Geschichte des Geldes


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Die Geschichte des Geldes

Europa in der Neuzeit
Das 16. und 17. Jahrhundert war von der Preisrevolution geprägt, einem europaweiten Verfall der Kaufkraft. Auslöser waren der Zustrom von Gold und Silber aus den spanischen Kolonien, neue Techniken effizienterer Metallgewinnung, Münzverschlechterungen und eine starke Nachfrage durch das Bevölkerungswachstum nach der Endemisierung der Pestpandemie. Die damaligen Gold- und Silberumlaufwährungen wurden stark durch die südamerikanischen Metalle vermehrt. Da sich Güter wie Weizen und Rinder nicht im selben Umfang vermehrten, sank die Kaufkraft der Gold- und Silbermünzen.

In der Hafenstadt Sevilla wurde die Silberflotte zusammengestellt. Gemälde von Alonso Sánchez Coello (vor 1588).
Spanien verfügte im 16. Jahrhundert über zahlreiche Kolonien, aus denen jedes Jahr große Mengen an Gold und Silber in das Mutterland flossen. Dies führte in Spanien zu einer starken Inflation, da damals das Währungsregime der Goldumlaufwährung dominierte, der Geldwert also mehr oder weniger dem Materialwert der Münze entsprach und folglich vom Goldpreis abhing. Da das Gold zunächst in Spanien in Umlauf kam, war dort die Inflation am höchsten. Dadurch waren die spanischen Waren teurer als andere europäische Waren, was den Export lähmte, während ein großer Anreiz zum Import von Waren nach Spanien bestand (der Effekt wird in der Volkswirtschaftslehre als Holländische Krankheit bezeichnet). Dies schwächte das spanische Gewerbe und die Landwirtschaft über zwei Jahrhunderte lang.
“Spain is the living Instance of this Truth, the Mines of Peru and Mexico made the People think themselves above Industry, an Inundation of Gold and Silver swept away all useful Arts, and a total Neglect of Labour and Commerce has made them as it were the Receivers only for the rest of the World.”
„Spanien ist der lebende Beweis für diese Wahrheit, die Minen von Peru und Mexiko ließen die Menschen glauben, dass sie keine Industrie brauchen, eine Flut von Gold und Silber schwemmte alle nützlichen Kunstfertigkeiten hinweg, eine totale Vernachlässigung von Arbeit und Handel machte es für die ganze Welt zu Empfängern.“
– Erasmus Philips: 1720

Dresdner Kippertaler zu 60 Groschen von 1622, Mmz. auffliegender Schwan
Auch kam es zu Münzverschlechterungen infolge von Zahlungsschwierigkeiten von Regierungen. Herrscher senkten in Zeiten erhöhten Finanzbedarfs bewusst den Gold- und Silberanteil in ihren Münzen. Für den deutschsprachigen Raum sind die Periode der Schinderlinge und die Kipper- und Wipperzeit von Bedeutung – letztere war die größte Inflation des Heiligen Römischen Reiches. Sie begann mit Ausbruch des Dreißigjährigen Krieges im Jahr 1618 und hielt bis 1623 an. Der alte Reichstaler wurde eingeschmolzen und als Kippertaler und Landmünze ausgebracht. Silbergehalt und Kaufkraft der geprägten Scheidemünzen nahmen damals stark ab. Um die Inflation einzudämmen, kehrte die Obrigkeit 1623–1624 zur alten Münzordnung zurück; die Kippermünzen wurden für ungültig erklärt und eingezogen.[111] Die Wertschwankungen im 17. Jahrhundert führten zur Gründung von Girobanken in Handelsstädten wie Hamburg, Nürnberg und Venedig, die einen bargeldlosen Zahlungsverkehr ermöglichten. Etwa zeitgleich verbreiteten sich in Europa die ersten Banknoten.
Bis ins 19. Jahrhundert kursierten auf deutschem Boden verschiedenste Münzsorten. Beispiele sind Taler, Groschen und Heller. In den 25 Staaten, die sich 1871 zum Deutschen Reich zusammenschlossen, waren 119 verschiedene Kurantmünzen in Umlauf. Dazu kamen Scheidemünzen und Papiergeld. Bemühungen zur Vereinheitlichung des Münzwesens gipfelten im Jahr 1876 in der Etablierung der Mark als einheitlicher Währung. Spätere Nachfolger waren die Reichsmark, die Deutsche Mark und der Euro. All diese Währungen umfassten sowohl Münzen als auch Banknoten.
Entwicklung des Buchgeldes

Mittelalterliches Kerbholz

Quipu aus Peru

Kreditkarten

Fenster des Bitcoin Wallets Electrum
Anfänge
Unter Buchgeld (auch Giralgeld genannt) versteht man Geld, das lediglich in der Buchhaltung verzeichnet ist. Ein historisches Instrument zum Zwecke der Buchführung ist das Kerbholz. Es handelt sich um ein Stück Holz oder vergleichbares Material in das Kerben eingearbeitet werden. Die Markierungen dokumentieren Forderungen und Verbindlichkeiten. Durch Teilung des Kerbholzes erhält sowohl der Gläubiger als auch der Schuldner ein Dokument. Der Ursprung des Kerbholzes liegt, genauso wie der des Geldes selbst im Dunkeln. Mancher vermutet in dem in Afrika gefundenen Ishango-Knochen ein steinzeitliches Exemplar. Einige Theorien führen die Entstehung des Geldes auf Schulden zurück. In Mesopotamien dienten Zählsteine und Tontafeln, sogenannte shubati, als Instrumente der Buchführung. Im antiken Griechenland sowie im römischen Reich waren ebenfalls Formen des Buchgelds im Einsatz. Gleiches gilt für das Chinesische Altertum. In Südamerika dokumentierten die Inka Lagerbestände mit Hilfe verknoteter Schnüre namens Quipu. Diese Form der Buchführung war weit über die Zeit der Conquista hinaus in Peru in Verwendung.

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