verbunden.  Im  Folgenden  werden  daher  Fördermöglichkeiten  aufgezeigt,  die  eine  Umsetzung 
erleichtern können.  
 
6.1
 
Nahversorgung 
Im  Bereich  der  Nahversorgung  gibt  es  zahlreiche  Förderungen  auf  Lands-  und  Bundesebene,  diese  sind 
entweder direkte, nicht rückzahlbare Förderungen, oder begünstigte Kredite und Darlehen. Die Regelungen für 
Förderungen sind je nach Fördergeber unterschiedlich. Die folgenden Punkte bieten eine kurze Übersicht über 
Fördermöglichkeiten  im  Bereich  Nahversorgung.  Die  genauen  Details  können  auf  den  Websites  der 
Fördergeber eingesehen werden.  
 
6.1.1
 
NAFES 
Die  Niederösterreichische  Arbeitsgemeinschaft  zur  Förderung  des  Einkaufs  in  Orts-  und  Stadtzentren  ist  eine 
Fördermöglichkeit von Land NÖ und Wirtschaftskammer NÖ. NAFES unterstützt Aktivitäten, die dazu geeignet 
sind,  nachhaltig  die  Attraktivität  städtisch  geprägter  Ortskerne  zu  erhöhen,  neue  Kundenkreise  zu  gewinnen 
und Stammkunden zu halten. Förderbar sind insbesondere: 

 
Infrastrukturelle Investitionen und kombinierte kommunale Maßnahmen 

 
Versorgung mit Gütern des täglichen Bedarfs 

 
Marketingmaßnahmen 

 
Pilotprojekte – Innerörtliche Handels- und Dienstleistungsstandorte 
Die Förderhöhe beträgt bis zu 30% der nachgewiesenen Gesamtkosten, maximal € 100.000,-. Um die Förderung 
zu erhalten, muss vor Beginn der Projektausführung ein Beihilfenantrag eingereicht werden.  
FörderwerberInnen  können  Gemeinden,  tragfähige  Organisationsformen  der  Wirtschaft  (insbesondere 
Vereine) und Errichtungsgesellschaften sein.  
Weitere Informationen unter: www.nafes.at 
 
6.1.2
 
Wirtschafts- und Tourismusfonds Land NÖ 
Der  Niederösterreichische  Wirtschafts-  und  Tourismusfonds  unterstützt  im  Rahmen  der  Nahversorgung 
ausschließlich  NÖ  Kleinunternehmen,  die  Güter  des  täglichen  Bedarfes  in  ihrem  Sortiment  führen,  einerseits 
durch  die  Schwerpunktaktion  Nahversorgung  im  Bereich  Investitionsförderung,  aber  auch  mit  Hilfe  von 
Betriebsmittelkredite  (Warenlager).  Die  Förderung  erfolgt  im  Rahmen  der  Investitionsförderung  durch 
Einmalzuschüsse  zu  zinsbegünstigten  BASIS-Krediten  des  Niederösterreichischen  Wirtschafts-  und 
Tourismusfonds.  Die  Unterstützung  im  Bereich  „Warenlager"  stellt  sich  als  Zinsenzuschuss  dar.  Förderungen 
sind in folgenden Bereichen möglich: 

Nahversorgung in der Kleinregion Schneebergland 
 
 
 
 
 
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Unternehmensgründung und –ansiedlung 

 
Unternehmensentwicklung, Strukturverbesserung und Erweiterung 

 
Forschung, Entwicklung und Innovation 

 
Örtliche Grundversorgung 
Förderanträge  können  von  Unternehmen  der  gewerblichen  Wirtschaft,  Tourismus-  und  Freizeitunternehmen 
und  sonstigen  Einrichtungen,  die  Maßnahmen  zur  Stärkung  der  gewerblichen  Wirtschaft  bzw.  des  Tourismus 
und  der  Freizeitwirtschaft  setzen,  eingereicht  werden.  Die  Förderintensität  richtet  sich  nach  den  DeMinimis 
Regelungen der Europäischen Union. 
Weitere 
Informationen 
unter: 
http://www.noe.gv.at/Wirtschaft-Arbeit/Wirtschaft-Tourismus-
Technologie/Foerderungen/nahversorgung.html 
 
6.1.3
 
Austria Wirtschaftsservice 
Das  Austria  Wirtschaftsservice  bietet  für  Unternehmen  in  der  Nahversorgung  unterschiedliche  Möglichkeiten 
der Förderung an. Diese können als Garantien, Zuschüsse oder Kredite gewährt werden. Welche Förderung im 
konkreten  Fall  möglich  ist  und  welches  Förderinstrument  beantragt  werden  sollte,  kann  in  einem 
unverbindlichen  und  kostenlosen  Fördergespräch  beim  Austria  Wirtschaftsservice  bzw.  bei  der 
Wirtschaftskammer NÖ ermittelt werden. 
Weitere Informationen unter: http://www.awsg.at 
und  in  der  Förderdatenbank  der  WKO: 
https://www.wko.at/Content.Node/Service/Unternehmensfuehrung--
Finanzierung-und-Foerderungen/Foerderungen/Foerderdatenbank---Foerderungen/fdb.html
 
 
 

Nahversorgung in der Kleinregion Schneebergland 
 
 
 
 
 
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FACTSHEET ZUM PROJEKT Active Ageing 
 
Projektlaufzeit: Jänner 2013 bis Dezember 2014 
Projektträger (Lead Partner): Regionalverband Industrieviertel-Projektmanagement 
Projektpartner: 

 
Regionale Entwicklungsagentur der Balaton Region GmbH. 

 
Kleinregionenverband der Region Keszthely und Umgebung 

 
Universität Wien, Institut für Geographie und Regionalforschung 

 
Zentrum für Soziale Dienste der Kleinregion Keszthely 

 
West-Palaton Entwicklungsagentur Nonprofit GmbH 
Wirkungsbereich: 

 
Gemeinsame Region Schneebergland 

 
Kleinregion Keszthely 
Förderung:  Das  Projekt  Active  Ageing  wird  gefördert  durch  das  Programm  zur  territorialen  Zusammenarbeit 
Österreich-Ungarn  2007  -  2013,  das  Seniorenreferat  des  Landes  Niederösterreich,  den  Regionalverband 
Industrieviertel und Ungarn. 
 
Weitere Informationen:  
Regionalverband Industrieviertel-Projektmanagement 
Mag. Dr. Ingeborg Derkits 
2801 Katzelsdorf, Schlossstraße 1 
T: +43 2622 27156 
E: projekte@industrieviertel.at 
www.industrieviertel.at     
 
 
 

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