Answers for life. 50 Jahre Kemnath Ein Rückblick MedHistory Milestones


Ein wichtiger Schritt für den Standort ist 1994 die


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Ein wichtiger Schritt für den Standort ist 1994 die 

Übernahme von Forschungs- und Entwicklungs-

aufgaben (F&E). Einzelne Mitarbeiter der Entwick-

lungsabteilung in Mailand, Dresden und Erlangen 

wechseln nach Kemnath, um eine prozessoptimier-

te, fertigungsnahe Entwicklung zu gewährleisten. 

Kemnath übernimmt die Entwicklungsverantwor-

tung für Röntgengeräte, Patientenliegen und Auf-

nahmeplätze. Im Jahr 1997 wird mit dem Multix 

Pro/Top das erste am Standort entwickelte Produkt 

erfolgreich in den Markt eingeführt. Im April 2003 

findet die Ein weihung des neuen F&E Zentrums 

statt. Nach kurz fristigen Personalschwankungen 

steigt die Mit arbeiterzahl infolge der Gründung 

der Entwicklungsabteilung wieder auf rund 1.000 

Beschäftigte. 

Vom reinen Fertigungsbetrieb zum 

vollwertigen Standort

Am 1. Oktober 1994 nehmen 23 Mitarbeiter ihre 

Arbeit in der Entwicklungsabteilung in Kemnath 

auf. Die Abteilung setzt sich aus Entwicklern aus 

den Siemens-Standorten in Mailand, Dresden und 

Erlangen zusammen, rund zehn der Mitarbeiter stam-

men aus Kemnath. Sie alle bringen von ihren ehemali-

gen Wirkungsstätten das Know-how über die Produkte 

mit, die in der nächsten Generation am Standort 

Kemnath anlaufen. Die Aufgabe der Kemnather Ent-

wickler ist es, die Produkte gemeinsam zur Serienreife 

zu führen. Zu den ersten Entwicklungsleistungen des 

Standortes Kemnath gehört das Deckenstativ 3D-N, 

die Tiefenblende N und das Röntgengerät Multix N. 

Die Ideenwerkstatt beschränkt sich in den Anfangs-

jahren auf das Forschen und Entwickeln elektrome-

chanischer Komponenten. Darüber hinaus übernimmt 

die Ab teilung die entwicklungsseitige Betreuung 

aller in Kemnath gefertigter Teile und Komponenten. 

Die Entwicklungsabteilung befindet sich ab 1994 in 

einem Großraumbüro in der Produktionshalle. Es ver-

fügt neben den Räumlichkeiten für die Konstruktion 

und Prozess- und Prüfplanung auch über ein Labor 

sowie eine Versuchswerkstatt. 



Mit der Ideenwerkstatt auf dem Vormarsch

Im Zuge von Standortneuordnungen fällt 1997 die 

Entscheidung; die Entwicklungstätigkeit für elektro-

mechanische Komponenten und Röntgengeräte auf 

den Standort Kemnath zu konzentrieren und diesen 

als den Hauptstandort im Bereich Elektromechanik zu 

definieren. Diese Entscheidung hat zur Folge, dass 

die Entwicklungsabteilung in Kemnath ausgebaut und 

umstrukturiert wird. Es erfolgt die Aufspaltung der 

Abteilung in die Tätigkeitsfelder Produktentwicklung 

und Innovation. Darüber hinaus übernimmt der Stand-

ort Kemnath die komplette Geräteentwicklung für die 

Segmente Liegen, Durchleuchtung und Urologie so-

wie Aufnahmeplätze und Komponenten. Generell gilt: 

Alle Produkte, die in Kemnath gefertigt werden, 

werden auch vor Ort entwickelt. Die Ingenieure arbei-

ten eng mit den Kollegen in Erlangen und Forchheim 

zusammen. Nach der kompletten Auflösung des 

Standorts Dresden im selben Jahr wird dessen Ent-

wicklungsbereich mit einigen Entwicklern ebenfalls 

vom Werk Kemnath übernommen. 

Die Einführung des „Product Lifecycle Management“ 

bringt im Jahr 2003 eine neue strategische Ausrich-

tung des Bereichs Forschung und Entwicklung mit 

sich. Der Bereich der Produktbetreuung wird von nun 

an in einen ganzheitlichen Prozess integriert und fällt 

so aus dem Verantwortungsbereich der betreffenden 

Segmente heraus. Die Entwickler setzen nun die 

Idee für ein neues Produkt um, entwickeln dieses 

und betreuen das Produkt in seinem Lebenszyklus bis 

es wieder vom Markt genommen wird. 

Auf Grund von Konsolidierungsmaßnahmen über-

nimmt der Standort 2003 und 2006 auch die Entwick-

lungsverantwortung für Komponenten aus den 

Bereichen Strahlentherapie und Nuklearmedizin. 

Anfang des 21. Jahrhunderts sind rund 100 Entwickler 

am Standort Kemnath beschäftigt. 2012 zählt 

die Forschungs- und Entwicklungsabteilung etwa 

130 Mitarbeiter.

Standort übernimmt Forschungs- und Entwicklungsverantwortung

Axiom Iconos R200 – Ein Beispiel für die 

Entwicklungsleistung am Standort 

Über zwölf Monate hinweg entwickeln die Ingeni-

eure im Werk Kemnath das Obertischdurchleuch-

tungsgerät Axiom Iconos R200, das 1999 auf den 

Markt gebracht wird. Der Produktentstehungs-

prozess gliedert sich in den Innovations-, Entwick-

lungs- und Produktbetreuungsprozess. In der 

Fertigung vor Ort wird dann ein Muster des neuen 

Produkts erstellt, anschließend kommt es zur Seri-

enfreigabe. 

Bis heute arbeiten die Kemnather Ingenieure an 

der Optimierung des Gerätes und haben es seit 

der Markteinführung immer weiter entwickelt. 

Die außer gewöhnliche Innovationsleistung hier -

bei ist, dass mit dem Axiom Iconos R200 eine Platt-

form entwickelt wurde, die in verschiedene Geräte 

eingesetzt werden kann. 

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Iconos R200

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Der Jahrtausendwechsel ist geprägt von weiteren 

Veränderungen, die eine Konzentration von 

Produktionsinhalten auf das Werk Kemnath mit 

sich bringen. Mit der Verlagerung von Produkten 

und Kompetenzen aus Forchheim, Erlangen, 

Dresden, Mailand und Stockholm nach Kemnath 

werden von 1997 bis 2003 Synergieeffekte ge-

schaffen. Als letzte Maßnahme zieht 2006 die 

Fertigung von therapeutischen Bestrahlungsge-

räten von Concord, USA, nach Kemnath. Diese 

Fertigung erfordert eigene Betriebs- und Strahlen-

schutzgebäude, die durch Neubau- und Umbau-

maßnahmen geschaffen werden.

Kemnath wird Produktionszentrum 

für elektromechanische Komponenten 

und Geräte

Das Fertigungszentrum verfügt in den 90er-Jahren 

über vier Standorte: Kemnath, Erlangen, Forchheim 

und Dresden. 1997 fällt das Fertigungszentrum 

als übergeordnete organisatorische Einheit die Ent-

scheidung, die Tätigkeiten im Bereich Mechanik und 

Gerätemontage zukünftig auf das Werk Kemnath zu 

kon zentrieren. Es erfolgt eine Unterteilung des Stand-

orts Kemnath in vier Bereiche: Komponenten, Liegen, 

Röntgentechnik und Fluoroskopie. Diese werden 

als Produktionszentren bezeichnet. In Folge dessen 

wird die Vorfertigung des Standorts Forchheim nach 

Kemnath verlagert. Insgesamt 350 Arbeitsstellen 

sind davon betroffen. Im Jahr 1999 wird die Vorferti-

gung des Standortes Erlangen ebenfalls nach 

Kemnath verlegt. 

Um die Rolle Kemnaths als Hauptstandort für Mecha-

nik und Gerätetechnik zusätzlich zu festigen, inves-

tiert Siemens noch weiter: Das Werk wird mit neuen 

Synergieeffekte durch 

Zusammenführung

Montage von Computertomographen

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Maschinen – wie etwa einem Portalschweißroboter 

aus der Forchheimer Fertigung – ausgestattet und 

die Entwicklung durch den Einsatz neuer Systeme 

modernisiert. In Folge der internen Neuorganisation 

sind vier überschaubare geschäftsverantwortliche 

Einheiten entstanden, die schnell auf Marktentwick-

lungen reagieren können.

Der Standort in Kemnath ist gestärkt aus den Jahren 

der Restrukturierung hervorgegangen. Siemens ist in 

der strukturschwachen Region Kemnaths der größte 

Arbeitgeber und sich dieser verantwortungsvollen 

Position bewusst. Mit den baulichen und organisatori-

schen Veränderungen der vergangenen Jahre verfügt 

das Werk nun über erweiterte Kapazitäten, die es für 

die Zukunft wappnen. Diese Jahre begleitet Rainer 

Pohl als Sprecher der Betriebsleitung. Im April 1999 

übernimmt Siegfried Russwurm interimsmäßig die 

Posi tion des Betriebsleiters für drei Monate. Ihm folgt 

im Juli 1999 Roland Köppel, der bis Ende des Jahres 

2004 als Betriebsleiter tätig ist. 

Auch werksinterne Abläufe sind verändert worden: 

1999 wird das Konzept der am Standort Kemnath ein-

geführt. Dieses Arbeitssystem sieht vor, dass die Grup-

penarbeit in vielen Bereichen der Fertigung integriert 

wird. Die Mitarbeiter einer „Teilautonomen Gruppe“ 

übernehmen zusätzlich Kompetenzen und damit ein-

hergehend mehr Verantwortung. Sie entscheiden zum 

Beispiel selbst in welcher Reihenfolge die vorgegebe-

ne Tagesproduktion abgearbeitet und die dafür erfor-

derlichen Materialien angefordert werden. Auch die 

Schicht- und Urlaubseinteilung erfolgt durch teamin-

terne Absprachen selbstständig. 

Neu an dem gruppenorientierten Arbeitssystem ist, 

dass ein Beschäftigter nicht mehr nur für einen 

Arbeitsschritt zuständig ist. Stattdessen verfügt er 

über die Fähigkeit, den kompletten Arbeitsablauf zu 

leisten, das heißt Gruppenmitglieder können sich 

gegenseitig vertreten. Mit der Einführung der „Teil-

autonomen Gruppe“ wird am Standort Kemnath der 

Drei-Schicht-Betrieb eingeführt.

Außerdem gestaltet das Werk Kemnath 1999 seine 

Kantine um und investiert 630.000 DM für deren 

Neuausstattung. Nach einem sechswöchigen Umbau 

verfügt das Kasino über modernes Mobiliar und 

komplett umstrukturierte Ausgabetheken und einen 

neuen Speisesaal für Gäste.

Zur Jahrtausendwende muss der Bereich Medizintech-

nik seinen Fertigungsstandort Dresden-Übigau schlie-

ßen, um die Komponentenfertigung weiterhin wirt-

schaftlich betreiben zu können. Das Werk Dresden 

ist primär für die Lieferung von Röntgensystemen an 

die Ostmärkte zuständig, diese Märkte sind jedoch 

für die Siemens AG nahezu zum Erliegen gekommen. 

Die Dresdner Fertigung wird inklusive der Produkte an 

die Standorte Erlangen, Forchheim, Rudolstadt und 

Kemnath überführt. Dem Standort Kemnath wird die 

Fertigungsverantwortung für weitere Röntgensysteme 

und Aufnahmeplätze übertragen. Außerdem werden 

Teile der Dresdner Belegschaft vom Werk Kemnath 

übernommen. 

Die Konzentration der Produktion elektromechani-

scher Komponenten auf den Standort Kemnath 

erhöht dessen Wettbewerbsfähigkeit erheblich. 

Aus dem reinen Fertigungsstandort Kemnath ist ein 

hochmodernes Produktionszentrum mit qualifizierten 

High-Tech-Arbeitsplätzen für die Fertigung und 

Entwicklung von medizinischen Komponenten mit 

elektromechanischem Schwerpunkt geworden. 



40 Jahre Werk Kemnath

Im Juli 2002 

feiert das 

Werk Kemnath 

sein 40-jähriges 

Bestehen mit 

einem Tag der 

offenen Tür. 

Gleich zeitig 

finden die Feier-

lichkeiten zum 

125-jährigen 

Bestehen des 

Unternehmens-

bereichs Medizin-

technik – der seit 

2001 Siemens 

Medical Solutions 

heißt – statt. 

Bei den Reden 

anlässlich der 

Jubiläen wird das 

Werk offiziell als 

das Kompetenz-

zentrum für Kom-

ponenten und 

Geräte im Be-

reich der Medi-

zintechnik in 

Deutschland bezeichnet. Gleichzeitig wird die 

Richtungsvorgabe für die kommende Jahre defi-

niert: Der Standort soll sich internationaler als 

bisher ausrichten.

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drei Jahren eine neue Umwelterklärung erstellen. 

Aus dieser muss hervorgehen, welche Umweltziele 

erfolgreich implementiert wurden und welche neuen 

Ziele für die kommenden Jahre definiert werden. 

Bis heute wird der Standort Kemnath regelmäßig 

durch externe Gutachter auditiert und das Umwelt-

managementsystem ständig den neuen Herausforde-

rungen angepasst. 



Neue Produktlinien

Das Werk in Kemnath ist ab dem Jahr 2000 immer 

weniger ein reiner Röntgengerätefertiger, sondern 

erweitert sein Produktlinienangebot sukzessive. Die 

Kabelbaumfertigung wird im Jahr 2002 eingestellt. 

2003 wird der Standort Stockholm geschlossen und 

die Produktion von Angiographie-Kom ponenten 

nach Kemnath verlagert. Drei Jahre später zieht die 

Linearbeschleunigerfertigung und -entwicklung von 

Concord nach Kemnath. Die neue Fertigungslinie wird 

in den bestehenden Hallen untergebracht. Vorausset-

zung für die Übernahme der Fertigung ist jedoch der 

Bau eines Betriebs- und Strahlenschutz gebäudes.

Der 1.425 m² große Neubau schließt direkt an die 

bestehende Fertigungshalle an. Die Linearbeschleuni-

gerfertigung wird im November 2006 eröffnet. Der 

Standort Kemnath investiert 10 Millionen Euro in 

diese Baumaßnahmen. 

Das besondere Kennzeichen des Anbaus sind die rund 

drei Meter starken Mauern, die aus Fertigbetonbau-

teilen als Schalung und einem Zwischenraum mit 

speziellem Füllmaterial aus Mineralien bestehen. 

Sie verhindern das Austreten der Strahlung in die 

Umwelt. Das Gebäude verfügt außerdem über speziel-

le Strahlenschutztüren, die jeweils bis zu 55 Tonnen 

wiegen. In dem Anbau befinden sich acht Räume 

mit Testanlagen für die Strahlentherapiegeräte und 

-komponenten. Dort werden die Linearbeschleuniger 

vor dem Verpacken und Versand geprüft. Im Jahr 

2008 baut das Werk weitere sechs Strahlenschutz-

testräume an, die je 40 m² groß sind.

Erneute Umweltauszeichnung

Als erster Siemens-Standort der Sparte Medizintechnik 

nimmt der Standort Kemnath dann 1999 erneut er-

folgreich am Öko-Audit der Europäischen Union teil. 

Für die Re-Validierung muss der Betrieb nach spätestens 

Integration des externen Dienstleisters 

Simon Hegele GmbH 

Mit der Übernahme weiterer Kompetenzen und Pro-

dukte steigt am Standort Kemnath auch der Bedarf 

an Transport- und Versandtätigkeiten. Ab dem Jahr 

2001 wird diese Aufgabe von fünf Mitarbeitern der 

Firma UNI-DATA übernommen. Im Jahr 2002 übergibt 

Kemnath sein internes Lager an einen externen Anbie-

ter, das Logistikunternehmen Simon Hegele GmbH 

aus Karlsruhe. Schon seit dem Jahr 2000 arbeitet 

Siemens an verschiedenen Standorten mit der Hegele 

zusammen. Im Oktober 2002 übernimmt Hegele die 

kompletten Logistikaufgaben des Werks.

Die Übergabe der Logistikaufgaben an einen externen 

Dienstleister stellt für den Standort Kemnath eine 

Prozessoptimierungsmaßnahme dar, darüber hinaus 

schafft die Auslagerung Platz für die Fertigung von 

Produkten aus Stockholm. Mit der Annahme, dem 

Eingang und der Lagerung der Waren, dem Transport 

im Werk von und zur Produktion, der Verpackung und 

dem Versand von Geräten sowie mit dem Aufbau des 

Gerätes beim Kunden ist von nun an Hegele betraut. 

Die Tätigkeiten der Mitar beiter in Kemnath konzent-

rieren sich nun ausschließlich auf die dortigen Kern-

kompetenzen, also auf die Entwicklung, Produktion, 

Qualitätsprüfung und Inbetriebnahme und Abnahme 

der Geräte beim Kunden.

Hegele baut 2002 eine 10.000 m² großen Logistik-

halle und schafft damit etwa 80 Arbeitsplätze. Das 

Logistik-Zentrum befindet sich auf einem 35.000 m² 

großen Grundstück, das an der südlichen Seite direkt 

an das Siemens-Werksgelände angrenzt. Jährlich ver-

lassen über 3.000 Geräteeinheiten die Niederlassung 

der Firma Hegele, die am 1. Oktober 2003 in Betrieb 

genommen wird. 

2006 folgt ein Erweiterungsbau an das Logistik-

zentrum. Der 14.000 m² große Neubau inklusive 

Büro bereich schließt an das bestehende Gebäude an. 

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Montage von Chirugie-C-Bögen

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Standort Kemnath 2010

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Mit der Einführung des Siemens-Produktionssys-

tems ab 2006 bekommt die Produktion am Standort 

neue Strukturen und mehr Transparenz. Darauf 

aufbauend verfolgt Kemnath weitere strategische 

Maßnahmen, wie das Projekt „Footprint“, das dem 

Standort 2011 die Auszeichnung „Fabrik des Jahres“ 

in der Kate gorie „Hervorragendes Veränderungs-

management“ einbringt. Das Ergebnis: Siemens 

Kemnath konzentriert sich auf seine Kompetenzen 

im Bereich Mechatronik und nimmt unter Berück-

sichtigung von Mensch und Umwelt strukturelle 

Veränderungen in Organisation und Produktion 

vor. Geboren ist der Kerngedanke des Standorts: 

„emotion in motion“. Aus der verlängerten Werk-

bank Erlangens ist inzwischen ein weltweit agieren-

des Kompetenzzentrum für komplexe mechatroni-

sche Komponenten geworden. 

Kemnath wird Leitfabrik

Dank seiner klaren Struktur und Positionierung im 

Heimatmarkt übernimmt das Werk Kemnath Anfang 

des 21. Jahrhunderts auch globale Verantwortung. 

Für mehrere Jahre ist der Standort als Leitfabrik für 

die Werke Shanghai (China) und Goa (Indien) tätig. 

Die Hauptaufgabe Kemnaths ist dabei, für die betref-

fenden Werke das globale Management und Control-

ling aller prozess- und qualitätsrelevanten Merkmale 

zu steuern. Der Standort in China übernimmt die Ferti-

gung von Radiologie-Systemen wie Multix Compact 

und Multix Top, von fahrbaren Röntgengeräten 

wie das Siremobil Compact und dem Fluoroskopie-

System Iconos R100. Im indischen Werk Goa werden 

ebenfalls fahrbare Röntgengeräte wie das Multimobil 

hergestellt. Auf dem dortigen Produktionsplan stehen 

außerdem die Röntgengeneratoren Multiphos und 

Polydoros.

Die Funktion als Leitfabrik bringt einige Vorteile mit 

sich: systematischer Know-how-Transfer, Anpassung 

von Maschinenpark, Tools und Programmen, Schaf-

fung gemeinsamer Standards und die Entwicklung 

einer Fall-Back-Strategie. Haben die Produktionsstand-

orte einen gewissen Erfahrungs- und Wissensstand 

erreicht, übergibt ihnen die Leitfabrik die übernom-

menen Kompetenzen.

Seit 2010 steht der Standort Kemnath den Werken 

Shanghai und Goa als „Support Factory“ zur Seite. 

Zum Beispiel unterstützt Kemnath die Partnerfabriken 

in China und Indien bei der Planung des Technologie- 

und Produktionsportfolios.

Als Teil eines internationalen Teams unterstützen 

Kemnather Mitarbeiter auch den Neubau des „Mecha-

nikcenters Shanghai“, das 2011 seine Produktion auf-

nimmt. Gemeinsam erfolgt die Planung des Layouts, 

der Arbeitsabläufe und der maschinellen Ausstattung. 

Der Standort Kemnath ist heute Teil eines globalen 

Netzwerks in den Bereichen Entwicklung und Ferti-

gung und pflegt auch Partnerschaften in Osteuropa. 

Ausgewählte Lieferanten werden durch die Imple-

mentierung von Methoden des Siemens-Produktions-

systems unterstützt. Diese systematische Lieferanten-

qualifizierung in Osteuropa garantiert dem Standort 

Kemnath stabile Prozesse und Qualität in der Zu-

lieferung.

Mit neuem Produktionssystem auf 

Erfolgskurs

Seit dem Jahr 2006 arbeitet Kemnath mit dem 

Siemens-Produktionssystem. Im Mittelpunkt des Kon-

zepts stehen motivierte und qualifizierte Mitarbeiter, 

schlanke und innovative Prozesse, das Null-Fehler-

Prinzip sowie die Orientierung an den Kundenbedürf-

Montage von Computertomographen

Globales Kompetenz zentrum für Mechatronik von Healthcare

nissen. Grundlage für die Wertstromanalysen und 

die Wahl der optimalen Methoden ist die umfassende 

Schulung der Mitarbeiter, die am Standort Kemnath 

unter anderem mit der Ausbildung zum Wertstromma-

nager umgesetzt ist. Die Mitarbeiter und sogenannte 

Cross-Functional-Teams identifizieren jede Schwach-

stelle der Prozesskette vom Lieferanten zum Kunden. 

Mögliche Schwachstellen sind zum Beispiel fehlende 

Materialverfügbarkeit, lange Materialwege, Kapazi-

tätsengpässe oder hohe Bestände.

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Das Projekt „Footprint“

Die Technologiefertigung verzeichnet seit geraumer 

Zeit einen stagnierenden Umsatz, weshalb das Projekt 

„footprint“ gestartet wird. Mit dem Anspruch „Quali-

tät, in allem was wir tun“ definiert der Standort fünf 

Haupthandlungsfelder. Basierend auf den Werten 

Qualität und Kundenzu friedenheit wird im Bereich 

„Customer Relations“ das Kundenmanagement „One 

Face to the Customer“ entwickelt. Im Handlungsfeld 

„Customer Focused Innovation“ baut das Werk ein 

Innovationsmanagement auf, das über ein wertschöp-

fungsoptimiertes Design verfügt. Dies bedeutet eine 

Fokussierung auf Technologien mit einer anschließen-

den Portfoliobereinigung. Auf allen Ebenen werden 

von nun an Zielverein barungen getroffen, die ein pro-

fitables Wachstum und eine optimale Kostenposition 

gewährleisten sollen. Der Fertigungsprozess und die 

Organisation werden komplett neu strukturiert, um 

eine effiziente Bereitstellungskette durch kurze Durch-

laufzeiten und niedrige Bestände aufzubauen. Dies 

soll die Wett bewerbsposition des Standortes positiv 

beeinflussen. 

Im Fokus stehen intelligente Fertigung, umfassendes 

Technologie-Know-how, hohe Flexibilität und eine 

enge Verzahnung zur Entwicklungsabteilung. 

Im Jahr 2007 erfolgt die Umsetzung des Projekts, 

„Footprint“. Die gesamte Technologiefertigung, be-

wegt sich von Gewohntem weg, nimmt Veränderun-

gen an und setzt sie um. Unter Einbeziehung der 

Mitarbeiter, die letztlich diese Bewegung mit ihrer 

Einsatzbereitschaft entstehen lassen, ist damit der 

Kerngedanke des Standortes geboren: „emotion 

in motion“. Durch die Anpassung des sogenannten 

Mechanikcenters – sei es in Technologie, in den 

Prozessen, in der Organisation, in der Mitarbeiter-

integration oder Ressourcenverwendung – kann

die Auslastung um bis zu 46 Prozent und die Effizienz 

um bis zu 36 Prozent gesteigert werden.



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